Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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Entnommen aus Andreas Unterbergers Internetzeitung

Warum wir Heimat, Identität und Nation brauchen – der Machtelite zum Trotz

Zwei persönliche Erlebnisse in Europa zeigen zwei total unterschiedliche Wertordnungen und total unterschiedliche emotionale Einstellungen zur eigenen Heimat:

Erstens, Besuch in einem Londoner Theater. Im Schlussapplaus tritt der Hauptdarsteller an die Rampe, bittet um Gehör, um zu sagen: "Wir sammeln heute für unsere verletzten Soldaten, vor allem für jene, die bei den Kriegen der letzten Jahre invalide geworden sind. Heute Abend stehen alle Westend-Theater Londons im sportlichen Wettbewerb, welches am meisten sammelt. Ich setze ganz auf Sie, liebe Zuschauer, dass wir das heute sein werden." Und kurz darauf standen die Schauspieler an allen Theaterausgängen. Im Kostüm und mit sich schnell füllenden Sammelbüchsen.

Zweitens, Besuch auf einem Wiener Friedhof. Meine Frau hat ein Pickerl am Mantel, das zeigt, dass sie beim Hineingehen für das Schwarze Kreuz gespendet hat, eine Organisation, die sich um die in ganz Europa verstreuten Soldatengräber kümmert. Beim Hinausgehen wird sie von einem Mann – Typus Dauerstudent – angerempelt: "Was spenden sie für so einen militaristischen Scheißverein!"

Diesen beiden Begebenheiten könnten beispielsweise auch die Haltungen der einzelnen Nationen zum formalrechtlich bindenden EU-Beschluss hinzugefügt werden, sogenannte "Flüchtlinge" aufzunehmen, die in den letzten Tagen für so viel Aufregung gesorgt haben. Hier Ungarn und Tschechen, die sagen: Lieber zahlen wir Strafe, als uns Menschen ins Land zwingen zu lassen, die wir (fast) alle nicht wollen. Dazu kommen noch etliche andere EU-Mitglieder, die im Ergebnis dasselbe tun, nur halt die Missachtung jenes Beschlusses nicht so offen verkünden. Dort die anderen, die ihren Bürgern eine Politik zumuten, die sagt: EU-Recht geht über unser nationales Interesse.

Aber bleiben wir vorerst bei den anfangs geschilderten Begebenheiten,weil es dabei nicht um Recht, sondern nur um Haltung geht: Sie zeigen anschaulich und exemplarisch einen tiefen mentalen Unterschied zwischen Österreich (wie auch Deutschland) und England (wie auch dem Rest der Welt). Hier dumpfe Aggression gegen alles, was mit der eigenen Identität oder Vergangenheit zu tun hat, selbst wenn es nur ein kleines Zeichen des Gedenkens an längst ums Leben gekommene und in ferner Erde verweste Verwandte und Landsleute ist (keineswegs nur solche aus dem zweiten Weltkrieg). Dort volles Engagement auch der anderswo so linken Kulturszene für die eigenen Soldaten und damit für die eigene Nation, ohne lang nachzusinnen, ob die Kriege, in denen manche der Soldaten lebenslange Schäden davongetragen haben, jetzt sinnvoll, notwendig oder "gerecht" gewesen sind, ob der einzelne Soldat auch nur die geringste Chance gehabt hat, dem Krieg zu entkommen oder sich diesem gar entgegenzustellen.

Das Leiden der Kulturszene

Die Kulturszene ist immer anfällig, besonders radikal vom jeweiligen Zeitgeist mitgerissen zu werden, ganz gleich in welche Richtung dieser weht. Man denke nur an die Wellenbewegungen im deutschsprachigen Raum, wo in dieser Szene einmal ein besonders aggressiver Kommunismus, ein andermal ein besonders aggressiver Nationalsozialismus modisch gewesen sind. Heute erlauben der Zeitgeist und die Subventionspolitik der Kulturfunktionäre im deutschsprachigen Raum nur Inhalte eines rotgrünen Einheitsdenkens. In diesem ist für nationale Identität absolut null Platz.

Was sind die Ursachen der Tatsache, dass hierzulande ein umerzieherisches Ideologentheater dominiert, dem es auch völlig wurscht ist, dass es nicht gerade von den Zuschauern gestürmt wird? Ein zentraler Unterschied ist ihre große Staatsabhängigkeit. Im angelsächsischen Raum leben die Bühnen nicht oder nur kaum von staatlichen Subventionen, sondern von den Besuchern. Damit sind sie dort auch ein viel besserer Seismograph, wie eine Gesellschaft gerade tickt. Denn andernfalls würden sie sich ja ökonomisch ins eigene Bein schießen.

Die deutschsprachigen Bühnen müssen sich hingegen nur in dritter Linie um die Aufmerksamkeit und den Besuch des Publikums bemühen. Weit wichtiger sind die ideologischen Paten und der im Gleichschritt marschierende Medien-Feuilleton. Kein Wunder, dass in vielen Theatern deshalb die allabendliche Atmosphäre mehr dem erwähnten Friedhof gleicht als einem Ort, an dem der Anspruch der Menschen im Zentrum steht, Unterhaltung, Spannung oder die Beobachtung darstellerischer Kunst zu genießen.

Hier müssen sich die Theatermenschen nur im Gleichklang mit dem kleinen Biotop einer elitären, sich erhaben fühlenden Klasse aus anderen selbsternannten Kulturmenschen bewegen, um die begehrten Subventionen zu erhalten. In dieser Umgebung finden sich fast nur staatsabhängige andere Wesen: Universitätsmenschen, Staatskünstler, geförderte Verlage, Staatsrundfunk. Sie alle haben vor allem ein Gefühl gemeinsam: eine elitäre Verachtung für alle anderen, also das gewöhnliche Volk, das man ständig umzuerziehen hat. Derzeit sind Antifaschismus, Antirassismus, Antinationalismus, Antineoliberalismus die Schlagwörter dieser Umerziehung. Auch wenn man gar nicht so genau weiß, was das alles ist.

Man fühlt sich vor allem als etwas Besseres. Dass die staatlichen Steuereintreiber in Wahrheit bei diesem einfachen Volk das Geld für all die Kultur-, Verlags- oder Universitäts-Subventionen holen, von dem sie leben, nimmt man nicht zur Kenntnis. Dieses Faktum befindet sich nicht auf dem Wahrnehmungshorizont der Elite. Diese fühlt sich vielmehr durch irgendein höheres Recht legitimiert, ständig und gut auf Kosten der niederen Stände zu leben.

