Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 10.02.2007, 23:25 
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Dr. Silvia Stöger, Landesrätin
A-4021 Linz, Altstadt 30
Tel. 0732 7720 11120, Fax 0732 7720 11149, lr.stoeger@ooe.gv.at


Sehr geehrte Frau Dr. Stöger!

Ihr Schreiben vom 31. Jänner 2007-Pf/Pr



Sie schreiben:
Das Akzeptieren von Tiertötungen aus ökonomischen Gründen ist für mich als Tierschutz-Landesrätin absolut inakzeptabel und auch durch das Bundestierschutzgesetz nicht gedeckt.


1. Sämtliche Nutztiere werden aus ökonomischen Gründen getötet. Warum sollte das bei alten, kranken bzw. verhaltensgestörten Hunden und Katzen verboten sein?
2. Das Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund, nicht das Töten überhaupt. Wäre ja auch unsinnig bzw. die Einführung heiliger Tiere, die nicht getötet werden dürfen, wie in Indien oder im alten Ägypten.

Sie schreiben:
... sowenig berechtigt diese Tatsache, alte Tiere ihrem Schicksal zu überlassen....
und weiter:
....Wir Menschen haben die Verantwortung für Tiere und können uns dieser Verantwortung nicht dadurch entledigen, indem wir ihnen diese Eigenschaften absprechen......


1. Das verstehen wir als Appell an die Tierhalter, die ihre Haustiere nicht im Stich lassen dürfen. Wenn sie nicht mehr für ihren Hund oder ihre Katze sorgen wollen oder können, sollten sie sich aus Tierliebe verpflichtet fühlen und verpflichtet werden können, sie einem anderen Tierfreund zu übergeben oder für einen schmerzlosen Tod (aus vernünftigem Grund lt. Tierschutzgesetz) zu sorgen.
2. Die Leiden der Tiere sollten nicht unnötig verlängert werden. Und wer wollte bestreiten, daß ausgesetzte und somit von ihrer Familie getrennte Hunde und Katzen leiden? Wenn sie ein Jahr lang in einem Tierheim in einem Zwinger bzw. Käfig dahinvegetieren müssen, ist das unnötig verlängertes Leiden. Hier sehen wir einen vernünftigen Grund, diese von ihren Tierhaltern im Stich gelassenen Tiere schmerzlos zu töten.

Sie schreiben:
... ich bin nach wie vor der Meinung, dass die öffentliche Hand sehr wohl auch dafür verantwortlich ist, sogenannte Altenheime für Tiere zu betreiben ....


Dem können und müssen wir massiv und eindeutig widersprechen. Stellen Sie sich nur einmal vor, es würden alle nicht mehr ausreichend Eier legenden Hennen in Altersheime für Tiere gebracht! Der Finanzkollaps würde in wenigen Jahren eintreten.

Zum Tierschutzgesetz:
Sie zitieren falsch, wenn Sie behaupten, es verbiete Tiertötungen überhaupt (s. oben).
Wenn das Tierschutzgesetz verlangt, die Länder müssten Tierheime betreiben, in denen ausgesetzte oder entlaufene Tiere mindestens ein Jahr lang auf Kosten des Steuerzahlers betreut werden müssen, ist das Tierschutzgesetz schleunigst zu reparieren:

1. Jeder Landwirt muß genau über Geburt, Haltung, Verkauf und Kauf seiner Nutztiere Buch führen. Jedes entlaufene Rind kann daher sehr schnell dem Besitzer zugeordnet und seine Lebensgeschichte erhoben werden.
Ähnlich kann auch einem Tierfreund zugemutet werden, daß er sein Haustier deklariert. Wenn ein gewissenloser "Tierfreund" einen Hund aussetzt, sollte er ebenso schnell ausgeforscht und zur Rechenschaft gezogen werden können.

2. In Zeiten des Internets und der schnellen Datenübertragungen muß es in wenigen Wochen möglich sein, einen neuen Platz für ein nicht mehr gewolltes Haustier zu finden. Wenn kein Platz gefunden werden kann, halten wir das für einen vernünftigen Grund zur Tötung (entsprechend dem Tierschutzgesetz).

