Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 28.07.2007, 07:40 
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Ich möchte zur aktuellen Debatte um das Kinderbetreuungsgeld etwas beitragen und folgende Überlegungen zur Diskussion stellen:

Für unsere Senioren wurde in Österreich das Pflegegeld eingeführt.
Nach Pflegebedarf gibt es von 1 – 7 ansteigend monatlich Pflegegeld, das der zu Pflegende erhält, damit er sich die nötige Betreuung zuhause leisten kann.

Das ist eine durchaus sinnvolle Maßnahme, denn
:arrow: fast alle Menschen fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten.
:arrow: Betreuung in einem Heim ist bei geringerem Pflegebedarf nicht nötig und ca. doppelt so teuer als zuhause mit Pflegegeld der höchsten Pflegestufe.
:arrow: Die öffentliche Hand spart also Geld, wenn unsere Senioren zuhause gepflegt werden.
:arrow: Und obendrein geht es den alten und pflegebedürftigen Menschen dabei besser.

Pflegestufe__Betrag €/Monat für unsere alten Mitbürger
Stufe Betrag €/Monat

1______148,3
2______273,4
3______421,8
4______632,7
5______859,3
6______1.171,70
7______1.562,10


Und nun zu den Kindern:
Sie wurden bei der Einführung des Pflegegeldes vom Bezug ausgeschlossen.
Warum?

:arrow: auch Kinder haben einen Pflegebedarf – allerdings in umgekehrter Reihenfolge von der höchsten Pflegestufe als Neugeborenes (1.562,10,-- €/Monat) absteigend nach Alter bis zur niedrigsten Pflegestufe.
:arrow: auch Kinder fühlen sich zuhause am wohlsten – bei Mama und Papa!
:arrow: auch bei Kindern ist die Pflege in einem Heim wesentlich teurer. Bei ihnen macht das sogar ein Vielfaches der höchsten Pflegestufe aus.
:arrow: Die öffentliche Hand könnte also viel Geld sparen, wenn wir unsere Kinder möglichst lange zuhause mit Hilfe von Pflegegeld betreuen.
:arrow: Wie eine Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern unter Familien ergeben hat, sind 100% dafür, daß Kinder in den ersten beiden Lebensjahren von Mama und/oder Papa betreut werden.

Weitere Vorteile:
:arrow: Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren nachweislich am besten, wenn sie zuhause von Mama und Papa betreut werden.
:arrow: Die Eltern können es sich leisten, daß entweder die Mutter oder der Vater oder auch beide in Teilzeit ihre Kinder zuhause betreuen oder auch - je nach Bedarf – Fremdbetreuung zukaufen.
:arrow: Es entstehen viele Arbeitsplätze zuhause. Vollzeitarbeitsplätze für Kleinkinder und Teilzeitarbeitsplätze für heranwachsende Kinder.
:arrow: Viele Fahrten mit dem Auto können entfallen. Das tut unserer Umwelt gut: weniger Feinstaub, weniger CO2, weniger Energieverschwendung.
:arrow: Die Kinder können ruhiger aufwachsen, sie müssen nicht mit zwei Jahren schon in aller Morgenfrühe aus dem Bett gerissen werden, weil sie in die Krabbelstube und beide Elternteile zur Arbeit außer Haus gehen müssen.

Was hindert uns also daran, das Pflegegeld auf unsere kleinsten pflegebedürftigen Bürger auszuweiten?
Was hindert uns daran, die Leistung der Eltern bei der Pflege ihrer Kinder genauso anzuerkennen wie die Leistung von Angehörigen bei der Pflege unserer alten Mitbürger?
(Diese Fragen wurden übrigens bereits von Hrn. DI Dr. Helmuth Schattovits gestellt.)

Es werden Einwände kommen, und zwar vor allem von jenen, die den Eltern nicht zutrauen, daß sie ihre Kinder richtig betreuen. Sie sehen das Heil in möglichst früher Betreuung durch den Staat. Die kommunistischen Staaten haben uns gezeigt, wohin das führt.
Und Schweden hat nach 25 Jahren eingesehen, daß die ganztägige Krippenbetreuung ab dem Alter von sechs Monaten (!) in die gesellschaftliche Katastrofe führt. Ab 2008 wird Schweden für Betreuung der Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren den Eltern denselben Betrag geben, den der Staat dafür aufwenden müsste. Siehe Artikel "Krippen für Kleinkinder: Forscher weisen schädliche Folgen nach" in Kath.net


Wir sollten uns daher in Österreich einen Ruck geben, und das Pflegegeld für Kinder einführen:

Pflegestufe_____________Betrag €/Monat für unsere kleinsten Mitbürger:

Stufe_________________________________________Betrag €/Monat


1. . Stufe - Alter von 0 bis vollendetes 2. Lebensjahr__________1.562,10
2. . Stufe - Alter von 2. bis vollendetes 3. Lebensjahr ___________1.171,70
3. . Stufe - Alter von 3. bis vollendetes 5. Lebensjahr ______________859,30
4. . Stufe - Alter von 5. bis vollendetes 2. VS-Jahr __________________632,70
5. . Stufe - Alter von 2. VS-Jahr bis Ende Volksschule ________________421,80
6. . Stufe - Alter von Ende Volksschule bis Ende Pflichtschule ___________273,40
7. . Stufe - Alter von Ende Pflichtschule bis 18. Lebensjahr ______________148,30


###########################################
Literatur und weiterführende Hinweise:

Hellbrügge, Th.: Individualität und Kollektivismus

Säuglingskrippe. Erfahrungen einer jungen Mutter.

Krippenkinder sind aggressiver.

Weihbischof Andreas Laun zur Kinderkrippen-Idee

"Ohne Mutter kannst du nicht leben", hat uns Hermann Hesse zugerufen. Gute Mütter brauchen wir, damit wir Zukunft haben!
Zu finden bei Christa Meves, Deutschland

Verantwortung für die Familie e.V. - von Christa Meves gegründet


Über 79% Prozent der Schweden sind nach diesem langen Erfahrungszeitraum (25 Jahre) für die häusliche Erziehung!
Weiterlesen z.B. bei "Familie ist Zukunft"!

Weitere Beiträge in diesem Forum zur Sache:

Von Geburt an für jeden Existenzsicherung

Österreichische Hausfrauenunion - Familienoffensive (hier wird auch die Finanzierungsfrage genauer behandelt)

Schweden_Kindertagesstätten zerstören eine Nation

Das Frauenbild der Grünen und anderer Linksextremer

Seltsame Allianz gegen Kinder: SPÖ-Grüne-Industrie

21. Mai 2007 - Vollzeitmutter leistet 100.000 Euro/Jahr

Verstaatlichung der Kinder

Familie = Beruf

Berufstätige Mütter sind ein politischer Fehler, OÖN 7.2.01

Kleinkind bei Mama & Papa - Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinder aufziehen als Leistung für die Gesellschaft

Mütter und Väter, wehrt euch um eure Kinder!


Siehe auch:
Verein Verantwortung für die Familie, Resoulution zur Förderung der Familie


Nur ein Betreuungsbudget erlaubt Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung
Siegfried Stresing, 12. Nov. 2013

_________________
Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.


Last edited by alwis on 28.10.2007, 01:40, edited 11 times in total.

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 Post subject: erste Reaktionen im Juli
PostPosted: 03.08.2007, 22:46 
Von: Dr. H.S.
Gesendet: Sonntag, 29. Juli 2007 23:24

finde die initiative sehr unterstützenswert, auch die argumentation scheint mir schlüssig.
Da der politische wille nicht sehr ausgeprägt erscheint, wäre vielleicht der hinweis auf diskriminierung zufolge alters angebracht, was gleichheitswidrig ist.
Von kindern unter drei jahren werden alle merkmale der pflegstufe 5-7 erfüllt.
Was die Jahre betrifft ein diskussionsbeitrag:
0 bis zumindest 11/2 jahre, wenn nicht sogar 2 die stufe 7,
danach bis 3/4 jahre stufe 6,
bis 5/6 stufe 5 und danach stufe 4 bis 2. VS stufe
und danach ?.

Viel erfolg und liebe grüße

#########################################
Von: Frau G.F., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 07:30

Bravo!!!!!!!!!!

Kann mich nur anschließen, denn wenn es so weiter geht, werden unsere Kinder nur mehr produziert, wie Waren.
Wenn es dann anstrengend wird und die Kinder ab dem 2.ten Lebensjahr selbständig werden und dringend Vorbilder brauchen, dann ab damit, zu fremden Leuten. Wie in der früheren DDR. Daher brauchen wir „dringend“ Kinderaufbewahrungsplätze.

Ich frage mich nur, ob es nicht ohnehin besser ist, wenn man die Kleinen von den Müttern trennt, denn viele, die WOLLEN sich ja offensichtlich gar nicht darum kümmern.

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Von: Fam. F+R. D., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 08:29

Danke für Ihre Mails, die uns oftmals aus der Seele sprechen.

Die Idee des Pflegegeldes für Kinder finden wir hervorragend, doch wird es noch einige Zeit dauern, bis auch die Herren und vor allem die „Damen“ in der Politik (sprich: Prammer & Co) einsehen, dass Mütter, die zuhause bei ihren Kindern bleiben, mehr für die Allgemeinheit tun als solche, die sich dem Druck aussetzen, möglichst bald wieder arbeiten zu gehen (müssen).

Die Auswirkungen sieht man immer massiver – verhaltensauffällige Kinder, Alkohol- und Drogenmissbrauch unter Jugendlichen,….- und das vermehrt auch schon bei uns auf dem Land, wo bis vor einiger Zeit die Welt noch in Ordnung schien…..

Bitte setzen Sie sich auch weiterhin für die Zukunft unserer Familien ein, unsere Zustimmung haben Sie zu 150 %!

Mit herzlichen Dank und lieben Grüßen
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Von: Frau J.M., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 09:31

ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu Ihrem Vorschlag! Großartig!

