Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 10.08.2007, 06:47 
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Ich arbeite in einem Industriebetrieb in Oberösterreich mit mehr als 200 Mitarbeitern.
Wir machen immer wieder beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen,
und zwar auch nach 10 bis 15 Jahren Kinderpause.


Diese Frauen sind sehr motiviert, lernbegierig, belastbar, erfahren im Umgang mit Menschen und sind - kein Wunder nach einigen Jahren Familienmanagement - sehr gut fähig, ihre Arbeit effektiv und erfolgreich zu organisieren.
Wer glaubt, Frauen könnten den Wiedereinstieg nach 5 oder 10 Jahren Kinderpause nicht mehr schaffen, unterschätzt ihre Fähigkeiten ganz gewaltig.
Sie verlieren den Anschluß zwar, finden ihn aber sofort wieder mit einem geeigneten Wiedereinstiegskurs.
Und dann müssen wir uns Männer ganz schön in acht nehmen, daß sie uns nicht überholen.

Und hier einige Beispiele:
Frau H.B., Controlling und Chefsekretärin nach 10 Jahren Kinderpause.
Frau H.R., Kundenbetreuerin nach 15 Jahren Kinderpause
Frau S.T., Leiterin der Verkaufsabteilung nach 4 Jahren Kinderpause.
Frau C.F., Mitarbeiterin in der Logistikabteilung nach 9 Jahren Kinderpause.
Frau D.K., Mitarbeiterin in der Logistikabteilung nach 10 Jahren Kinderpause.
Frau K.A., Kundenbetreuerin nach 10 Jahren Kinderpause.
Frau P.R., Vermittlung und Buchhaltung nach 10 Jahren Kinderpause.
Frau R.P., Fakturierung, Sekretariat und Buchhaltung nach 18 Jahren Kinderpause
________(gelernte Verkäuferin! Umstieg auf Büroberuf nach Wiedereinstiegskurs sehr erfolgreich!)
Frau U.L., Kundenbetreuerin im Innendienst


Der Wiedereinstieg ist nach unseren Erfahrungen sogar leichter als der Ersteinstieg.

:arrow: Daher:

Arbeitgeber sollten die Frauen nach der Kinderpause mit offenen Armen aufnehmen.
Nicht Angst sondern Mut machen sollten wir den Frauen, die sich für ein Kind entscheiden.
Und die in den ersten entscheidenden und prägenden Jahren ganz bei ihrem Kind sein wollen. Sie spüren und machen aus dem Gefühl heraus richtig, was inzwischen auch verschiedene Studien bewiesen haben: Kinder brauchen in den ersten Lebensjahren vor allem die Mama (und natürlich auch den Papa).


Literatur und weiterführende Hinweise:

Hellbrügge, Th.: Individualität und Kollektivismus

"Ohne Mutter kannst du nicht leben", hat uns Hermann Hesse zugerufen. Gute Mütter brauchen wir, damit wir Zukunft haben!

Mother figure is vital for a child

Krippenkinder sind aggressiver

NICHD-Studie eine Langzeitstudie in den USA zur frühkindlichen Fremdbetreuung von Kleinkindern

Über 79% der Schweden sind nach 25 Jahren Erfahrung mit Kinderkrippen für die häusliche Erziehung! Forscher weisen schädliche Folgen nach der Krippenbetreuung nach

Weihbischof Andreas Laun zur Kinderkrippen-Idee

Säuglingskrippe. Erfahrungen einer jungen Mutter


In unserem Forum finden Sie dazu diesen und weitere Beiträge

Kinder als Geschenk - und neues Selbstbewußtsein der Mütter

Frauen über 40 sind im Berufsleben unschlagbar

Was brauchen die Kinder - was tut ihnen gut?

Berufstätige Mütter sind ein politischer Fehler, OÖN 7.2.01

_________________
Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.


Last edited by alwis on 20.10.2007, 12:55, edited 1 time in total.