Elitäre Umerzieher von Beruf

Die elitären Dauer-Umerzieher des Volkes sind in Wahrheit nicht etwas Besseres, sondern nur etwas anderes. Sie sind beispielsweise weit internationaler aufgestellt als die Durchschnittsmenschen. Die meisten von ihnen haben schon in mehreren Ländern gelebt und gearbeitet.

Deshalb fühlen sich viele über die emotionale Bindung der normalen Menschen an die eigene Heimat erhaben, welche diese außer zu Urlaubszwecken nie verlassen. Die Elite verachtet Tracht, Musikantenstadl, Mundart, Brauchtum, Landschaft, Tradition, Volksmusik. Sie verwechselt diese Formen einer Heimatbindung mit einem bösen Chauvinismus, in dem sich ein Volk besser dünkt als das andere. Aber in Wahrheit sind die Umerzieher selber die Sich-besser-Dünker. Denn Heimatbindung und Tradition mögen ihnen vielleicht schlicht anmuten, sie haben aber eine sehr starke und positive emotionale Kraft und Bindungswirkung. Die sich – in aller Regel – positiv auswirken.

Die Elite begreift auch nicht, dass sie in ihrem intellektuellen Elitismus eine kleine Minderheit ohne jede demokratische oder sonstige Legitimation ist. Die heutige kulturell-medial-politische Klasse ist in ihrem überheblichen Anspruch ähnlich der feudalen Aristokratie von einst. Diese hat ja viele Jahrhunderte lang alle Macht und alle Privilegien an sich gerafft, indem sie vorgegeben hat, intellektuell dem Volk weit überlegen und daher zum Herrschen berufen zu sein. Manche haben sich dabei auf ihr Blut als Legitimiation des Machtanspruchs berufen, manche auf Gott, manche auf irgendwelche uralten Rechtstitel (die in Wahrheit oft in einstigem Raubrittertum beruht haben …).

Tatsache ist freilich, dass die Umerziehung des Volkes durch die Elite keinerlei Erfolg hatte. Bei allen Meinungsumfragen erfahren die Werte "Heimat" und "Familie" heute eine weit höhere Zustimmung als alle jene Begriffe, welche die Kultur-, Gender- oder Universitätsszene seit Jahrzehnten krampfhaft zu pushen versucht hat. Die Liste der elitären "Werte" ist lang. Aber sie ist von sich rasch ändernden Modewellen und einem snobistischen Zeitgeist geprägt, der gar nicht merkt, wie sehr er bloß Mode ist.

Diese Liste reicht beispielsweise von der Utopie einer klassenlosen oder gefängnislosen oder sonderschullosen Gesellschaft über die Begeisterung für süd- und ostasiatische Kulte, Riten und Gurus, über die flammende Solidarität mit lateinamerikanischen Revolutionären und Befreiungstheologen, über die Abschaffung des biologischen durch ein "soziales Geschlecht" bis zum heutigen Glauben an den "Flüchtling" als höheres Wesen, durch den die heimische Gesellschaft gerettet wird.

All diese Trends gab und gibt es natürlich auch in Großbritannien und Amerika. Aber sie können sich dort in Kultur und Medien nie so hemmungslos ausleben wie in Deutschland, Österreich oder Skandinavien. Denn wer ökonomisch primär von den Menschen – also von dem bei den linken Intellektuellen so verhassten "Markt" – abhängig ist, kann nicht ständig diesen Menschen gleichsam mit nacktem Hinterteil ins Gesicht springen. Teure Universitäten, die auf ihre Anziehungskraft bei neuen Studenten schauen müssen, können sich niemals so komplett in der Wagenburg einer linken Ideologie einschließen, wie das seit einigen Jahrzehnten in Deutschland und Österreich in fast allen weltanschaulich relevanten Disziplinen der Fall ist. Von der Zeitgeschichte bis zur Philosophie, von der Politologie bis zur Soziologie, vom Verfassungs- und Völkerrecht bis zur Publizistik.

Zum geistigen Verfall durch Marktabschottung und politische Inzucht kommt gerade in diesen Disziplinen im deutschen Sprachraum ein dramatischer Niveauverfall durch die Faulheit, die logisches Produkt einer Abschottung zur Konkurrenz ist. Relevante Forschungen, spannende historische – vor allem zeithistorische – Bücher gibt es seit längerem fast nur noch im angelsächsischen Raum. Und wenn es die einmal etwa durch einen Thilo Sarrazin (Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen) auch im deutschen Sprachraum gibt, werden sie sofort von der Feuilleton-Mafia verteufelt.

Das einzige, was die deutschsprachige Elite beherrscht, ist das Macht- und Subventionenspiel, ist die hermetische Abriegelung gegenüber jeder Offenheit und jedem frischen Wind. Es werden ganze Fachrichtungen mit Gleichgesinnten angefüllt und von der Politik aus Steuergeldern finanziert, die aber keinerlei intellektuellen Wert haben, deren Aussagen allen empirischen Fakten widersprechen, die in sich einem von der Realität abgeschlossenen Vakuum bewegen. Das waren einst die Lehrkanzeln für Nationalsozialismus und Marxismus-Leninismus. Das sind heute die zahllosen Lehrkanzeln für Genderismus oder neuerdings Islamophobie(-Jagd).

So sehr sich Nationalsozialismus, Marxismus, Genderismus, Islamismus im Einzelnen unterscheiden, so sind sie einander im Wesentlichen völlig gleich: Allmachtsanspruch, Hochmut, Faktenwidrigkeit und verachtungsvoll-aggressive Bekämpfung aller Andersdenkenden. Die nur beim Genderismus unblutig verläuft.

Nationalsozialisten sind zum Glück weitgehend ausgestorben. Umso lebendiger sind Neomarxisten, Islamisten und Genderisten. Sie wissen, dass sie niemals in einer freien und offenen, in einer liberalen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft überleben können, sondern immer nur in einem hermetisch abgeschlossenen Machtsystem. Darum bekämpfen sie vehement alles, was mit Markt, dem freien Willen freier Bürger, irgendwelchen Qualitäts- oder Pluralitätsnachweisen zu tun hat.

