Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 05.06.2008, 06:08 
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Pro-Life-Information am 4. Juni 2008

www.jugend-fuer-das-leben.at

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1) Überwältigendes Zeugnis für das Leben. Jugend für das Leben in den Bundesländern aktiv anlässlich des Tag des Lebens
2) Predigt des Linzer Diözesanbischofs Dr. Ludwig Schwarz am 1. Juni, dem Tag des Lebens, in der Pöstlingberg-Basilika in Linz
3) Bischof Kapellari: Bemühungen um Schutz des Lebens verstärken. Hirtenbrief zum Tag des Lebens am 1. Juni
4) Studie: Pränataldiagnostik übersieht viele Chromosomen-Anomalien
5) Erste Lesung am 19. Juni: Deutscher Bundestag berät über gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen
6) TERMINE & SERVICE


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1) Überwältigendes Zeugnis für das Leben. Jugend für das Leben in den Bundesländern aktiv anlässlich des Tag des Lebens

Wien/Salzburg/Graz/Linz (04.06.2008, JfdL-md/kr). Heuer jährte sich der Tag des Lebens zum dreißigsten Mal. Jedes Jahr nehmen Lebensschützer den 1. Juni zum Anlass, für das Lebensrecht der Ungeborenen einzutreten. Jugend für das Leben verbreitete auch dieses Jahr die Botschaft vom Leben: Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben.

Heilige Messen für das Leben im Stephansdom

Am Tag des Lebens wurden im Wiener Stephansdom zwei Messen im Anliegen des Lebensschutzes gefeiert, Jugend für das Leben gestaltete die Fürbitten für die Studentenmesse, verteilte Informationsmaterial zum Thema Lebensschutz und wies so auf die diesjährige Sommeraktion von Jugend für das Leben hin – den Pro Life Marsch von Salzburg nach Innsbruck.

Woche für das Leben als Woche für die Kinder

In Salzburg veranstaltete die Erzdiözese vom 26. Mai bis 1. Juni die Woche für das Leben, an der auch Jugend für das Leben mitwirkte. Am Mirabellplatz informierte der Jugendverein am 31. Mai über das Lebensrecht der Ungeborenen. Die Jugendlichen kamen mit vielen Passanten ins Gespräch und traten so als Zeugen für die Schwächsten unserer Gesellschaft auf. Unzählige Kinder vergnügten sich in der Hüpfburg oder freuten sich über die verteilten Luftballons und waren ein lebendiges Zeichen für die Schönheit des Lebens, die niemandem vorenthalten werden darf.

Jugend für das Leben verteilte außerdem nach dem abschließenden Gottesdienst mit Erzbischof Dr. Alois Kothgasser mehrere hundert Luftballons.

Angie Brunelli, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiter, zieht Bilanz: „Wir wurden für unseren Einsatz für die Ungeborenen mit strahlendem Sonnenschein und lachenden Kindergesichern belohnt.“

Ein Wochenende für das Leben in Graz

Bis 24 Uhr waren die Mitarbeiter von Jugend für das Leben Steiermark am Freitag, dem 30. Mai 2008 bei der Langen Nacht der Kirchen in der Grazer Pfarre St. Andrä im Einsatz: Sie teilten Luftballons mit der Aufschrift „Lasst Herzen schlagen“ aus, versuchten mit Passanten ins Gespräch zu kommen und beteten für das Anliegen des Lebensschutzes.

Besonders ergreifend war am darauf folgenden Tag die Messe zum Tag des Lebens im voll gefüllten Grazer Dom, die die Diözese Graz-Seckau, der Arbeitskreis Umfassender Schutz des Lebens und Jugend für das Leben Steiermark organisierten. Das Leben in seiner ganzen Fülle, von den ersten Anfängen im Mutterleib bis zu seinem irdischen Ende stand im Blickpunkt. Herr Koci, ein blinder Lektor, trug mittels Braille-Vorlage die Lesung vor. Bezugnehmend auf das Evangelium aus der Bergpredigt, in dem vom Haus auf dem Felsen die Rede war, brachten eine Familie, Kinder, Behinderte sowie Vertreter der Hauskrankenpflege, der Schwangerenberatung und der Hospizbewegung symbolisch Bausteine für das „Haus des Lebens“, das von uns allen mitgebaut werden muss und dessen Grund letztlich nur Christus, der Fels, sein kann.

Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari verlas im Rahmen der Predigt seinen Hirtenbrief zum Jahr des Lebens 2008. Darin forderte er alle Christen als Freunde des Lebens zum unbedingten Schutz des Lebens auf. Bischof Kapellari verurteilte Abtreibung, Euthanasie und Forschung, die die Würde des menschlichen Lebens missachtet scharf und sprach in diesem Zusammenhang von einem „egoistischen Frevel“. Er äußerte den Wunsch nach Allianzen für das Leben über kirchliche und christliche Initiativen hinaus.

Ein überwältigendes Zeugnis für das Leben

An diesem 1. Juni, dem Tag des Lebens, organisierte Jugend für das Leben Oberösterreich gemeinsam mit anderen Lebensschutzvereinigungen und Einzelpersonen als Initiative Recht auf Leben wieder eine Hl. Messe in der Pöstlingberg-Basilika in Linz. Der Linzer Bischof Dr. Ludwig Schwarz feierte für über 350 Lebensschützern das Hl. Messopfer, mehr als 100 Personen nahmen am vorhergehenden Pöstlingberg-Kreuzweg teil. Monika Lebschik, Vizevorsitzende von Jugend für das Leben: „Diese Heilige Messe ist ein überwältigendes Zeugnis für das Leben!“

Bischof Schwarz bestärkte die Gläubigen in der Predigt auch weiterhin für die unantastbare Würde aller Menschen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, einzutreten: „Es ist dies ein opfervolles und für uns aber auch sehr segensreiches Unterfangen. Ja, wir müssen als Christen diese geduldige und hartnäckige Überzeugungsarbeit für eine neue Kultur des Lebens leisten.“

Klare Worte fand Bischof Schwarz auch betreffend lebensfeindlicher Gesetze wie der Fristenlösung: „Wir müssen uns aus Gewissensgründen jenen Gesetzen entgegenstellen, und ihnen Widerstand leisten, die Abtreibung und Euthanasie zulassen oder begünstigen.“ Kinder sind, so Bischof Schwarz, ein Geschenk Gottes: „Deshalb ist es eine unheimliche Anmaßung, bestimmen zu wollen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht lebenswert ist. Jedes Leben, auch das behinderte, ist lebenswert.“

Viele Gläubige suchten nach der Messe und während der Agape das Gespräch mit Bischof Schwarz um sich für sein unermüdliches Wirken in der Diözese Linz und seinen Einsatz für die Ungeborenen zu bedanken.

Gute Hoffnung für Linz

Die oberösterreichische Landesgruppe von Jugend für das Leben war auch abseits der Hl. Messe zum Tag des Lebens aktiv. So wurde am 30. und 31. Mai „Gute Hoffnung“ in Linz verbreitet. Insgesamt wurden an 2.000 Haushalte Infopakete verteilt, die je ein Originalmodell eines Ungeborenen in der 10. Woche nach der Einnistung sowie Informationsmaterial über die Entwicklung des ungeborenen Kindes sowie Hilfsnummern beinhalteten.

Quelle: http://www.jugendfuerdasleben.at/detail.php?id=590

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2) Predigt des Linzer Diözesanbischofs Dr. Ludwig Schwarz am 1. Juni, dem Tag des Lebens, in der Pöstlingberg-Basilika in Linz

Liebe Mitbrüder, liebe Brüder und Schwestern im Herrn. Es freut mich, dass Sie heute zu dieser Kundgebung für das Leben zusammengekommen sind. Sie gehören zu jenen, die für die unantastbare Würde aller Menschen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod eintreten. Das ist der Wille Gottes, der allein Herr des Lebens ist. Es ist dies ein opfervolles und für uns aber auch sehr segensreiches Unterfangen. Ja, wir müssen als Christen diese geduldige und hartnäckige Überzeugungsarbeit für eine neue Kultur des Lebens leisten. So hat es uns schon Papst Johannes Paul II ans Herz gelegt.

Auch bei uns in Österreich muss immer neu gesagt werden, dass Abtreibung kein Anspruchsrecht und keine Errungenschaft ist, sondern gerade das Gegenteil. Niemand kann sich das Recht anmaßen, einem menschlichen Geschöpf direkt den Tod zuzufügen. Wie gesagt, Gott allein ist der Herr des Lebens – vom Anfang bis zum Ende. Angesichts der verbreiteten Verharmlosung der Abtreibung dürfen wir nicht in lähmende Lethargie verfallen, sondern müssen Überzeugungsarbeit für diese neue Kultur des Lebens leisten. Und das tun Sie durch Ihre Arbeit für den Lebensschutz, das tun Sie durch den Pro Life Marsch und durch andere Maßnahmen. Hier wird für die Würde eines jeden Menschen sensibilisiert.