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PostPosted: 24.09.2007, 06:34 
Herr K.St. am Sonntag, 9. September 2007

servus!
ganz deiner meinung nur eine frage :
- wie steht es mit exzellent ausgebildeten wiedereinsteigenden vätern ?
oder dürfte es die nicht geben ???????

herzliche grüße und schönen sonntag !

Von: FFF, Gesendet: Sonntag, 9. September 2007

Sehr geehrter Herr Wolfmayr, danke für Ihre unglaublich engagierte Arbeit. Wir sind ja meinungsmäßig genau auf einer Linie. Auch mir berichten Firmen von sehr guten Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen, sie haben ja durch ihre Familientätigkeit unglaublich soziale Kompetenz und Organisationsgeschick erworben.

Zum Thema Kind: Ich habe mit meinem Verein vor ca. einem Jahr eine Umfrage initiiert, die vom Linzer Marktforschungsinstitut MARKET durchgeführt wurde.
Thema und Titel "Kindeswohl".
Uns hat interessiert, was KINDER (nicht Erwachsene) hinsichtlich Betreuung wirklich wollen, das hat noch niemand gefragt.

Herausgekommen ist, dass Kinder, die von den Eltern liebevoll betreut wurden, auch später wesenlich glücklicher und erfolgreicher waren als schlechter betreute. Durch die Studie ist das nun auch mit Zahlen belegt.

Ich verstehe nur einfach nicht, warum das "von oben" nicht zur Kenntnis genommen wird. Oder ist das Strategie??

Liebe Grüße
S.S.

Herr Dr. C.D., Gesendet: Sonntag, 9. September 2007

Danke für Ihre laufenden Informationen und ganz besonders für diese gute Nachricht.

Tatsächlich ist es ja so, dass leider zu viele Frauen glauben, nach der Geburt eines Kindes aus dem Berufsleben gerissen zu werden und dann chancenlos zu sein.
Ihre Beispiele zeigen, dass das nicht so sein muss.
Auch meine Frau hat das Gegenteil bewiesen. Sie hat sich in der Karenz das Rüstzeug geholt, um nach dem Wiedereinstieg auch beruflich durchzustarten. Gleichzeitig ist sie eine wunderbare Mutter.

Daher sollten wir alle Anstrengungen unternehmen, den jungen Leuten "Mut zum Kind" zu machen.
Ich glaube auch, dass in diesem Zusammenhang nicht immer nur von der "Abschwächung der Belastungen nach der Geburts eines Kindes" die Rede sein soll,
sondern die Vorteile ("Darum lohnt es sich, ein Kind zu bekommen") unterstrichen werden sollen.

Vorerst bedanke ich mich für Ihr Engagement in dieser gesellschaftpolitisch wichtigen Frage und wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag.

Viele Grüße
C.D.

Frau M.E. am Sonntag, 9. September 2007

Lieber Alois!

Gratulation zu diesen Zeilen. Ich melde mich, weil ich auch eine solche Wiedererinsteigerin nach 14 Jahren war (inzwischen bin ich wieder seit 2 ½ Jahren berufstätig – 20 Stunden). Und es ist genau so, wie du es beschreibst.

Ich war zwar anfangs unsicher, aber ich hab gewusst, dass ich genau diese Arbeit machen will, weil ich es mir lange genug und gut überlegt habe.
Ich war dementsprechend motiviert, wollte Neues lernen - hab durch die 14 Jahre Familienarbeit gelernt und bin gereift und wusste meine Familie zu organisieren. Außerdem hab ich mich bereits damals schon ehrenamtlich engagiert.

Jetzt wundere ich mich, wenn Kolleginnen meines Alters (solche, die nach dem Kind bald wieder arbeiten gingen) ständig jammern und sich auf die Pension freuen und nur mehr die Jahre zählen bis dorthin. Ich denke nicht an die Pension. Ich bin damals voll und ganz für die Familie da gewesen. Jetzt kann ich sagen, dass ich mich auch voll auf den Beruf konzentrieren kann und meine volle Energie einsetze ohne meine Familie zu vernachlässigen.
Und eines getrau ich mir auch noch zu sagen:
Der Arbeitgeber ist mit solchen Frauen sehr zufrieden, denn diese Frauen wissen, was sie wollen und besitzen Geschick im Umgang mit Menschen und Kollegen.

lg
M.E.

von Herbert Kickl; herbert.kickl@fpoe.at; gesendet 10.09.2007

Sehr geehrter Herr Wolfmayr!