Da Familien in unserer Gesellschaft einen immerzu noch höheren Lebensstandard scheinbar haben müssen, die Wirtschaft wachsen muss, damit derzeitiges Geld funktionsfähig bleibt, kann dem Problem der Kinderverwahrlosung und stressbedingten Krankheiten sehr gut mit Pflegegeld für Kinder begegnet werden.

Auch die Eltern brauchen Gemeinschaft mit ihren Kindern, auch Kinder schenken Geborgenheit!
Das Glück, ein zufriedenes Kind im Arm halten zu dürfen, ist eines der größten Glücke auf dieser Welt.

Herzlich grüßt, mit allen guten Wünschen
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Von: Dr. M.S., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 10:07

Ich halte Ihren Vorschlag mit einer Einschränkung für begrüßenswert:

Ich würde ihn nicht voll auf Kinder ohne Geschwister angewendet wissen wollen. Zur Entwicklung der Sozialkompetenz ist es meines Erachtens sehr wichtig, dass Kinder gemeinsam mit Menschen gleicher Generation aufwachsen. Bei Einzelkindern gibt es hier oft Defizite, vor allem wenn diese von Ihren Eltern dominiert werden. Ich glaube da ist die möglichst frühe Einbindung in „Hortstrukturen“ der bessere - oder anders gesagt der weniger schlechte - Weg.

Auch die Problematik von alleinerziehenden Müttern, die meist ja nur ein Kind haben, wäre durch eine Staffelung Ihres Vorschlages mit steigender Kinderanzahl bzw. durch eine Umschichtung Richtung Förderung von Kindergärten bei Einzelkindern besser gelöst. In so einem Fall muss die Mutter arbeiten gehen, denn ein noch so hohes „Pflegegeld“ würde ihr bei einem Kind das finanzielle Überleben kaum ermöglichen.
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Von: Hrn. A.P., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 11:10

danke für Ihren Vorstoß. Ich halte ihn für ganz vortrefflich.
Denn alles was wir heute für unsere Kinder tun, kommt uns morgen allen zugute.
Doch eine wesentliche Frage haben Sie nicht berührt und diese kann man einfach bei diesen Überlegungen nicht ausschließen. Was würde das Pflegegeld dem Steuerzahler kosten?
Und nicht schlecht wäre zu untersuchen, was würde es uns allen bringen?

Mit besten Dank für Ihre Mühe

Antwort von Alwis zur Finanzierung:

Zur Finanzierung hat sich Frau Dr. Herglotz, Präsidentin der Österreichischen Hausfrauenunion, Gedanken gemacht.
Bitte lesen Sie den Abschnitt "Finanzierung" im Beitrag
"ÜBERLEGUNGEN ZUR FINANZIERUNG
der “Familie neu” (= die klassische Familie mit Erziehungseinkommen)"
http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=97
Oder gleich hier: http://members.surfeu.at/herta.herglotz
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[b]Von: Hrn. A.L., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 12:27


Ich finde es sehr ermutigend, dass Sie sich dafür so einsetzen, dass Mütter und eventuell auch Väter bei Ihren Kindern bleiben können, und nicht aus finanziellen, politischen, strukturellen oder sonst irgendwelchen Gründen von Ihnen getrennt und in weiterer Folge oft auch immer mehr von Ihnen entfremdet werden.

Ganz wichtig halte ich auch die gesellschaftliche Anerkennung der Mütterarbeit und auch, dass ganz einfach das Geld da ist, um diese Arbeit praktisch durchführen zu können (und mit dem Geld kommt interessanterweise auch oft die Anerkennung):

Ob das jetzt ein Kinderscheck zur Wahlfreiheit, Mütter- oder Erziehungsgeld oder Grundgehalt für Mütter oder Pflegegeld ist, ist ja eigentlich egal - gut ist, was politisch am ehesten durchzusetzen ist, ohne dass ideologische Scheuklappen zufallen.

(ich vermute dass Sie da ähnlich denken)

Vielleicht nur als weiterer Gedanke: Pflegegeld gibt es ja auch für Pflegekinder und das ist für ältere Kinder - ähnlich wie die Familienbeihilfe - glaube ich - ja sogar höher als für jüngere Kinder. Grund ist in dem Fall sicher nicht der (physische) Pflegeaufwand, sondern die erhöhten Unkosten für größere Kinder. ("Psychischer Pflegeaufwand" ist bei den größeren Kindern ja auch da :-) - Da sehe ich auch ein bisschen den Nachteil von dem Alterspflegemodell, wenn es auf die Kinder umgelegt wird, dass es für größere Kinder dann keine Unterstützung gibt.

Also, an sich braucht man auch für große Kinder genug Geld, aber es wäre schon sehr, sehr viel gewonnen, wenn Mütter von Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter zu Hause bleiben könnten (wenn sie wollen) ...
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Von: Hrn. K.St., Gesendet: Montag, 30. Juli 2007 13:09

damit die sache realistisch bleibt plädiere ich für ein kindergeld von rund 500 euro monatlich biss zum schulbeginn des kindes.........die zuverdienstobergrenze sollte der geringfügigkeit entsprechen.

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Von: Frau M.G., gesendet: Montag, 30. Juli 2007 20:20

... möchte ich dir und deiner Familie herzlich danken, für euren unermüdlichen Einsatz für unsere Familien! Es ist von unbeschreiblicher Bedeutung, sich für eine natürliche und gesunde Umgebung zum Aufwachsen unserer Kinder einzusetzen.

Dein neuestes Schreiben an unsere Politiker ist sicher wieder eine Anregung für Diskussionen und wird hoffentlich für einige Überlegungen sorgen. Vielleicht könnte man noch die Jahre für einen Pensionsanspruch irgendwie erhöhen? Das ist mitunter ein Grund der mir schon manchmal von Müttern genannt wurde, auf die Frage, warum sie wieder berufstätig seien.
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Von: Herrn L.H., Hamburg, Gesendet: Dienstag, 31. Juli 2007 23:49
Betreff: Re: Pflegegeld für Kinder?


Das haben Sie ja wieder einmal großartig gemacht.
Was sagen denn Ihre zuständigen Politiker Ihres Wahlbezirks dazu?
Die müßte man wohl erst einmal testen; denn sie wollen ja von Ihnen gewählt werden.

Haben Sie das auch Ihren Bischöfen vorgelegt?
Die müßten das befürworten.

Viel Erfolg.
Herzliche Grüße aus Hamburg


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PostPosted: 14.08.2007, 15:44 
Von: Frau V.E., Gesendet: Montag, 6. August 2007


Danke für Ihr Mail. Ich finde Ihre Ideen sehr gut und vor allem auch klar und übersichtlich formuliert.
Ich finde es auch sehr gut, dass Sie immer von der Wichtigkeit von Mama und Papa, also beiden Elternteilen, sprechen, denn
• es ist sicher sehr wichtig, dass sich beide um die Kinder kümmern und
• bei dieser Formulierung kann niemand den Vorwurf machen, man möchte die Frauen wieder zu Herd und Kinder zurückschicken.


Ich selbst arbeite schon seit langem in Familien- und Frauengruppen mit. Ich bin Lehrerin für Schüler an höheren Schulen.
Ich sehe ständig, wie wichtig die Familie auch für Jugendliche ist, freue mich über Ihre Initiative und möchte noch einige Ideen beisteuern.

:arrow: 1. Es wäre sehr wichtig, die Bedeutung und den Wert von Beziehungs-, Betreuungs- und Pflegearbeit für die Gesellschaft deutlich zu machen.

:arrow: 2. Das Lernen von sozialer und emotionaler Kompetenz kann nicht ohne weiteres auf Institutionen abgeschoben werden. Denn Vertrauen entsteht durch ständigen Kontakt und nicht durch sporadischen oder zeitlich begrenzten. Lehrer und andere außerhäusliche Bezugspersonen lernen Kinder meist erst relativ spät kennen und verbringen doch relativ wenig Zeit mit ihnen. Wenn bei Problemen mit Jungendlichen nicht vor allem Eltern zu Rate gezogen werden könnten, müsste schon bei kleinen Vergehen der Rechtsstaat einsetzten und die Gefahr, dass die Kinder und Jugendlichen kriminalisiert würden, wäre sehr groß (s. auch Kirchhof, Dr. Paul – Ehe und Familie als Voraussetzungen für die Überlebensfähigkeit unserer Gesellschaft).

:arrow: 3. Familienphase sollte als Karrierefaktor statt als Karrierevernichter gesehen werden, weil man in dieser Zeit wichtige zusätzliche Fähigkeiten, z. B. Management, soziale Kompetenz, … erlernt.

:arrow: 4. Nach Möglichkeit sollte eine Entzerrung der Rushhour des Lebens (Berufseinstieg, Berufserfahrung, Familienphase, Wiedereinstieg, längere Berufstätigkeit, …), und schließlich

:arrow: 5. Kinder sind ein Wirtschaftsfaktor und der Garant, dass der wirtschaftliche Fortschritt vorangeht. Aber Jugendliche, die nicht psychisch stabil sind, sind auch nicht belastbar und leistungsfähig und ohne stabiles emotionales Umfeld mit Vertrauen gebenden Bezugspersonen wird es auch kaum psychisch stabile Jugendliche geben. Denn Menschen sind keine Maschinen.

Wie weit Pflegegeld ohne Höchstzuverdienstgrenze sinnvoll ist, frage ich mich allerdings.
Denn dann könnten wieder die Kinder auf der Strecke bleiben, weil die Eltern alles gleichzeitig machen und zu wenig Zeit für die Kinder aufbringen.


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Von: Hrn. W.K., Gesendet: Freitag, 3. August 2007 10:26


Diesen Vorschlag - Pflegegeld für Kinder - finde ich sehr gut.
Die Argumente dafür haben Sie selbst geliefert.
Gibt es dafür auch ein genauer ausgearbeitetes Finanzierungsmodell?

Antwort
Ich habe kein Finanzierungsmodell, bin ja nur ein Privatmann, der voll im Berufsleben steht. Unsere jüngsten Kinder sind erst 2 und 4 Jahre alt.