Dieser Hochmut der sich für intellektuell haltenden Kreise veranlasst diese fast immer zur Verachtung für alles, was mit Heimat, Identität, Tradition oder eigener Nation zu tun hat.

Globalisierung und Migration

Noch einmal ein persönlicher Einstieg aus einem anderen Erfahrungshorizont: Ich bin beruflich mehr als 20 Jahre Auslandsjournalist gewesen und habe dabei viel Zeit auf Reisen in allen Erdteilen verbracht. Daher sind für mich Internationalität und Globalisierung durchaus etwas Selbstverständliches und Schätzenswertes geworden. Ebenso haben mich zahllose Fakten und Beobachtungen überzeugt: Der intensive Welthandel, die Naturwissenschaften, der gigantische Ausbau aller Infrastrukturnetze und die (von ihren Kritikern als Kapitalismus bezeichnete) freie Marktwirtschaft haben unglaublich viel dazu beigetragen, dass sich weltweit in den letzten 200 Jahren der Wohlstand, die Lebenserwartung, die Gesundheit, die Ernährung, die Bildung signifikant verbessert haben. Das ist ein ganz klarer Erfolg der Aufklärung, der Ausbreitung von Vernunft und Wissenschaft, der Internationalität.

Auch das weltweit funktionierende Internet, das globale Satellitenfernsehen und die internationale Kommunikation durch Elektronik und Reisemöglichkeit haben sich trotz aller vom Zeitgeist gern überdramatisierter Probleme ebenfalls eindeutig positiv ausgewirkt. Sie sind geradezu zum Inbegriff und Garanten der Informations- und Meinungsfreiheit geworden. Und damit bei der Macht und ihren Eliten verhasst, weil dadurch ihre Umerziehungspolitik erschwert, ihre Macht relativiert wird.

Freiheit, insbesondere die der geäußerten Meinung, Vernunft, die Unabhängigkeit und Qualität von Justiz und Wissenschaft, sowie der freie Wettbewerb und Pluralität haben seit mehr als 200 Jahren die Erfolge Europas und Nordamerikas garantiert. Freiheit wird heute auch von den christlichen Kirchen respektiert und geschätzt. Das ist eine sehr positive Entwicklung, auch wenn dieser Prozess lange gedauert hat und auch wenn seltsamerweise in manchen christlichen Kreisen neuerdings eine große Wertschätzung für den Islam zu beobachten ist, der mit Meinungsfreiheit, Vernunft und Freiheitsliebe nichts am Hut hat.

Um wieder zur persönlichen Perspektive zurückzukehren: Nur wenige Menschen sind mehr von all diesen positiven Folgen der Globalisierung überzeugter als ich. Und dennoch ist für mich zugleich in einer Art dialektischem Prozess der globale(!) Wert von Heimat und Identität bewusst geworden. Gerade vor dem Hintergrund dieser internationalen Prägung ist absolut klar: Die Menschen rund um den Erdball brauchen immer innige und feste lokale und emotionale Bezugspunkte und Wurzeln.

Es ist keineswegs ein Zufall, dass viele auch der gebildetsten Menschen, die von den Nazis aus Deutschland und Österreich verjagt, vertrieben worden sind, den Schock und Schmerz der Emigration nie ganz verkraftet haben. Daran ändert der Umstand nichts, dass die vielen Juden unter ihnen von den Nazis als "Kosmopoliten" beschimpft worden sind. Man hat sie entwurzelt. Und wie ein Baum ohne Wurzeln nicht überleben kann, haben das auch viele Vertriebene nicht geschafft, oder nur unter lebenslangem Trauma hingenommen.

Die Probleme nach der Verpflanzung in eine neue Heimat tauchen aber nicht nur bei den Opfern der Nazis auf. Sie gibt es auch bei einigen der hunderttausenden Österreicher, die während des ersten Nachkriegsjahrzehnts "nur" vor der Not nach Übersee emigriert sind.

Sechs Faktoren ermöglichen die Integration in eine neue Nation

Analysieren wir nun genauer: Bei welchen Menschen (ob sie nun zu diesen beiden Emigrationswellen gehört haben oder zu jenen, die Europa in früheren Jahrhunderten auf der Suche nach einer neuen Existenz verlassen haben) ist die Migration, das Gewinnen einer neuen Heimat emotional besser geglückt? Denn es gibt auch sehr viele Emigranten, welche die Integration in die neue Heimat bewältigt haben. Das waren überwiegend die Jüngeren. Bei den Älteren ist es viel seltener geglückt. Die erste Antwort auf diese Frage lautet also: Je jünger die Migranten, desto besser funktioniert die Migration. Aus einem klaren Grund: Die jungen Emigranten aus Europa haben sich fast immer total in die neue Heimat integriert und assimiliert. Sie haben dort und nur dort die Zukunft gesehen und nicht so wie die Älteren lange der Vergangenheit nachgeweint.

Die zweitwichtigste Antwort: Die erfolgreichen Emigrantengruppen haben rasch die Sprache des Einwanderungslandes, also meist Englisch zu reden begonnen – sogar mit dem mitgekommenen Ehepartner daheim. Und nur wenige von ihnen brachten dann den eigenen Kindern überhaupt noch Deutsch bei. Das wäre in ihren Augen nutzloser Ballast gewesen.

Ich werde nie einen Besuch in Kanada vergessen, wo ich Anfang der 80er Jahre in mehreren Städten die dortigen Österreicher-Vereine besucht habe: Viele Gekommene hatten mir zu Ehren österreichische Tracht angelegt. Aber nach wenigen Minuten des Zusammenseins haben wir alle englisch gesprochen (wenn auch meist mit deutschem Akzent). Bei den meisten war das Deutsch schwer eingerostet, obwohl es oft die einzige Sprache ihrer ersten zwei Lebensjahrzehnte gewesen ist. Wohlgemerkt: Von dieser Emigranten-Generation hatte niemand so wie die Flüchtlinge vor den Nazis traumatisch negative Erinnerungen an die alte Heimat, die sie seelisch motiviert hätten, die eigene Sprache abzulegen. Sie sind vielmehr nur in der Hoffnung auf Jobs, auf beruflichen Erfolg, auf Wohlstand weggezogen, nicht vor Verfolgung geflüchtet. Aber sie wussten: Jetzt ist Kanada (oder Australien, oder die USA, oder Südafrika) die neue Heimat. Und sie haben es fast alle geschafft. Nicht nur ein Frank Stronach.