____________________________________________________________________
Wir wollen weder heilige Hunde noch heilige Katzen in Österreich.
Menschen haben Menschenrechte - Tiere haben Tierrechte - das ist ein Unterschied.

__________________________________________________________________
Gesendet: Samstag, 17. März 2007 21:52
An: 'lr.stoeger@ooe.gv.at'
Cc: 'buergerservice@ooe.gv.at'; 'labgw.schuerrer@lindenhof.at'
Betreff: Gnadenhof in Grünburg, Ihr Schreiben vom 31. Jänner 2007-Pf_unser Schreiben vom 17. Feb._Urgenz


Sehr geehrte Frau Dr. Stöger!


Wir erinnern an unser Schreiben vom 17.2.07, auf das wir bis heute keine Antwort erhalten haben.
Inzwischen haben wir uns im Bundesministerium erkundigt und von dort die Auskunft erhalten:
„Die Behauptung der Frau Landesrat, Tiere dürften aus ökonomischen Gründen nicht getötet werden, ist Schwachsinn.“

Wir erwarten Ihre umgehende Antwort, wie Sie den für uns nicht akzeptablen Umgang mit Steuergeldern ändern wollen.
Insbesondere stört uns die Verschonung der Verursacher, das ist der ehemaligen Tierhalter. Sie sollten für die Kosten der Tierheime in erster Linie aufkommen – oder die Tiere sollten, wenn nicht vermittelbar – eingeschläfert werden.

Mit freundlichen Grüßen


Last edited by alwis on 17.03.2007, 22:57, edited 2 times in total.

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PostPosted: 17.02.2007, 20:42 
Josef Pernegger aus Schlierbach schreibt in der Steyrer Rundschau vom 15.2.07:

Für alte, kranke und verhaltensgestörte Tiere, die niemand mehr haben will, einen schönen Musterbauernhof (in den vor Jahren schon Millionen an Subventionen investiert wurden) mit über einer Mio Euro Steuergeld zu kaufen und zu einem Gnadenhof umzubauen, ist widersinnig und ein Schildbürgerstreich.
In Zukunft werden dafür laufend, Jahr für Jahr, Unsummen an Förderung (Steuergeld) erforderlich sein, um den Betrieb aufrecht zu erhalten (Personal, Futter, Tierarztkosten, Strom u. v.m.). Vom Land hört man ständig:
Für den Gesundheits- Pflege- und Behindertenbereich sei viel zu wenig öffentliches Geld da. Für den Gnadenhof spielt anscheinen Geld eine geringe Rolle. Haben Tiere einen höheren Stellenwert als Menschen?
Natürlich kann jeder seinen Tiere pflegen und lieben wie er will, aber nicht auf Kosten der Steuerzahler!

Manche Leute tun so, als könnte manches Geschöpf ewig leben. Auch die Gemeinden müssen sparen und trachten danach, eine unproduktiven Arbeitsplätze zu schaffen.


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PostPosted: 17.02.2007, 20:46 
Angelika Födinger aus Rohr schreibt in der Steyrer RS vom 14. Februar 2007:

Mein Vorschlag für den Gnadenhof in Grünburg wäre:

Eine Kombination aus einer betreuten Wohngruppe entweder für Senioren oder für Jugendliche mit z.B. psychosozialen Problemen und dem Gnadenhof mit den Tieren. Die Pflege und der Umgang mit den Tieren (natürlich unter Anleitung von Fachpersonal) wäre eine wunderbare Beschäftigungstherapie für diese Personengruppen. Somit könnten beide voneinander profitieren.

Und eines sollte man auch nicht vergessen:
Verursacher der Verhaltensstörungen bei diesen Tieren sind wir Menschen (nciht artgerechte Haltung, .....)


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PostPosted: 04.03.2007, 19:13 
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Gesendet: Sonntag, 4. März 2007 18:10
An: 'josef.proell@lebensministerium.at'
Betreff: Tierschutzgesetz sollte geändert werden


Sehr geehrter Herr Bundesminister im Lebensministerium,
Sehr geehrter Herr Mag. Pröll!