Aber pauschal kann ich sagen:
Wenn Kinderbetreuungseinrichtungen finanzierbar sind, so ist es das Pflegegeld allemal.
Um die Details müssen sich ohnehin die Experten kümmern.
Entscheidend ist der politische Wille.

Ich kann auch auf die Österreichische Hausfrauenunion verweisen:
Hausfrauenunion Österreich - Familienoffensive; viewtopic.php?t=97;
oder direkt: http://members.surfeu.at/herta.herglotz

Oder in Deutschland hier:
http://www.familie-ist-zukunft.de - Dr. Maria Steuer - ebenfalls sehr empfehlenswert!
http://www.familienpartei.de Gründlich ausgearbeitetes Parteiprogramm! Bitte lesen!
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Von: Frau NR G. Brinek, Gesendet: Dienstag, 7. August 2007 14:52

Vorab herzlichen Dank für Ihre Darstellung - Gertrude Brinek übermittelt in der Anlage ihre Presseinformation zum Thema Kinderbetreuung.

„GROSS UND KLEIN UNTER EINEM DACH“

Qualitätsnormen und Praxisbeispiele in der Kinderbetreuung für Unter- Dreijährige

Im Rahmen einer Pressekonferenz wies die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. z. NR Dr. Gertrude Brinek und ÖAAB-Frauen-Vorsitzende auf die Wichtigkeit der qualitativ hochwertigen Bildung und Betreuung von Unter-Dreijährigen hin. Sie präsentierte mit dem Konzept der „alterserweiterten Gruppen“ auch gleich ein funktionierendes Betreuungsmodell für Kinder von einem Jahr bis sechs Jahren.
###############################################
Meine Antwort darauf:

Sehr geehrte Frau Nationalrat!


Danke für die Presseinformation zum Thema Kinderbetreuung.
Ich finde es gut, daß es in Kinderkrippen und Kindergärten endlich auch altersgemischte Gruppen gibt.
Ich glaube auch durchaus, daß es Kinder gibt, denen es auch mit einem oder zwei Jahren in einer Kinderkrippe besser geht als bei ihren Eltern bzw. ihrer Mutter.

Ich bitte aber zu bedenken:
Es gibt nicht nur Alleinerzieherinnen und es gibt nicht nur Familien, die mit ihren Kindern überfordert sind.
Es gibt auch ganz normale Familien. Und da geht es den Babys und Kleinkindern entschieden besser als in jeder Krabbelstube. Und vor allem in kinderreichen Familien, die wir unbedingt brauchen, wenn wir den Mangel an Kindern ausgleichen wollen, lernen Kinder am natürlichsten und besten soziales Verhalten.

Ich möchte dazu auch auf Studien hinweisen, die unsere Ansichten untermauern:

Verantwortung für die Familie e.V. informiert am 22.04.07 (http://www.familie-ist-zukunft.de)
Kleinkinder, die in einer Kinderkrippe betreut werden, erkranken deutlich häufiger an Atemwegsinfektionen als Kinder, die zuhause in der Familie aufwachsen.
Knapp 140.000 dänische Kinder im Alter von 0 - 5 Jahren wurden hinsichtlich der Häufigkeit ihrer Erkrankungen im Zeitraum von 1989 - 2004 untersucht.

Im ersten Lebensjahr mußten Krippenkinder 69% häufiger wegen akuter Atemwegsinfekte in das Krankenhaus als Kinder, die zuhause betreut wurden.

Im zweiten Lebensjahr erkrankten Krippenkinder um 47% häufiger als Familienkinder und mußten stationär behandelt werden.

Im dritten Lebensjahr waren die Krippenkinder 41% häufiger im Krankenhaus als Kinder, die in der Familie aufwuchsen.

Quelle:
Mads Kamper-Jorgensen et al.:
Population-based study of the impact of childcare attendance on hospitalizations for acute respiratory infections.
PEDIATRICS Vol. 118 No. 4, 2006, 1439-1446

Weiterführende Literatur

Hellbrügge, Th.: Individualität und Kollektivismus
http://www.vfa-ev.de/download/Individua ... vismus.pdf

Säuglingskrippe. Erfahrungen einer jungen Mutter.
http://www.vfa-ev.de/download/Saeuglingskrippe.pdf

Krippenkinder sind aggressiver.
http://www.vfa-ev.de/download/Krippenki ... ssiver.pdf
###############################################

Von der FPÖ Tirol, Gesendet: Mittwoch, 8. August 2007 10:01

... ich bedanke mich recht herzlich für Ihren Vorschlag, der sicherlich
notwendig wäre!
Meine Unterstützung für die Umsetzung, die sicherlich
nicht leicht sein wird, haben Sie!

mfg
FPÖ Tirol
###############################################
Von: ÖAAB Oberösterreich - @ooe-oeaab.at]
Gesendet: Donnerstag, 9. August 2007 14:30


urlaubsbedingt komme ich erst jetzt dazu, auf ihre Anregungen zu antworten.
Sie wissen, dass auch der ÖAAB bestrebt ist, die Familien bestmöglich finanziell zu unterstützen und in den letzten Jahren mit Einführung des Kinderbetreuungsgeldes und Erhöhung der Familienbeihilfe entsprechende Maßnahmen setzte.
Als Ideenanstoß nehme ich ihre Vorschläge daher gerne auf, ohne dabei die Finanzierbarkeit näher zu hinterfragen.
Bei der nächsten Steuerreform soll auch das steuerfreie Existenzminimum verwirklicht werden, das speziell den Alleinverdiener-Familien spürbar entlasten wird.

###############################################
Von: @spoe.at] Im Auftrag von Wurm Gisela
Gesendet: Mittwoch, 8. August 2007 10:40
Betreff: AW: Kinderbetreuung und Pflegegeld - Gleiches Recht für alle!


vorerst herzlichen Dank für Ihr Email und Ihre Vorschläge! Gemäß § 1 Bundespflegegeldge-setz hat das Pflegegeld jedoch den Zweck, in der Form eines Beitrages pflegebedingte Mehr-aufwendungen pauschaliert abzugelten, um pflegebedürftige Personen zu versorgen. Die Intention des Gesetzgebers geht hier also im Vergleich zum Kindergeld dahin, Mehraufwen-dungen zur Versorgung pflegebedürftiger Personen abzugelten. Nach Ihrem Vorschlag müsste das Pflegegeldgesetz komplett geändert und umgedacht werden, um einen Zusammenhang mit dem Kindergeld herstellen zu können. Ich werde in meiner Fraktion selbstverständlich Ihre Vorschläge diskutieren und bearbeiten. Wie Sie jedoch wissen, braucht es für eine Gesetzes-änderung auch den Koalitionspartner ÖVP, der dieses Thema bearbeiten müsste.

###############################################
Von: Siegfried Jost [mailto:Siegfried.Jost@ktn.gv.at]
Gesendet: Mittwoch, 8. August 2007 11:11
Betreff: Antwort auf e-mail


Im Auftrag von Herrn Landeshauptmann Dr. Jörg Haider übermittle ich Ihnen folgende Auskunft auf Ihre e-mail.
Die Begriffe Kinderbetreuung und Pflegegeld haben nach den jetzigen Kriterien nichts miteinander zu tun. Beim Pflegegeld handelt es sich um eine zweckgebundene Leistung zur Abgeltung von Mehraufwendungen für eine behinderungsbedingte Pflege. Und ein solches Pflegegeld gibt es bereits für Kinder; allerdings nur, wenn sie wie die Erwachsenen beeinträchtigt sind.
Ursprünglich war das nichts so: Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr hatten - bei Entstehung der Pflegegeldgesetze in Österreich am 1. Juli 1993 - überhaupt keine Möglichkeit, Pflegegeld zu erhalten. Dies wurde von der VP-BZÖ-Regierung (Minister Haupt) geändert.

Derzeit beziehen rund 10.000 Kinder und Jugendliche Pflegegeld nach den Landes-pflegegeldgesetzen und rund 400 nach dem Bundespflegegeldgesetz.

Die von Ihnen vorgeschlagenen Beträge für die Kinderbetreuung wären sicher wünschenswert, aber es ist fraglich, ob die Gelder dafür vorhanden sind. Denn es handelte sich um eine Vervielfachung der Familienbeihilfen je Kind.

Im Übrigen ist die von Ihnen angedachte Unterstützungspyramide total verkehrt zu der derzeit im Unterhaltsgesetz festgelegten. Bei dieser erhalten Kinder, die studieren, am meisten. Für die meisten Familien entspricht dies auch der Lebensrealität, weil aus-wärts studierende Kinder ein Mehrfaches von dem kosten, was für kleinere Kinder aufzuwenden ist.

Dieser Punkt wäre in Ihrem Konzept zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Siegfried Jost
Bürgerbüro Landeshauptmann Dr. Jörg Haider

###############################################
Von: Cap Josef [mailto:Josef.Cap@spoe.at]
Gesendet: Mittwoch, 8. August 2007 16:27
Betreff: AW: WG: Kinderbetreuung und Pflegegeld - Gleiches Recht für alle!

Besten Dank für Ihr E-Mail vom 3. August. In Ihrem Schreiben fordern Sie „Kinderbetreuung und Pflegegeld – gleiches Recht für alle!“. Erlauben Sie mir dazu einige Bemerkungen:

Wie Sie richtig erläutern, wurde das Pflegegeld in Österreich eingeführt, um einen allfälligen Pflegebedarf abzudecken. Das Pflegegeld dient jedoch nicht ausschließlich SeniorInnen sondern hat vielmehr den Zweck, pflegebedingte Mehraufwendungen pauschaliert abzudecken um pflegebedürftige Personen so weit wie möglich die notwendige Pflege zu sichern. Für diese Menschen soll darüber hinaus die Möglichkeit verbessert werden, ein selbstbestimmtes, ihren Bedürfnissen entsprechendes Leben zu führen. Ein Anspruch besteht dann, wenn aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung oder einer Sinnesbehinderung ein Pflegebedarf im Ausmaß von mehr als 50 Stunden pro Monat besteht. Der voraussichtliche Pflegebedarf muss für einen Mindestzeitraum von 6 Monaten gegeben sein. Das Bundespflegegeld ist also eine Sozialleistung, die nicht unmittelbar mit der Kinderbetreuung in Zusammenhang steht. Keinesfalls ist das Pflegegeld als allgemeine Sozialleistung für Familien gedacht.