Haben Sie vielen Dank für Ihre ausführliche Information. Es ist in der Tat mehr als erfreulich, wenn es in diesem so wichtigen Bereich positive Entwicklungen gibt.
Ich selbst bin auch aus eigener Erfahrung von der hervorragenden - auch menschlichen – Qualifikation von Widereinsteigerinnen überzeugt.
Eine familien- und insbesondere kinderfreundliche Gesellschaft ist für uns das erstrebenswerte Ziel schlechthin.

Von: Gert Bachmann gert.bachmann@fpoe.at; Gesendet: Montag, 10. September 2007

ich danke Ihnen vielmals für Ihre Anregung und die beiliegenden Informationen.
Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass Kinderpausen sehr wohl mit dem Berufsleben vereinbar sind und unsere einzige Möglichkeit darstellen, Familien wieder Mut zu mehr Kindern zu geben!

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Manfred Haimbuchner

Herr G.R., Tirol am Montag, 10. September 2007

Das sind ja einmal tolle Nachrichten. Herzlichen Dank für Ihren Bericht betr. Wiedereinsteigerinnen.
Ihre Erfahrungen bestätigen die stets positiven Erfahrungen von Betrieben, die Frauen nach ihrer Kinderpause wieder anstellen.

Ihre Forderungen an die Arbeitgeber - Frauen und Männer nach der Kinderpause mit offenen Armen aufzunehmen - ist
daher mehr als berechtigt und zu unterstützen.

Herr Prof. Simmerstätter am Dienstag, 11. September 2007

Danke!

Erfreuliche Erkenntnis!
Was mich auch immer wieder beschäftigt: Da wird immer gesagt, dass eine Unterbrechung der Karriere so schlecht sei.
Aber wieviele Frauen sind denn schon gar auf der Karriereleiter?
Wie sieht die Karriere einer Fließbandarbeiterin oder einer Putzerin oder auch einer Sekretärin oder Lehrerin aus? Es würde mich sehr interessieren, wieviele Frauen wirklich "Karriere" machen.

Von: Barbara Rosenkranz, gernot.schandl@fpoe.at; Gesendet: Montag, 17. September 2007


Sehr geehrter Herr Wolfmayr!

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Hinweise und die konkreten Informationen.
Ich teile Ihre Meinung zum Wiedereinstieg in den Beruf.
15 Jahre Kinderpause haben mir sehr viel gebracht.

20.9.07 - BMGFJ

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
BMGFJ BS (Bürgerservice)
Radeztkystr. 2, 1031 Wien
www.gmgfj.gv.at; buergerservice@mbgfj.gv.at


Betreff: Wiedereinstieg nach Kinderpause

Vielen Dank für Ihr Email....... - möchten wir uns für Ihre Informationen und Ihr soziales Engagement bedanken.
.... und unseren Standpunkt unterstreichen:

Neben der finanziellen und sozialrechtlichen Bewertung der Familienarbeit ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentrales Handlungsfeld der Familienpolitik dieser Bundesregierung.
... Kinderbetreuungsgeld .... Rechtsanspruch auf Elternteilzeit ... Rechtsanspruch auf Teilzeitbeschäftigung für jeden Arbeitnehmer/jede Arbeitnehmerin in einem Betrieb mit mehr als 20 Mitarbeitern....

Österreich liegt mit seinen Familienleistungen im Spitzenfled der EU.
Durch das Kinderbetreuungsgeld wird die Betreuungsleistung der Eltern anerkannt und teilweise abgegolten, glztg. wird die Wahlfreiheit vergrößert und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erzielt.