In unserer Gemeinde Grünburg in Oberösterreich wurde ein Bauernhof um 770.000,-- EURO gekauft, der zu einem Gnadenhof umgebaut werden wird. Darin sollen vor allem Hunde und Katzen, die keinen Platz bei Tierfreunden finden, weil sie zu alt oder verhaltensgestört sind, gepflegt und - womöglich psychologisch - betreut werden.

In den Bauernhöfen daneben werden junge, gesunde Tiere in den Schlachthof gebracht, den sie nicht lebend verlassen.

Aus der Diskussion darüber in unserem Forum hat sich ergeben:

:arrow: Das Tierschutzgesetz: sollte geändert werden.
Wenn das Tierschutzgesetz verlangt, die Länder müssten Tierheime betreiben, in denen ausgesetzte oder entlaufene Tiere mindestens ein Jahr lang auf Kosten des Steuerzahlers betreut werden müssen, ist das Tierschutzgesetz schleunigst zu reparieren:


Jeder Landwirt muß genau über Geburt, Haltung, Verkauf und Kauf seiner Nutztiere Buch führen. Jedes entlaufene Rind kann daher sehr schnell dem Besitzer zugeordnet und seine Lebensgeschichte erhoben werden.

Ähnlich kann auch einem Tierfreund zugemutet werden, daß er sein Haustier deklariert. Wenn ein gewissenloser "Tierfreund" einen Hund aussetzt, sollte er ebenso schnell ausgeforscht und zur Rechenschaft gezogen werden können.

Wir bitten um Ihre Meinung dazu.

_____________________________________________________________
Am 10. März meldete sich ein Mitarbeiter des Lebensministeriums telefonisch bei mir.

Er erklärte die Entstehung des Tierschutzgesetzes, das einen Kompromiß zwischen maßlosen Forderungen der sogenannten Tierschützer und den wirtschaftlichen Erfordernissen vor allem in der Landwirtschaft darstellt.

Eine Tötung von Tieren aus ökonomischen Gründen ist im Tierschutzgesetz selbstverständlich erlaubt. Wie Frau Landesrat Stöger sich zu dieser Behauptung versteigen konnte, ist ihm unerklärlich.

Eine Novelle wird sicher kommen. Wünschenswert ist sicher eine Senkung der Behaltefrist in Tierheimen (ein Jahr ist deutlich zu lang) und außerdem eine verstärkte Kostenbeteiligung der ehemaligen Tierhalter an der Haltung in Tierheimen.

Bewirken können wir aber am ehesten etwas vor Ort bzw. in der Landesregierung.


Last edited by alwis on 29.03.2007, 22:05, edited 2 times in total.

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PostPosted: 08.03.2007, 06:32 
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Joined: 08.03.2007, 06:27
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Location: Sierning
Ich habe der Frau Landesrätin folgende Antwort zukommen lassen:

sehr geehrte frau landesrätin,

wie krank ist eigentlich unsere gesellschaft schon, wenn sogar politikerInnen den erklärbaren natürlichen lauf der dinge so beeinflussen wollen, wie sie es in dem hier zu beantwortenden poster geschrieben haben.

seit eh und je wurden kranke tiere aussondiert, die natur selbst hat ihre wächter dazu bestellt und sie wollen gescheiter sein.
ich habe mich schon immer über sie gewundert, jetzt nicht mehr.

während das sierninger krankenhaus, welches aus einem "sterbe- und siechenheim" zu einem der wenigen positiv arbeitenden krankenhäuser österreichs mutiert ist, zusperren muss bzw. wieder zu einem "sterbe- und siechenheim" brutalst von der politik herabgewürdigt wurde - mit hilfe ihrer scheinheiligkeit - gibt es geld für ein wahnwitziges projekt dieser art in grünburg.

hoch erbost

josef dietachmair

p.s.: ich verzichte auf eine erklärung ihrerseits - sie ist nicht mehr nötig!


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PostPosted: 04.04.2007, 21:17 
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Location: Österreich/Austria
Von: BLAAS, Konrad [mailto:Konrad.BLAAS@lebensministerium.at]
Gesendet: Mittwoch, 4. April 2007 09:32
Betreff: Ihr e-mail an HBM Pröll: Tierschutzgesetz sollte geändert werden



Wir danken für Ihre Anregung bezüglich einer Änderung des Bundestierschutzgesetzes und nehmen Bezug auf ein bereits geführtes Gespräch mit DI Budil aus dem Büro des Herrn Bundesministers Josef Pröll. Ergänzend zu diesem dürfen wir Ihnen somit noch Informationen bezüglich der Kennzeichnung im Haustierbereich übermitteln.