Damit sind wir beim dritten Grund: Alle erfolgreichen Emigranten wussten, dass man um eine neue Heimat kämpfen muss, sprachlich, intellektuell, kulturell, emotional. Das verlangt auch überall die neue Heimat, ohne irgendwelche Multikulti-Ressentiments. Dieser Kampf ist ein ebenso mühsamer wie spannender und faszinierender Prozess. Wenn man im neuen Land Erfolg haben und dazugehören will, wird die Geschichte der Habsburger und der deutschen Kaiser unwichtig und die der Pioniere und der einstigen (Eroberungs-)Kriege mit den Indianern wichtig. Selbst im Freizeitverhalten und in den ausgeübten Sportarten haben sie sich daher angepasst und bald Football und Cricket statt Fußball gespielt.

Heimat fliegt einem nur in der Kindheit automatisch zu, später muss man sie in einem intensiven Prozess erwerben. Und man muss sie vor allem auch erwerben wollen (Diplomaten wollen und sollen sie hingegen am neuen Einsatzort nicht erwerben; sie wissen, nach ein paar Jahren geht es ja anderswo hin; und sie haben sogar die Pflicht, immer im Sinn ihres Entsendungsstaates zu denken und fühlen).

Genau dieser Prozess des Sich-eine-neue-Heimat-erwerben-Wollens ist bei den meisten türkischen und arabischen Migranten, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland oder Österreich gekommen sind, nicht eingetreten. Das hat katastrophale Konsequenzen. Viele leben auch noch in der dritten Generation die Existenz eines Zerrissenen. Sie leben und arbeiten zwar in Deutschland oder Österreich. Aber sie reden und heiraten und denken türkisch. Sie schauen türkisches Fernsehen, gehen in türkische Vereine, jubeln einem türkischen Diktator zu, gehen in türkische Moscheen, wo von Ankara abhängige Imame predigen, und erziehen die Kinder in einem türkischen Wertesystem, wo Ehre, angebliche Minderwertigkeit der Frauen und Türkismus dominieren. Sie wissen wenig über die neue Heimat, abgesehen von ein paar Häuserblöcken rund um Wohnung oder Arbeitsplatz und den Treffpunkten der Community in Lokalen und Moscheen. Sie sind nie in der neuen Heimat wirklich angekommen.

Der Mensch braucht Heimat wie der Fisch das Wasser. Wenn er seine Heimat nie wechseln muss, dann hat er es leicht, dann kann er sein Leben lang die emotionalen und intellektuellen Beziehungen zu dieser Heimat entwickeln, vertiefen und sich an ihnen erfreuen. Wenn er hingegen aus welchem Grund immer seinen Wohnort dauerhaft wechseln muss, dann muss er hart darum kämpfen, sich die neue Heimat auch emotional und kulturell zu erwerben. Tut er das, dann kann der Prozess für ihn durchaus bereichernd, ja beglückend enden. Viele schaffen es auch, lebenslänglich gute innere Beziehungen zu beiden Heimaten zu haben. Aber viele andere schaffen das nicht, können oder wollen sich keine neue Heimat erwerben. Sie werden immer Zerrissene im Niemandsland bleiben.

Wobei das nicht heißt, dass man sich die alte Heimat, den Ort der Kindheit oder auch nur die Abstammung der eigenen Vorfahren gleichsam aus der eigenen Seele reißen sollte. Sie bleibt seelisch immer existent, selbst wenn die Sprache verrostet. Man denke nur an die Tränen in den Augen der Emigranten, wenn sie nach Jahrzehnten erstmals wieder in die alte Heimat kommen. Man denke nur daran, welche Dimensionen in Immigrantenländern wie den USA das Business der Ahnenforschung hat: Menschen, die Urururenkel einstiger Migranten sind, wollen so viel wie möglich über ihre europäischen Vorfahren wissen, wollen wissen: "Woher komme ich?". Man leidet zwar nicht mehr unter der einstigen Verpflanzung, man muss auch längst nicht mehr um den Aufbau einer Beziehung zur neuen Heimat kämpfen, aber man hat zugleich dauerhaft Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln, die über bloße Neugier hinausgeht.

Der vierte Grund, warum Migration gelingen kann, hängt mit der Religion zusammen: Integration ist bei fast jeder Religion möglich, genauso bei Atheisten und Agnostikern: Nur bei Moslems ist sie sehr oft misslungen. Denn sie haben eine Religion, die auch ein politisches Machtergreifungsprogramm darstellt, die nicht nur durch die Kleidung, sondern auch viele aggressive Koranstellen eine Anpassung und Integration in die aufnehmende Bevölkerung behindert, ja verbietet. Ihre Integration ist fast immer und überall gescheitert, weit öfter als bei allen anderen Migrationsfällen der Geschichte.

Damit sind wir nahtlos bei der fünften Voraussetzung dafür, dass Migration gelingt: Zu der von Migranten zu verlangenden Bereitschaft, sich die neue Heimat und ihre Sprache aktiv zu erwerben, gehören auch umgekehrt die intensiven Bemühungen der neuen Heimat um die neuen Mitbürger. Diese Notwendigkeit wird heute noch öfter vergessen als die des eigenen Kampfes. Das war in der Geschichte der Immigrationsländer ganz anders.

Besonders exzellent beschreibt Samuel Huntington in Who Are We? mit hunderten Detailfakten, wie intensiv die USA jahrhundertelang bei jedem einzelnen Immigranten gekämpft haben, um aus ihm möglichst rasch und intensiv kulturell einen Amerikaner zu machen. Von der Sprache bis zum "Hand aufs Herz" bei der Nationalhymne, von einer intensiven Vermittlung einer (natürlich positiv und heroisch vermittelten) amerikanischen Geschichte bis zu einer eingehenden Kenntnis der Inhalte und Entwicklung der US-Verfassung. Arbeitgeber, alle christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften, Behörden und Gemeinden wetteiferten geradezu darin, aus den Zuwanderern, aus Polen, Italienern, Iren, Österreichern, Schweden und Dutzend anderen Nationen möglichst schnell und möglichst gute Amerikaner zu machen. Und jeder der Einwanderer machte aus gutem Grund voll motiviert mit: Er wusste, wenn er nicht mitmacht, ist er bald auf einem Dampfer zurück nach Europa.