Auch das KBG soll den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Baby-Pause erleichtern:
... Möglichkeit, bis zu 14.600,-- Euro (ab 1.1.08 bis 16.200) dazuzuverdienen ..... soll es Eltern ermöglicht werden, auch während einer Karenz den Kontakt zum Betrieb aufrecht zu erhalten.

Wir dürfen Ihnen versichern, dass diese Thematik ein besonderes Anliegen von Frau BM Dr. Andrea Kdolsky ist. Individuelle Entscheidungen sollen nicht diskriminiert werden - längere Kinderbegtreuung zuhause und rascher Wiedereinstieg in den Beruf müssen gleichermaßen geschätzt werden.Berufstätige Mütter und Väter sind keine Rabeneltern, und solche, die länger bei ihren Kindern zuhause bleiben wollen, keine Sozialschmarotzer.

Diesbezügl. setzt sich das BM für Gesundheit, Familie und Jugend auch verstärkt für Mütter und Väter ein, die nach einer Kinderpause wieder arbeiten gehen wollen.
Mit dem Projekt "Familienkompetenzen - Schlüssel für mehr Erfolg im Beruf" bietet die Familie und Beruf Management GmbH Müttern und Vätern mit Wiedereinstiegswünschen die Möglichkeit, sich - unabhängig von der Dauer der beruflichen Unterbrechung - fit für den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu machen. An ausgewählten Familienberatungsstellen in ganz Österreich wird ein innovatives Coaching-Programm zur Unterstützung beim Wiedereinstieg angeboten.

Die Teilnehmerinnen absolvieren mit der Teilnahme am Projekt "Familienkompetenzen" ein mehrstufiges Programm, das auf die Anforderungen von Müttern bzw. Vätern am Weg zurück in die Berufswelt maßgeschneidert wurde. Kernstück ist ein Zertifikat, das die - in der Familienarbeit trainierten - Schlüsselkompetenzen der Teilnehmerin nachweist. Damit kann sich jede Teilnehmerin (jeder Teilnehmer) einen wichtigen Wettbewerbsvorteil bei Bewerbungen bzw. beim Wiedereinstieg sichern.


Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Gerne sind wir jederzeit für weitere Fragen für Sie erreichbar.

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
BMGFJ BS (Bürgerservice)
Radeztkystr. 2, 1031 Wien
www.gmgfj.gv.at; buergerservice@mbgfj.gv.at


Antwort

Sehr geehrte Frau Wundsam!

Danke für die Antwort. Das klingt nicht schlecht.
Wir werden sehen, ob Taten für die Mütter folgen, die sich für die Betreuung ihrer Kinder zuhause entschieden haben, oder ob es nur schöne Worte sind.

Bei dieser Gelegenheit schicken wir Ihnen einen Leserbrief an die OÖN.
Wir bitten Sie, diesen in geeigneter Form weiterzuleiten.


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PostPosted: 28.09.2007, 19:33 
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Joined: 28.08.2006, 08:49
Posts: 1246
Location: Österreich/Austria
Von: Barbara Zwerschitz, barbara.zwerschitz@gruene.at;
Gesendet: Sonntag, 9. September 2007


Sehr geehrter Herr Wolfmayr!

