Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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 Post subject: Familie = Beruf
PostPosted: 22.09.2006, 20:07 
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F a m i l i e = B e r u f!


Eine Mutter ist nicht nur Köchin und Putzfrau!
Was brauchen Kleinkinder? :arrow: Mama, Papa und Geschwister!
Es ist schon erstaunlich, was eine Mutter (und auch ein Vater) alles leistet.
Wenn die Eltern sich ausreichend Zeit zu Gesprächen mit ihren Kindern nehmen,
können sie vielen Schwierigkeiten vorbeugen.
Man kann mit Fug und Recht behaupten:

Eltern, die sich ausreichend Zeit für ihre Kinder nehmen, sind in der „Sozialisation“ ihrer Kinder am erfolgreichsten.
Und sie geben ihren Kindern die beste Grundlage für ein später geglücktes und erfolgreiches Leben im Beruf und im privaten Bereich.


:?: Welche Kinder brauchen Schulpsychologen?
:?: Welche Kinder sind verhaltensauffällig?
:?: Welche Kinder kommen auf die schiefe Bahn?

Wir lesen und hören immer wieder:

:!: Die Eltern haben zuwenig Zeit gehabt.
:!: Die Eltern sind geschieden.
:!: Der Vater war kaum oder nie verfügbar.
:!: Die Eltern wussten nicht, was die Kinder in ihrer Freizeit machten.

:arrow: Kinder brauchen nicht Superpädagoginnen, sie brauchen Mama, Papa, Geschwister und vor allem viel Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit.

Sozialisation geschieht ganz natürlich in der Familie mit Mutter, Vater und Geschwistern.
Kinder werden aber am besten in der eigenen Familie von den Eltern betreut.
Eine Alleinerzieherin mit einem Kind tut ihrem Kind sicher etwas Gutes, wenn sie es auch mit anderen Kindern zusammenbringt.
Eine Gruppe von Gleichaltrigen ist aber nur ein Ersatz für eine richtige Familie mit Geschwistern.

Wir glauben aus verschiedenen Erfahrungen heraus auch nicht an die Notwendigkeit eines oder gar mehrerer Kindergartenjahre vor dem Schuleintritt.
Die Lehrer haben mit Kindern aus dem Kindergarten eher disziplinäre Schwierigkeiten als mit Kindern, die direkt von der Familie in die Schule einsteigen.
Von einigen Familien, die ihre Kinder nicht in einen Kindergarten geschickt haben wissen wir:
Es gab keine Schwierigkeiten mit dem Einfügen in die Klassengemeinschaft.
Diese Kinder haben ja zuhause schon gelernt, dass sie nicht alleine auf der Welt sind, oft nachgeben müssen, nicht alles haben können usw.

In jedem Fall aber sollten das die Eltern entscheiden, nicht der Staat durch einseitige Mittelzuteilung die Fremdbetreuung übermäßig fördern.

:!: Fragen wir doch die Kinder, was ihnen am liebsten ist!
Das einjährige Kind würde sicher sagen (wenn es reden könnte):
„Ich möchte bei der Mama bleiben.“ Und wenn der Papa aus dem Haus geht, möchte es mitgehen.
Wohl kaum aber wird sich ein Kind freuen, wenn es Tag für Tag schon frühmorgens aufstehen muss, von Mama oder Papa in ein fremdes Haus gebracht wird und dort die ganze Zeit mit fremden Kindern zusammen sein soll.

Kinder lieben die Freiheit.
Sie wollen aufstehen, wann es ihnen selber gefällt und nicht wenn der Wecker läutet.
Sie wollen alleine sein oder bei Mama oder Papa oder auch mit anderen Kindern spielen.
Aber sie wollen das selber entscheiden und nicht in das Korsett der Kinderbetreuungsanstalt gepresst werden.
Der Zwang kommt noch früh genug!

Kinder wollen auch ihre Empfindungen und Erfahrungen sofort mitteilen.
Sie können nicht einen ganzen Tag warten, bis am Abend Mama und Papa wieder zur Verfügung stehen.