Schon die selige Mutter Teresa von Kalkutta sagt, der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen ungeborenen Kindes, das getötet wird. Bemühen Sie sich daher weiterhin für das Lebensrecht jedes Menschen zu wirken. Vermitteln Sie ein christliches Menschenbild als Grundlage der Gesellschaft. Ansonsten gibt es, wie Papst Johannes Paul II sagt, eine Kultur des Todes. Wir Christen sind aber Botschafter und Überbringer einer Kultur des Lebens und einer Kultur der Liebe. Denn das ist das neue Gebot, das uns Christus gibt: Liebet einander wie ich euch geliebt habe. Nach christlicher Überzeugung ist die Existenz jedes einzelnen Menschen vom Anfang an im Plane Gottes gegenwärtig. Beim Propheten Jeremia sagt Gott: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt. Ja, Gott steht zu jedem menschlichen Leben vom Augenblick der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod. Darum qualifiziert das 2. Vatikanische Konzil die Abtreibung als ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Und Papst Benedikt XVI hat den hohen Wert der christlichen Ehe und Familie schon wiederholt betont. Er sagt: Sie ist der legitime Ort, wo die Kinder angenommen, geliebt und erzogen werden. Und wo es zur Weitergabe des Glaubens an die junge Generation kommt.

Haben wir daher den Mut, Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen nachzugehen. Wir müssen uns aus Gewissensgründen jenen Gesetzen entgegenstellen, und ihnen Widerstand leisten, die Abtreibung und Euthanasie zulassen oder begünstigen. Es bedarf aber auch konkreter Hilfen, damit das Recht, Leben zu dürfen, nicht bloß ein Privileg der Kinder ist, die von ihren Eltern gewollt sind. Unsere Gesellschaft, liebe Brüder und Schwestern, braucht eine kinderfreundliche Atmosphäre, welche die Familien ermutigt, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Wir brauchen mehr finanzielle Absicherung für Jungfamilien und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit. Auf diese Weise können wir mehr Mut zum Kind machen, um Kinder als Geschenk Gottes und als Geschenk des Lebens zu verstehen und anzunehmen. Ja, ich denke wir Christen sollten wirklich eine kinderfreundliche Atmosphäre schaffen. Wir brauchen eine positive Grundeinstellung zum Leben und zur Familie und müssen Freude am Leben bekunden.

Für uns Christen ist die Würde des Menschen, ob geboren oder ungeboren, heilig und unantastbar. Kinder sind ein Geschenk Gottes. Deshalb ist es eine unheimliche Anmaßung, bestimmen zu wollen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht lebenswert ist. Jedes Leben, auch das behinderte, ist lebenswert. Der heutige 1. Juni gilt als Tag des Lebens, er fällt mit dem 9. Sonntag im Jahreskreis zusammen. Und dieser Tag soll für uns Anlass sein, auch allen zu danken, die sich bei uns in Österreich und in unserer Diözese Linz für den Lebensschutz einsetzen. Und wir wollen um dieses Anliegen auch in der Hl. Messe beten, die wir nun feiern.

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir an einem Gnadenort der Gottesmutter hier am Pöstlingberg sind. Unter allen Geschöpfen ist die Jungfrau Maria das Meisterwerk der Heiligsten Dreifaltigkeit. In ihrem demütigen und gläubigen Herzen hat der Herr sich eine würdige Wohnung bereitet, um das Geheimnis des Heiles zur Erfüllung zu bringen. Die göttliche Liebe fand in Maria eine vollkommene Entsprechung. In ihrem Schoß ist der eingeborene Sohn des Vaters Mensch geworden. Wenden wir uns daher mit kindlichem Vertrauen an Maria, die wir hier als Schmerzensmutter verehren, damit wir mit ihrer Hilfe in der Liebe wachsen und uns für den Schutz des Lebens einsetzen und eine Kultur der Liebe schaffen. Amen.

Quelle: http://www.jugendfuerdasleben.at/detail.php?id=591

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3) Bischof Kapellari: Bemühungen um Schutz des Lebens verstärken. Hirtenbrief zum Tag des Lebens am 1. Juni

Graz (01.06.2008, KAP). Zur Verstärkung der Bemühungen um Schutz und Entfaltung des menschlichen Lebens in all seinen Phasen hat der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari in einem Hirtenbrief zum Tag des Lebens am 1. Juni aufgerufen. Die Christen sind Freunde des Lebens, das sei ein Dauerauftrag auch für die steirischen Christen. Für den Schutz des Lebens müssten auch Allianzen mit Menschen und Institutionen gesucht werden, die nicht der Kirche angehören.

