Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 03.04.2008, 06:32 
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Die SPÖ scheint sich mit ihrer Linie durchzusetzen:

Die Fördermillionen für den Ausbau der Kinderbetreuung werden nur an jene Länder ausgezahlt,
die das Geld in Einrichtungen stecken und die Tagesmütter (fast) leer ausgehen lassen wollen.


Dabei sollte doch bekannt sein, daß die Betreuung durch Tagesmütter
deutlich flexibler sein kann als eine Betreuung in einer Anstalt
und vor allem den Bedürfnissen von Kindern und Müttern viel besser entspricht.

Überhaupt das Beste ist für die meisten Kleinkinder ohnehin die Betreuung durch Mama und Papa.
Wir sind als Eltern sehr verärgert, daß unsere für die Zukunft des Landes so wertvolle und die Aufrechterhaltung unserer solidarischen Gesellschaft unerläßliche Arbeit so wenig geschätzt wird. Die Erziehung der Kinder zu guten Bürgern geschieht eben am besten in den Familien.
Und wieviel erhalten wir dafür?
Und wieviel mehr gibt der Staat für Kinderbetreuung außerhalb der Familie aus?

Für SPÖ, Grüne und andere Linke gilt offensichtlich der Grundsatz:

Je früher das Kind von Mama und Papa wegkommt, desto besser für die Gesellschaft.

Offensichtlich halten sie die persönliche Betreuung in der Familie und sogar jene bei Tagesmüttern für schädlich.



Ich verweise hier auch auf weitere Darstellungen zum Thema:

Was brauchen die Kinder - was tut ihnen gut?

Familie und/oder Beruf_echte Wahlfreiheit für Mütter

Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern

Kleinkind bei Mama & Papa - Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinder als Geschenk - und neues Selbstbewußtsein der Mütter


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PostPosted: 14.04.2008, 06:22 
rhun (Frau) am 6.4., 20 Uhr 36:
Ich bin immernoch die beste Betreuungsperson für MEINE Kinder und ich will die Kinder nach meinen Vorstellungen erziehen.
Ich erziehe meine Kinder zu kritisch denkenden Personen und halte nichts davon dass meinen Kindern von der Windel an eingeimpft wird, was sie gut zu finden haben.
Das hatten wir schon in der Kommunismus.. Hier sind wiederum die Kulturbereicherer am Werk, nein ich sage nicht zu Allem ja und Amen, ebenso sollen es meine Kinder auch nicht tun. An sozialem Verhalten mangelt es meinen Kindern nicht, sie sind recht "zahlreich" :) somit haben sie gelernt sich einzufügen und zu teilen.
Ich bin praktisch in Fremdbetreuung aufgewachsen, meine Mutter hatte nur 6 Monate Karenz, sie brachte mich somit in die Krippe, danach in die Kleinkindergruppe usw..usw...später war ich im Hort.
Ich habe meine Mutter sehr vermißt, habe sehr darunter gelitten, praktisch nur zum schlafen nach Hause zu gehen.

Wenn ich das vermeiden kann, dann tue ich es...meine Kinder bleiben bis zum Schuleintritt daheim.

PS: auch meine größeren Kinder freuen sich wenn sie daheim erwartet werden, das Essen am Tisch steht und sie erzählen können was sie bedrückt bzw. was sie erlebt haben.

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removed-user (Mann) am 6.4., 21 Uhr 54:
wer kinder unter drei jahren wo hinsteckt sollte sich schämen,da kann ich nur sagen arme kinder.das müsste verboten werden.was wollt ihr den kindern noch antun? Winken

ich habe es bei meinem enkerl gsehen wie traurig sie war wenn sie nicht bei der mama sein konnte.da war sie 4.und nur im vormittagskg.

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pete stoeb (Mann) am 6.4., 20 Uhr 36:
Sollen jetzt Mama und Papa auch ein Gehalt vom Steuerzahler bekommen, damit sie sich um ihre Nachkommen kümmern? Das ist ja ihre Aufgabe, wenn sie das nicht gewollt hätten, dann hätten sie eben keine Kinder bekommen sollen.

Es hat nichts damit zu tun, dass Kinder in der Familie schlecht aufgehoben sind. Nur alles kann die Familien nicht bieten. Deshalb sollten Kinder ab 3 Jahren in einen Kindergarten gehen, damit sie mit anderen Kindern gemeinsam spielen können und Grundlagen für das Leben bekommen. Sich bemühen sich die meisten Eltern auch, aber alle Aspekte einer Erziehung gehen einfach nicht in der Familie.

Vor 3 Jahren ist es ein eigenes Problem. Kinderkrippen sind vor allem da, das wirtschaftlichen Überleben der Familie zu ermöglichen, indem die Mutter und der Vater arbeiten gehen. Hier sind Kinder sicher in der Familie besser aufgehoben - oft geht das aber nicht. Ab 3 Jahren muss es eben beides geben.

Zu beobachten ist aber leider, dass viele Eltern die Kinder in den Kindergarten abschieben, damit sie nichts mehr mit der Erziehung zu tun haben. Das ist dumm. Aber der Kindergarten ist - wie die Familie - für Kleinkindern ab 3 Jahre unbedingt nötig und sollte wie die Schule verpflichtend sein.

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isquis (Frau) am 7.4., 15 Uhr 44:
ich finde es fürchterlich, so ein zwutschkerl in die krippe zu geben... wochenlange tränen sind programmiert... es wird deiner frau oder/und dir das herz brechen!!!

ich würde jemanden suchen (oma-dienst?), der heim zu mir kommt und auf die kleine schaut, sodass sie in ihrem gewohnten umfeld bleiben kann!

pete stoeb (Mann) am 6.4., 20 Uhr 36:
Es gibt gute Tagesmütter und schlechte. Alle haben aber gemein, dass sie nicht die Ausbildung haben, die eine Kleinkindpädagogin haben muss. Außerdem sind Tagesmütter meiner Erfahrung nach extrem unflexibel. Tagesmütter (zumindest in Wien) gehen auf Urlaub und werden krank ohne dass es Ersatz gibt - die Eltern haben aber gefälligst weiter zu zahlen. Wenn die Tagesmutter etwas vorhat, dann sind gefälligst die Kleinen entsprechend abzuholen.

Das alles ist in Kinderkrippen und Kindertagesheimen (zumindest jenen der Stadt Wien) nicht. Da ist immer jemand für die kleinen da.

Es ist eine Zumutung, wenn nicht für alle Kinder die entsprechenden Plätze vorhanden sind und die Kinder zu einer solchen Tagesmutter kommen. Innerhalb eines 3/4 Jahres 3 mal krank und 4 Wochen Urlaub. 7 Wochen umsonst bezahlt und noch weiter für die Kinderbetreuung gesorgt.

Danke - Tagesmütter, die ja ihren Job als Pfuscher ohne Ausbildung machen sind abzulehnen.

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erdbeeramazone (Frau) am 7.4., 16 Uhr 56:
Hallo Pete!

Kann es sein, dass du Tagesmutter mit "Nachbarin" verwechselst, eine solche wirklich nicht immer Zeit hat für die Kinder von nebenan?

Eine Tagesmutter muss SEHR WOHL ein Ausbildung machen und vorweisen!

Diese Ausbildung dauert in etwa ein halbes Jahr, kostet (bei uns am Land) an die 600-800 Euro (weiß jetzt nicht so genau) und wenn die Tagesmutter dann auch noch Glück hat - sie "verdient" in der Stunde pro Tageskind satte zwei Euro - ja wenn sie Glück hat, dann bekommt sie vom Land sogar etwas von den Kosten der Ausbildung zurückerstattet.

Im Übrigen geht es beim Thema ja nicht darum, wer Kinder wann weggeben oder selberbetreuen will, sondern um die staatlichen Vorhaben zu "Familientzweiung", denn hier wird wirklich immer offensichtlicher versucht, Kinder so schnell wie möglich von der Familie oder von der Mutter wegzudividieren und in Heime und Stätten zu stecken! So als ob die Familie selbst als schöne "private Kuschelecke" aufgehoben werden soll oder irgend ein paar Bonzen im Auge ist!

Ich betone es ja schon länger: Wir sind ein Vollbeschäftigungs-, Wirtschafts- und Arbeiterstaat!

Und KEIN Sozial- und Familienstaat!
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jasmin (Frau) am 7.4., 17 Uhr 06:

Kinder sollten so viel wie möglich bei den Eltern aufwachsen. Ich denke aber auch man sollte schon bei der Kinderplanung gewisse Kriterien abdecken können und nicht jede Verantwortung dem Staat übertragen. Der Staat wird mich schon unterstützen. Nein das finde ich einfach nicht okay. Selbstverantwortung ist in jeder Beziehung angesagt.

Liebe Grüße
jas24min


Last edited by Gast on 20.04.2008, 06:53, edited 2 times in total.

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 Post subject: Antwort von Alwis
PostPosted: 14.04.2008, 06:25 
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@angryman:

Sie schreiben:
Niemand wird dazu gezwungen die Kinder in einen roten, schwarzen oder sonstigen Kindergarten zu geben...

Wie lange noch wird es keinen Zwang geben?
Die Grünen fordern Kinderbetreuungspflicht ab dem Alter von drei (!) Jahren!
Und in Deutschland wird gerade ein Gesetz, das es dem Staat erlaubt, die staatliche Betreuung in einer Krippe zu erzwingen, wenn z.B. die Eltern gerade arbeitslos sind oder wenn ein Kind (noch) kein Geschwister hat.
Begründung dort: "wenn ein Kind in einer Krippe besser gefördert wird als zuhause, dann...."


Sie schreiben:
Abgesehen davon sind die Kosten pro Kopf niedriger als bei Einzelbetreuung.