Pubertät – was ist das? Eine erstaunliche Erfahrung!
Wer sich für seine Kinder viel Zeit genommen hat, während sie klein waren, hat mit ihnen in der Pubertät auch eine gute Gesprächsbasis.
Die gefürchteten Schwierigkeiten in der Pubertät kommen in solchen Familien nur sehr schaumgebremst vor.
Ein Vater drückte es einmal so aus:
„Die Pubertät haben wir bei unseren Kindern fast übersehen.“

Kinderbetreuungsgeld für jede Mutter bis zum Alter des Kindes von zweieinhalb Jahren ist gut, aber entschieden zuwenig!
Nicht Einrichtungen fördern, sondern Personen!

Warum Kinderbetreuung verstaatlichen?
Die Leistung der Eltern, insbesondere der Mütter, ist natürlich unbezahlbar.
Wollte sie der Staat leisten, müssten wohl mindestens 5.000,-- € je Kind und Monat angesetzt werden.
In einer Krabbelstube kostet eine Ganztagsbetreuung von Montag bis Freitag immerhin noch ca. 1.500,-- €.

Der Staat ist bereit, sehr viel Geld für die Betreuung außer Haus in Krabbelstuben, Kinder-gärten und Schülerhorten auszugeben.
Im Allgemeinen zahlen Bund, Länder und Gemein-den ca. 80% - 90% der tatsächlichen Kosten (= Objektförderung bzw. indirekte Familienför-derung), in manchen Fällen sogar 100%.

Die Tendenz zur Verstaatlichung der Kinderbetreuung können wir absolut nicht verstehen.
Alle möglichen ehemaligen Staatsbetriebe werden privatisiert.
Dagegen soll ausgerechnet unser wertvollstes „Gut“ verstaatlicht werden?


Sie werden in der eigenen Familie deutlich „kostengünstiger“ betreut (s. oben).
Allerdings sind 436,-- € für die Mutter doch entschieden zuwenig. Sogar Obdachlose kosten mehr oder auch Asylwerber.
Warum wir die Mütter mit diesem Almosen abspeisen, ist uns schleierhaft.

Zugegeben: Es ist schon besser als gar nichts.
Das Kinderbetreuungsgeld für jede Mutter, das die ÖVP-FPÖ-Regierung eingeführt hat, war ein richtiger Schritt nach vorne.
Jetzt ist aber die Zeit reif, den nächsten Schritt zu tun, und zwar einen nicht zu kleinen.
Eine Staffelung des Kinderbetreuungsgeldes bis zum Alter von wenigstens 10 Jahren halten wir für angemessen.

Der Staat als Vormund erwachsener Bürger
Wir wollen haben, dass der Staat dieses Geld den Müttern direkt zur Verfügung stellt.
Sie entscheiden selber (sie sind ja erwachsene, mündige Bürger), wie ihr Kind betreut werden soll und was für sie selber und ihr Kind das Beste ist (=Subjektförderung).
Der Versuch des Staates, erwachsene Bürger mittels Subventionen zu einem bestimmten Verhalten zu drängen, geht uns gehörig auf die Nerven.
Wir können als Eltern sicher selber entscheiden, wie wir unsere Kinder betreuen.
Wir lehnen es entschieden ab, dass im Fall der Fremdbetreuung die Geldströme fließen, bei Eigenbetreuung aber der Geldhahn zugedreht wird.

Es mag schon Mütter geben, die mit der Betreuung ihrer Kinder überfordert sind.
Es wird auch welche geben, die ihre Kinder vernachlässigen und nur das Betreuungsgeld kassieren wollen.
Solche Missbräuche müssen natürlich verhindert werden.
Aber warum sollen wegen einiger weniger alle anderen bestraft werden?

Misstrauen des Staates gegen die Mütter
Wenn eine Mutter ihr Kind selber betreut, bekommt sie dafür vom Staat 436,-- Euro, bis das Kind zweieinhalb Jahre alt ist.
Nachher bekommt sie fast nichts (außer indirekt, weil der Gatte einen Alleinverdienerabsetzbetrag als Taschengeld erhält).