Als familienpolitisch engagierter Mensch sind Ihnen die Sozialtransferleistungen für Familien sicher bekannt: Von direkten Geldleistungen, wie der Familienbeihilfe oder dem gerade in Verhandlungen stehenden Kinderbetreuungsgeld neu bis hin zur Versicherungsleistung des Wochengeldes. Auch steuerliche Familienförderungen sowie Infrastruktur und Sachleistungen sind an dieser Stelle zu erwähnen. All diese „Instrumente“ müssen jedoch laufend adaptiert und auf ihre Chancengerechtigkeit hin überprüft werden – auch über Generationen hinweg, wie Sie zu Recht anmerken.

Zu der von Ihnen angeführten Studie betreffend die Kleinkindbetreuung muss ich jedoch klar-stellen: Die Entwicklung von Kindern wird durch eine Frühförderung in Kindergärten und Krippen besonders positiv beeinflusst. Nicht ohne empirische Grundlagen hat sich die EU zum Ziel gesetzt die Betreuungsquote von 33 % bei unter 3 Jährigen bis 2010 zu erreichen. Derzeit rangiert Österreich hier im untersten Drittel. Dazu kommt: Ein besseres Betreuungsangebot ist die Grundlage für die längst überfällige leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle Eltern.

Ein „Pflegegeld für Kinder“ ist aus meiner Sicht kein geeignetes Mittel für eine moderne und zukunftsorientierte Familienpolitik, denn Kinder brauchen weit mehr als Pflege. Wir alle haben die Aufgabe ihnen jene Entwicklungschancen zu eröffnen, die sie zu einem aktiven, sozialen Leben in unserer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts befähigen. Deshalb sollten Familien be-kommen, was sie derzeit am dringendsten brauchen: Ausreichende und hochwertige Betreuungs- und Lernangebote für die Klein(st)en (incl. flexibler Öffnungszeiten) sowie ein reformier-tes Kinderbetreuungsgeld, das den Namen „neu“ auch tatsächlich verdient. Leider müssen auch in diesem wichtigen Bereich zuerst die Versäumnisse der vergangenen sieben Jahre und die größten Schieflagen in der Familienpolitik begradigt werden.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass wir trotz unterschiedlicher Wege ein gemeinsames Ziel im Auge behalten: Unsere Kinder haben ein Recht auf die besten Chancen für eine positive persönliche und soziale Entwicklung. Die Politik hat für entsprechende qualitativ hochwertige Rahmenbedingungen Sorge zu tragen – nicht mehr aber auch nicht weniger.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Josef Cap

Klubobmann der SPÖ
Parlament, 1017 Wien

###############################################
Von: Manninger Ruth [mailto:Ruth.Manninger@parlament.gv.at]
Gesendet: Donnerstag, 16. August 2007 11:00

Vielen Dank für Ihre Email vom 8. August 2007 betreffend Ihres Beitrages zum Kinderbetreuungsgeld. Ich darf Ihnen versichern, dass wir innerhalb der SPÖ einer Änderung betreffend des Kinderbetreuungsgeldes positiv gegenüberstehen.
Als Familiensprecherin der SPÖ ist es mir ein besonderes Anliegen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowohl für die Väter aber natürlich ganz besonders für die Mütter zu ermöglichen. Im Vordergrund steht das Wohl der Kinder und die Fürsorge für unsere Kinder. Gerade der Staat muss hier besondere Verantwortung zeigen und die Chance für die Kinder erkennen.

Daher halte ich es für besonders wichtig, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten auch in Zukunft auszubauen, jedoch sollte nicht nur die Quantität sondern vor allem die Qualität im Vordergrund stehen. Dazu zählt neben praktikablen Öffnungszeiten vor allem eine hervorragende Ausbildung der KindergartenpädagogInnen, kleinere Kindergartengruppen, individuelle Förderung der Kinder und liebevolle Betreuung der Kinder.

Mit freundlichen Grüßen

Abgeordnete zum Nationalrat Maga. Andrea Kuntzl
i.A. Ruth Manninger

###############################################
Schreiben von Landeshauptmann
Dr. Josef Pühringer am 16.8.07



… Aufgrund der gesetzlichen Situation kann Pflegegeld für Kinder nur dann gewährt werden, wenn durch eine Behinderung ein erhöhter Pflegebedarf besteht.

Für eine Veränderung der derzeitigen Situation bedarf es einer Änderung des Bun-despflegegeldgesetzes sowie der Landespflegegeldgesetze. Ich werde aber Ihre Ausführungen in den zuständigen Gremien zur Sprache bringen.

….

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer

###############################################
20.8.07 – BMF, Bundesministerium für Finanzen
Mag. Johannes Pasquali
BMF Kommunikation
Hintere Zollamtsstr. 2b
1030 Wien
DVR: 0000078

Vielen Dank für Ihre Anregungen und offenen Worte in Ihrem Schreiben vom 3. Au-gust 2007 an Herrn Vizekanzler und Bundesminister für Finanzen Mag. Wilhelm Molterer. Wir nehmen Ihre Überlegungen sehr ernst und uns ist der einzigartige Stellenwert der Kinder als höchstes Gut unserer Gesellschaft bewusst. Der tagtägliche und stets aufopfernde Einsatz der Eltern für die Kinder hat einen unschätzbaren Wert.

Aus diesem Grund ist die weitere Entlastung und Förderung von Familien eines der großen Ziele von Vizekanzler Molterer. Das jüngste Vorhaben der Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes unterstreicht den hohen Stellenwert von Familien für diese Bundesregierung, da die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherlich eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft darstellt.

In Hinkunft stehen … zwei Varianten zur Verfügung…..

Das Kinderbetreuungsgeld ist jedoch nur eine wichtige Maßnahme. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Leistungen, die Familien in finanzieller Hinsicht unterstützen, wie z.B. die Familienbeihilfe und den Kinderabsetzbetrag.

Allerdings, wie auch Sie schreiben, kann nicht genug für die Förderung von Familien unternommen werden. Wir haben uns daher erlaubt, Ihre Überlegungen an die zuständigen Experten unseres Hauses weiterzuleiten, damit sie in den Diskussionspro-zess für die nächste Steuerreform 2010 einfließen können.
In diesem Zusammenhang hat Mag. Molterer bereits mehrfach betont, dass gerade Mehrkindfamilien bei der Steuerreform 2010 entlastet werden sollen.

Ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie sich genommen haben, uns zu schreiben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Pasquali

###############################################
Von: Eva Glawischnig-Piesczek
[mailto:eva.glawischnig-piesczek@gruene.at]
Gesendet: Montag, 20. August 2007 11:21
Betreff: Re: Kinderbetreuung und Pflegegeld - Gleiches Recht für alle!

In dieser Frage haben die Grünen und natürlich auch ich persönlich eine andere Sichtweise. Für uns ist es nicht das Hauptziel, dass Kinder möglichst lange zuhause betreut und erzogen werden, genausowenig wollen wir aber, dass Kinder schon mit wenigen Monaten in außerhäuslicher Ganztagsbetreuung sind.Daher setzen wir uns - beispielsweise mit dem Grünen Karenzmodell - dafür ein, dass Kinder von Anfang an eine gleich enge Beziehung zu beiden Eltern aufbauen können und die Eltern die erste Zeit mit Kind finanziell abgesichert zuhause bleiben können. Es ist unumstritten, dass es für Kinder förderlich ist, wenn sie von Anfang an zu zwei Menschen - und nicht ausschließlich zu einer Person - sehr intensive, stabile Beziehungen haben. Zusätzlich hätte eine verstärkte Inanspruchnahme von Väterkarenz den Effekt, dass auch Väter befristet aus dem Beruf aussteigen oder ihre Arbeitszeit reduzieren und daher Elternschaft auf dem Arbeits-markt und -platz nicht ausschließlich als "Problem" von Frauen wahrgenommen wird.
Eine sanfte Eingewöhnung von Kindern in außerhäusliche Betreuung im zweiten Lebensjahr sehen wir allerdings ebenfalls als förderlich für Kinder an. Alle uns bekannten psychologischen Studien zur außerhäuslichen Betreuung von Kindern kommen zu dem Ergebnis, dass eine alters-adäquate Gruppenbetreuung den kognitiven und sozialen Fähigkeiten von Kindern förderlich ist. Aus eigener Erfahrung wissen wir beispielsweise, dass Kindern zwischen 1 und 2 zuhause manchmal richtig fad ist und sie den Austausch mit und die Anregungen durch andere Kinder genießen.
Hinzu kommt, dass Frauen, die sehr lange zu Hause bleiben, oft ihr Leben lang finanzielle Nachteile haben und in Abhängigkeiten geraten. Der berufliche Wiedereinstieg wird immer schwieriger, überhaupt auf dem gleichen Qualifikationsniveau wie vorher, das Einkommen ist niedriger, dadurch auch die Pension, etc. etc. Auch daher, vor allem aber aus den oben genannten Gründen, stehen wir für das Modell "Anfangs gut abgesichert zuhause, dann nach dem Wunsch der Eltern eine Kombination aus Teilkarenzen, sanfter Eingewöhnung in außerhäusliche Betreu-ung und Wiedereinstiegsmöglichkeit für die Eltern".
Wir hoffen, Sie können unsere Argumente nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Eva Glawischnig

###############################################
Von: Ridi Steibl [mailto:ridi.steibl@stvp.at]
Gesendet: Dienstag, 21. August 2007 15:08
Betreff: AW: Kinderbetreuung und Pflegegeld - Gleiches Recht für alle!