Der Kampf um die neuen Bürger, um ihre Loyalität gelingt aber nur, wenn auch alle Einwohner und Gruppierungen des Landes dieses selbst voll und ungebrochen lieben. Wenn es einen selbstverständlichen Patriotismus und ja, auch Nationalismus gibt.

Nur auf diese Weise haben es die USA (ähnlich wie die anderen Einwanderungsländer) geschafft, Millionen Menschen in kürzester Zeit in den amerikanischen Way of Life zu integrieren, mit ihrer Hilfe in Rekordzeit die beste Industrie und die höchsten Hochhäuser der Welt hochzuziehen, zum reichsten und mächtigsten Land der Erde zu werden. Ja, die USA schafften noch mehr, etwas eigentlich ganz Unglaubliches: All die frisch amerikanisierten Männer kämpften in zwei Weltkriegen ohne Zögern, ohne Desertion und mit vollem Engagement gegen ihre deutschen und österreichischen Brüder oder Cousins. Oft waren es wirklich enge Verwandte, die auf beiden Seiten kämpften.

Huntington schrieb das Buch freilich nicht, um das alles zu bejubeln, sondern primär um zu kritisieren, dass als Folge der 68er Bewegung die über Jahrhunderte mit Erfolg praktizierte Amerikanisierung plötzlich auch für dortige "Intellektuelle" zu etwas Bösem wurde, dass sie vielerorts verpönt wurde. Die Folgen sind bekannt: Seither kriselt die nationale Identität (auch) der USA. Diese besteht nur noch für rund eine Hälfte des Landes ungebrochen weiter, die darob aber zunehmend verbittert ist, weil die andere Hälfte Amerikas nicht mehr diesen selbstverständlichen Patriotismus hat.

Zum Unterschied von den Weltkriegen waren und sind seither Vietnam-, Afghanistan- und Irak-Krieg für einen Teil der Amerikaner unverständlich geblieben. Dabei waren die US-Bürger am Anfang beider Weltkriege eigentlich eher isolationistisch gesinnt, dennoch wuchsen sie in diesen beiden Kriegen zusammen. Das war bei den späteren nicht mehr der Fall – sicher auch deshalb, weil es in diesen Kämpfen am Ende keinen eindeutigen Sieg der USA mehr gegeben hat.

Das Ausbleiben einer staatlichen Integrationspolitik hat zu einem Ergebnis geführt, das sich total von der früheren US-Geschichte unterschied: Die Vereinigten Staaten sind zunehmend zweisprachig geworden. Neben Englisch ist Spanisch vielerorts zur zweiten Umgangssprache geworden. Integration und Assimilation, die jahrhundertelang bei vielen Millionen Immigranten stattgefunden haben, funktionieren nicht mehr. Die USA selbst haben darauf vergessen, sie zu forcieren.

Ursache war aber nicht nur der inneramerikanische Werte- und Identitäts-Zerfall im Gefolge der 68er Revolution, sondern auch die Missachtung der sechsten Voraussetzung für das Gelingen des Migrationsprozesses: Dort wo Immigration funktioniert hat, sind die Immigranten über eine streng geregelte, sehr selektive und gesamtgesellschaftlich als selbstverständlich gesehene behördliche Prozedur gesiebt und dann ins Land gelassen worden. Bei den Menschen aus Süd- und Mittelamerika wurde das nun nicht mehr so praktiziert. Sondern sie kamen vielfach illegal. Sie waren einfach da und erledigten niedere Arbeiten in einer reich gewordenen Gesellschaft, ohne dass sich jemand um sie und ihre Integration gekümmert hätte. Das ist nun auch für die USA zu einer demographischen Zeitbombe geworden.

Menschen brauchen Heimat, Identität, Nation

Nicht nur die amerikanische Geschichte beweist: Menschen brauchen Identität, Heimat, Nation. Das erfordert Mühe der Zuzügler, aber auch der aufnehmenden Staaten. Aber es funktioniert. Und wenn es gut gemacht wird, sehr gut. Wenn es nicht gemacht wird, führt es jedoch zur Doppelkrise: für die Migranten, wie auch für die Immigrationsstaaten.

Staaten, staatsähnliche Gebilde können nur funktionieren, wenn es bei ihren Bürgern einen emotionalen Zusammenhalt gibt. Ein tief verankertes Wir-Gefühl, ein Identitäts-Bewusstsein, eine kulturelle Ähnlichkeit, eine Heimat-Liebe, einen selbstverständlichen Nationalismus (was noch keineswegs Aggressivität, Chauvinismus bedeutet). Das ist in allen funktionierenden Staaten so. Sonst kollabieren sie langfristig. Eine national gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Religion ist dabei hilfreich, aber keineswegs unbedingte Voraussetzung. Siehe etwa die Schweiz, ein Land mit einem sehr hohen Nationalbewusstsein.

Das Entstehen einer nationalen Gemeinsamkeit und Identität braucht noch viel mehr gemeinsame Erzählungen und Mythen, eine gemeinsame Sicht auf die Geschichte. Und so verpönt und gefährlich es auch ist, das zu sagen: Jedenfalls braucht ein Wir-Gefühl auch immer das Bewusstsein des Unterschieds zu den "Anderen".

Deswegen wird wohl auch die Europäische Union kollabieren, so logisch und faszinierend sie als Idee auch ist, so dringend notwendig sie für Wirtschaft und damit Wohlstand auch wäre. Aber Europa hat keine gemeinsame Erzählung.

Die Geschichte der EU-Mitglieder besteht vor allem aus Kriegen gegeneinander. Die Geschichte einer Nation besteht hingegen aus gemeinsamen Siegen oder Niederlagen. Die Geschichte der EU besteht aus Verträgen, Behörden, Konferenzen. Die Geschichte einer Nation besteht aus gemeinsamen Geschichten, Liedern, Gewohnheiten, Sitten, Bräuchen, die für alle selbstverständlich sind.

Dabei wäre es an sich durchaus möglich, mehrere überlappende Identitäten zu haben, also neben der nationalen, der regionalen, der dörflichen Identität auch eine europäische zu entwickeln. Es wäre auch durchaus möglich, dass eine neue, durch Politiker, Juristen und Beamte anfangs künstlich geschaffene Identität sich auch langsam verwurzelt. Jedoch ist heute das zarte Wachsen des Pflänzchens einer europäischen Identität durch die vielen Fehler der elefantenartig agierenden EU-Politik letal bedroht.