Wenn die Mutter dagegen ihr Kind von fremden Personen betreuen lässt, dreht der Staat den Geldhahn auf:
Ca. 1.200,-- EURO für die Kinder unter drei Jahren (80% von 1.500,--)
Ca. 480,-- EURO für die Kindergartenkinder (drei bis fünf Jahre alt)
Was müssen wir daraus schließen – und auch aus manchen Äußerungen von Politikerinnen?

:!: Der Staat traut den Müttern nicht zu, dass sie ihre Kinder gut betreuen.
Er nimmt zuerst allen über die Steuern das Geld weg, um es dann unter bestimmten Voraussetzungen wieder auszuschütten.
Im Fall der Kinderbetreuung eben kaum an die Mütter selber, sondern an Fremdbetreuer.
:?: Welche Ideologie steckt dahinter?
Marxismus würden wir verstehen, aber in unseren westlichen „freien“ Demokratien?

Vorschläge für ein verbessertes Kinderbetreuungsgeld

Alter des Kindes Betreuungsgeld
1. + 2. Lebensjahr 1.200,--
3. – 5. Lebensjahr 480,--
6. – 10. Lebensjahr 160,--

Für das jüngste Kind wird jeweils der volle Betrag an die Mutter ausgezahlt.
Für jedes weite-re Kind jeweils der halbe Satz.
Folgende Beträge würden als Betreuungsgeld bzw. Muttergehalt bezahlt:

2 Kinder im 2. und 4. Lebensjahr 1.440,--
3 Kindern im 1., 4. und 7. Lebensjahr 1.520,--
4 Kinder im 1. 3. 5. und 7. Lebensjahr 1.900,--

Als besondere Aufwertung der kinderreichen Eltern, die ja den Ausgleich zu den Kinderlosen (mindestens 25%) herstellen und die beste Sicherheit für unsere Pensionen bieten, schlagen wir vor:

Mutter ab vier Kindern = Vollerwerb zuhause
Das Betreuungsgeld für eine vierfache Mutter sollte bis zum 15. Lebensjahr des jüngsten Kindes mindestens 1.200,-- Euro betragen.
Für jedes weitere Kind sollten 100,-- Euro dazugegeben werden.

Warum so bescheiden?
Manche werden sich fragen, warum wir so bescheiden sind.
Eine Mutter bzw. oft auch ein Vater leisten doch mehr, als in den oben angeführten Beträgen anerkannt werden soll.
Wir denken, Kinder sollten nicht als Einkommensquelle missbraucht werden.
Das Kinderbetreuungsgeld kann nur eine Teilanerkennung sein.
Der größte Teil der Mühen und des Aufwandes bleibt private Angelegenheit.
Altmodisch gesagt: Ohne Opfer und Verzicht geht es nicht.

Zu erwartender Widerstand der Linken
Wir hören schon den Aufschrei von SPÖ, Grünen und anderen Linksgruppierungen.
Wir verstehen deren Motivation. Sie halten Frauen für grundsätzlich den Anforderungen der Kindererziehung nicht gewachsen.
Das sollten Fachkräfte erledigen.
Außerdem glauben sie, Frauen könnten nur dann ein erfülltes Leben führen,
wenn sie möglichst ununterbrochen im Berufsleben stünden, wie eben die Männer auch.

Wir sind aber sicher, dass deren Modell, nämlich möglichst frühzeitiges Weggeben der Kinder in Kollektivbetreuung,
die Mütter, nicht glücklich macht, den Staat sehr viel mehr kostet und zudem der seelischen Gesundheit der Kinder schadet.
Und das wiegt in unseren Augen am schwersten!

Kinder entwickeln sich in der natürlichen Umgebung der Familie wesentlich besser
als unter dem Druck einer zu früh disziplinierten Gruppe von Gleichaltrigen.