Auch hier muß ich widersprechen:
Ein Krabbelstubenplatz kostet je Kind und Monat ca. 1500,-- bis 2000,-- Euro.
Ein Kindergartenplatz kostet noch immer ca. 500,-- Euro.

Übrigens - das Kinderbetreuungsgeld liegt weit darunter!

Kostengünstiger wäre Kinderbetreuung in Anstalten nur dann, wenn wir es wie in der Massentierhaltung machten.
Ein Kind ist aber kein Kalb!

Und sogar ein Kalb - und auch seine Mutter - leiden darunter.


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PostPosted: 20.04.2008, 06:55 
von angryman (alter Hase) am 7.4., 20:38 Uhr:

Zitat: Ein Krabbelstubenplatz kostet je Kind und Monat ca. 1500,-- bis 2000,-- Euro.
Ein Kindergartenplatz kostet noch immer ca. 500,-- Euro.
~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich habe in diversen Foren "nachgewassert", aber die o.a. Kosten kann ich nicht nachvollziehen.
z.B.: http://www.parents.at/forum/archive/ind ... 38618.html

Hier nur 2 Beispiele:

"wir zahlen für die krabbelstube ganztags 240,-- euro + essenskosten von ca. 35 euro!"

"Tagesmutter im 9. Bezirk ...30 Std. .... Kosten... 265 inkl. Essen."

Kosten für Salzburg:
mtl. 131,-- ganztags
http://www.stadt-salzburg.at/pdf/kopiev ... fe2006.pdf
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Selbstverständlich sollte es den Eltern freigestellt bleiben, wie sie ihre Kinder betreuen (lassen).
Dass es dabei natürlich auf die jeweiligen (finanziellen) Gegebenheiten ebenfalls ankommt ist auch klar.


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PostPosted: 20.04.2008, 06:57 
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@angryman

Mit den Kosten für die Kinderbetreuung sind natürlich die Gesamtkosten gemeint.

Die Eltern zahlen ja nur ca. 10-20% der tatsächlichen Kosten!
Die restlichen 80-90% der Gesamtkosten werden vom Staat berappt.
Bemerkenswert auch:
Betreuung bei der Tagesmutter ist für die Eltern teurer
Warum wohl?
Weil die öffentliche Hand dafür wesentlich weniger zahlt als für Betreuung in Einrichtungen.
Warum? Sind sie schlechter? Ich denke nicht. Es muß andere Gründe geben!

Und wissen Sie, was es kostet, wenn die öffentliche Hand ein Kind rund um die Uhr betreuen muß, weil die Eltern ganz ausgefallen sind?

Halten Sie sich fest:
MINDESTENS 5.000,-- EURO je Kind und Monat!


Kinderreiche Eltern wären auch finanziell reich,
wenn der Staat für die Betreuung der Kinder zuhause auch soviel ausgäbe wie für Fremdbetreuung!

:arrow: :arrow: Daher:
Der Staat sollte froh sein, wenn Eltern bereit sind, ihre Kinder selber zu betreuen. Billiger und normalerweise besser macht es keiner.
Und dafür sollte der Staat auch ein wenig Geld übrig haben, nicht nur für Fremdbetreuung!


Last edited by alwis on 25.04.2008, 06:13, edited 1 time in total.

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PostPosted: 20.04.2008, 08:32 
Von: G. H., FPÖ, gesendet: Freitag, 4. April 2008 21:51

... herzlichen Dank, die Familie ist das Rückgrat unserer Gesellschaft
u. muss gefördert u. entlastet werden. Dafür setzen wir uns als FPÖ ein!
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Von: J. S., Deutschland, gesendet: Freitag, 4. April 2008 22:20
Toller Brief !
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Von: L. H., Deutschland, gesendet: Freitag, 4. April 2008 23:14
Immer wieder muß ich staunen, was Sie auf die Beine stellen und wie Sie sich wehren.
Doch gegen Ideologen hilft keine noch so gute Argumentation. Die wollen eine andere Welt, und wenn sie sich letzlich selbst dabei den Schädel einschlagen. Um deren Schädel wäre es ja nicht gerade schade, aber ihr Machtmißrauch zerstört jede Ordnung auf Generationen hin.

Bleibt also die Kirche, wie Kardinal Schönborn jüngst sagte. Doch da hätte er wohl eher aufstehen mssen! Er scheint um deren Zustand in Österreich oder D oder CH noch nicht voll im Bilde zu sein und sich etwas vorzumachen, sonst müßte er doch längst einmal gründlich aufgeräumt haben.

Wir kämpfen letztlich nicht gegen Fleisch und Blut. Das zu wissen, hilft gegen Resignation.

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Von: Frau J. M., gesendet: Samstag, 5. April 2008 23:17
herzlichen Dank für Ihr Engagement! Ja, so lange die Wirtschaft unbedingt wachsen muss, werden unersetzbare Werte verdrängt.

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Von: Hrn. A. St., Grüne, gesendet: Samstag, 5. April 2008 08:55
Ich persönlich halte von der Betreuung von Kleinkindern durch Tagesmütter
sehr viel. Meine Kinder waren selbst ab dem Alter von ca. 1 - 1 1/2 Jahren
an, an drei bis vier Vormittagen pro Woche bei einer Tagesmutter in Betreuung.

Wichtig ist mir, dass es bereits im Kleinkind- und Babyalter ein vielfälti-ges
Betreuungsangebot gibt. Ich halte eine hohe Frauernerwerbsquote für wichtig
und erstrebenswert. Die Erfahrung zeigt, dass eine längere Absenz vom
Arbeitsmarkt durch Kinderbetreuung den Wiedereinstieg erschwert.

Damit sie mich nicht falsch verstehen - meine Kinder waren mir trotz dieser
Einstellung immer wichtig. Vor meiner Abgeordnetentätigkeit war ich bei
beiden meiner Kinder in Teilkarenz um berufliche Ziele und familiäre Freuden
unter einen Hut zu bringen.

Ein dichtes Kinderbetreuungsnetz und die vermehrte Verantwortungsübernahme
von Vätern in der Kinderbetreuung sind die wichtigsten Parameter dafür, dass
einerseits Frauen nicht vom Arbeitsmarkt gedrängt werden und andererseits
Kinder optimale Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung vorfinden.

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Von: Frau U.H., BZÖ, gesendet: Samstag, 5. April 2008 15:31
Herzlichen Dank für Ihre gedanken zur Kinderbetreuung, denen ich grundsätzlich zustimme.
Das BZÖ mit mir als Familienministerin und jetzt Familiensprecherin hat sich immer einerseits für die Gleichwertigkeit von Famiulienarbeit und Erwerbsarbeit eingesetzt und andererseits die Bedeutung der elterlichen Erziehung und Betreuung in den Vordergrund gestellt. In den letzten Jahren ist ja einiges dazu erreicht worden (Beispiel pensionsbegr. Kindererziehungszeiten oder nur mehr 7 Jahre berufliche Tätigkeit für eine Pension, Rest durch Familienleistungen) und auch jetzt nehmen wir uns besonders auch der Gruppe der über 6oj. an, die heute Opfer eines Systems sind, das Erziehungs-und Betreunngs-leistung in der Familie nie entsprechend honoriert hat.
LH Jörg Haider hat in Kärnten das "Müttergeld" eingeführt und darauf aufbauend haben wir gemeinsam mit dem IHS ein österreichweites "Generationengeld" entwickelt, das wir letzten Donnerstag vorgestellt haben. Ich darf Ihnen im Anhang unsere Presseinformation mitschicken. Was die aktuelle Diskussion um die Kinderbetreuung anlangt, habe ich schon vor einigen Monaten im Parlament darauf hingewiesen, daß nicht nur die Ausbildung der Tagesmütter - als hervorragende Alternative zur familiären Betreuung - sondern auch die Plätze gefördert werden sollen, um diese Betreuung auch leistbar zu machen !
Außerdem fordern wir, daß das letzte Kindergartenjahr kostenlos für die Eltern ist, um in diesem letzten wichtigen Jahr vor Schuleintritt die gleichen Chancen für Kinder zu schaffen. Abschließend möchte ich festhalten, daß für das BZÖ die Wahlfreiheit der Eltern oberste Priorität hat und auch wenn sich Eltern/Mütter ausschließlich für die Familie entscheiden, sie damit keine Nachteile haben. Und da gibt es noch einiges weiter zu tun.
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Wien (OTS) - "Gerade der Mittelstand hat den Großteil der Steuerlast zu tragen, der damit mit viel Geld auch das Sozialsystem mitfinanzieren muß. Daher muß es entsprechende Entlastungsmaßnahmen geben, denn vor allem die Familien machen den Großteil des Mittelstands aus", sagte heute der Präsident der Zukunftsakademie Österreich Abg. Herbert Scheibner bei der gemeinsamen Präsentation der Studie: "Einführung eines Generationengeldes in Österreich - Ausweitung des Kärntner Müttergeldes" mit BZÖ-Familiensprecherin Abg. Ursula Haubner und Dr. Michaela Gstrein vom IHS fest. "Wir wollen nämlich das Kärntner Müttergeldes auf ganz Österreich ausdehnen und somit ein so genanntes Generationengeld einführen. Zur Finanzierung der Maßnahme sollen die jährlichen Steuermehreinnahmen herangezogen werden", so Scheibner weiter.

"Wir wollen unsere familienpolitischen Maßnahmen weiterführen und auch ein klares Gegenstück zu den Streitereien und faulen Kompromissen dieser Bundesregierung sein. Von der versprochenen Steuerentlastung ist nichts übrig geblieben, die soll es nun 2010 geben, nur 2010 wird es diese Regierung ohnehin nicht mehr geben. Die Belastungen für die Bevölkerung sind gleich geblieben, die Entlastungen werden aber von Rot und Schwarz auf die lange Bank geschoben", kritisierte Scheibner.