Es freut mich, dass Sie offenbar mit Ihrem Betrieb die große Ausnahme sind und Frauen auch nach mehreren Jahren Ausstieg aufnehmen und fördern.
Leider läuft es in den meisten Firmen bei weitem nicht so.
Durch die Pensionsregelung in Österreich können sich nur wenige Frauen leisten länger zuhause zu bleiben,
und die Scheidungsrate lässt auch nicht zu, dass frau sich darauf verlässt von der Pension Ihres Partners leben zu können.
Außerdem gibt es auch Frauen, die wegen Ihres Berufes nicht lange von Ihrem Arbeitsplatz wegbleiben können,
weil sie zum Beispiel selbständig sind und die laufenden Kosten für den Betrieb aufbringen müssen,
weil sie in einer sehr schnelllebigen Branche arbeiten, wo sie den Anschluss verlieren und natürlich auch,
weil die wenigsten Betriebe Frauen über 40 Jahre aufnehmen.
Das Rückkehrrecht an einen Arbeitsplatz gibt es, wie Sie sicher wissen, nur bis zum 2. Geburtstag der Kinder.
Auch gibt es Frauen, die sehr gerne berufstätig sind und Mutter, so wie es auch genug Männer gibt, die gerne berufstätig sind und Vater.
Auch gibt es Studien, die unterstreichen, wie gut Kinderkrippen mit entsprechender Qualität Kindern tun
oder wie glücklich gerade Einzelkinder oft sind in Gesellschaft Gleichaltriger zu sein.
Abgesehen außerdem noch von der Förderung durch Experten, die gelernt haben, wie sie Kinder bestmöglich betreuen können. (
Dass die Qualität nicht immer die beste ist, gehört natürlich geändert, ist aber kein Beweis für das Gegenteil.)
Auch gibt es unglückliche Mütter, die sehr gerne auch außerhalb des Haushaltes tätig wären,
was sich auch nicht positiv auf die Kinder auswirkt.
Alles in allem gibt es also verschiedene Frauen und verschiedene Auffassungen.
Ich persönlich halte nichts davon Frauen, die arbeiten, daraus ein schlechtes Gewissen zu machen.
Viele Alleinerzieherinnen aber auch Familien können sich auch gar nichts anderes leisten.
Es ist eine wesentliche Aufgabe der Politik solche Frauen zu unterstützen
und Frauen allgemein ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Dafür zu arbeiten und die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit dies leichter möglich ist, halte ich für meine Aufgabe.

Mit freundlichen Grüßen
B. Zwerschitz

Antwort:

Sehr geehrte Frau Zwerschitz!

Danke für Ihre rasche Antwort.

Wir sind uns einig:
Es gibt verschiedene Menschen, verschiedene Lebensabläufe, verschiedene Bedürfnisse.
Der Staat sollte die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen,
damit alle möglichst nahe an ihr Lebensideal kommen können.
Vor allem geht es uns um die bestmöglichen Lebensbedingungen für unsere Kleinkinder,
weil eben die ersten Jahre das ganze spätere Leben derart nachhaltig prägen.


Wir finden, daß unser Modell der Direktzuwendung der staatlichen Mittel an die betroffenen Eltern
am ehesten der Würde, Selbstbestimmung und Mündigkeit der Frauen
entspricht:
Familie = Beruf

Übrigens tritt auch die Linkspartei im Saarland für unser Modell des Erziehungsgehaltes ein:
Linkspartei in Deutschland gegen Ausbeutung der Familien

Von: Barbara Zwerschitz, Gesendet: Montag, 10. September 2007

Lieber Herr Wolfmayr!

Genau das meine ich nicht.
Österreich ist jetzt schon ein Land, welches Eltern das meiste Geld bar auszahlt.
Genau deshalb haben viele Eltern nicht die Wahl, ihr Kind betreuen zu lassen, weil das Geld bei den Einrichtungen fehlt.
Die meisten Mütter haben die Wahl nicht, weil die Kinderbetreuung außer Haus zu den falschen Zeiten oder gar nicht vorhanden ist. Außerdem ist sie zu teuer.
Das Geld aufzuteilen würde der einzelnen Familie wenig bringen.
Die Wahlmöglichkeit ist in Österreich scheinheilig.
Gesellschaftlicher Druck und fehlende Rahmenbedingungen zwingen Mütter sich in eine Richtung zu entscheiden.

Und noch einmal deutlicher: Wo ist die Verpflichtung der Väter?
Es tut mir leid, das kann ich nicht unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl. Päd. Barbara Zwerschitz
Abgeordnete z. Nationalrat

Grüner Klub im Parlament
Löwelstraße 12
1017 Wien
Tel.: 01/40110 - 6677
Fax: 01/40110 - 6760

Antwort

Sehr geehrte Frau Zwerschitz!