Erwünschte bzw. erwartete Effekte
-----------------------------------------------
:arrow: Die Leistungen der Mütter werden auch finanziell und dauerhaft
___(und nicht nur in Sonntagsreden und zum Muttertag mit schönen Worten und Geschenken) anerkannt.

:arrow: Die Frauen erhalten Anerkennung auch für das, was nur Frauen tun können
___und nicht mehr nur dann, wenn sie sich den typisch männlichen Lebensentwürfen angleichen.

:arrow: Die Mütter haben ein eigenes Einkommen, mit dem sie in unserer sehr auf Geld ausgerichteten Gesellschaft selbstbewusster auftreten können. Gleichzeitig mit dem eigenen Einkommen erwerben sie natürlich auch Pensionsanspruch.

:arrow: Die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung wird erleichtert, wenn die Mutter über das Geld verfügt.

:arrow: Die Verbindung von Familienarbeit und Erwerbsarbeit außer Haus ist auf Basis eines faktischen Muttergehaltes
___(gestaffelt nach dem Alter der Kinder) vollkommen flexibel möglich.
___Die Mütter können mit ihrem Gehalt Fremdbetreuung bezahlen.

:arrow: Eine Mutter von zwei Kindern kann zusätzlich zu ihren eigenen als Tagesmutter auch fremde Kinder betreuen.
___Sie ermöglicht der anderen Mutter die Ausübung ihres Berufes außer Haus, anderseits erhält sie selber dafür zusätzliches Geld.
___Damit kann sie bei ihren Kindern zuhause bleiben und hat trotzdem einen vollwertigen Arbeitsplatz.

:arrow: Durch das erweiterte Kinderbetreuungsgeld werden viele Arbeitsplätze in den Familien entstehen.

:arrow: Die Geburtenrate wird steigen, weil mehr mögliche Eltern finanziell dazu in die Lage versetzt werden.

:arrow: :arrow: M u t t e r = B e r u f

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Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.


Last edited by alwis on 03.02.2008, 17:27, edited 6 times in total.

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PostPosted: 09.04.2007, 11:19 
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Joined: 28.08.2006, 08:49
Posts: 1246
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Leserbrief in OÖN v. 7.4.07 „Müttergehalt“,
gefunden in den OÖN v. 7.4.07 - Frau D. Sch, Schärding:



Den Leserbriefen von Frau Siegel und Frau Krammer (vom 16. u. 20.3.07) ist inhaltlich voll zuzustimmen, insofern man auch aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung in Betracht zieht, die besagen, wie wichtig die Bindung des Kleinkindes an die Mutter zumindest in den ersten drei Lebensjahren ist.

Abgesehen von den Müttern, die aus finanziellen Gründen auf ihre Erwerbsarbeit angewiesen sind, ist es meiner Ansicht nach kontraproduktiv, (Klein-)Kinder der Karriere oder anderer selbstbezogener Gründe wegen fremdbetreuen zu lassen.

Die Einführung eines Müttergehalts wäre die logische Konsequenez im Sinne der Kinder und Mütter, die ihre Kinder gerne selber betreuen.

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Kinder - unsere Freude.
Glücklich wird, wer andere glücklich macht.


Last edited by alwis on 22.02.2009, 17:34, edited 1 time in total.

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PostPosted: 07.09.2007, 23:00 
Familien dürfen nicht zur organisierten Betreuung ihrer Kinder gezwungen werden – Erziehungsgehalt für alle Eltern gefordert

Mit harscher Kritik reagiert die saarländische Linkspartei auf den Plan der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, bis zum Jahr 2013 zusätzliche 500.000 Krippenplätze für Kleinkinder unter drei Jahren zu schaffen. Die familienpolitische Sprecherin der saarländischen LINKEN, Christa Müller, kann sich daher der Kritik an der Politik Ursula von der Leyens seitens des Augsburger Bischofs Walter Mixa nur anschließen.....