Diese Fehler haben das schöne und anfangs alle begeisternde Projekt Europa den Menschen wieder entfremdet. Sie bestehen vor allem in Überregulierung und gleichzeitigem willkürlichem Nichteinhalten der eigenen Verträge, in der Diktatur einer beengenden und von den Menschen abgelehnten Political correctness durch die Umerziehungseliten, im Ignorieren der nationalen Identitäten, in den schweren Fehlern der Zentralbank, in der völlig falschen Griechenland-Politik, und zu schlechter Letzt im Versagen angesichts einer neuen Völkerwanderung.

Vom guten und vom schlechten Nationalismus

Trotz aller Kritik durch die Umerziehungseliten: Nationalismus und Patriotismus sind etwas Gutes und für das Gelingen eines Gemeinwesens Notwendiges. Sie sind neben der Religion die wichtigsten Kraftquellen eines Volkes. Der derzeit in der politmedialen Klasse oft zitierte Verfassungspatriotismus hingegen ist zwar nett, aber viel zu abstrakt, um ein Volk zu motivieren und zusammenzuschweißen.

Nationalismus kann freilich auch ins Negative kippen, wenn aus dem an sich notwendigen Wir-Gefühl, das die Abgrenzung zu den Anderen braucht, das gefährliche Gefühl einer Überlegenheit über die "Anderen", ein "Wir sind besser" wird. Aus diesem Gefühl der Überlegenheit ist dann bisweilen die Überzeugung entstanden, man dürfe andere Völker beherrschen, unterjochen, versklaven, als minderwertig behandeln, ihre Gebiete erobern.

Jedoch: Wenn man nicht anderen Völkern genau die gleichen Rechte wie dem eigenen zubilligt; wenn man nicht bereit ist, das Selbstbestimmungsrecht anzuerkennen und anzuwenden; wenn man an Stelle eines gleichberechtigenden Völkerrechts das Recht des Stärkeren setzt, dann wird aus positivem Nationalismus und Patriotismus gefährlicher Chauvinismus und Imperialismus.

Das haben wir oft genug in der Geschichte gesehen. Keineswegs nur bei Hitler, sondern beispielsweise auch bei der durch nichts legitimierten Eroberung Schlesiens durch den Preußen Friedrich II. und bei hunderten anderen Eroberungen und Unterjochungen. Man denke an das Schicksal Polens, Kataloniens, jenes der Kurden, der Inder (sie wurden zuerst von den Moslems, dann von den Briten beherrscht) und zahlloser anderer Kolonialvölker.

All diese Untaten sind aber absolut kein Argument gegen einen fairen Nationalismus, gegen ein nicht-aggressives Wir-Gefühl, gegen die Liebe zur eigenen Heimat.

Die schwedische Krankheit Blauäugigkeit

Es gibt kaum Staaten der Welt, wo die nationale Identität so schlecht beleumundet ist, wo auch das Nation-Building bei den Zuwanderern so schlecht funktioniert wie in Deutschland und Österreich.

Bei den in letzter Zeit gerne in einem Atemzug mit den deutschsprachigen Ländern genannten Schweden ist das in Wahrheit viel besser. Deren heutige Probleme wurzeln nicht im Hass ihrer Bürger aufs eigene Land. Sie wurzeln im Gegenteil: Schweden war in seiner protestantischen Ethik lange geprägt von der Überzeugung, als schwedische Nation ethisch viel besser zu sein als der Rest der Welt, dem die Schweden ein Vorbild sein wollten. Das führte zusammen mit einer durch viele Generationen der Kriegslosigkeit gewachsenen Naivität zu einer totalen Blauäugigkeit.

Die Schweden glaubten deshalb, utopistische Aufgaben bewältigen zu können, an denen alle anderen scheitern. Daher haben sie freiwillig so große Mengen angeblicher oder wirklicher Flüchtlinge aus der Dritten Welt aufgenommen.

Zwar gibt es solche – nennen wir sie freundlich: idealistisch-naive – Strömungen auch in Deutschland und Österreich. Aber die Nordländer waren immer auch bereit, ihren Idealismus durch Pragmatismus zu konterkarieren. Deshalb haben die Schweden Ende 2015 dieser Illusionspolitik ein abruptes Ende gesetzt. Sie waren zum Unterschied von den Deutschen bereit, das Scheitern der Utopie einzugestehen, haben die Bedrohung der eigenen Identität erkannt und ihre Poltik total verändert.

Noch ein zweiter Unterschied: Sie haben auch enorme und mit den deutschsprachigen Ländern überhaupt nicht vergleichbare Anstrengungen unternommen, um aus den Zuwanderern Schweden zu machen. Diese Anstrengungen sind aber zum Unterschied von der US-Immigration daran gescheitert, dass die Integration und Assimilation von Moslems und Afrikanern zehnmal schwieriger ist als die von Europäern oder Ostasiaten in die europäisch geprägten USA.

Die Skandinavier haben auch nie so grob wie der Rest Europas in den letzten 25 Jahren die eigene Landesverteidigung vernachlässigt. Was wohl ein weiteres Zeichen eines unterschiedlichen Nationalgefühls ist. In Schweden war zum Unterschied von den deutschsprachigen Ländern nie kollektiver Selbsthass, nie Nationalmasochismus ein Motiv, sondern eigene Selbstüberschätzung.

Der Antifa-Trick der Linken

Wirklichen Nationalmasochismus findet man fast nur in Österreich und Deutschland. Seine Hauptursache liegt eindeutig im Missbrauch der üblen nationalsozialistischen Vergangenheit, in der skrupellosen Instrumentalisierung dieser Vergangenheit durch die Linke. Nirgendwo ist die Denunziation als "Neonazi" so tödlich wie in jenen beiden Ländern, die damals – freiwillig oder unfreiwillig – zum Hitlerreich gehört haben.