Ich habe Ihr Email vom 3. August erhalten - danke für Ihre detaillierten Vorschläge. Ich möchte diesbezüglich aber auch zu bedenken geben, was es an Familienförderung und - unterstützung in Österreich bereits alles gibt. Angefangen beim Kinderbetreuungsgeld, das im Herbst flexibilisiert wird und somit den Eltern eine weitere Wahlmöglichkeit bietet (neben einem Bezug von 30 (36) Monaten zu € 436 ist dann auch ein Bezug für 15 (18) Monate iHv € 800 möglich) bis hin zu Einrichtungen wie etwa der Schülerfreifahrt. Auch die letztgenannten Maßnahmen unterstützen unsere Familien, werden aber oft "übersehen", obwohl sie, wenn man etwa die Anzahl der Schüler bedenkt, denen dies zukommt, enorme Kosten für den Staat bedeuten.
Österreich nimmt, was die Familienförderung betrifft, bereits einen Spitzenplatz im europäischen Vergleich ein. Doch dieser Spitzenplatz verlangt natürlich auch einiges an Budget um weiterhin möglich zu bleiben. Bei Umsetzung Ihres Systems müssten alle anderen Elemente unserer wirklich ausgezeichnet funktionierenden Familienförderung - wie etwa die genannte Schülerfreifahrt, aber auch anderes - aufgelöst werden! Ich denke nicht, dass dies im Sinne unserer österreichischen Familien wäre, werde aber natürlich trotzdem Ihre Anregungen in meine parlamentarische Arbeit mitnehmen!

Mit freundlichen Grüßen

NRAbg. Ridi M. Steibl

###############################################
Von Bundesministerium Gesundheit, Frauen, Jugend - lisa.lercher@bmgfj.gv.at [mailto:lisa.lercher@bmgfj.gv.at]
Gesendet: Mittwoch, 22. August 2007 09:00
Betreff: Pflegegeld für Kinder

<<Erledigung BMGFJ-524000_0002-II_3_2007_22_08_2007

In der Anlage übermitteln wir die Stellungnahme zu Ihrem an Frau Bundesministerin Dr. Kdolsky gerichteten Vorschlag.

... - ist nicht mit unserem Koalitionspartner vereinbart - ....


Mit freundlichen Grüßen
Lisa Lercher
###############################################
###############################################
Meine Antworten

Uns geht es in erster Linie nicht um die Abgeltung von Mehraufwendungen bei der Kinderbetreuung, sondern um die Anerkennung der Leistung der Eltern, insbesondere von Frauen, da sie ja die meiste Arbeit machen.

In zweiter Linie geht es um die Aufrechterhaltung des Generationenvertrags und um die Erhaltung einer solidarischen Gesellschaft. Beides ist aufgrund des Kindermangels massiv gefährdet.

Zum dritten wollen wir aufzeigen, daß der Weg der Verstaatlichung der Kinderbetreuung, der von manchen politischen Kräften vorgeschlagen wird,
c) wesentlich teurer ist als das vorgeschlagene Elterngehalt
d) für die Kinder deutlich schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten bedeutet. Ich verweise dazu auch auf diese Beiträge in unserem Forum:

Ganztägige Fremdbetreuung von Babys = seelischer Schaden; viewtopic.php?t=79;
Verstaatlichung der Kinder; viewtopic.php?t=13;

e) Unsere Vorschläge entsprechen auch dem Willen der Eltern, die Kinder betreuen. Siehe auch hier:
Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern; viewtopic.php?t=156;

Ich bitte um wohlwollendes Mitdenken unserer Überlegungen, die einzig das Wohl unserer Kinder und eine gute Zukunft Österreichs zum Ziel haben.
###############################################
An die Grünen, Frau Glawischnig:

Sehr geehrte Frau Nationalrat Glawischnig!


Danke für die ausführliche Antwort, die mir als „Urgrünem“ schon besser gefällt als jene ziemlich böse aus dem Dialogbüro der Grünen.

Ihre Argumente können wir schon verstehen, meinen aber:

Väterkarenz:
Finden wir gut, wenn freiwillig, wie wir überhaupt nichts von staatlicher Bevormundung in dieser Frage halten. Ich weiß als Vater von acht Kindern, wie wertvoll die Zeit ist, die ich mit den Kindern verbringen kann. Aber staatlichen Zwang bzw. Nötigung lehnen wir ab.

Studien
„Alle uns bekannten psychologischen Studien zur außerhäuslichen Betreuung von Kindern“
Dann sollten Sie auch andere Studien lesen. In unserem Forum können Sie z.B. über das angeblich so gute schwedische Modell ganz andere Dinge erfahren.

Kinder sind sehr verschieden in der Entwicklung – Eltern sollten entscheiden – kein staatlicher Zwang, keine finanzielle Nötigung!

Warum werden Tagesmütter so schlecht gefördert?
Wenn schon sehr frühe Fremdbetreuung nötig ist (z.B. bei Einzelkindern und Alleinerziehe-rinnen) – warum werden Tagesmütter nicht besser gefördert (derzeit wesentlich schlechter als Krabbelstuben!)?
################################################

An Frau Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Kdolsky!
Sehr geehrte Frau Dr. Lercher!


Danke für die – leider sehr allgemein gehaltene – Antwort aus dem Büro Dr. Kdolsky.
Josef Cap und Eva Glawischnig haben wesentlich ausführlicher und auf unsere Aussendung auch konkret eingehend geantwortet, wenn auch in der Sache Distanz wahrend – no na!

Was den Hinweis auf die Koalitionsvereinbarung anlangt:
Verstehen wir nur z.T.
Immerhin steht auch die Gesamtschule nicht im Koalitionsabkommen, und dennoch wird die SPÖ nicht müde, sie zu fordern.

Uns geht es in erster Linie um unsere Kinder
Und in zweiter Linie um die Mütter, deren Leistungen nicht ausreichend anerkannt werden.

Das wollen wir erreichen:

An erster Stelle steht das Kind; viewtopic.php?t=159;

Mütter leisten Großartiges - sollte besser anerkannt werden; viewtopic.php?t=160;

Kinder sind vor allem für Väter eine Bereicherung; viewtopic.php?t=161


In Deutschland hat sich gerade U. v.d. Leyen mit ihren Plänen der Verstaatlichung der frühen Kindheit - a la DDR – durchgesetzt.
Leider – zum Schaden der deutschen Kinder.

Ich hoffe sehr, daß wir in Österreich diese Dummheit der Deutschen nicht nachmachen, wenn uns auch Ihre Antwort nicht gerade zu dieser Hoffnung ermutigt.

Ich darf dazu besonders auf unseren Beitrag hinweisen, der allgemein große Beachtung gefunden hat:
Verstaatlichung der Kinder; viewtopic.php?t=13


Last edited by Gast on 30.08.2007, 22:57, edited 1 time in total.

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PostPosted: 18.08.2007, 08:03 
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Ich will einmal versuchen, die verschiedenen Antworten auf meine Aussendung mit allen Anregungen und Fragen zusammenzufassen:

:?: Einzelkinder:
Bei Einzelkindern gibt es hier in der Entwicklung der Sozialkompetenz oft Defizite, vor allem wenn diese von Ihren Eltern dominiert werden. Ich glaube da ist die möglichst frühe Einbindung in „Hortstrukturen“ der bessere - oder anders gesagt der weniger schlechte - Weg.

:!: Stimmt - für Einzelkindern fehlen die Geschwister.

siehe dazu auch:
Persönliche Zeugnisse kinderreicher Eltern; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=56
_________________________________________________________________
:?: Fragen zur Finanzierung - was würde das kosten?
Was würde das Pflegegeld dem Steuerzahler kosten?
Und nicht schlecht wäre zu untersuchen, was würde es uns allen bringen?

:!: Pauschal kann man wohl sagen:
Wenn Kinderbetreuungseinrichtungen finanzierbar sind, so ist es das Pflegegeld allemal.

Um die Details müssen sich die Experten kümmern, die das durchrechnen.
Entscheidend ist der politische Wille. Gefragt sind mutige Politiker, die aus gründlichen Überlegungen die richtigen Schlüsse ziehen und die nötigen Schritte setzen - ohne sich von kleinlichen Einwänden beirren zu lassen.

Siehe auch:
Österreichische Hausfrauenunion, sie hat sich über die Finanzierung einige Gedanken gemacht:
Hausfrauenunion Österreich - Familienoffensive; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=97;
oder direkt: http://members.surfeu.at/herta.herglotz
_________________________________________________________________
:?: Bedeutung und den Wert von Beziehungs-, Betreuungs- und Pflegearbeit für die Gesellschaft deutlich machen!

:!: Hier ist Überzeugungsarbeit gefragt. Die Regierung kann da schon etwas machen. Vor allem aber wären die Medien gefragt - sie haben großen Einfluß. Insbesondere das Fernsehen könnte viel Gutes bewirken. Und schließlich ist das auch eine Aufgabe der Kirchen. Wenn man bedenkt, wie wichtig gute, treue Eltern für Kinder sind....

Siehe auch:
Sozialpädagogik durch kinderreiche Familien; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=55
Stressresistenz und Entmutterung; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=80
_________________________________________________________________
:?: Das Lernen von sozialer und emotionaler Kompetenz kann nicht ohne weiteres auf Institutionen abgeschoben werden.

:!: Aus einem Leserbrief zitiert: "Ein Kind unter drei Jahren braucht nun mal ein warmes, fürsorgliches Nest, um sich emotional optimal entwickeln zu können."
Siehe auch:
Ganztägige Fremdbetreuung von Babys = seelischer Schaden; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtop ... her+figure
Dazu ein Hinweis auf eine britische Seite - Mother figure is vital for a child
Ohne Bindung an die Mutter geht es nicht; mother figure is vital for a child
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jh ... w_21102006
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jh ... ery121.xml
_________________________________________________________________
:?: Familienphase sollte als Karrierefaktor statt als Karrierevernichter gesehen werden

:!: Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen: Wiedereinsteigerinnen bewähren sich bestens; Wiedereinstieg ist oft leichter als der Ersteinstieg in das Berufsleben (außer Haus).