Weiterlesen hier:


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 Post subject: MUTTER ALS BERUF
PostPosted: 19.12.2007, 22:45 
Leserbrief von Frau Dr. D.D. aus Tirol
MUTTER ALS BERUF


Zum Bericht vom 17.12. 2007 "So wenig Babys wie lange nicht":
Laut dem Bericht zieht Landesrätin Elisabeth Zanon die Schlussfolgerung,
dass Kindergeld und immer mehr Betreuungseinrichtungen nicht zur Erhöhung der Geburtenrate beitragen
und weist auf die nicht vorhandene Vereinbarkeit von Familie und Beruf hin.

Viele Frauen möchten eben nicht Kinder bekommen,
um diese dann gleich wieder in Fremdbetreuung zu geben,
sondern selbst für sie da sein.
Hier sollte man meiner Meinung nach ansetzen!

Vor allem seitens der Medien wird auf Frauen ein sehr großer Druck ausgeübt:
Sie sollen neben ihren Kindern auch noch berufstätig sein (oder müssen es)
und im Idealfall dabei auch noch gut aussehen.
Kein Wunder, dass dies viele Mütter überfordert.

Die bereits diskutierte Variante, das Muttersein als offiziellen Beruf einzuführen, hätte mehrere Vorteile:
Neben der Anerkennung dieser gesellschaftlich so wertvollen Tätigkeit
wäre die finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit gegeben,
es gäbe mehr Steuerzahler sowie weniger Arbeitslose -
vor allem aber Frauen, die gerne und sorgloser Kinder bekommen
mit den Vorraussetzungen, für diese auch da sein zu können!


Frau Dr. D.D.


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PostPosted: 06.04.2008, 18:45 
Heilige Stuhl fordert „mutige Politik" zur Entlohnung der Hausarbeit von Frauen
Erzbischof Celestino Migliore zur Gleichstellung der Frauen


NEW YORK, 4. März 2008 (ZENIT.org).-

Der Heilige Stuhl fordert eine „mutige Politik" zur Entlohnung der Hausarbeit von Frauen. Das betonte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am Montag vor dem UN-Ausschuss über die Stellung der Frau in New York.
Das Gremium nahm die Entwicklungen seit der vierten Weltfrauenkonferenz und die verschiedenen UN-Initiativen zur Gleichstellung der Frau einschließlich der Finanzierung von diesbezüglichen Maßnahmen in den Blick.

„Die letzten zehn Jahre haben eine stärkere Beteiligung von Frauen in allen Bereichen der Entscheidungsfindung mit sich gebracht, vor allem in der wirtschaftlichen Entwicklung", erklärte Erzbischof Migliore in seinem Beitrag. „In der Tat: Ein ‚empowerment’ der Frauen erfordert ihre Beteiligung an den Entscheidungsprozessen, um sicherzustellen, dass ihre spezifischen Einsichten gehört und berücksichtigt werden“, so der Vertreter des Heiligen Stuhls. Zudem müssten „ihre Belange angemessen berücksichtigt werden".

Der Nuntius konzentrierte sich in seiner Ansprache vor allem auf die Notwendigkeit, einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung zu schaffen, derart, dass diese „im Mittelpunkt der Bemühungen um eine Stärkung der Rolle der Frauen steht". Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Arbeit der Kirche in diesem Bereich und wies darauf hin, dass sich in katholischen Bildungseinrichtungen vorwiegend Frauen eingeschrieben hätten.

Erzbischof Migliore bekräftigte zudem, dass ein „empowerment“ von Frauen durch Bildung „nicht isoliert betrachtet werden kann". Man müsse auch Frauenhandel und andere „diskriminierende Praktiken" angehen und beseitigen.

„Frauen muss Chancengleichheit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Fairness beim beruflichen Aufstieg, gleichberechtigter Zugang zur Gesundheitsversorgung und rechtlichen Strukturen sowie Gleichberechtigung bei Familieneigentum und entsprechenden Rechten garantiert werden." Initiativen, von denen viele auf Glauben basierten und bedürftigen Frauen Hilfe brächten, insbesondere den Opfern von sexuellem und körperlichen Missbrauch, müssten eine Priorität bleiben.