"Wir haben uns daher vorgenommen, die Entlastungen und die Unterstützun-gen für die Österreicher noch klarer zu positionieren. Es muß nicht nur eine permanente Steuerentlastung geben, sondern auch eine permanente Unterstützung des Wirtschaftsstandort geben", forderte Scheibner.

Auch müsse, so Scheibner weiter, die Kaufkraft der Österreicher gesteigert werden und hier wieder im Familienbereich. "Wir haben deshalb, um diese Fortsetzung der Familienförderungen zu unterstützen, eine Analyse beim IHS in Auftrag gegeben. Wir wollen nämlich das Kärntner Müttergeldes auf ganz Österreich ausdehnen. Das IHS hat daher eine Studie erstellt, wie dies funktionieren und wie man dies umsetzen könnte, sowie welche Rahmenbe-dingungen dafür notwendig sind. Familiensprecherin Ursula Haubner wird dann die Ergebnisse dieser Studie auch in Form von Anträgen im Nationalrat einbringen", erklärte Scheibner.

Do, 03.Apr 2008
Utl.: Bundesland Kärnten unter Landeshauptmann Haider nimmt beim
Müttergeld eine Vorreiterrolle ein"


Wien (OTS) - "Unsere wichtigsten familienpolitischen Maßnahmen sind auch in Zukunft, daß Frauen im Alter eigenständig abgesichert sind. Vor allem muß die Arbeit in der Familie für die Familie gleichwertig mit der Erwerbsarbeit gesehen werden. Wir haben daher die positiven Erfahrungen des Kärntner Müttergeldes herangezogen, um dieses dann als Generationengeld österreichweit auszudehnen. Es handelt sich dabei um Leistungen für den Generationenvertrag", sagte heute BZÖ-Familiensprecherin Abg. Ursula Haubner bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Abg. Herbert Scheibner und Dr. Michaela Gstrein vom IHS.

Die BZÖ-Familiensprecherin präzisierte in weiterer Folge das BZÖ-Modell zur Gewährung eines "Generationengeldes" für ganz Österreich. Haubner tritt für ein Generationengeld in Höhe von 300 Euro ein, das 14 Mal jährlich ausbezahlt werden solle. Diese Variante sei fair und gerecht. Dabei kämen 78 000 Frauen österreichweit in den Genuss des Geldes. "Die Erfahrung zeigt aber, daß dies nie alle Anspruchsberechtigten ausschöpfen. Wir sind daher von 80 Prozent ausgegangen: Wenn nun 80 Prozent dieser 78 000 Frauen ansuchen, das sind in etwa 64 000 Frauen, ergeben sich Gesamtosten in der Höhe von 78, 5 Mio. Euro pro Jahr.

Haubner sprach von Kosten, die sich der Staat leisten könne. Ab nächstem Jahr solle die Mindestsicherung umgesetzt werden. "Jene Gruppe von Leistungsträgerinnen darf aus diesem Netz nicht heraußen bleiben", forderte Haubner. "Das ist unsere Forderung, darauf werden auch unsere Anträge im Parlament abzielen. Im Rahmen der Diskussion um die Mindestsicherung darf diese große Gruppe von Frauen nicht übergangen werden. Ihre Leistungen, die sie erbracht haben, zum Teil auch noch erbringen, dürfen nicht gering bewertet werden und müssen im System einen wichtigen Platz finden."

Haubner sprach von einer wichtigen familienpolitische Forderung, neben der steuerlichen Entlastung. "Ein Bereich, um den wir uns kümmern werden." Die BZÖ-Familiensprecherin warf sowohl SPÖ als auch ÖVP vor, sich zwar als "Familienparteien" zu präsentieren, jedoch für Frauen wenig zu tun. "Die derzeitige SPÖVP-Regierung hat auf diese Gruppe von Frauen ganz einfach vergessen. Daher wollen wir für diese Frauen in Zukunft ein verlässlicher Partner sein."Das Bundesland Kärnten unter Landeshauptmann Haider nimmt beim Müttergeld eine Vorreiterrolle ein. Auch andere Bundesländer sollten dem Beispiel Kärnten folgen", sagte Haubner.

Diese Frauen, so Haubner weiter, seien die Leistungsträgerinnen unserer Gesellschaft und diese gehörten unterstützt. "Diese Frauen managen einerseits die Familie, weil sie Angehörige pflegen und betreuen. Daher gehören diese Leistungen entsprechend honoriert. "Wir haben in Österreich ca. eine Million Frauen über 60 Jahre, von denen knapp 50 Prozent entweder keine eigene Pension haben oder insgesamt sehr schlecht finanziell versorgt sind. Diese Frauen sind ein "Opfer des vergangenen Systems", wo eben Erziehungsarbeit bzw. Betreuungsarbeit absolut vernachlässigt wurde. In dieser großen Gruppe sind auch Frauen, die durch Scheidung auch in einer sehr schwierigen finanziellen Lage befinden", erklärte Haubner abschlie-ßend.
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Von: Hrn. E. N., SPÖ, gesendet: Sonntag, 6. April 2008 19:24
Ihre Ansicht haben Sie mir schön des öfteren geschickt. Tagesmütter wurden unter SP Regierungen immer gut gefördert, jetzt geht es aber um etwas anderes und was Sie als „staatliche Anstalten“ diffamieren, sind kleinere und größere Kindergärten von Gemeinden und Städten, die im regionalen Umfeld eine gute Infrastruktur bieten. Das auszubauen ist das Ziel dieser Maßnahme und ich finde es unsinnig, das abzulehnen nur weil nicht zugleich die Förderung der Tagesmütter enthalten ist. Wenn die Länder das unbedingt wollen, steht ihnen eine zusätzliche Förderung völlig frei, der Bund ist ohnehin erst an dritter Stelle nach den Gemeinden und Ländern dafür zuständig und muss das tun, weil diese ihre Aufgabe teilweise nicht wahrnehmen. Die Bevorzugung öffentlicher Kindergärten ist übrigens nicht mein Privatvergnügen sondern entspricht auch dem Wunsch des größten Teils der Eltern und die Vereinbarung trägt die Unterschriften der „Sozialdemokraten“ BM Hahn und Kdolsky (neben Bures und Schmied).

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Von: Frau S. A., SPÖ, gesendet: Sonntag, 6. April 2008 23:58
Lassen Sie mich dazu ein wenig umfassender antworten. Ihre Aussage, für uns gelte der Grundsatz, je früher das Kind von den Eltern wegkommt, desto besser, ist völliger Unsinn und eigentlich würde diese Vorstellung die Sie hier entwerfen, eine Antwort erübrigen. Dennoch möchte ich Ihnen ein paar FAKTEN zur Verfügung stellen:

In Oberösterreich leben ca. 137.000 Menschen an der Armutsgrenze, 78.500 davon sind Frauen. Armutsgefährdung wird als Einkommensarmut definiert. Das heißt, arm ist, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens und damit weniger als 771€ (14 mal im Jahr) hat. Von Armut sind – und das ist keine neue Botschaft – mehrheitlich Frauen betroffen. Ein Drittel aller Alleinerzieherinnen und fast ein Viertel aller alleinlebenden Frauen ist armutsgefährdet..

Dass Frauen überdurchschnittlich armutsgefährdet sind, ist, salopp formuliert, kein Fehler im System. Ganz im Gegenteil: Die Ursachen für weibliche Armut haben System.

Teilzeit heißt Teilgeld

Das beste Rezept zurArmutsverhinderung ist existenzsicherende Arbeit. Dazu haben viele Frauen keinen Zugang. In Oberösterreich arbeiten bereits 47 Prozent aller erwerbstätigen Frauen Teilzeit. Das ist die höchste Teilzeitrate im Bundesländervergleich. Teilzeit heißt letztlich auch Teilgeld, mit dem die Kosten für den Lebensunterhalt kaum gedeckt werden können. 70% der teilzeitbeschäftigen Frauen haben ein Nettolohneinkommen an und unter der Armutsgrenze.

Aber auch ganzjährige Vollzeitbeschäftigung garantiert Frauen nicht immer ein Einkommen, das über einen möglichen Mindestlohn von 1.000€ liegt. 12.700 Frauen in Oberösterreich, die ganzjährig Vollzeit beschäftig sind, verdienen weniger als das. Das sind 14% aller Vollzeit beschäftigten Frauen in Oberösterreich.

Auf die Arbeit kommt es an

Arbeit von der man und frau leben kann, ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen aus der Armut heraus zu kommen. Das zeigt sich vor allem an den Zahlen bei Mehrkindfamilien. Bei Familien zwischen null und drei Kindern, steigt das Armutsrisiko von 14 auf 27 Prozent wenn nur eine Person (meistens der Vater) erwerbstätig ist. Sind beide Eltern berufstätig, steigt das die Gefährdungsquote geringer an, von vier auf 13 Prozent.

Frauen können weit weniger als Männer einer Arbeit nachgehen, von deren Einkommen sie leben können. Das größte Problem dabei ist die Kinderbetreuung: 86 Prozent aller Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich schließen vor 17 Uhr. Die Arbeitsplätze im ländlichen Raum sind ohnehin rar. Viel zu oft sind es nur Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigungsangebote. Männer können dem durch Pendeln in den Zentralraum ausweichen. Das können Frauen viel seltener, weil es an Verkehrsmitteln und Kinderbetreuung fehlt. Der geringe Verdienst und die erhöhten Kosten für Mobilität und Kindergarten macht oftmals das Arbeiten gehen teuer. Es zahlt sich einfach nicht aus. Es verwundert nicht, dass darum Mütter weitaus seltener einem Beruf nachgehen können, als Frauen ohne Kinder. Für Männer wirkt sich die Tatsache, dass sie Kinder haben, kaum auf ihre Erwerbsbeteiligung aus.