Siehe dazu auch hier:
Beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen im Beruf; http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=172
_________________________________________________________________
:?: Kinder sind ein Wirtschaftsfaktor und der Garant, dass der wirtschaftliche Fortschritt vorangeht. Aber Jugendliche, die nicht psychisch stabil sind, sind auch nicht belastbar und leistungsfähig und ohne stabiles emotionales Umfeld mit Vertrauen gebenden Bezugspersonen wird es auch kaum psychisch stabile Jugendliche geben.

:!: Familie ist eben nicht ersetzbar!
_________________________________________________________________
:?: Pflegegeld ohne Höchstzuverdienstgrenze sinnvoll?
Es könnten Eltern beides machen und dabei das Kind vernachlässigen.


:!: Das halte ich auch für eine Gefahr. Für schlimme Fälle ist das Jugendamt zuständig, aber es sollte schon vorher dafür gesorgt werden, daß das Pflegegeld auch wirklich gute Betreuung der Kinder bewirkt.
_________________________________________________________________
:?: Manche Eltern sind nicht fähig, ihre Kinder gut zu erziehen - sie haben keine Ausbildung dazu.

:!: Es kann ja bei manchen Eltern zutreffen, aber im Normalfall machen die Eltern aus natürlichem Antrieb das Richtige für ihr Kind.
Eine Elternschulung würde aber von vielen Eltern gut angenommen, weil sie die Erziehung ihrer Kinder nicht nur gut, sondern bestmöglich machen wollen.

Siehe dazu hier:
www.eccm.de - Kinder vorbereiten auf das Leben, Elternschulung - das Elternkolleg von Christa Meves
_____________________________________________________________
:?: Soll der finanzielle Anspruch tatsächlich so hoch angesetzt werden - oder doch realistischer?

:!: Über die Höhe ist zu verhandeln - natürlich. Die Pflegegeldstufen für alte Menschen sind aber ein brauchbarer Ausgangspunkt.
Ich glaube allerdings auch, daß mit weniger Geld das Auslangen gefunden werden kann, weil Eltern ihre Kinder jedenfalls mit weniger Geld betreuen als es der Staat tun kann.

Aber zwischen aktuell 436,-- Euro zweieinhalb Jahre lang und von 1.562,-- Euro abwärts ist ein großer Unterschied.

Schließlich - demnächst soll die Sozialhilfe auf 726,-- Euro angehoben werden. Erhält jeder ohne Leistung, nur weil er nichts mehr hat.
Warum will der Staat einer Mutter nicht einmal diesen Betrag gönnen?


_________________
Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.


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PostPosted: 27.05.2008, 22:38 
Der Neue Wissenschaftliche Verlag und das
Institut für Ehe und Familie (IEF) laden ein zum

Vortrag
(mit anschließender Diskussion)

Betreuungsgeld als Leistungsausgleich für Familien

Ein familienpolitisches Konzept zur Abgeltung der Betreuungsleistung von Eltern gegenüber ihren Kindern


mit Dr. Andreas KRESBACH

am Montag, dem 9. Juni 2008, um 18.00 Uhr,
im Club Stephansplatz 4, 1010 Wien, Stephansplatz 4


Im Anschluß an den Vortrag und an die Diskussion lädt der Verlag zu einer kleinen Erfrischung ein.



Dr. Andreas Kresbach ist Jurist und Autor des gleichnamigen Buches.

Eltern erbringen mit der Betreuung und dem Aufziehen ihrer Kinder eine Leistung, von der die ganze Gesellschaft in vielfältiger Weise profitiert.
Nach bzw. neben der Zeit der gewünschten Eigenbetreuung der Kinder wollen die meisten Eltern aber auch wieder ihre Berufstätigkeit fortsetzen.



Zur Unterstützung in der Bewältigung dieser Aufgaben in der Kleinkindphase sieht das Konzept Betreuungsgeld als Familienleistungsausgleich eine teilweise finanzielle Abgeltung der Betreuungsleistung von Eltern vor, die mit Anreizen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der partnerschaftlichen Aufteilung der Elternkarenzzeit kombiniert ist.

Dieses neue familienpolitische Konzept bietet mit 12 Modellen zur Gestaltung der Elternkarenz gleichermaßen Optionen für familienorientierte wie berufsorientierte Eltern und kommt damit den differenzierten Lebensentwürfen von Eltern heute entgegen. Zusammen mit anderen familienpolitischen Leistungen bildet das Betreuungsgeld eine wirtschaftliche Grundsicherung für die Phase der Familiengründung, wenn es junge Eltern am notwendigsten brauchen.

„Betreuungsgeld als Leistungsausgleich für Familien: Ein familienpolitisches Konzept zur Abgeltung der Betreuungsleistung von Eltern gegenüber ihren Kindern“
von Andreas KRESBACH
Neue Juristische Monografien, Band 43, 198 Seiten, € 34,80, ISBN 978-3-7083-0423-6


Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis spätestens 6. Juni 2008 gebeten:

IEF, Telefon 01-515 52/3651 (Anrufbeantworter), Fax 01-513 89 58, E-Mail: guenter.danhel@ief.at



Medieninhaber und Herausgeber:
Institut für Ehe und Familie (IEF)
Spiegelgasse 3/8
A – 1010 Wien
Österreich

www.ief.at

Tel.: +431 515 52 / 3658 (Sekretariat)
Fax: +431 513 89 58

Versand:
Christa Käsmayer
p. A. Institut für Ehe und Familie
Tel. +431 515 52 / 3658


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PostPosted: 21.10.2008, 22:25 
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Warum wird die Wahlfreiheit der Eltern bei der Kinderbetreuung durch völlig einseitige Mittelzuteilung zugunsten der Fremdbetreuung unserer Kinder so massiv eingeschränkt?
Warum werden wir Eltern z.T. geradezu entmündigt?


Der Druck in Richtung Fremdbetreuung unserer Kleinkinder nimmt zu.
Fremdbetreuung wird von der öffentlichen Hand deutlich besser gefördert (bis zu fünfmal so hoch) als Eigenbetreuung.
Nicht nur die politische Linke, sondern auch Wirtschaftsvertreter treten immer aggressiver für die Fremdbetreuung auch von Babys und Kleinkindern (unter Dreijährige) auf.

So zahlt die öffentliche Hand z.B. für private Betreuung mit Kinderbetreuungsgeld bis 30 Monate innerhalb der ersten fünf Lebensjahre des Kindes derzeit (2008) 17.152 Euro.

Dagegen würde sie für (ÖVP-Wahlkampfvorschlag) einkommensabhängiges Karenzgeld im 1. Lebensjahr und anschließende öffentliche Kinderbetreuung satte 83.232 Euro aufwenden!

Wer neugierig ist, kann die Details :arrow: hier nachlesen.
_______________________________________________________________________________

:?: Was ist der Grund für diese völlig einseitige Förderungspolitik der öffentlichen Hand?

:?: Können fremde Leute Kleinkinder besser betreuen als Mutter und Vater?

:?: Wollen Kleinkinder lieber bei fremden Leuten sein?
Wir glauben nicht. Wenn sie schon reden könnten, würden sie wohl sagen:
„Ich möchte bei Mama und Papa sein!

:?: Ist es für Babys und Kleinkinder besser und muß man sie vielleicht gegen ihren Willen zwingen,
möglichst früh von Mama und Papa Abstand zu gewinnen?

:?: Ist es für die Wirtschaft notwendig, daß Mütter von Einjährigen ihr Baby ganztags weggeben?

:?: Wenn es für die Wirtschaft gut ist, daß auch Mütter möglichst ununterbrochen im Erwerbsleben stehen, für die Babys und Kleinkinder aber schlecht – dürfen wir diese Minderung an seelischer Gesundheit unserer Kinder zugunsten der Wirtschaft in Kauf nehmen?

:?: Ist es einer freien Gesellschaftsordnung angemessen, daß der Staat derart massiv in die Entscheidungen der Eltern eingreift und mittels einseitiger Mittelzuteilung zugunsten der Fremdbetreuung die Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung einschränkt?
Echte Wahlfreiheit gibt es nur bei Kostenwahrheit!
Dazu gibt es übrigens eine Studie des Otto-Wolff-Instituts.
_______________________________________________________________________________

Warum also nicht einfach Pflegegeld für Kinder - und damit gleiches Recht für alle?

Die Höhe des Pflegegeldes bewegt sich derzeit zwischen 1.562 Euro für die höchste Stufe 7 (für ein Baby sicher angemessen) bis zur Stufe 1 mit 148 Euro.

Private Kinderbetreuung im gemäßigten Pflegegeldmodell würde z.B. bei 4 Kindern für die öffentliche Hand Kosten von
40.500 Euro/je Kind (in den ersten fünf Lebensjahren) bedeuten.