„Maßnahmen und Initiativen, die Frauen in ihrer Fähigkeit zur vollen Teilnahme am Arbeitsplatz fördern, haben dazu geführt, dass es eine ständig zunehmende Präsenz von Frauen im formalen Arbeitssektor gibt“, gab Erzbischof Migliore zu bedenken.
„Allerdings ist diese Realität mit neuen Herausforderungen für die Frauen verbunden, wie es die Ausbeutung in Sweatshops und der Handel mit Frauen und Mädchen für wirtschaftliche Zwecke im Sinn einer sexuellen Ausbeutung beweisen“, mahnte er.
„Somit bedeutet die wachsende Zahl von Frauen, die außerhalb des Haushaltes arbeiten, einen Anruf an die Regierungen, Gesetze zu erlassen, Programme und Maßnahmen zum Schutz der Frauen vor skrupellosen Räuber, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und entwürdigender Arbeit entsprechend umzusetzen und durchzusetzen."

Der Erzbischof widmete sich auch der Beteiligung von Frauen im familiären Haushalt und ihrer Rolle als Ehefrauen und Mütter, etwas, was „oft nicht anerkannt wird, und unbelohnt bleibt".

Diesbezüglich stellte der Vertreter des Papstes fest:
„Frauen stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig Kinder aufziehen und wirtschaftliche Sicherheit garantieren zu müssen." Erzbischof Migliore forderte deshalb „mehr Ressourcen" und „eine mutigere Politik" zur Entlohnung des sozio-ökonomischen Beitrags der Frauen, die im Haushalt arbeiten.
„Eine Entlohnung hilft in gewisser Weise vor allem den armen Frauen sowie jenen, die weniger in der Lage sind, auf dem Arbeitsmarkt zu wirken", erläuterte er.
„Das wäre auch eine konkrete Art und Weise, Frauen in den Genuss von öffentlichen Geldern zu bringen, die sie oft und an vielen Orten nicht erhalten; ja, wo ihnen doch sogar ein gerechter Anteil vorenthalten wird. Und natürlich müssen sich die Männer ihrer Verantwortung innerhalb der Familie und ihrem Beruf stellen."

Der Erzbischof appellierte im Namen des Heiligen Stuhls an Regierungen, Zivilgesellschaft und religiöse Organisationen, eng zusammenzuarbeiten, „um kreative Möglichkeiten für die Förderung des uneingeschränkten Zugangs von Frauen zu Entwicklungsprogrammen und Finanzierungsplänen zu erreichen. Projekte wie ‚Microfinance-Programme’ für Frauen beweisen, dass die menschliche Erfindungsgabe in der Lage ist, neue und innovative Lösungen in diesem Bereich zu entdecken".



Siehe auch hier:

Familie und Beruf vereinbaren und kinderreiche Familie

Österreichische Hausfrauenunion - Familienoffensive

Frauentag - wann ist Emanzipation erreicht?


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PostPosted: 16.05.2008, 16:59 
Bezirksblatt Nr. 18 v. 30.4.08

Landesrätin Doraja Eberle (Salzburg, Österreich) fordert "Familienmanagerinnengehalt"

Zum Thema "Familien stärken - Sicherheit geben"
luden die ÖVP-Frauen Tennengau zum Infoabend mit Podiumsdisussion an der Fachschule Winklhof.
Am Podium saßen LR Doraja Eberle, AHS-Lehrer Wolfgang Grüll (KIS/Jugend und Suchtberatung) und Oberstleutnant Paul Pirchner.

Oberalm
"kinder brauchen für eine gute Entwicklung vor allem ihre Eltern, Beständigkeit ud Liebe",
war der einstimmige Tenor an diesem Abend.
Und der zentrale Ort für diese Sicherheit und Geborgenheit sei die Familie.

Eberle:
Schon seit Jahren ist beim Thema Familie kein Stein auf dem anderen geblieben.
Eltern finden immer weniger zeit für ihre Famiie, besonders für die Kinder.
Es steht schlecht um die Familie.
So kann es nicht weitergehen!