Für Hunde und Katzen ist auf Basis des § 24 , Abs. 3 TSchG eine VO zur Kennzeichnung von Hunden und Katzen vorgesehen ("Chip-VO"). Bislang konnte diese nicht umgesetzt werden, da sie nur in Kombination mit einer länderübergreifenden Datenbank sinnvoll ist. Auf Grund einer entsprechenden Anpassung werden diese Regelungen aber künftig vollziehbar sein. Somit sollte nach Ablauf der notwenigen Übergangsfrist eine Rückverfolgbarkeit für Hunde und Katzen gewährleistet werden können.

Wir hoffen Ihnen mit dieser Information geholfen zu haben und verbleiben
mit freundlichen Grüßen

Dr. Konrad Blaas
Abt. III 5 - Tierhaltung und Tierschutz
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft
Stubenring 12, A-1012 Wien
Tel.: +43 1 71100 2783
Fax: +43 1 71100 2901
mailto: konrad.blaas@lebensministerium.at


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PostPosted: 14.04.2007, 08:17 
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Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer


A-4021 Linz, Klosterstr. 7
Tel. 0732 7720 11102, Fax: 11790, Email: Landeshauptmann.Puehringer@ooe.gv.at

Landeshauptmann-Tgb. -953422/47-07/Mh/Pil
14. März 2007



Herzlichen Dank für Ihr neuerliches Schreiben betreffend den Gnadenhof für Tiere in Grünburg. Ich habe mich aufgrund Ihres Vorbringens nochmals sehr ausführlich mit den zuständigen Experten der Polizeiabteilung beim Amt der OÖ. Landesregierung auseinandergesetzt.

In diesem Zusammenhang möchte ich zur Tierheim- bzw. Gnadenhofproblematik allgemein festhalten,
daß Tiere vielfach bei Züchtern, in Zoofachgeschäften und auch von Privatpersonen erworben werden und die neuen Tierbesitzer erst in weiterer Folge erkennen, daß sie mit dem Tier auch Arbeit, Mühe und Kosten, manchen Verzicht und auch Verantwortung übernommen haben.
Woche für Woche entledigen sich leider Tierbesitzer ihrer Verantwortung, indem sie ihre Tiere bestenfalls in Tierheimen abgeben oder aber einfach auf Parkplätzen, bei Müllcontainern, in Schachteln oder Säcken aussetzen.
Tierschutzorganisationen nehmen sich dieser ausgestoßenen Tiere liebevoll an, versorgen und pflegen sie. Diese Organisationen sind gemeinnützig, betreiben ihre Tierheime mit viel Idealismus und in weiten Bereichen auch ehrenamtlich. Da aber Mitgliedschaften zu diesen Vereinen und Spenden, Vermächtnisse etc. stark rückläufig sind, sind diese Tierschutzorganisationen auf die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand angewiesen.

Zur Rechtslage sei festgehalten,
daß Tiere gemäß § 285 a ABGB Tiere keine Sachen sind und sie durch besondere Gesetze geschützt werden. Gemäß § 30 Abs. 1 Tierschutzgesetz hat die Behörde – soweit eine Übergabe an den Halter nicht in Betracht kommt – Vorsorge zu treffen, daß entlaufene, ausgesetzte, zurückgelassene sowie von der Behörde beschlagnahmte oder abgenommene Tiere an Personen, Institutionen und Vereinigungen übergeben werden, die eine Tierhaltung im Sinne dieses Bundesgesetzes gewährleisten können. Die vom Land und vom Verwahrer zu erbringenden Leistungen und das dafür zu entrichtende Entgelt sind vertraglich zu regeln.

Daraus ergibt sich, daß das Land Maßnahmen zu ergreifen hat, welche eine Unterbringung von entlaufenen, ausgesetzten, zurückgelassenen oder beschlagnahmten Tieren tierschutzgerecht ermöglichen. Nachdem die bestehenden Organisationen diese Aufgabe nicht mehr alleine und eigenständig bewerkstelligen können, wurde im vergangenen Herbst die OÖ. Tierheimstiftung ins Leben gerufen.