Ich habe mir nicht erwartet, daß Sie zustimmen werden.
Wir haben da sehr gegensätzliche Meinungen.

Aber haben Sie schon einmal überlegt, was die Kinder gerne möchten?
Wir hören und lesen fast immer nur darüber, was (angeblich) „DIE FRAUEN“ möchten.

Ich habe mir die Mühe gemacht und eine Umfrage unter Eltern gemacht.
Sie können hier nachlesen, was dabei herausgekommen ist:
Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern

Und was die Barauszahlung betrifft:
Die Kinder sind versorgt – das stimmt.
Aber die Betreuungsleistung der Eltern wird – abgesehen vom „Taschengeld Kinderbetreuungsgeld“ kaum anerkannt.

Dagegen zahlt der Staat für die Kollektivbetreuung geradezu astronomische Summen.
Die Linkspartei im Saarland (Deutschland)
unter Oskar Lafontaine spricht von 26.000,-- Euro je Kind und Jahr!

Siehe auch Traumberuf Hausfrau - Feminismus am Ende? Von Christa Müller (Ehefrau von O. Lafontaine)

Und zu den Vätern:
Wir verheiratete Eltern machen uns das schon aus, wer wieviel zuhause tut und wer wieviel außer Haus arbeiten muß.
Da brauchen wir keine Ratschläge von Parteien oder finanzielle „Anreize“ – sollte richtig heißen „Nötigung“ vom Staat.

Von: Albert Steinhauser, albert.steinhauser@gruene.at; Gesendet: Montag, 10. September 2007 09:11



Sehr geehrter Herr Wolfmayr!

Danke für ihr e-mail.

Offensichtlich ist man in ihrem Unternehmen gegenüber Wiedereinsteigerinnen sehr offen eingestellt.
Das ist meiner Beobachtung nach aber leider nicht die Regel.
Dazu kommt, dass gemessen am Lebensverdienst auf Grund fehlender Verwendungsgruppenjahre Frauen gegenüber jenen,
die eine durchgehende Erwerbsbographie aufweisen, vom Einkommen her benachteiligt sind.

Ich stimme mit ihnen überein, dass Kinder ihre Eltern (beide Teile!) brauchen.
Wir müssen daher unser Wirtschaftsleben (z.B. auch in Arbeitszeitfragen) kinderfreundlicher gestalten.

Ich selbst habe vor meiner politischen Tätigkeit eine zeitlang wegen meiner Kinder Teilzeit gearbeitet.
Diese Zeit war für uns alle in der Familie toll und äußerst positiv.

Leider ist es für viele Männer schwer, sich derartige Arbeitszeitmodelle mit ihren Dienstgebern zu vereinbaren.

Ich persönlich bevorzuge die partnerschaftliche Teilung der familiären Tätigkeit
gegenüber dem Modell von längeren Arbeitspausen eines Elternteils.

Trotzdem freut es mich, dass es Unternehmen gibt, die Wiedereinsteigerinnen eine Chance am Arbeitsmarkt bieten.

MfG,
Albert Steinhauser


Last edited by alwis on 10.11.2007, 14:52, edited 1 time in total.

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PostPosted: 06.10.2007, 14:44 
Von: Frau Mag. M. G. am Montag, 24. September 2007


Sehr geehrter Herr Wolfmayr,
für die vielen Infos darf ich Ihnen herzlich danken. I

Bezugnehmend auf das Schreiben des BMGFJ vom August 2007 darf ich folgend Stellung nehmen:

Die Einführung des Kindergeldes 2002 ist per se ein erster positiver Schritt
für die Anerkennung von Erziehungsleistung.
Allerdings läßt das vorliegende Modell keine echte Wahlfreiheit zu:

1) Auf Eltern wird Druck zur außerhäuslichen Erziehung gemacht. Die Koppelung alternativ kürzer zu einem höheren Betrag Kinderbetreuungsgeld zu beziehen, ist ein Steuermechanismus, damit Frauen früher in den Beruf zurückkehren und Kinder früher in Kinderbetreuungsstätten untergebracht werden.
Weiters ist die Bedingung der elterlichen Abwechslung in der Kinderbetreu-ung in vielen Berufen (Selbständige) gar nicht möglich.