Ohne Halt droht die Sucht
Zwei Dinge sind notwendig:
Wurzeln und Flügel.
Wenn die Wurzeln stimmen, dann werden den Kindern die Flügel von selber wachsen.
Um ein selbständiges Leben führen zu können, aber auch, um zurückzukehren.
Ohne Halt in der Familie, aber auch klare Regeln, drohen Kinder in Gewalt und Sucht abzurutschen.
Ich fordere daher eine familienfreundlichere Gesellschaft, was aber nicht heußt, daß wir noch mehr Kinderbetreuungseinrichtungen brauchen.
Wenn es so weitergeht wie bisher, dann wird es bald eine Betreeuung ab dem Kreißsaal geben.
Rund um die Uhr!
Das ist aber nicht familienfreundlich!
Die Gesellschaft muß umdenken.

Familienmanagerinnengehalt einführen:
Ich denke, daß jede Mutter, die zuhause bleibt, um die 1.500,-- Euro im Monat "verdienen" sollte.
Damit hätten Frauen die Wahlfreiheit:
:arrow: "Bleibe ich zuhause, weil ich es mir leisten kann,
:arrow: oder gehe ich wieder arbeiten."

Viele gehen nur deswegen wieder arbeiten, weil fast kein Paar in der heutigen Zeit mit nur einem Einkommen auskommen kann.
Leistbar ist ein Gehalt deswegen, weil das Land pro Jahr rund 60 Mio Euro für die Kinderbetreuung ausgibt.
Wenn mehr Mütter ihre Kinder zuhause selbst betreuten, würde sich der Staat einiges an Geld sparen.


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PostPosted: 18.05.2008, 15:11 
Sonntags-Rundschau vom 18. Mai 2008

Erziehung als Erwerbstätigkeit
von Kurt Gärtner


betrifft: Leitartikel von Josef Ertl "Ein Gehalt für Mütter"

Es gibt Eltern, die Beruf und Kinder vereinen wollen,
aber es gibt auch viele Frauen bzw. Männer,
die sich voll ihren Kindern widmen wollen.

Familien- und Erziehungsarbeit für eigene Kinder müsste endlich einmal als qualifizierte Erwerbstätigkeit anerkannt werden.

Zu fordern wäre daher ein Gehalt und Pensionsanspruch für die Mütter bzw. Väter,
die sich um die Kinder sorgen und in dieser Zeit keine berufliches Einkommen haben.

Kurt Gärtner, Wels


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PostPosted: 07.06.2008, 06:11 
Der OÖ. Familienbund schreibt im Familienbrief vom Juni 2008:

Ein steuerfreies Existenzminimum für jeden Erwerbstätigen, jeden Pensionisten, jeden, der Familinleistungen erbringt und jedes unversorgte Kind muß Ziel der kommenden Steuerreform sein.

Auch in Oberösterreich gibt es immer weniger Kinder und vor allem weniger Mehrkindfamilien:
7,8% der Familien haben 3 Kinder.
Nur 2,2% der Familien haben 4 oder mehr Kinder.

Allerdings:
30% der Kinder wachsen in diesen 10% der Familien heran!
Gerade in diesen Familien ist manche Mutter auch die "Tagesmutter" ihrer eigenen Kinder.
Sie erbringt eine Leistung, die einer anderen Tagesmutter oder/und einer öffentlichen, mit Steuergeld geförderten Betreuungseinrichtung selbstverständlich abgegolten wird.


Familienarbeit (Altenpflege, Kinderbetreuung) ist eine Leistung für die Gesellschaft und nicht die Flucht aus dem Erwerbsleben.

.... - an einem Familienleistungsausgleich (= familien- und kindergerechtes Steuersystem) führt kein Weg vorbei!


Siehe auch:

Österreichische Hausfrauenunion ÖHU - Familienoffensive

Dr. Herta Herglotz

Familie und Beruf vereinbaren und kinderreiche Familie


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