Die Linke hat diese Denunziationen, die Faschismuskeule als für ihre Zwecke hervorragend geeignetes Allzweckinstrument entwickelt. Indem sie mehr als 70 Jahre nachher die Verbrechen der Nazis als einzigartigen, absoluten Tiefpunkt der Menschheitsgeschichte behandelte, konnte sie erfolgreich von allen eigenen Verbrechen ablenken. Dabei hat es diese vor allem im real existierenden Sozialismus in millionenfacher Anzahl gegeben. Dabei haben Nationalsozialismus und Internationalsozialismus (der oft ohnedies nicht international gedacht hat) sehr viele Berührungspunkte.

Dennoch hat es – abgesehen von den Religionen – noch nie in der ganzen Menschheitsgeschichte ein im politischen Kampf so sensationell gut einsetzbares Universalargument gegeben. Man konnte erfolgreich vorgeben, sich selbst immer auf der moralisch höheren Position zu bewegen, wenn man jedem die Faschismuskeule überzog, der nicht ständig untertänige Servilität gegenüber der Antifa-Doktrin beteuerte, der nicht zu totalem Nachgeben gegenüber dem sozialistischen Denken bereit war.

Wer auch nur ansatzweise den Wert von Heimat, Identität und Nation angesprochen hat, war durch diese Taktik der Linken sofort angreif- und vernichtbar. Da tut es auch nichts zur Sache, dass viele besonders heftige Antifa-Kämpfer selbst Nachkommen von hochgradigen Nazis und Holocaust-Tätern sind, während viele ihrer Opfer auch unter den Vorfahren keinerlei Braunspuren haben. Egal: Ein für allemal ist ja gemäß dieser Antifa-Denke durch den Nationalsozialismus die Richtigkeit und Höherwertigkeit des Sozialismus in all seinen Schattierungen bewiesen worden. Und wer sich diesem in den Weg stellt, wird niederdenunziert.

Der Trick funktioniert: Fast alle bürgerlich, liberal, christdemokratisch, konservativ, heimatbewusst Denkenden in der kulturell-medial-politischen Elite ließen sich ins Bockshorn jagen. Sie ließen sich aus Feigheit und Mangel an Glauben in die eigenen Überzeugungen ein Medium, ein Universitätsinstitut, ein geistiges Fundament nach dem anderen abjagen.

Da war es dann nur logisch, dass eine ins deutsche Bundeskanzleramt aufgestiegene Pastorentochter auch noch etwas tat, was seit dem vierten Jahrhundert, also dem Beginn der ersten fünf Jahrhunderte lang Europa verheerenden Völkerwanderung, noch nie in der Geschichte in irgendeinem Land geschehen ist. Sie ließ jeden, der das will, in das von ihr regierte Land einwandern. Gesetze hin, Gesetze her. Und noch schlimmer: Jeder der Millionen Gekommenen wurde und wird mit großem finanziellen Aufwand versorgt, ohne dass er sich integrieren oder assimilieren müsste, ohne dass er zu Leistung und Eigenanstrengung gezwungen würde. Was die Magnetwirkung Deutschlands immer mehr verstärkt.

Der österreichische Bundeskanzler tat es ihr bis in den Jänner 2016 hinein mit einem überdies sozialistisch angereicherten Pseudo-Moralismus gleich. Er wurde dabei auch von vielen Kirchenfunktionären kräftig unterstützt.

Weder in Deutschland oder Österreich hat man erkannt, dass Muslime durch den unflexiblen Atavismus ihrer Religion besonders schlecht integrierbar sind. Man hat sogar in den eigenen Schulen islamische Schulbücher mit eindeutig menschenrechtsswidrigen Inhalten zugelassen. Es wurden sogar lange viele Verbrechen und Gesetzesübertretungen durch die Einwanderer ignoriert oder vor der Öffentlichkeit vertuscht. Nur weil das den "Falschen" nützen würde. Nur weil man sonst im schlichten Manichäismus der Linken und der herrschenden Elite ein Nationalist und Rassist wäre.

Ein Staat kann nur funktionieren, wenn er auch Gewalt anwendet

Es gibt neben der Massenzuwanderung, dem Fehlen jeder Assimilation, der Antifa-Lüge der Linken und der Realitätsferne der Elite noch einen Faktor, der zur Selbstzerstörung der deutschsprachigen Länder zu führen droht. Das ist die Angst der Politik dieser beiden Länder, zur Verteidigung von Recht und Ordnung nötigenfalls auch Gewalt anzuwenden. Das ist wohl ebenfalls eine Spätfolge der geistigen Verheerungen, der Angriffskriege und Massenmorde durch den Nationalsozialismus. Seither ist in Deutschland Gewalt generell etwas Böses.

Dennoch kann ein Staat nicht überleben, der nicht auch bereit ist, sie in bestimmten Situationen anzuwenden.

Diese Selbstabrüstung des Staates hat auch christliche Wurzeln. Während früher katholische wie protestantische wie orthodoxe Bischöfe die in den Krieg ziehenden Waffen gesegnet haben, ist heute für viele deutsche und österreichische Kirchenfunktionäre Gewaltanwendung auch zur bloßen Selbstverteidigung tabu.

Als etwa in Ungarn einmal Tränengas eingesetzt worden ist, um die Grenze vor herandrängenden Massen zu sichern, ist ein lautes moralistisches Geheul nicht nur von den Medien, sondern auch von den Kanzeln gekommen. Plötzlich wurde so getan, als ob Christus jemals aufgetragen hätte, dass ein Staat jedem, der es will, widerstandslos die Tore zu öffnen hätte. Dass kluge Theologen nach der Völkerwanderung 1600 Jahre lang eine Schutzpflicht des Staates für seine Untertanen erkannt haben, die selbstverständlich auch die Gewaltanwendung zur Abwehr von Bedrohungen und Durchsetzung des Rechts einschließt, ist den deutschen und österreichischen Bischöfen heute nicht mehr bewusst. Ebensowenig bedenken sie, dass mit der von ihnen vertretenen totalpazifistischen Haltung natürlich auch die Durchsetzung des Rechtsstaats gegen Rechtsbrecher im Inneren unmöglich wird. Denn immer steht am Schluss des staatlichen Handelns die Drohung mit oder Anwendung von Gewalt.