2) Männer in die Familienarbeit einzubinden ist durchaus positiv, aber mit einem halben Jahr ist Erziehungsarbeit für ein Kind nicht beendet. Es wäre sinnvoller, an die väterliche Veranwortung für Familie zu appellieren und beispielsweise Alimentezahlungen drastisch zu erhöhen.

3) Das vorliegende Modell widerspricht dem ursrpünglichen Gedanken, die Entscheidung zu erleichtern, um die eigene Erwerbstätigkeit für einige Zeit hintan zu stellen und die "ersten Lebensjahre" dem Kind zu widmen, wenn der Fokus zunehmend auf Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige liegt. Außerhäusliche Dauerbetreuung, selbst bei höchster Qualität, ist der Psycholgie der Kinder nicht zuträglich.

4) Die Aussage im Schreiben des BMGFJ über "außerhäusliche Erwerbstätigkeit, die nicht außer acht gelassen werden darf, da auf Lebenszeit gesehen, sie zur sozialen Absicherung aller Familienmitglieder, vor allem auch der Frauen und Mütter, die nach wie vor den Großteil der Familien- und Betreuungsarbeit leisten, diene", ist ein Widerspruch in sich selbst. Was soll Monster Frau noch alles erledigen: Kinder, Hausarbeit und Beruf? Bei diesem Verständnis haben Mehrkindfamilien keinen Platz.

5) Solange die Betreuung der Kinder durch die Eltern nicht als WERTSCHÖPFUNG !!! (auf lange Sicht auch für die gesellschaftliche Entwicklung und für die Volkswirtschaft eines Landes) anerkannt wird, werden immer weniger Eltern Bereitschaft für Kinder zeigen. Für eine leichtere Entscheidung, die "eigene Erwerbstätigkeit für einige Zeit hintan zu stellen und die ersten Lebensjahre des Kindes gemeinsam mit ihm zu verbringen" ist die Anrechnung von 4 Jahren Erziehungszeit pro Kind ! (nicht überlappend) eine Mindestforderung, ebenso bessere Begleitung und Unterstützung für Wiedereinsteigerinnen.

6) Die Argumentation, dass Österreich im EU- Spitzenfeld bei
Familienleistungen liege,
mag stimmen, wobei eine Valorisierung der
Kinderbeihilfe angesichts der jüngsten Teuerungswellen längst fällig wäre.
Für viele Eltern wäre es eine Entlastung, Kosten für Schikurse,
Landschulwochen, Sprachaufenthalte u.v.m. steuerlich absetzen zu können. Die Kinderanzahl pro Familie ist abhängig vom wirtschaftlichen Umfeld einer Familie.

7) Die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen kostet unserer Volkswirtschaft ein Vermögen und wird die Geburtenrate nicht nach oben korrigieren. Neue Arbeitsplätze damit zu schaffen, mag richtig sein, der soziale Druck, Kinder möglichst früh außer Haus zu schaffen, wird enorm groß und ist Politik auf Kosten und zu Lasten der Kinder.

Um tatsächlich die "Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Anliegen der Eltern zu schaffen", wäre erforderlich, die Wünsche von immerhin noch immer der Hälfte der Eltern zu respektieren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Setzen von Prioritäten in verschiedenen Lebensphasen versuchen.

Familienarbeit ist Verantwortung, Beziehungsarbeit und Aufbauarbeit und kein Nebengeschäft.
Wenn Frauen und Männer in ihrer Entscheidung für Familie nicht bereit sind, sich selbst zurückzunehmen, wird Familie nicht gelingen.
An familienpoltischen Entscheidungen sind leider zu viele kinderlose Frauen beteiligt.


Ich nehme am 26.9. an der Ergebnispräsentation der Perspektivengruppe teil.


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