_______________________________________________________________________________

Weitere Überlegungen und Denkanregungen:

:!: Einzahlungen von arbeitenden Eltern in das Sozialversicherungs- und Steuersystem (würde für Fremdbetreuung sprechen, anderseits sind die Kosten dafür deutlich höher als für Eigenbetreuung).
Natürlich könnte man auch für die Betreuung von Babys den vollen Pflegegeldsatz zahlen, das wären derzeit ca. 1.600 Euro, und damit Kostengleichheit mit Fremdbetreuung schaffen.
Dann gingen sich Einzahlungen in die Sozialversicherung und das Lohnsteuersystem locker aus.
.
:!: Erhöhte Verkehrsbelastung und erhöhte CO2-Belastung durch Eltern, die einerseits ihre Kinder in die Kinderbetreuungseinrichtungen bringen (oder Kindergartenbusse etc.), anderseits selber zum Arbeitsplatz fahren müssen.
:!: In der Auseinandersetzung kommt kaum vor, wie es den Kindern dabei geht.
Die 1. WORLD VISION Kinderstudie hat herausgefunden, daß
35% der Kinder unzufrieden sind mit dem Lieblingsmodell der Linken (Alleinerzieherin mit einem Kind vollzeit berufstätig),
dagegen nur 6% der Kinder unzufrieden, wenn sie in der traditionellen Familie aufwachsen (ein Elternteil in Vollzeit erwerbstätig, der andere Elternteil in Vollzeit zuhause).
:!: Erhöhte Kosten für schulpsychologische Beratung, weil Kinder, die bereits im Kleinkindalter fremdbetreut wurden, seelisch weniger stabil und weniger streßresistent sind!
:!: Zdeněk Matějček, ein tschechischer Kinderpsychologe und Forscher, hat in wichtigen Langzeitstudien die Entwicklungsbedingungen von Kindern untersucht. Daraus kam die Erkenntnis:
"Aus Kindern ohne Liebe werden Erwachsene voller Hass!"
:!: Geringere Chancen für fremdbetreute Kinder in Schule und Beruf.
Es gibt dazu Untersuchungen der Universität Essex, wonach die Chancen pro Jahr Berufstätigkeit der Mutter um 9% sinken.
:!: Zu frühe Fremdbetreuung schadet der Gehirnentwicklung, wie die Hirnforschung in den USA nachweisen konnte. Bill Clinton hat darauf reagiert, während in Europa davon kaum etwas bekannt (gemacht) wurde!
:?: Haben unsere Entscheidungsträger von diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen tatsächlich noch nichts erfahren?
Kleinkinder entwickeln ihr Gehirn nur dann optimal, wenn sie mit viel Zuwendung und Liebe aufgezogen werden. Das braucht Zeit und vor allem Mama und Papa.
:!: Die gute alte Familie mit liebevollen Eltern, verläßlichen Eheleuten und Treue in der Ehe ist eben nicht zu ersetzen.
Schade ist, daß man gute Moral nicht in Geld ausdrücken kann, aber sie ist wirklich Goldes wert!

______________________________________________________________________________

Schlußfolgerung - Aufruf

Wir sollten uns zuallererst fragen:
Was brauchen die Kinder - was tut ihnen gut?

An erster Stelle sollte immer das Kind stehen!

Mütter und Väter,wehrt euch um eure Kinder!
Wehrt euch vor allem gegen die Verstaatlichung eurer Kinder!

Wir brauchen starke Mütter, starke Familien und so bekommen wir starke Kinder, die den Belastungen des Lebens gewachsen sind.

Für sehr wichtig halten wir ein stärkeres, ein neues Selbstbewußtsein der Mütter.

Berufstätige Mütter sind ein politischer Fehler!

Vor allem den Müttern sei gesagt:
Sie gewinnen durch Kinder und lernen in der Zeit der Kinderbetreuung viel dazu.
Darum machen Unternehmen - auch nach 10 und mehr Jahren Kinderpause -
beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen im Beruf!

Schließlich sind Kinder ein Gewinn anderer Art, nämlich in der Persönlichkeitsentwicklung von Müttern und Vätern (!) und für die ganze Gesellschaft.
Wir arm wäre eine Gesellschaft ohne Kinder!

Europa braucht wieder Mut zu Kindern!

Wir sollten auch bedenken:
Zwei Kinder sind nicht genug, wenn wir den Generationenvertrag aus eigener Kraft aufrechterhalten wollen! Nein - es sollten durchschnittlich 3 - 4 sein!

Wir sollten und müssen mehr auf die Förderung der kinderreichen Familien setzen.
Denn ca. 25% bekommen keine Kinder und die meisten wollen höchstens zwei Kinder haben.
Den Mangel der Kinderlosen können nur sehr kinderreiche Familien ausgleichen.
Für diese kinderreichen Familien (und die gibt es nicht nur bei Türken) wird Familie zum Beruf! Derzeit noch weitestgehend unbezahlt, das muß sich aber ändern!

In diesem Zusammenhang muß auch mit dem Märchen vom vom Geburtenzuwachs durch Kollektivbetreuung aufgeräumt werden.

Und die Politik kann etwas für mehr Kinder tun, wenn auch das meiste eine Sache der Einstellung ist.
Und das müssen wir den Politkern auch immer wieder sagen und schreiben!
So wie es z.B. Frau Dr. Herta Herglotz mit ihrer Familienoffensive seit Jahren macht.


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PostPosted: 15.05.2009, 13:56 
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Aktuell – Dr. Christine Haiden, OÖN, Oberösterreichische Nachrichten 14.5.09
Dr. Christine Haiden ist Chefredakteurin der Zeitschrift Welt der Frau
christine.haiden@welt-der-frau.at

Die absetzbare Omama – zur Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten


….. Unsere Regierung hat beschlossen, daß die Betreuungskosten für den nachwuchs bis zu dessen 10. Lebensjahr steuerlich absetzbar sein sollen (max. 2.300,-- Euro pro Jahr u. Kind).
…. Stellt sich doch die Frage, ob Erziehung in der Familie nicht ebenso pädagogisch ist?......

Viele Eltern überlassen ihr Kind lieber den Großeltern als einer öffentlichen Institution, weil sie so auch die Bindung der Generationen fördern.
…. Und wäre es nicht klug, den Eltern einfach ein Finanzkontingent für die Betreuung ihrer Kinder zuzuweisen, das sie nach eigenem Gutdünken und nach eigenen Bedürfnissen ausgeben können?

Denn in Wirklichkeit sind Omamas nicht absetzbar, sondern unverzichtbar!


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 Post subject: kurz und bündig
PostPosted: 03.07.2009, 14:14 
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Für unsere Senioren wurde in Österreich das Pflegegeld eingeführt.
Nach Pflegebedarf gibt es von 1 – 7 ansteigend monatlich Pflegegeld, das der zu Pflegende erhält, damit er sich die nötige Betreuung zuhause leisten kann.

Das ist eine durchaus sinnvolle Maßnahme, denn
* fast alle Menschen fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten.
+ Betreuung in einem Heim ist bei geringerem Pflegebedarf nicht nötig und ca. doppelt so teuer als zuhause mit Pflegegeld der höchsten Pflegestufe.
* Die öffentliche Hand spart also Geld, wenn unsere Senioren zuhause gepflegt werden.
* Und obendrein geht es den alten und pflegebedürftigen Menschen dabei besser.

Warum nicht das Pflegegeld auch für Kinder einführen,
und die Eltern entscheiden lassen,
wie sie ihr Kind betreuen wollen - ohne finanzielle Bevorzugung einer Wahl gegen eine andere?

Derzeit wird ja staatliche Betreuung bis zu viermal besser gefördert als Betreuung durch "MAMA UND PAPA"!


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PostPosted: 03.07.2009, 21:28 
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Location: Österreich/Austria
Für unsere Senioren wurde in Österreich das Pflegegeld eingeführt.
Nach Pflegebedarf gibt es von 1 – 7 ansteigend monatlich Pflegegeld, das der zu Pflegende erhält, damit er sich die nötige Betreuung zuhause leisten kann.

Das ist eine durchaus sinnvolle Maßnahme, denn
fast alle Menschen fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten.
Die öffentliche Hand spart außerdem Geld, wenn unsere Senioren zuhause gepflegt werden.

Und nun zu den Kindern:
Sie wurden bei der Einführung des Pflegegeldes vom Bezug ausgeschlossen.
Warum?

+ auch Kinder haben einen Pflegebedarf – von der höchsten Pflegestufe als Neugeborenes absteigend nach Alter bis zur niedrigsten Pflegestufe.
+ auch Kinder fühlen sich zuhause am wohlsten – bei Mama und Papa!
+ auch bei Kindern ist die Pflege in einem Heim wesentlich teurer.
+ Die öffentliche Hand könnte also viel Geld sparen, wenn wir unsere Kinder möglichst lange zuhause mit Hilfe von Pflegegeld betreuen.
+ auch Kinder fühlen sich zuhause am wohlsten – bei Mama und Papa!
+ auch bei Kindern ist die Pflege in einem Heim wesentlich teurer. Bei ihnen macht das sogar ein Vielfaches der höchsten Pflegestufe aus.
+ Die öffentliche Hand könnte also viel Geld sparen, wenn wir unsere Kinder möglichst lange zuhause mit Hilfe von Pflegegeld betreuen.
+ Wie eine Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern unter Familien ergeben hat, sind 100% dafür, daß Kinder in den ersten beiden Lebensjahren von Mama und/oder Papa betreut werden.

Weitere Vorteile:

+ Kinder entwickeln sich in den ersten Lebensjahren nachweislich am besten, wenn sie zuhause von Mama und Papa betreut werden.
+ Die Eltern können es sich leisten, daß entweder die Mutter oder der Vater oder auch beide in Teilzeit ihre Kinder zuhause betreuen oder auch - je nach Bedarf – Fremdbetreuung zukaufen.
+ Es entstehen viele Arbeitsplätze zuhause. Vollzeitarbeitsplätze für Kleinkinder und Teilzeitarbeitsplätze für heranwachsende Kinder.
+ Viele Fahrten mit dem Auto können entfallen. Das tut unserer Umwelt gut: weniger Feinstaub, weniger CO2, weniger Energieverschwendung.
+ Die Kinder können ruhiger aufwachsen, sie müssen nicht mit zwei Jahren schon in aller Morgenfrühe aus dem Bett gerissen werden, weil sie in die Krabbelstube gehen müssen.

Oder gleich Elterngeld, wie Die Christenpartei fordert!


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DiePresse.com, 23. 4. 2013

Salzburger und oberösterreichische Gemeinden zahlen Müttern Geld, damit sie zu Hause bleiben. Minister Hundstorfer und Gewerkschafterinnen warnen davor......

Das sogenannte Berndorfer Modell wird in diesem Artikel allerdings negativ bewertet.

Es ist so schwer, der Arbeit der Mütter die gebührende Wertschätzung zu schenken.