Bischof Kapellari erinnerte an zwei einander widersprechende gesellschaftliche Entwicklungen. Zum einen werde in westlichen Ländern wie Österreich für das menschliche Leben und seine Bewahrung und Entfaltung besonders viel getan. Fortschritt in der Medizin und in anderen Wissenschaften, wirtschaftlicher Erfolg, politische Maßnahmen und ethische Instanzen, unter ihnen besonders die christlichen Kirchen, hätten geholfen, diesen Standard zu erreichen und seien auch weiterhin dafür tätig. Andererseits gebe es gerade in diesen Ländern auch starke Gefährdungen für das menschliche Leben in manchen seiner Phasen und Dimensionen. Kapellari: Im Dienst eines biologisch starken Lebens wird das schwache Leben der Ungeborenen, der Menschen mit Behinderung und der Menschen an der Todesschwelle vielfach aufs Spiel gesetzt oder zur Seite geschoben.

Abtreibung ist tiefe soziale Wunde

Kardinal Franz König habe wiederholt die Abtreibung als tiefe soziale Wunde bezeichnet, erinnerte Bischof Kapellari. Papst Benedikt XVI. habe in seiner Ansprache in der Hofburg im vergangenen September diese Aussage zitiert und vertieft. Kardinal König habe auch alle Versuche zur Durchsetzung der Euthanasie mit einem fast schon geflügelten Wort zurückgewiesen:
Der Mensch soll nicht durch die Hand eines Menschen sterben, sondern an der Hand eines Menschen.
Das gebotene Mitleid mit dem tragischen Geschick unheilbar Kranker dürfe nicht den Damm unterminieren, der Menschen generell vor dem Druck ihrer Umgebung schützt, sich den Tod selbst zu geben oder von anderen geben zu lassen.

Scharf kritisierte der Grazer Bischof auch die Embryonenforschung, die Embryonen herstelle, um sie zu zerstören oder die gar menschliche und tierische Organismen kreuze. All dies sei eine Gestalt von Egoismus im Dienst eines technischen Fortschritts, der zugleich ein schwerwiegender antihumaner Frevel ist. Diese Grenzüberschreitung werde nicht nur von bewussten Christen, sondern auch von vielen nicht religiösen Humanisten bekämpft. Der oft gehörte Hinweis auf die Natur, die einerseits mit ungeheurer Dynamik Leben hervorbringt und andererseits gleichgültig Leben zerstört, berechtige den Menschen nicht, die moralisch blinde Natur nachzuahmen. Kapellari: Wir sind ja als Menschen einerseits Teil der Natur, stehen ihr aber andererseits mit dem Auftrag zur Verantwortung gerade auch für schwaches Leben gegenüber.

Sorge um Ehe und Familie

Im Zusammenhang mit dem Einsatz für das Leben stehe auch die Sorge um das Prinzip Ehe und Familie, so Kapellari weiter. Dieses Prinzip sei trotz allem gesellschaftlichen Wandel als Gemeinschaft von Mann und Frau und in Offenheit für Kinder nicht ersetzbar. Kapellari: Die Zukunft der Gesellschaft hängt vom Gedeihen dieser Gemeinschaften ab, und wenn eine Gesellschaft in einer Art von kultureller Spätzeit darauf vergisst, wird sie durch Leiden aus solchen Fehlern lernen müssen.

Die Kirche müsse, so der Bischof, alles, was an Lebensschutz nicht gelingt, was zerbricht oder zerbrochen ist, mit ihrer heilenden Kraft begleiten. Die Prinzipien für den Lebensschutz seien dabei aber Fixsterne über dem Weg nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Gesellschaft. Deshalb habe die Diözese Graz-Seckau auch das laufende Jahr zum Lebensjahr erklärt.

Bischof Kapellari erinnerte in seinem Hirtenbrief auch eindringlich an die Botschaft des Mitteleuropäischen Katholikentages 2004 in Mariazell. In dieser Botschaft sei über die Christen als Freunde des Lebens festgehalten, dass diese Freundschaft sechs Ausfaltungen hat, die einander ergänzen und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: Christen sind Freunde des Lebens, Freunde des geborenen und des noch nicht geborenen, des entfalteten und des behinderten, des irdischen und des ewigen Lebens.