Keinem dieser Kirchenführer scheint klar zu sein, dass sie mit der Ablehnung staatlicher Gewalt dem totalen Faustrecht das Wort reden. Wenn sich ihr pazifistisches und Keinen-Widerstand-gegen-die-Völkerwanderung-Gerede durchsetzen sollte, gibt es eigentlich keinen Halt mehr gegen die Herrschaft der Gesetzlosigkeit. Es wird auf die Dauer nicht durchzuhalten sein, dass beispielsweise gegen Steuerhinterzieher härter vorgegangen wird als gegen Menschen, einfach ins Land zu kommen, um sich zu holen, was sie wollen.

Ein Absinken in die Anomie wird angesichts der vielen Millionen aus Asien und Afrika, die noch nach Europa wollen, fast unvermeidlich. Die anstürmenden Massen haben überdies zum Großteil keinerlei rechtsstaatliche Prägung im europäischen Sinn erfahren, weil sie in der Wertewelt des Islams aufgewachsen sind. Sie sind vielfach gar nicht imstande, die europäischen Regeln zu internalisieren. Der Ausbruch der Gesetzlosigkeit ist schon 2015 sichtbar geworden, da Österreich und Deutschland außerstande waren, Hunderttausende am Hereinkommen zu hindern. Nur die kleinen Staaten Ungarn und Mazedonien haben das geschafft.

Die fortschreitende Gesetzlosigkeit zeigt sich auch daran, dass in Europa noch immer Hunderttausende Afrikaner und Asiaten leben dürften, die nie von einer Behörde identifiziert oder registriert worden sind. Etwa beim Kölner Silvester hat sich dramatisch gezeigt, dass ein guter Teil der Täter aus arabischen Ländern in Deutschland gelebt hat, ohne dass der Staat jemals überhaupt von ihrem Hiersein erfahren hätte.

Der Fußball und der Nationalmasochismus

Der fortschreitende Kollaps nationaler und staatlicher Identität hat sich nicht erst bei der jetzigen Völkerwanderung gezeigt. Er zeigt sich auch auf einer viel harmloseren Ebene bei jedem beliebigen Länderspiel der deutschen oder österreichischen Fußballnationalmannschaft.

Für jeden einzelnen Teamspieler erhöht sich bekanntlich durch die Berufung ins Nationalteam der eigene Marktwert um viele Millionen. Dennoch sind viele der Spieler mit Migrationshintergrund nicht bereit, die Nationalhymne mitzusingen (oder wenn sie wirklich unmusikalisch sein sollten, wenigstens so zu tun, als ob sie mitsingen würden). Und offenbar verlangt das auch kein Fußballbund oder Trainer von ihnen. Obwohl gleichzeitig Zehntausende – die millionenschweren Spieler finanzierende – Fans diese Hymne mitsingen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da gibt es Spieler in der NATIONAL-Mannschaft, die nicht bereit sind, die NATIONAL-Hymne mitzusingen. Und niemand wagt es auch nur, das öffentlich zu thematisieren.

In den USA hingegen würden solche Spieler keine zweites Mal in einem Nationalteam welcher Sportart immer aufgestellt werden. Wetten: Würden auch Deutschlands oder Österreichs hochsubventionierte Sportverbände solches verlangen, würden die Spieler, ohne eine Sekunde zu zögern, mitsingen. Keiner muss ja im Nationalteam mitmachen. Aber (fast) jeder will das, eben wegen des eigenen Marktwertes.

Es gibt kein anschaulicheres Beispiel als dieses, um zu zeigen, wie vielfältig sich der Nationalmasochismus niederschlägt. Das hat freilich eine absurd dialektische Folge: Je weniger da unten auf dem Spielfeld die Identifikation mit der eigenen Nation stattfindet, umso intensiver geschieht das auf den Rängen. Von Jahr zu Jahr wird es dort der nationalen Fahnen mehr, tragen mehr Menschen in Kleidung und Schminke ihre nationale Begeisterung am Körper.

Begreift denn niemand, dass diese Diskrepanz – vom Fußballplatz bis zu den Asylantenheimen – langfristig, nein: mittelfristig sehr explosiv werden muss? Statt eines sich ruhig und selbstverständlichen entwickelnden Nationalismus und Wir-Gefühls bei Rechts wie Links wie in fast allen angelsächsischen, skandinavischen, osteuropäischen und romanischen Ländern zerbricht vor allem Deutschland an der totalen Verunsicherung über die eigene Identität.

Abschreckendes Beispiel Libanon

Die aus all diesen Entwicklungen resultierende große Sorge ist, dass Österreich wie Deutschland nicht mehr lange als stabile und wirtschaftlich attraktive Staaten überleben werden können. Wer diese Sorge für lächerlich hält, wer Deutschland und Österreich für den Inbegriff der Stabilität hält, der denke etwa an den Libanon:

Dieser ist einst das stabilste und reichste Land der ganzen Levante gewesen, die "Schweiz des Nahen Ostens". In den letzten Jahrzehnten jedoch hat dort ein Krieg nach dem anderen getobt. Heute ist der Libanon monatelang nicht einmal mehr imstande, die Müllabfuhr zu organisieren oder einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. Das Land existiert nicht mehr als Einheit. Sunniten, Christen, Drusen, Schiiten, Palästinenser, syrische Flüchtlinge: Nichts davon bildet eine nationale Identität; jede Gruppe lebt heute in ihren Regionen.

Folge: Das Land ist verarmt. Es regieren Schmuggel und Kriminalität. Regelmäßige Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen werden immer wieder auch noch durch die Einmischung der Nachbararmeen angeheizt. Der Libanon ist heute alles andere als eine Nation. Und deshalb ist er auch kein funktionierender Staat mehr.

Letztlich ist es das, worauf der Nationalmasochismus unweigerlich hinsteuert. Dieser Zerfallsprozess ist in den letzten Jahren durch die Völkerwanderung aus Asien und Afrika sowie die rapide Islamisierung noch beschleunigt worden. Dieser Zerfall wird auch dann eintreten, wenn sich der nationale Masochismus als intellektuelles Gerede tarnt.

Und dieser Zerfall wird umso schneller kommen, wenn die - in diesen Tagen wieder besonders aggressiv vorgetragenenen - Forderungen linker Aktivisten realisiert werden sollten, allen in Österreich lebenden Ausländern das Wahlrecht zu geben.

Kommentare bei Andreas Unterberger

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Kreidfeuer
.... vor allem im deutschsprachigen Raum. Dabei musste ich die schauerliche Entdeckung machen, dass wir, das Volk, von vielen unserer eigenen Vertreter verraten und verkauft werden.


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