Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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 Post subject: Vater im Jahr 2013
PostPosted: 10.03.2013, 22:14 
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Joined: 28.08.2006, 08:49
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"Warum schreibt ein Mann in einer Zeitschrift für Hausfrauen?"

Die Antwort: "Ich erfahre als Ehemann und Vater Tag für Tag, was meine Frau, die Mutter unserer Kinder, für die ganze Familie leistet."
Alleine die logistische Meisterleistung bei der Versorgung der großen Familie (wir haben acht eigene und zwei Pflegekinder) mit Essen und Kleidung verdient Bewunderung. Dazu kommen noch medizinische Erstversorgung, Unterstützung bei den Hausaufgaben, Gesprächstherapie bis hin zur Beratung in allen Lebenslagen und in jedem Alter - bis weit in die neuen Familien der Kinder hinein.
Deswegen freue ich mich über HERA - Hausfrauen erwerben Recht und Anerkennung - und unterstütze die Hausfrauenunion."


Meine glückliche Kindheit - prägend für das ganze Leben

Ich bin in einer kinderreichen Familie aufgewachsen und erinnere mich an eine glückliche Kindheit. Unser Vater war allerdings sehr schweigsam, hat uns zwar gemocht, seine Liebe aber kaum gezeigt. Er hat auch nie mit uns gespielt, zumindest habe ich keine Erinnerung daran. Es war damals aber auch nicht üblich, daß sich Väter ausdrücklich Zeit für ihre Kinder nahmen und Liebe oder Zärtlichkeit zeigten. Mir hat das gefehlt, und ich habe mir für meine eigene Familie vorgenommen:
"Ich will mit meinen Kindern viel Zeit verbringen und sie auch spüren lassen, wie sehr ich sie mag."

Der große Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi hat das so formuliert:
"Kinder brauchen Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit."


Aufgabenverteilung in der Familie - zur Erholung ins Büro

Weil ich meine Kindheit mit sechs Geschwistern als eine glückliche Zeit in Erinnerung habe, ziehe ich mit meiner Frau viele Kinder auf. Deswegen kam für uns fast nur das traditionelle Familienmodell in Frage, für das ich mich als Mann heutzutage schon fast entschuldigen muß. Die klassische Rollenverteilung in der Familie war aber vor allem auch der Wunsch meiner Frau, die ihre Arbeitskraft zuhause bei den Kindern viel sinnvoller eingesetzt empfindet als in einem Büro oder in einer Fabrik. Ich merke allerdings jedes Mal, wenn ich unsere kleinen Kinder ein paar Stunden lang betreue, wie anstrengend das sein kann. Dann sage ich zu meiner Frau: "Morgen gehe ich zur Erholung wieder ins Büro."
Und auch deswegen bin ich für eine höhere Wertschätzung der Arbeit und Leistung der Mütter - nicht nur am Muttertag und nicht nur mit schönen Worten.


Anerkennung der Leistung von Müttern und Vätern

Es gibt mehrere Modelle, wie die Leistung der Eltern anerkannt werden könnte. Faktisch geht es vor allem um die fehlende Anerkennung der Mütterarbeit. Eine britische Studie hat z.B. ergeben: Wenn man Vollzeit-Müttern den üblichen Stundenlohn für Putzen und Kochen bezahlte, bekämen sie 42.000 Euro netto Jahresgehalt. Nachzulesen ist das hier:
'http://schreibfreiheit.eu/2011/07/27/arbeit-von-muttern-ist-42-000-euro-wert'.
Es hat aber etwas für sich, wenn wir es neutral formulieren, also von Elternarbeit reden. Die Entscheidung, wie die Arbeit der Eltern zwischen Vater und Mutter aufgeteilt wird, sollte jedem Paar überlassen bleiben. Bevormundung mögen wir nicht.
Mir persönlich gefällt am besten die Idee "Pflegegeld für Kinder" - ähnlich gestaltet wie das Pflegegeld für alte Menschen. Und das bewährt sich ja schon seit vielen Jahren. Es gibt den Menschen Freiheit der Gestaltung und spart der Allgemeinheit die hohen Kosten einer Pflege in Heimen. Im Detail ist das "Pflegegeld für Kinder" hier beschrieben: 'http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?f=1&t=169'


Ich bin glücklicher Vater - wir sind glückliche Eltern

Ich genieße die Zeit mit meinen Kindern z.B. am Abend sehr. Ab dem Alter von zwei Jahren bis in die Volksschulzeit hinein bringe ich die Kinder ins Bett, lese ihnen Geschichten vor, erzähle aus meiner Kindheit (Das interessiert sie brennend; "Papa, erzähle uns, wie du klein warst!"), bringe ihnen das Beten bei und versuche sie zur Dankbarkeit zu erziehen. Besonders schön empfinde ich die Begeisterung, mit der mich die kleinen Kinder (etwa bis zur Volksschulzeit) begrüßen, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. So habe ich eher den schöneren Teil mit den Kindern, während meine Frau viel mehr als ich die mühevolle Tagesarbeit macht.
Kinder schenken uns aber bei aller Mühe derart viel Freude und bereichern unser Leben so sehr, daß wir die Lasten der Kindererziehung und -betreuung leichter tragen können. Kleine Kinder verehren auch mittelmäßige Eltern fast unendlich. Und im Sonnenschein dieser tiefen Verehrung wachsen uns Eltern ungeahnte Kräfte zu:
„Mein Papa ist sooo stark, mein Papa kann alles“, sagt der dreijährige Bub.
"Papa, ich hab Dich so lieb!", sagt der Sohn mit vier Jahren.
Die Tochter kuschelt sich zu mir und meint: "Du bist mein lieber Papa."
Diese und einige weitere Liebeserklärungen von Kindern habe ich hier gesammelt: 'http://www.wolfmayr.org/familie/viewforum.php?f=5'.

Wieviel Freude schenken uns doch die Kinder!


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