Altersarmut ist weiblich

Armut trotz Arbeit setzt sich als Altersarmut fort. 330.000 Frauen ab 65 haben keinen eigenständigen Pensionsanspruch. Erst wenn der Ehepartner verstorben ist, verfügen sie über eigenes Geld in Form der Witwenpension. Der Einkommensunterschied findet im Alter seine Fortsetzung: Die Pensionen der Frauen sind um rund 50 Prozent niedriger als die der Männer. Die Ausgleichszulage beträgt 726€ und liegt damit deutlich unter der Armutsschwelle von 771€. Fast drei Viertel aller Pensionisten, die diese Zuzahlung zur Rente erhalten, sind weiblich.

Armut verhindern heißt: Eigenständigkeit sichern

Es gibt trotzdem eine gute Nachricht.12% aller Menschen, die in Österreich leben, sind von Armut betroffen. Gäbe es keine Sozialleistungen, wären doppelt so viele Menschen arm. Der Sozialstaat reduziert das Armutsrisiko. Weil das so ist, kann und muss der Sozialstaat strukturelle Armutsfallen abbauen. Wenn uns Eigenständigkeit und selbstbestimmtes Leben für alle Menschen wichtig ist, müssen wir den Finger auf die offenen Wunden legen und sehen, wie zu Viele – und das sind mehrheitlich Frauen – fast zwangsläufig in eben diese Fallen geraten.

Mindestlohn für alle, ausreichende, leistbare Kinderbetreuung garantieren, Rückkehrrecht auf Vollzeit verankern und eine Mindestsicherung, die deutlich über der Armutsgefährdungsschwelle liegt, sind keine Wünsche ans Christkind, sondern praktische und wirksame Schritte dem Frauenschicksal Armut, den Boden zu entziehen.

Antwort darauf sofort:

Sie bleiben leider immer auf der Schiene
„Frauen in das Erwerbsleben, und zwar zu 100%,
Kinder in staatliche Betreuung, koste es was es wolle!“

Bitte lesen Sie einmal die folgenden Vorschläge, die allesamt in unserem Forum zu finden sind:

Familie = Beruf
Österreichische Hausfrauenunion - Familienoffensive
Linkspartei in Deutschland gegen Ausbeutung der Familien
Familienbesteuerung und Frauenerwerbsquote
Beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen im Beruf
Von Geburt an für jeden Existenzsicherung
21. Mai 2007 - Vollzeitmutter leistet 100.000 Euro/Jahr

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Von: Frau H. H., gesendet: Montag, 7. April 2008 11:53
Ich bewundere Ihren tollen Einsatz, an alle MPs zu schreiben.Und wie recht Sie haben!
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Von: Hrn. K. St., gesendet: Montag, 7. April 2008 15:09
geld an subsysteme zu verteilen ist eigenschaft der sozis, das individuum darf nicht gefördert werden :-)

von kinderkrippen halte ich nichts...

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Von: Frau B. R., SPÖ, gesendet: Montag, 7. April 2008 16:09
Ich darf den Erhalt ihrer Mail vom 4. April bestätigen und die Stellung der SPÖ-Frauen zur öffentlichen Kinderbetreuung und deren Förderung übermitteln:

Kinder brauchen Bildung

Bildung bereitet auf das Leben vor, gibt Wissen, Erkenntnisse und Erfahrung und eröffnet Zugänge zu Kultur und Kunst. Alle Kinder sind wissbegierig, lernbereit, spontan und kreativ. Wer früh die Lust am Lernen und an der Neugierde entdeckt, wird auch im späteren Leben gerne Neues dazulernen. Das öffentliche Bildungssy-stem muss deshalb allen so früh wie möglich zur Verfügung steht. Vermögen und Einkommen der Familie dürfen ebenso wenig eine Rolle spielen wie die Mutterspra-che oder individuelle Lernschwierigkeiten.
In ganz Österreich fehlen 46.000 Betreuungsplätze. Bei weiteren 40.000 besteht Notwendigkeit, die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Familien anzupassen.
Wir forcieren deshalb den flächendeckenden Ausbau von bedarfsorientierten Kinderbildungsplätzen. Der Bund gibt den Rahmen vor und überträgt den Ländern die Ausführung. Im Rahmen von Sprengeln, in denen mehrere kleine Gemeinden zusammenarbeiten, kann auch in dünn besiedelten Gebieten ein ausreichendes Angebot an Kinderbildungseinrichtungen gesichert werden.
Der internationale Vergleich belegt den qualitativen Unterschied, den Kinder in Ganztagsschulen erfahren. Sie entwickeln ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten optimal und lernen den respektvollen Umgang miteinander.
Neben dem unbestrittenen pädagogischen Nutzen des gesamten Bildungsangebots (Krippen, Kindergärten, Hort und Ganztagsschulen) gelingt auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile.

Mit freundlichen Grüßen

##################

unsere Antwort sofort

Danke für Ihre Antwort, aber:

Es wird sehr viel von
Erhöhung der Frauenerwerbsquote geredet und von der
Erreichung der Barcelona-Ziele.

Entscheidend ist für uns Eltern alleine, wie es unseren Kindern geht.
Wir wollen ihnen in den alles entscheidenden ersten Lebensjahren eine warmes Nest bieten und sie so befähigen, zu glücklichen, wertvollen und damit auch belastbaren Menschen heranzuwachsen.

Dazu braucht es vor allem liebende Eltern, viel Zeit und Zuwendung.
Schauen Sie sich die Erfahrungen mit Fremdbetreuung an, wie sie uns die Adeligen jahrhundertelang vorgezeigt haben. Waren die von Ammen und sonstigen fremden Personen (anstelle der Eltern) betreuten Kinder der Könige und Fürsten glücklicher als die Kinder gewöhnlicher Leute?
Nein, die Liebe und Zuwendung der Eltern ist durch keine noch so gut, lang und womöglich akademisch gebildete Kindergärtnerin ersetzbar!

Warum eigentlich sollen wir nicht den Wert der Betreuungsarbeit, der zuhause geleistet wird, genauso anerkennen, wie das selbstverständlich außer Haus geschieht?
Sind Eltern schlechtere Betreuer als Kindergartentanten?

Wir treten daher für echte Chancengleichheit zwischen Betreuung im Elternhaus und außerhalb des Elternhauses ein - wenigstens das!


Lesen Sie doch einmal den einen oder anderen der vorgeschlagenen Beiträge.
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ÖHU - Familienoffensive - Dr. Herta Herglotz

Familie und/oder Beruf_echte Wahlfreiheit für Mütter

Familie und Beruf - auch für Männer ein Thema

Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern

Kleinkind bei Mama & Papa - Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinder als Geschenk - und neues Selbstbewußtsein der Mütter

Und zur längeren Babypause:
Auch nach 10 Jahren Absenz vom Arbeitsmarkt kann der Wiedereinstieg sehr gut gelingen:

Beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen im Beruf


_____________________________________________________________
Von: Hrn. W. P., Grüne, gesendet: Montag, 7. April 2008 22:17

Ihr Satz:
Je früher das Kind von Mama und Papa wegkommt, desto besser für die Gesellschaft.

kann ich absolut nicht unterschreiben. Wenn Sie sich unsere konkreten Anträge ansehen, werden Sie feststellen,
dass es uns einfach um eine ordentliche öffentliche Unterstützung geht, gerade für jene Familien, Frauen und Männer,
die es im Leben sowieso schwer haben......

wünsche Ihnen alles Gute,
mfG,
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Unsere Antwort sofort:

Danke für die Antwort.

„Je früher das Kind….“

Ich habe diesen Schluß aus verschiedenen Wortmeldungen und Vorschlägen der Grünen und anderer gesellschaftspolitisch linksgerichteten Gruppen gezogen.
Gerade die Grünen sind mit ihrer Forderung nach Kinderbetreuungspflicht ab dem 3. Lebensjahr des Kindes am weitesten gegangen.

Dabei möchte man meinen, daß die Grünen für naturnahes Aufwachsen unserer Kinder eintreten.
Dem ist leider nicht so – im Gegenteil.
Wir können die Grünen in diesem Punkt mit Fug und Recht als linksextrem einstufen.


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Von: Frau E. H., SPÖ, gesendet: Dienstag, 8. April 2008 09:22

Ihr E-Mail zum Thema Kinderbetreuung möchte ich wie folgt beantworten:

Die Bundesregierung hat sich bei der Kinderbetreuung das Ziel gesetzt, den Schwerpunkt auf den Ausbau der Betreuungsplätze für unter 3-Jährige zu legen, weil es einerseits in dieser Altersgruppe durch die Flexibilisierung des Kindergeldes künftig einen größeren Bedarf geben wird und andererseits hier bereits heute der größte Nachholbedarf besteht. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist liegt die Betreuungsquote bei unter 3-Jährigen in Österreich lediglich bei elf Prozent, während das so genannte "Barcelona-Ziel" der EU eine Betreuungsquote von 33 Prozent bis zum Jahr 2010 vorsieht.

Gleichzeitig werden aber für zusätzliche Tagesmütter (unabhängig vom Alter des Kindes) und für Betreuungsplätze für 3- bis 6-Jährige Mittel des Bundes bereitge-stellt. Darüber hinaus gibt es nochmals jährlich fünf Millionen Euro für die Frühförde-rung der 5- bis 6-Jährigen.

Die Schlussfolgerungen, die Sie in Ihrem E-Mail aus dem von Ihnen behaupteten Umstand, dass "Tagesmütter (fast) leer ausgehen", ableiten, ist für mich daher nicht nachvollziehbar!

Mit freundlichen Grüßen
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Von: Frau M. L., gesendet: Dienstag, 8. April 2008 16:58

Mütter und Väter sollen ihr Leben mit Kindern in Einklang mit ihrer persönlichen und beruflichen Situation gestalten können. Dabei sollen ihnen aber keine Nachteile entstehen, wenn sie sich - wie lange auch immer - selbst um ihre Kinder kümmern möchten. Die Wahlfreiheit zwischen der inner- oder der außerfamiliären Betreuung muss unserer Meinung nach gesichert sein.