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Datum: 2016-02-08 23:54
Von: Rolf-Alexander Thieke
An:familiennetzwerk@googlegroups.com

Wertschätzung Familienarbeit

Dem engagierten Dank von Frau Elke Nachtmann schließe auch ich mich mit Freude an!
Ich wollte mich für Ihre dichte, verdienstvolle Zusammenstellung der Sachverhalte ebenfalls bedanken, aber Frau Nachtmann kam mir glücklich zuvor, während ich heute noch etwas ganz anderes auf den Weg bringen wollte, siehe die hiesige Anlage Nr. 1 (statt einer angefragten Rezension habe ich dann d i e s e Art des "Buchhinweises mit Empfehlung" gewählt, um mir Zeit zu sparen). [Diese Anlage ist auch für die Weitergabe an Interessenten gedacht.]

Vielleicht ist es zuerst wichtig, sich anzusehen, warum die Familie an Stellenwert verliert und welche Folgen es hat, wenn die Familie nicht mehr geschätzt wird.
Ich habe den Eindruck, es ist eine Art Kettenreaktion auf verschiedene Gegebenheiten, etwas vereinfacht dargestellt:

Problem: Immer mehr (Haus)frauen lassen sich scheiden, stehen plötzlich ohne Ausbildung und Versorgung da, vor allem im Alter.
Reaktion: Frauen müssen unbedingt arbeiten um unabhängig vom Mann zu sein
Problem: Frauen haben Kinder zu betreuen, können nicht arbeiten gehen
Reaktion: Wir schaffen Kinderbetreuungsplätze, kürzen die Mittel, die es ermöglichen zu Hause zu bleiben, damit die Frauen nicht in die Armutsfalle tappen (selbständig denken können sie ja auch nicht und schon gar nicht entscheiden, ob sie lieber arbeiten oder eine zeitlang "nur" Kinder großziehen)
Problem: Frauen schaffen es nicht, gleichzeitig Vollzeit zu arbeiten und mindestens zwei Kinder zu bekommen. Währenddessen steigen die Preise fürs Wohnen/Leben enorm an, weil sich die Wirtschaft an Doppelverdiener gewöhnt hat, es wird unmöglich, von einem Gehalt zu leben
Reaktion: Die Geburtenrate sinkt
Problem: Das gesamte Pensionssystem droht zu kippen, weil der Nachwuchs fehlt
Reaktion: Wir brauchen Flüchtlinge
Problem: Die Flüchtlinge sind schlecht ausgebildet, werden erst in der zweiten oder dritten Generation zu Nettozahlern werden
Reaktion: Ratlosigkeit ->Verschärfung der Sozialpolitik -> erneut finanzielle Kürzungen bei Familien?
Die Frauen haben verschiedene Gründe, auf Kinder zu verzichten, so einfach ist es nicht, werden Kritiker sagen. Und in Frankreich, da arbeiten sie auch Vollzeit, warum schaffen das die Französinnen?
Meine Freundin ist Gynäkologin, übrigens auch Mutter von vier Kindern. Sie sieht täglich eine große Bandbreite.

Ihre Erkenntnisse:
a) Überforderung und Erschöpfung von Müttern ist der Hauptgrund für die Entscheidung gegen ein weiteres Kind. Vollzeitarbeit und mehrere Kinder sind kaum zu schaffen.
b) Bei freiwillig kinderlosen Frauen steht die Selbstverwirklichung im Vordergrund. Sie müssen sich ja auch keine Gedanken machen, sind im Alter besser abgesichert als Eltern. Wozu sich anstrengen, wenn man anders sogar mehr haben kann, wenn sämtliche Nachteile (mehr Arbeit, mehr Kosten) bei Familien bleiben? c) Unfreiwillig kinderlose Frauen sind meist über 30. Zuerst arbeiten, dann Kinder, diese permanente Warnung der Politik hat sich mittlerweile sehr festgesetzt in den Köpfen der Frauen. Dumm nur, dass die Natur da nicht mitmacht. Das Leid dieser Frauen ist oft sehr groß.
Eine andere Freundin (kinderlos) ist mit einem Franzosen verheiratet. Sie findet, dass in Frankreich die Kinderbetreuung klaglos funktioniert und die Frauen nicht so viel Aufheben darum machen wie die Österreicherinnen. Wehe allerdings, wenn eine Kleinigkeit nicht rund läuft, dann stürzt alles zusammen. Sie hat sich immer gewundert, warum französische Familien beim kleinsten Problem „so panisch reagieren“. Mir ist dagegen klar warum.
Ein Kind lässt sich nicht so einfach in ein Schema pressen, funktioniert nicht reibungslos wie eine Maschine. Klar, wenn man Glück hat, ist das Kind unkompliziert, passt sich leicht an, ist selten krank. Ein anderes dagegen ist schüchtern, braucht Unterstützung, diverse Therapien, ist innerhalb weniger Monate immer wieder krank.
Wussten Sie, dass es normal ist, wenn ein Kind jeden Monat einen Infekt hat, Hauptsache, es ist zwischendurch ein bis zwei Wochen gesund? Wo berücksichtigt die Gesetzgebung die Betreuung für ein solches Kind? Der erlaubte Pflegeurlaub ist da schnell aufgebraucht! Eine Tagesmutter erzählte mir, dass Eltern die Kinder bei ihr als „wieder gesund“ abgeben. Im Laufe weniger Stunden steigt das Fieber, weil die Wirkung des Zäpfchens nachlässt. Der Druck des Arbeitgebers verweist in der Dringlichkeit die Gesundheit des Kindes auf den zweiten Platz.
Die Aussage einer Politikerin in einer Fernsehdiskussion zeigt das Unverständnis der Politik nur zu deutlich: „Ich verstehe nicht, warum immer von Fremdbetreuung geredet wird. Das Kind kennt doch die Tante.“ sagte sie wortwörtlich. Sie beweist damit, dass sie sich in keinster Weise mit der Psychologie von Kindern beschäftigt hat und sich trotzdem anmaßt, genau zu wissen, was alle Kinder brauchen.

Ein Kleinkind, das nach dem zwanzigsten Mal endlich nicht mehr so verzweifelt weint, wenn sich die Mutter verabschiedet, fühlt sich deswegen noch lange nicht wohl. Es hat nur aufgegeben, auf das eigene Gefühl zu hören, welches ihm sagt, dass die Trennung von der Mutter Gefahr bedeutet. Es hat keinen Zeitbegriff, es weiß nicht, dass Mama eh bald wieder kommt, ja, dass Mama überhaupt wiederkommt. Die Mutter muss der Tante glauben, wenn die erzählt, dass sich das Kind schnell beruhigt hat. Jedes Mal wieder muss die Mutter gegen ihren Instinkt handeln, der mindestens so laut schreit, wie ihr Kind.
Ich fordere eine echte Wahlfreiheit, die kein Modell der Kinderbetreuung bevorzugt, sowie eine finanzielle Absicherung für Eltern im Alltag und im Alter. Wie das denn bitte finanziert werden soll? Warum nicht über all jene, die derzeit weniger ins System geben als sie herausnehmen – die Menschen ohne Kinder?

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Katharina Teufel-Lieli
(berufstätige Mutter von sechs Kindern)
P.S.: Die aufmerksamen Leser werden sich nun fragen, wie die Gynäkologin mit den vier Kindern das schafft. Ihr Mann arbeitet Halbzeit von zu Hause aus, betreut überwiegend die Kinder, weil sie das höhere Einkommen beisteuert. Tja.

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Am 08.02.2016 um 14:03 schrieb Elke Nachtmann:
Sehr geehrte Frau Teufel-Lieli!

Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken für diese ausführliche, eindrucksvolle Schilderung und Analyse der heutigen Situation. Ich kann Ihnen nur in allen Punkten recht geben und auch ich nehme einerseits als Eltern- und Familienberaterin, weiters als Kursleiterin der Neufeldinstitutes für Entwicklungspsychologie und Bindungswissenschaften und natürlich auch als Mutter von drei Kindern genau diese Problematiken wahr, wie Sie diese geschildert haben. Auch ich sehe sie als Grundlagen, ja sogar als Ursachen für viele gesellschaftliche Probleme, aber auch Beziehungsprobleme im Privatbereich die wir heute wahrnehmen müssen...die Politik doktert dann immer (teils auch katastrophal falsch) an den Symptomen rum ohne jemals (ob bewusst oder unbewusst) die Ursachen sehen zu können/noch zu wollen. Ich habe in den letzten Jahren begonnen (sicherlich auch aus einem gewissen Frust heraus) mich gar nicht mehr so an unsere politischen Entscheidungsträger zu wenden (diese sind normalerweise so in Ihren Systemen gefesselt, dass sie unbeweglich im Denken geworden sind und natürlich auch psychologisch gesehen hoch gepanzert sind...) sondern direkt an die Menschen in meinem Umfeld und auch dort wo ich Gelegenheit dazu bekomme...aus diesem Grund bin ich gerade in letzter Zeit wieder sehr optimistisch geworden, denn ich nehme bei all diesem Druck der von außen auf die Familien/Basisbindungen ausgeübt wird eine massives Hinwenden zum Andersmachen und bewussten Beschäftigen (dem Bauchgefühl folgend) damit war. Gerade vor 2 Tagen durfte ich einen Bindungvortrag auf einer Tagung halten, an der hauptsächlich junge Menschen (zw.25-30 Jahren und hatte großteils noch keine Kinder) teilnahmen, es war so eindrücklich für mich, wie diese jungen Menschen sich nun diesem Themenbereichen zuwenden, diese buchstäblich aufsaugen und bewusst angehen...eine wunderbare Erfahrung, da sie mir bewusst macht, das noch nicht aller Tage Abend ist! Ich gebe Ihnen vollkommen recht, wir müssen natürlich weiterhin auch unsere politischen Forderungen formulieren und natürlich nicht müde werden diese auch zu artikulieren und sie an die richtigen Adressaten zu streuen...aber hier wächst ganz natürlich von unten herauf eine gesunde Pflanze, die gilt es in ihrem Bewusstseinsprozess zu hegen und pflegen und zu unterstützen...und sollte die Welt um uns in Trümmern stürzen, wird diese Pflanze es sein die dies überlebt und Zukunft bedeutet-die Familie (in welcher Form auch immer)!

Mit herzlichen Grüßen aus dem Pinzgau
Elke Nachtmann


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