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4) Studie: Pränataldiagnostik übersieht viele Chromosomen-Anomalien

Busto Arsizio (03.06.2008, aerzteblatt). Die Aussagekraft der Pränataldiagnostik für genetische Erkrankungen ist begrenzt. Es werden nur wenige chromosomale Aberrationen erkannt und diese auch nur in etwa der Hälfte der Fälle, glaubt man einer retrospektiven Studie italienischer Pränataldiagnostiker auf dem Jahreskongress der European Society of Human Genetics in Barcelona. Vor allem bei jüngeren Frauen ist die Fehlerrate von Amniozentese und Chorionzottenbiopsie hoch.

Die Firma Tomalab in Busto Arsizio in der Provinz Varese im Nordwesten der Lombardei war eine der weltweit ersten Institutionen, die vor 30 Jahren eine Pränataldiagnostik anbot. In den letzten 14 Jahren wurden dort 84.847 Amniozentesen und 30.729 Chorionzottenbiopsien befundet.

Ursprünglich wurde diese Untersuchung zur Früherkennung von Trisomie 21 (Down-Syndrom) und Monosomie X (Turner-Syndrom) eingeführt. Heute suchen die meisten Labors auch nach Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) Trisomie 13 (Pätau-Syndrom), Triple-X-Syndrom und XYY-Syndrom (Klinefelter) sowie den seltenen Triploidien, bei denen die Zellkerne 69 statt 46 Chromosomen enthalten, was in der Regel nicht mit dem Leben vereinbar ist.

Ursprünglich wurden die Untersuchungen nur Schwangeren über 35 Jahren angeboten, da ab diesem Alter das Risiko auf einen Morbus Down stark ansteigt. In den letzten Jahren hat jedoch die Zahl der Untersuchungen bei jüngeren Frauen zugenommen, berichtet Francesca Grati von Tomalab.

Gerade bei den jüngeren Frauen sei die Fehlerrate der Pränataldiagnostik jedoch sehr hoch, berichtet die Humangenetikerin. Nach den Erfahrungen ihres Labors würden in dieser Altersgruppe nur 31 bis 44 Prozent der Chromosomen-Aberrationen erkannt. Die Detektionsrate steige mit dem Alter der Frau auf 51 bis 63 Prozent bei den über 35-Jährigen.

Die Grenzen der Pränataldiagnostik müssen den Schwangeren bei der Beratung mitgeteilt werden, fordert Grati. Gerade jüngere Frauen sollten den Nutzen sorgfältig gegen die Risiken (vor allem die allerdings seltene Induktion eine Fehlgeburt) abwägen. Die Frauen müssten außerdem darüber informiert werden, dass die meisten genetischen Störungen nicht auf Anomalien der Chromosomenzahl zurückzuführen seien.

Quelle: www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32571

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5) Erste Lesung am 19. Juni: Deutscher Bundestag berät über gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen

Berlin (01.06.2008, ALfA). Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich am 19. Juni in erster Lesung über eine rechtliche Regelung von Patientenverfügungen beraten. Diesen Termin nannten die Abgeordneten Joachim Stünker (SPD), Michael Kauch (FDP), Dr. Luc Jochimsen (Die Linke) und Jerzy Montag (Bündnis 90/Die Grünen) in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 26. Mai. Bislang wurde erst ein Antrag in das Parlament eingebracht. Welche weiteren Anträge bis dahin noch eingebracht werden, ist noch offen.

Vor dem Hintergrund der laufenden Debatte um Patientenverfügungen hat die Deutsche Hospiz Stiftung den Deutschen Bundestag aufgefordert, endlich eine gesetzliche Regelung zu schaffen. Folgt er dem Tenor jüngster Politikeräußerungen, wie lieber gar keine Regelung als eine schlechte, dann entzieht sich der Gesetzgeber seiner Verantwortung, mahnte der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, während einer Bundespressekonferenz am 29. Mai in Berlin. Vor rund einem Jahr wurden drei Gesetzesvorschläge veröffentlicht; nur noch zwei von ihnen stehen laut der Stiftung in der politischen Diskussion. Während der Entwurf um den Abgeordneten Joachim Stünker (SPD) Anfang März diesen Jahres in den Bundestag eingebracht wurde, ist der Entwurf um den Abgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU/CSU) nicht eingebracht (siehe ALfA-Newsletter 10/08 vom 08.03.2008). Zudem arbeiten Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Unionsvertreter an einem weiteren gemeinsamen Antrag, der jedoch noch nicht vorliegt (siehe ALfA-Newsletter 18/08 vom 10.05.2008).