In unserer parlamentarischen Bürgerinitiative „Mit Kindern in die Zukunft! Für ein kinder- und elternfreundliches Österreich“ setzen wir uns nicht nur für bestmögliche und leistbare Kinderbetreuung ein, sondern auch für die oben angesprochene Wahlfreiheit zwischen inner- und außerfamiliärer Form. Ende Juni übergeben wir die Ergebnisse der Parlamentarischen Initiative den PräsidentInnen des Österreichischen Nationalrates. Die bisher erreichte Anzahl der Unterschriften, die auch von vielen prominenten Persönlichkeiten geleistet wurde, kann sich sehen lassen! Bitte helfen auch Sie uns, mit Ihrer Unterschrift eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft in unserem Land zu fördern! Unsere parlamentarische Initiative läuft noch bis Ende Juni.
Weiters fordern wir in unserer Initiative einen Hilfsfonds für Schwangere in Not, Werbung für Schwangerenberatung und vielfältige solidarische Unterstützung für Eltern von Kindern mit Behinderung.

Die Unterschriftenlisten können Sie über unsere Hompage http://www.aktionleben.at ausdrucken.

Mit freundlichen Grüßen
http://www.aktionleben.at
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Vom BMfWuA, gesendet: Mittwoch, 9. April 2008 10:32

Im Namen der Staatssekretärin Christine Marek darf ich Ihnen für Ihr E-Mail danken und möchte Ihnen folgendes antworten:

Es ist ein Verdienst der ÖVP Familienministerin Dr. Andrea Kdolsky,
dass bei den Verhandlungen mit den Ländern über den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze gerade auch Tagesmütter miteinbezogen werden,
denn dies entspricht genau unserem Ansatz,
Wahlmöglichkeiten für Mütter und Väter zu schaffen.
Ich begrüße daher auch den Ansatz,
den Ausbau von Nachmittagsbetreuung bzw weiteren Kinderbetreuungsplätzen in Österreich zu fördern,
weil dies genau das ermöglicht:
Wahlfreiheit.
Viele Eltern stehen vor großen Schwierigkeiten,
wenn einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wird, nötige Betreuungsplätze aber fehlen.
Durch ein größeres Angebot wird wesentlich zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beigetragen.

Dabei ist es aber natürlich wichtig, dass die Betreuungsplätze nicht zu Kinder-Aufbewahrstätten werden.
Deshalb ist uns eine Qualitätssicherung und ein durchdachter pädagogischer Ansatz wichtig.

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Von: Hrn. L. W., FPÖ, gesendet: Mittwoch, 9. April 2008 11:17

Ich teile Ihre Ansicht, dass die beste "Kinderbetreuungsanstalt" natürlich die Mutter ist.
Doch in unserer sonderbaren Zeit, wo alles nur noch um Profit und Konsum geht,
redet man den jungen Frauen ein, dass Beruf und Karriere wesentlich wichtiger sind
als der natürliche Auftrag der Mutterschaft mit all seinen Konsequenzen.
Ich teile weiters Ihre Ansicht, dass, wenn schon Beruf und Karriere gewählt werden,
das Kind besser bei einer Tagesmutter als in einer staatlichen Anstalt aufgehoben ist.
Ich setze mich schon immer und auch weiterhin für die Förderung der Tagesmütter ein,
aber leider kann ich derzeit nicht das umsetzen, was dafür notwendig wäre.
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Von: Hrn. G. H., Vorarlberg, gesendet: Mittwoch, 9. April 2008 15:43

herzlichen Dank für Ihr Mail vom 4. April 2008. Ich teile Ihre Bedenken, was die Förderung von Institutionen statt Tagesmüttern betrifft, durchaus.

Meine persönliche Meinung ist, dass wir in den Bereichen der Kinderbetreuung
so flexibel wie möglich und bedarfsorientiert sein sollte.
Auch ich erachte die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter als besonders flexible Betreuungsform,
die auch die spezifischen Betreuungsbedürfnisse von berufstätigen Eltern vor allem im ländlichen Raum abdeckt.
Meines Erachtens sollte die Wahl der geeigneten Betreuungform den Eltern und nicht dem Staat zukommen.

Der Umstand, dass dieses Anliegen in der Art. 15a-Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern zuwenig Berücksichtigung finden,
war zumindest für Vorarlberg mit ausschlaggebend dafür,
dass wir bislang - wie die Mehrheit der Länder -
die vom Bund vorgelegte Vereinbarung nicht unterschrieben haben.

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Von: Frau B. Z., Grüne, gesendet: Dienstag, 8. April 2008 16:36

selbstverständlich ist die Betreuung zuhause für Kinder enorm wichtig,
und es ist schön, wenn es Familien möglich ist, sich dermaßen intensiv
mit ihren Kindern zu beschäftigen.
Leider entspricht dieses Ideal nicht den Lebensrealitäten eines Großteils der Menschen in Österreich,
weshalb die Grünen einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz -
sei es bei einer Tagsesmutter oder im Kindergarten - fordern.
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Herr M. S., ÖVP, gesendet: Donnerstag, 10. April 2008 15:56

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben betreffend Kinderbetreuung. Ich kann Ihnen diesbezüglich versichern,
dass sich die SPÖ mit ihrer Linie in dieser Frage nicht durchgesetzt hat:
Denn bekanntlich haben die VP-regierten Länder die 15a-Vereinbarung zur Kinderbetreuung noch nicht unterschrieben.
Familienministerin Andrea Kdolsky wird diesbezüglich zu einem neuerlichen Gespräch mit den Vertretern der Länder zusammentreffen, wobei der Termin noch nicht fixiert ist.
Ganz allgemein möchte ich festhalten,
dass die ÖVP in dieser Frage die Wahlfreiheit in den Vordergrund stellt.
Niemand soll gezwungen werden, eine bestimmte Form der Betreuung zu wählen.
Dieser Grundsatz umfasst die Möglichkeit die Betreuung des Nachwuchses zu Hause
ebenso wie jede Form der Fremdbetreuung - und hier sind Tagesmütter natürlich miteinzubeziehen.
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Herr J. C., SPÖ, gesendet: Freitag, 11. April 2008 14:58

Bezugnehmend auf Ihr Schreiben „Kinderbetreuung – nur in staatlichen Anstalten wertvoll?“ vom 4. April 2008 darf ich folgendes klarstellen:

Österreich liegt im Bereich der monetären Familienleistungen im europäischen Spitzenfeld.
An dieser Stelle sei etwa das im vergangenen Jahr im Nationalrat beschlossene neue flexiblere Kinderbetreuungsgeld
sowie die Ausweitung der Familienbeihilfe für (meist armutsgefährdete) Familien mit mehreren Kindern erwähnt.
Die bestehenden steuerlichen Begünstigungen sind Ihnen sicher ebenfalls bekannt.

Nichts desto trotz werden wir uns bei den Verhandlungen zur Steuerreform für Erleichterungen für Familien einsetzen
und zwar nach dem Grundsatz “Jedes Kind ist gleich viel wert.“
Eine Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen wird die Situation weiter verbessern.

Aus meiner Sicht ist es sehr erfreulich, dass der Bund den Ländern das Angebot machen konnte,
bis 2010 jährlich 15 Millionen Euro für den Ausbau zusätzlicher Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Hauptaugenmerk wird dabei auf das institutionelle Angebot für die Unter-Drei-Jährigen gelegt.
Und auch Tagesmütter wurden berücksichtigt:
Die Ausbildungen von Tageseltern werden in Zukunft gefördert.
Es ist bedauerlich, dass dieses Angebote nicht von allen Ländern angenommen wurde.

Es gibt viele gute Gründe für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung außer Haus:

Wie bereits in meinem Antwortschreiben an Sie im August 2007 ausgeführt,
möchte ich auch heute nochmals betonen:
Die Entwicklung von Kindern wird durch eine Frühförderung in Kindergärten und Krippen besonders positiv beeinflusst.
Nicht ohne empirische Grundlagen hat sich die EU zum Ziel gesetzt
die Betreuungsquote von 33 % bei unter 3 Jährigen bis 2010 zu erreichen.
Derzeit rangiert Österreich hier im untersten Drittel.
Dazu kommt:
Ein besseres Betreuungsangebot ist die Grundlage für die längst überfällige leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle Eltern.
Kinderbetreuungseinrichtungen heben zudem die Beschäftigung und sind ein Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Lt einer IFES Studie sieht sich die Mehrheit der Frauen als Berufstätige.
67% führen den Geburtenrückgang auf unzureichende Rahmenbedingungen zurück.
All diese Fakten gilt es zu berücksichtigen, sie fordern zum Handeln auf!

Daher hat die SPÖ ein weiteres familienpolitisches Projekt auf der Agenda:
Da die erste Zeit nach der Geburt des Kindes kritisch aber auch besonders schön für junge Eltern ist,
setzen wir uns besonders für bessere Möglichkeiten der Väterbeteiligung bereits unmittelbar nach der Geburt eines Kindes ein:
Freiwilligkeit, Rechtsanspruch und soziale Absicherung müssen gewährleistet sein.
Der "Papamonat" wird einen weiteren wichtigen Beitrag für den Beginn einer guten Eltern-Kind-Beziehung leisten.

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Antwort sofort:


Danke für die ausführliche Antwort.

Besonders schätze ich daran:
Sie gehen auf mein Schreiben ein und schicken nicht nur ein allgemein gehaltenes Antwortschreiben.

Auf meine Aussendung kamen mehrere Antworten von SPÖ und Grünen, die in diese Richtung gehen:
„Wir wollen alle das Beste für unsere Kinder….“

Wir werden daher in unserer nächsten Aussendung auf dieses gemeinsame Anliegen eingehen,
das die linke und rechte Reichshälfte wenigstens in den Fragen rund um unsere Kinder einigen könnte.

Es geht ja um nicht mehr und nicht weniger als die
Aufrechterhaltung unserer (noch) solidarischen Gesellschaft.


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Herr A. L.

Wir sind in dieser Frage sicher einer
Meinung. Zuletzt habe ich im neuen "KOMMA" ein entlarvendes Interview
des dt. Politikers Greiner gelesen!
Man sollte alle totalitäre Belege
sammeln und der ÖVP und CDU zustellen! Ich werde bald dazu etwas
schreiben.

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Frau J. M., gesendet: Montag, 14. April 2008 09:32

Es gibt Blindheit, die erschreckt.
Herzlichen Dank für diesen Brief, ich kann ihn gut gebrauchen um meine Meinungen zu bilden.
Wie arm sind doch diese Kinder,
die auf ihre Mama verzichten müssen,
aus Blödheit und Ignoranz, oder politischen Sachzwängen,
welche unersetzbare Werte verdrängen.


Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

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Herr G. H., gesendet: Montag, 14. April 2008 08:43

Danke für Ihre interessanten Anregungen,
die ich für einen wertvollen Beitrag zur politischen Meinungsbildung halte.
Ich bin mit Ihnen der Meinung, dass die Politik die Bedeutung der Familienarbeit stärker als bisher anerkennen sollte.
In welcher Form dies geschehen soll, wird Gegenstand der weiteren Diskussion sein.

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Frau H. K., Erwachsenenbildung, gesendet: Montag, 14. April 2008 12:51

Vorweg vielen Dank für Ihre Zusendungen.

Wir begrüßen die öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit, die
Qualität und den Wert von Kinderbetreuung in unserer Gesellschaft. Von
sehr vielen Eltern, Pädagogen und Gemeinden wissen wir, dass (je nach
Einwohnerzahl) bei der Notwendigkeit außerhäuslicher
Kinderbetreuung Tagesmütter bevorzugt werden (z.B. vor Krabbelstuben).

Ziel wäre es, zu einer tatsächlichen Wahlfreiheit zu kommen.
D.h. Eltern die Möglichkeit zu geben, Ihre Kinder zu Hause zu betreuen, ohne
danach finanzielle Nachteile beim Wiedereinstieg in Kauf nehmen zu
müssen.
Prof. Dr. Mazal hat diese Tatsache als klaren Fall von Diskriminierung
bezeichnet, in der Familienarbeit weitaus geringer bewertet wird als
Erwerbsarbeit.


Von dieser Wahlfreiheit sind wir noch weit entfernt. Zu dieser
Wahlfreiheit gehört aber auch eine Angebotsvielfalt, die z.B.
Tagesmütter, qualitätsvolle Kinderbetreuung in Kindergärten,
Nachmittagsbetreuung von Schulkindern,... mit einschließt.

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Der Grüne Parlamentsklub antwortet,
gesendet: Montag, 14. April 2008 13:35


Wir bedanken uns für Ihre Anfrage an den Abg. Rossmann betreffend der Kinderbetreuungssituation in Österreich.

Ihr Bild von Kinderbetreuungseinrichtungen ist ein sehr Negatives. Sie sprechen von "Anstalten". Aus Ihrer Sicht passiert die allerbeste Betreuung und Erziehung zu Hause.
Unserer Meinung nach ist es eine Illusion, dass ausgerechnet und nur in Familien alles ideal abläuft. Für manche Kinder, vor allem aus sozial schwächeren Familien, ist es sicherlich eine Verbesserung ihrer Situation, wenn sie in eine Betreuungseinrichtung kommen. Viele Kinder profitieren enorm durch ausserhäusliche Betreuung.

Einschub - Antwort:
Was sind „sozial schwächere“ Familien? Sind es solche mit wenig Geld? Dann sind Sie daneben. Eltern mit wenig Geld kümmern sich nämlich oft wesentlich besser um ihre Kinder als Eltern mit viel Geld. Denken Sie doch an die wohlstandsverwahrlosten Kinder mit viel Geld aber wenig Zeit und Zuwendung der Eltern. Die Folgen sind manchmal schrecklich – bis hin zur Kriminalität.
Es profitieren von außerhäuslicher Betreuung vor allem Einzelkinder und Kinder von Eltern, die selber nicht erziehungsfähig sind. Das hat mit „sozial schwächer“ aber nichts zu tun.


Unserer Ansicht nach sollte Erziehung und Aufwachsen von Kindern in einem Wechselspiel von Familie und Betreuungseinrichtungen erfolgen. Denn etwa den Autausch mit anderen Kindern, das Spielen in der Gruppe, das haben Kinder heutzutage in Familien oft nicht mehr - genau deshalb ist aber eine Betreuungseinrichtung eine Bereicherung. Andererseits brauchen Eltern oft Entlastung und Unterstützung bei der Erziehungsaufgabe.

Einschub - Antwort:
Warum soll es nicht verschiedene Möglichkeiten des Aufwachsens geben?
Warum sollen alle Kinder über einen Leisten geschlagen werden?
Warum sollten nicht die Eltern bestimmen, wie sie ihre Kinder aufwachsen lassen wollen?
Es gibt doch verschieden Lebensformen bei Familien, die wir gelten lassen sollten. Kinderreiche Eltern können ihren Kindern zuhause oft beste Voraussetzungen bieten. Warum sollten sie teure Kinderbetreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen, damit sie dann schlechter aufwachsen als zuhause?


In Ihrem Mail kritisieren Sie den geplanten Ausbau an Kinderbetreuungseinrichtungen der im Rahmen einer 15a-Vereinbarung mit einigen Bundesländern festgelegt wurde. Aus Grüner Sicht ist ein Ausbau an Kinderbetreuungsplätzen höchst an der Zeit und daher sehr begrüßenswert.
Sehr viele Eltern (immer noch vorwiegend Frauen) wollen nach der Geburt eines Kindes in die Berufstätigkeit zurückkehren, können dies aber nicht, weil die Verfügbarkeit an Kinderbetreuungsplätzen in Österreich mangelhaft ist. Vor allem die Betreuungssituation der unter 3-jährigen ist enorm verbesserungswürdig. Eine immer größer werdende Gruppe ist die der Alleinerziehenden Eltern. Für AlleinerzieherInnen wird die Kinderbetreuungssituation mitunter zur einer existenziellen Frage.

Einschub - Antwort:
Und warum sollten wir nicht das Geld, das der Staat für Kinderbetreuungseinrichtungen ausgeben muß – und das ist sehr viel, wie Sie sicher wissen – den Eltern in die Hand und lassen sie als mündige Bürger entscheiden?
Sind wir Eltern nicht fähig, selber zu entscheiden, welche Betreuung die beste für unsere Kinder ist?


In einem weiteren Punkt sprechen Sie die Frage des Tagesmütter an. Tagesmütter werden, wie sie wissen, im Rahmen der 15a Vereinbarung mit den Ländern, sehr wohl gefördet.

Zeitliche Flexibilität von Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Punkt, damit Eltern sie in Anspruch nehmen können. Aus Grüner Sicht wäre es an der Zeit ein Bundesrahmengesetz für die Kinderbetreuung einzuführen und so auch Kindergärten flexibler zu machen. Darin soll neben der Regelung über Kindergartenbeiträge auch ein Übereinkommen über einheitliche Regelungen betreffend der Öffnungszeiten enthalten sein. Die Grünen fordern Kinderbetreuungseinrichtungen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen (Öffnungsdauer mind. 40 Std, Reduzierung der Schließtage im Sommer, tägliche Öffnungsdauer von mind. 8 Std).

Entgegen Ihrer Annahme ist es nicht Absicht der Grünen alle Kinder Ihren Eltern wegzunehmen und diese in ausserhäusliche Betreuung zu stecken. Eltern sollten die Wahlfreiheit haben.
Wahlfreiheit haben die Eltern nur, wenn sie nicht finanziell gezwungen werden, Kinder wegzugeben, damit beide Elternteile außer Haus arbeiten gehen können.

Einschub - Antwort:
Ist es nicht ein Witz, wenn die Kinderbetreuung außer Haus z.T. mehr kostet, als die Mutter außer Haus an Einkommen erwerben kann?
Hier wird indirekt die Wirtschaft gefördert. Die Kinder werden vom Staat betreut, die Mütter stehen der Wirtschaft als Arbeitskräfte zur Verfügung. Und Sie wissen – hohes Angebot an Arbeitskräften erleichtert den Arbeitgebern das Lohndrücken!
Die Grünen machen sich in diesem Punkt aus ideologischen Gründen zu Helfern der Lohndrücker!


In punkto Verfügbarkeit ausserhäuslicher Kinderbetreuung kann jedoch keine Rede sein von Wahlfreiheit. Deshalb besteht aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf.

Antwort sofort:
Danke für Ihre Antwort. Wir schätzen es, daß Sie sich Zeit für eine überlegte Antwort genommen haben. Ich selber wäre ja eigentlich auch ein Grüner, wenn die Grünen als Partei in gesellschaftspolitischen Fragen nicht so „ungrün“ wären.
Die Grünen sind in diesen Fragen von den Marxisten nicht zu unterscheiden!


Es wird sehr viel von
Erhöhung der Frauenerwerbsquote geredet und von der
Erreichung der Barcelona-Ziele.

Entscheidend ist für uns Eltern alleine, wie es unseren Kindern geht.
Wir wollen ihnen in den alles entscheidenden ersten Lebensjahren eine warmes Nest bieten und sie so befähigen, zu glücklichen, wertvollen und damit auch belastbaren Menschen heranzuwachsen.