Das Fehlen eines solch wichtigen Gesetzes halte nach Angaben der Deutschen Hospiz Stiftung immerhin über 50 Prozent der Deutschen davon ab, eine Patientenverfügung zu verfassen. Sie hielten die rechtliche Lage für unklar. Dies gilt aber nicht nur für diejenigen, die eine Patientenverfügung verfassen wollen, sondern auch für Ärzte und Vormundschaftsrichter, betonte Prof. Dr. Wolfram Höfling, Direktor des Instituts für Staatsrecht der Universität zu Köln und Leiter der Forschungsstelle für das Recht des Gesundheitswesens. Diese Unklarheit führe bei Ärzten und Richtern zu großen Interpretationsspielräumen und damit zu sich widersprechenden Entscheidungen. Der Gesetzgeber muss hier regelnd eingreifen, forderte auch Höfling.

Ein zukünftiges Patientenverfügungsgesetz müsse nach Ansicht der Deutschen Hospiz Stiftung sowohl dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen als auch der Fürsorgepflicht des Staates Rechnung tragen. Beide Entwürfe versuchten jedoch, diese zentralen Punkte auseinander zu dividieren. Stattdessen aber müsse ein Ausgleich geschafft werden. Denn ein Gesetz, das wie der Bosbach-Vorschlag versucht, durch eine Reichweitenbeschränkung der Fürsorgepflicht des Staates gerecht zu werden oder ein Gesetz, wie der Stünker-Entwurf, das rein auf Selbstbestimmung konzentriert ist, würde zu einer gesetzlichen Regelung führen, die von Laborbedingungen ausgeht, warnte Brysch. Ein Patientenverfügungsgesetz aber müsse sich an der Praxis orientieren. Deshalb setze die Deutsche Hospiz Stiftung auf vier Eckpunkte: Aufklärung und Beratung, Schriftlichkeit, klarer Bezug zwischen Situationen und Behandlungsanweisungen und prozessuale Hilfen bei der Ermittlung des mutmaßlichen Willens. Ein Gesetz das auf diesen Säulen steht, ist ein Zeugnis von tatsächlicher Selbst- statt von Fremdbestimmung, die in Einklang mit dem Integritätsschutz des Staates steht, erklärte Brysch.

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6) TERMINE & SERVICE
ALLE Termine finden Sie auf unserer Homepage: http://www.jugendfuerdasleben.at/termine.php


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Almwoche in Osttirol

Mit P. Bernhard Kaufmann, FSSP

Wer: Jugend für das Leben
Wann: 5. bis 12. Juli 2008
Wo: Oberstalleralm in Innervillgraten
Anmeldung unter: office@youthforlife.net, 0664/3420804. Es gibt nur wenige Plätze. Bitte bald anmelden

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Pro Life Marsch und Aktion Gute Hoffnung 08 - Salzburg bis Innsbruck

Infos: Für Essen und Unterkunft ist gesorgt. Für die Übernachtungen brauchst du Schlafsack und Isomatte. Das Gepäck wird in einem Begleitfahrzeug mitgeführt.

Route: Salzburg – Bayerisch Gmain – Lofer – St. Johann in Tirol – Schwoich bei Kufstein – Kundl – Straß im Zillertal – Schwaz – Hall in Tirol – Innsbruck

Kosten: 5 Euro pro Tag, 25 Euro pro Woche, 40 Euro für zwei Wochen

Wer: Jugend für das Leben
Wann: 16. bis 30. August 2008
Wo: von Salzburg bis Innsbruck
Anmeldung unter: 0664/3420804 oder office@youthforlife.net

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IHRE SPENDE ändert das Schicksal ungeborener Kinder Unsere Arbeit wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Wir sind dankbar für jeden Beitrag. Bitte unterstützen Sie die Verbreitung einer Kultur des Lebens!
Spendenkonto: http://www.youthforlife.net/Spenden.php

NACHRICHTENDIENST
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LEBENSSCHUTZ - SHOP
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JUGEND FÜR DAS LEBEN

Redaktion: Mag. Monika Deak
A-4020 Linz, Starhembergstraße 66/20
Telefon: +43 - 664 - 34 20 804
Fax: +43 - 732 - 78 81 16
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