Dazu braucht es vor allem liebende Eltern, viel Zeit und Zuwendung.
Schauen Sie sich die Erfahrungen mit Fremdbetreuung an, wie sie uns die Adeligen jahrhundertelang vorgezeigt haben. Waren die von Ammen und sonstigen fremden Personen (anstelle der Eltern) betreuten Kinder der Könige und Fürsten glücklicher als die Kinder gewöhnlicher Leute?
Nein, die Liebe und Zuwendung der Eltern ist durch keine noch so gut, lang und womöglich akademisch gebildete Kindergärtnerin ersetzbar!

Warum eigentlich sollen wir nicht den Wert der Betreuungsarbeit, der zuhause geleistet wird, genauso anerkennen, wie das selbstverständlich außer Haus geschieht?
Sind Eltern schlechtere Betreuer als Kindergartentanten?

Wir treten daher für echte Chancengleichheit zwischen Betreuung im Elternhaus und außerhalb des Elternhauses ein - wenigstens das!


Lesen Sie doch einmal den einen oder anderen der vorgeschlagenen Beiträge.
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ÖHU - Familienoffensive - Dr. Herta Herglotz

Familie und/oder Beruf_echte Wahlfreiheit für Mütter

Familie und Beruf - auch für Männer ein Thema

Umfrage zur Betreuung von Kleinkindern

Kleinkind bei Mama & Papa - Tagesmutter o. Krabbelstube

Kinder als Geschenk - und neues Selbstbewußtsein der Mütter

Und zur längeren Babypause:
Auch nach 10 Jahren Absenz vom Arbeitsmarkt kann der Wiedereinstieg sehr gut gelingen:

Beste Erfahrungen mit Wiedereinsteigerinnen im Beruf

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Vom BMfGFJ (Kdolsky) schreibt Frau M.S., gesendet: Dienstag, 15. April 2008 08:29

Bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 5. April 2008 möchte ich Ihnen dazu
Folgendes mitteilen:
Zur Förderung von Tageseltern aus Bundesmitteln ist zu sagen, dass die
Bundeszuschüsse für die Ausbildung von Tagesmüttern/-vätern verwendet
werden können. Dies ist ein Punkt den Frau Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky
nur durch lange Verhandlungen mit Frau Bundesministerin Doris Bures erreichen
konnte.
Im Auftrag von Frau Bundesministerin tagt derzeit eine Arbeitsgruppe zum
Thema „Qualitätssicherung der Tagesmütter/-väter“, die Standards für eine
bundeseinheitliche Ausbildung ausarbeitet.
Zentrales Anliegen familienpolitischen Handels ist die Stärkung der persönlichen
Wahlfreiheit. Die Sicherstellung von Kinderbetreuungsplätzen, die dem Wohl des
Kindes und den Bedürfnissen berufstätiger Eltern/Elternteilen dienen, ist für Frau
Bundesministerin genauso wichtig, wie die Unterstützung der Familien, die sich
entschlossen haben, dass ein Elternteil sich temporär ausschließlich der
familiären Betreuung und Erziehung der Kinder widmet.

Durch die Möglichkeit während des Kinderbetreuungsgeldbezuges dazuverdienen
zu können, soll eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter
und Väter erreicht werden. Durch diese Regelung soll es Eltern ermöglicht
werden, auch während der Karenz den Kontakt zum Betrieb aufrecht zu erhalten.
Damit wird der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nach der Babypause erleichtert.
Von diesen Maßnahmen werden positive Impulse auf das Erwerbsleben der
Frauen und eine partnerschaftliche Betreuung des Kleinkindes erwartet. Die
Einbindung der Väter ins Familienleben erscheint uns ebenfalls äußerst wichtig.
Wir müssen den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den
neuen Formen des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen.

Mit freundlichen Grüßen

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Von J. K., SPÖ, gesendet: Mittwoch, 16. April 2008 12:56

In Österreich sind die Länder für die Kinderbetreuung zuständig (nat. außerhäusliche ;-)
International gesehen gibt es in Österreich jedoch ein großes Defezit an Plätzen; vor allem für unter 3 Jährige. Der Bund stellt für den Ausbau (nicht für den laufenden "Betrieb") Geld zur Verfügung. Hierbei werden "Tagesmütter" oder auch "Tagesväter"-Plätze nicht anders behandelt als Plätze in Kindergärten oder Kinderkrippen; nähmlich Geld für Ausbau (Infrastruktur, Schulungen, etc.) aber nicht für den laufenden Betrieb (Gehälter, etc.).
Wenn sie der Verbesserungsvorschläge für die Förderung von Tagesmüttern haben, ist es am einfachsten sie dem zuständigen Landesrat zu schreiben (viktor.sigl@ooe.gv.at).

mit freundlichen Grüßen,

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Aus Deutschland antwortet die Familien-Partei, gesendet: Donnerstag, 17. April 2008 21:24


Sehr geehrte Damen und Herren der SPÖ,

wir hier von der Familien-Partei Deutschlands teilen die Meinung, dass
die Arbeit der Familien in einer Gesellschaft mit immer weniger
Kindern mehr und mehr geringgeschätzt wird.
Deswegen finden wir es gut, dass Sie in Österreich dafür kämpfen, dass
für Familien Gerechtigkeit auch eine Tatsache wird,
so wie wir unsererseits unser Mögliches dafür in Deutschland versuchen.

Freundliche Grüße

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Antwort der FPÖ (Parlamentsklub), gesendet: Freitag, 18. April 2008 11:40


Die FPÖ weist immer wieder darauf hin,
dass außerhäusliche Fremdbetreuung nicht automatisch etwas mit Kinderkrippen zu tun haben muss.
Ein großes, bisher in Österreich politisch nicht behandeltes Feld
stellt die innerhäusliche Fremdbetreuung und innerhäusliche Betreuung durch andere Angehörige dar.

In Frankreich gibt es eine hohe Fremdbetreuungsquote,
welche allerdings großteils durch bestehende Tagesmütternetze zustande kommt.
Bei den Kinderkrippen erreichen wir französische Verhältnisse.
SP, Grüne und auch die VP wollen einen Zugriff auf die Erziehung von Kleinstkindern erreichen,
der bei Tagesmüttern (kommunizieren ja nur mit den Eltern und nicht nach „oben“) eben nicht möglich ist.

Leider fallen Kindergärten, Kinderkrippen und Tagesmütter in die Kompetenz der Länder,
weshalb wir auf Bundesebene diesbezüglich keine Anfragen und Anträge stellen können.

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Von Dr. Khol, ÖVP-Seniorenbund, gesendet: Freitag, 18. April 2008 13:27

vielen Dank für Ihre e-mail, auf welche ich kurz eingehen möchte.

Sie wissen, dass für unsere ÖVP Familie und Kinder im Mittelpunkt stehen.
Bei der Frage der Kinderbetreuung ist es uns wichtig, dass Familien eine echte Wahlfreiheit haben.

Genau aus diesem Grund haben die ÖVP-regierten Bundesländer sowie Kärnten die Unterschrift unter die Vereinbarung zur Förderung von Kinderbetreuungsplätzen mit der Bundesregierung verweigert.
Derzeit versuchen diese Bundesländer das Paket wieder aufzuschnüren und neu zu verhandeln.

Welche Regelung hier am Ende getroffen werden wird, ist derzeit nicht absehbar.
Die ÖVP fordert jedoch mit Nachdruck die Förderung nicht nur von Kindergärten und Krippen sondern ganz besonders von Tagesmüttern.

Mit besten Grüßen und allen guten Wünschen,

Dr. Andreas Khol
Bundesobmann

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Von: Frau B. S., SPÖ, gesendet: Montag, 21. April 2008 11:00

Bei der getroffenen Einigung zur Förderung der Kinderbetreuungseinrichtun-gen geht es darum, den fehlenden Bedarf an 46.000 Kinderbetreuungsplätzen in Österreich Schritt für Schritt zu decken. Wichtig war, dass die zusätzlich geschaffenen Plätze nachhaltig geschaffen werden.
Die Ausbildung von Tagesmüttern wird ebenfalls mit 700 Euro gefördert. Dadurch ist sichergestellt, dass auch hier langfristig Betreuungsplätze geschaffen werden.
Es ist mir daher völlig unverständlich warum einige Länder auf diese Finanzierungshilfe des Bundes schlichtweg verzichtet haben und dadurch das für den Ausbau der Kinderbetreuung in ihrem Land so wichtige Geld einfach liegen lassen.

Die Betreuung der Kinder durch Eltern ist unbestritten und steht auch nicht zur Diskussion. Kinderbetreuung ist selbstverständlich als Ergänzung zur familiären Betreuung gedacht. Die Schaffung neuer Kinderbetreuungsplätze ist auch nur ein Teil der Familienpolitik. So wollten die SPÖ Frauen beispielsweise die Rechte von Eltern, wie Elternteilzeit und Arbeitszeitautonomie verbessern.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie sich für weitere Informationen zu diesem Thema interessieren.

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Von: Herrn C. L., WKÖ, gesendet: Freitag, 25. April 2008 11:01


Vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr großes Interesse und Engagement für die österreichische Familienpolitik.

Das Thema Kinderbetreuung und damit verbunden der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ist uns als Wirtschaftskammer Österreich ein besonderes Anliegen. Bereits im Vorfeld zur Novelle des Kinderbetreuungsgeldes haben die Sozialpartner im Sommer 2007 in einem Schreiben an Familienministerin Dr. Andrea Kdolsky die Forderung nach einem qualitativen Ausbau von Betreuungsplätzen kundgetan. Vor allem im Bereich der Nachmittagsbetreuung und in den Randzeiten – Sommermonate, Ferienzeiten – besteht aus unserer Sicht Aufholbedarf. Dabei war es uns wichtig, dass, insbesondere für ländliche Gebiete, auch individuelle Betreuungseinrichtungen, wie beispielsweise Tageseltern, ebenso gefördert werden wie institutionelle Einrichtungen.

Mit der Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes wurde ein weiterer Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt. Die Möglichkeit, nun zwischen drei Varianten der Bezugsdauer zu wählen, erlaubt es Mütter und Väter auch schon nach 15 bzw. 18 Monaten wieder in den Beruf zurückzukehren.
Nicht jedes Elternpaar kann es sich leisten, bis zum dritten Lebensjahr des Kindes oder noch länger zu Hause zu bleiben. Viele wollen oder müssen in die Erwerbstätigkeit zurück kehren. Daher müssen die Rahmenbedingungen für diese Familien so gut wie möglich geschaffen werden und dazu muss es ein funktionierendes Netz an Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Kinder von null bis sechs Jahre geben.
Ich möchte Ihnen nochmals für Ihren Einsatz danken und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Freundliche Grüße
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Antwort sofort


Danke für die Antwort.
Wir verstehen, daß Sie als Mann der Wirtschaft nur dafür eintreten, die Kinder von fremden Personen betreuen zu lassen.

Ich zitiere aus Ihrem Schreiben:
Nicht jedes Elternpaar kann es sich leisten, bis zum dritten Lebensjahr des Kindes oder noch länger zu Hause zu bleiben. Viele wollen oder müssen in die Erwerbstätigkeit zurück kehren. Daher müssen die Rahmenbedingungen für diese Familien so gut wie möglich geschaffen werden, und dazu muss es ein funktionierendes Netz an Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Kinder von null bis sechs Jahre geben.

Unser Hauptanliegen ist und bleibt, die Entscheidung über die Betreuung der Kinder den Eltern zu überlassen und diese Entscheidung auch finanziell zu ermöglichen.
Es sollte nicht nur heißen "Familie und Beruf vereinbaren", gemeint ist damit "gleichzeitig", sondern wir wollen auch ermöglichen,Familie zum Beruf zu machen.
Das ist von der öffentlichen Hand übrigens mit einem Bruchteil jenes Betrages möglich, den sie jetzt aufwenden muß, damit die Kinder von fremden Personen betreut werden.

Eigentlich ist das ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn, der auch Sie als Mann der Wirtschaft aufrütteln sollte:
Da wird von der öffentlichen Hand oft mehr für die Fremdbetreuung von Kleinkindern gezahlt, als die Mutter außer Haus verdienen kann!

Besonders erschreckt uns die Aussage „Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Kinder von null bis sechs Jahre“.
Sind wir in der DDR oder sonst einem marxistischen Land angekommen?
Das ist doch Verstaatlichung der Kinder!

Wie gehen wir in den entwicklungspsychologisch so sensiblen ersten Lebensjahren mit unseren Kindern um? Das ist doch grob fahrlässig!
Und das haben auch deutsche Psychoanalytiker festgestellt: Frühkindliche Fremdbetreuung ist schädlich!

Und auch die bekannte Autorin Christa Meves hat festgestellt:
Krippen zerstören die Eltern-Kind-Beziehung

Und dann wundert sich jemand über zunehmende
Aggressivität der Kinder?!


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PostPosted: 29.04.2008, 06:47 
Von: Josef Georg Simmerstätter, gesendet: Sonntag, 27. April 2008 21:48
An: christoph.leitl@wko.at


Sehr geehrter Herr Dr. Leitl!


Im Ganzen gesehen, schätze ich Sie sehr! Sie spielen in Ihrer sachlichen und besonnenen Art im öffentlichen Leben eine sehr wichtige und ausgleichende Rolle. Das will ich gerne voll anerkennen,
ABER in dem gegenständlichen Punkt kann ich nicht anders, als entschieden zu widersprechen.
Natürlich verstehe ich, dass Sie als Mann der Wirtschaft die Dinge des Lebens von dieser Seite betrachten (müssen),
trotzdem hätte ich Ihnen zugetraut, dass Sie "die Wirtschaft" nicht VOR die Werte der Familie reihen würden.
In den weiter oben wiedergegebenen Zitaten entsteht aber unweigerlich dieser Eindruck.

Ich nehme an, dass Sie selbst das Glück hatten, in einer "gesunden" Familie aufzuwachsen und würde meinen,
dass Ihnen damit bewusst sein könnte, wie wertvoll das ist, wenn Kinder ein "warmes Nest" und geregelte Lebensumstände haben.
Das ist aber nur dort möglich, wo wenigstens ein Elternteil (meist und vor allem anfangs die Mutter) STÄNDIG bei den Kindern sein darf
und ihnen die Zuwendung und Liebe schenken kann, die sie brauchen,
um PSYCHISCH gesund zu charakterfesten Menschen heranwachsen zu können.

Kinder, die von einer Betreuungsperson zur anderen herumgeschoben werden, können kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln,
weil sie immer wieder, bei jedem Wechsel, das Gefühl haben, sie seien weder bei der Mama, noch bei der Tagesmutter oder dgl. geschätzt.
Wer nicht von klein auf die Erfahrung macht, dass er JEMANDEM etwas "wert" ist, der kann nicht das Gefühl entwickeln
DASS er etwas wert ist.

Mangelndes Selbstwertgefühl wirkt sich erfahrungsgemäß im ganzen Leben ungünstig aus und ist auch nicht nachträglich aufzubauen.

Die Auswirkungen lassen sich grob in drei Richtungen feststellen:

:arrow: 1.) Resignation - Lebensunlust - "Ist eh alles Scheiß" - bis hin zu Selbstmordgefahr.
:arrow: 2.) Aggression - Widerwille gegen Mitmenschen und vor allem Vorgesetzte. Schon Volksschüler zeigen sehr oft aggressives Verhalten. Da ist in den Jahren vor dem Schuleintritt schon einiges falsch gelaufen. (Vielleicht können Sie anregen, dass bei verhaltensauffälligen und -gestörten Kindern untersucht wird, wie ihr Leben in den ihren Charakter prägenden Jahren von 0 bis 6 ausgesehen hat. - Wäre sicher aufschlussreich!)
:arrow: 3.) Kompensation. Jene Auswirkung, die kaum erkannt wird, aber trotzdem nachteilig ist.

Wer zu wenig Selbstwertgefühl hat, kann sich - günstigstenfalls - bemühen, sich "Wert" zu schaffen durch
a) Leistung, aber vielfach - weniger günstig - durch
b) Angeberei oder - noch ungünstiger - durch
c) auf Betrügerei aufgebaute Erfolge.

Selbst Punkt a) ist nicht wünschenswert, weil im Falle, dass Leistung nicht mehr möglich ist (Unfallfolgen u.ä.) der betroffene Mensch "abstürzt". Er hat sein Wertgefühl nur auf seiner Leistung aufgebaut, es war nicht Selbstwert, sondern Leistungswert, was ihn aufrecht hielt.

Anders herum: Diese Menschen sind es auch, die ihrerseits ihre Mitmenschen vorwiegend nach deren Leistung und nicht als Menschen an sich wertschätzen. (Aber um Missverständnis auszuschließen: Nicht jeder "tüchtige" Mensch ist tüchtig, um sein mangelndes Selbstwertgefühl zu kompensieren. Auch psychisch gerade gewachsene Menschen sind tüchtig.)

Lieber Herr Dr. Leitl, verzeihen Sie, wenn das belehrend klingt. Das will ich an sich nicht, aber als Pädagoge (Ich bin AHS-Professor für kath. Religion i.R.) möchte ich eben die Dinge des Lebens aus dieser Sicht deutlich machen.
Dabei weiß ich "die Wirtschaft" schon auch zu schätzen. Wovon leben wir denn alle? Eben doch von der Wirtschaft!

Aber die Wirtschaft sollte für den Menschen da sein und nicht der Mensch der Wirtschaft geopfert werden,
bei kritischer Betrachtung heutiger Arbeitsverhältnisse leider sehr oft der Fall ist.

Noch eine Frage!
Wie viele Vollzeitberufe gibt es, in denen ein Mensch nicht so viel verdienen kann, wie er zum Leben braucht? -
Doch kaum einen - oder?
Der Beruf, ein oder mehrere Kinder zu erziehen, ist wohl der einzige, der mit einem anderen Beruf gekoppelt werden muss, damit das Lebensnotwenige beschafft werden kann.
Das zum Thema "Vereinbarkeit von Famlie und Beruf".
Dabei ist Kindererziehung ein "Rund-um-die-Uhr-Job" und ist mit einem "Objekt" befasst, das für unsere Zukunft von größtem Wert ist.


Meine Maxime:

Keine Mutter (ev. Vater) darf gezwungen werden,
aus irgend welchen Gründen und schon gar nicht aus finanziellen
ihre Kinder in fremde Hände zu geben,
wenn sie es nicht von Vornherein selbst will.


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PostPosted: 29.04.2008, 23:20 
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Solidarität ist klar/Subsidiarität scheidet die Geister
oder
Kinder im Zangenangriff von Linken und Industrie


Die Antworten auf meine Aussendung von Anfang April
"Linke wollen persönliche Kinderbetreuung nicht fördern"
haben zwei Dinge klar gemacht:


:arrow: Alle politischen Gruppen im Land wollen Solidarität in unserer Gesellschaft erhalten.
- Solidarität der Leistungsfähigen mit den noch nicht oder nicht mehr Leistungsfähigen;
- Solidarität der Jungen mit den Alten
- Solidarität der Kinderlosen mit den Kinderreichen

:arrow: Die Mittel, wie das Ziel einer solidarischen Gesellschaft erreicht werden soll, scheiden dagegen die Geister:

SPÖ und Grüne wollen möglichst möglichst viel staatlich regeln.
Zwar hat diese Methode in der Wirtschaft gründlich Schiffbruch erlitten.......


weiter hier:

Kinder im Zangenangriff von Linken und Industrie


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PostPosted: 05.03.2009, 23:29 
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