Gemäß & 6 Abs. 1 Tierschutzgesetz ist es verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.
Kein vernünftiger Grund für das Töten liegt ebenfalls darin, daß das Tier bereits etwas älter ist, krank ist oder allenfalls von seinen bisherigen Besitzern nicht mehr gewollt ist.

Daß der Aufenthalt in Tierheimen bzw. Gnadenhöfen für die Tiere keine ideale Lösung ist, ist allen Verantwortlichen und mit der Materie vertrauten Personen klar. Es ist daher oberstes Ziel, möglichst viele Tiere wieder an Personen zu übergeben, die für eine liebevolle, artgerechte und verantwortungsvolle Haltung geeignet und dazu bereit sind.

Sehr geehrter Herr, ich darf Ihnen dies zu Ihrer freundlichen Kenntnisnahme bringen und bitte Sie höflich, dies auch in Ihre Sichtweise einfließen zu lassen.

Mit bestem Dank im Voraus bin ich Ihr

(Unterschrift „Pühringer“)


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PostPosted: 14.04.2007, 08:44 
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Gesendet: Samstag, 14. April 2007 08:38
An: 'Landeshauptmann.Puehringer@ooe.gv.at'
Betreff: Landeshauptmann-Tgb. -953422/47-07/Mh/Pil_Gnadenhof für Tiere


Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!


Danke für das ausführliche Schreiben aus Ihrem Büro und die Zeit und Mühe, die Ihre Mitarbeiter dafür aufgewendet haben. Es zeigt, daß Ihnen unser Anliegen nicht unwichtig ist.

Leider konnten auch Sie uns – ebenso wenig wie Frau Landesrat Stöger – überzeugen. Alleine das folgende Argument führt sich selbst ad absurdum. Ich zitiere:
__________________________________________________________
„Gemäß & 6 Abs. 1 Tierschutzgesetz ist es verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.
Kein vernünftiger Grund für das Töten liegt ebenfalls darin, daß das Tier bereits etwas älter ist, krank ist oder allenfalls von seinen bisherigen Besitzern nicht mehr gewollt ist.“

Frau Landesrat Stöger meinte gar:
„Das Akzeptieren von Tiertötungen aus ökonomischen Gründen ist für mich als Tierschutz-Landesrätin absolut inakzeptabel und auch durch das Bundestierschutzgesetz nicht gedeckt.“

__________________________________________________________

Wenn wir diesem Argument folgen, kommen wir folgerichtig zum Schluß:
Tiere dürfen faktisch überhaupt nicht getötet werden – nicht aus ökonomischen Gründen, nicht weil ein Tier krank, alt oder unerwünscht ist, weil es aggressiv ist, nicht …… Wir müssen – Ihrer Argumentation folgend - alle Tiere eines natürlichen Todes sterben lassen.


Natürlich ist jedem denkenden Menschen klar, daß es so nicht gehen kann. Sie haben offensichtlich andere Gründe für die Einrichtung von Altersheimen und Rehazentren für Haustiere (allerdings nicht für Nutztiere wie Schweine, Rinder, Hühner etc. – sind diese Tiere also nicht ganz so lieb wie Hunde und Katzen? Ach ja – sie müssen getötet werden, damit die Hunde und Katzen etwas zu fressen haben!).

Diese anderen Gründe habe ich bisher weder von Frau Landesrat Stöger noch von Ihnen erfahren.

Übrigens hat das Lebensministerium inzwischen bestätigt, daß die von mir vorgeschlagene Änderung des Tierschutzgesetzes zumindest hinsichtlich Kennzeichnungspflicht von Haustieren geplant ist:

Von: BLAAS, Konrad [mailto:Konrad.BLAAS@lebensministerium.at]
Gesendet: Mittwoch, 4. April 2007 09:32
Betreff: Ihr e-mail an HBM Pröll: Tierschutzgesetz sollte geändert werden
„Für Hunde und Katzen ist auf Basis des § 24 , Abs. 3 TSchG eine VO zur Kennzeichnung von Hunden und Katzen vorgesehen ("Chip-VO").“


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PostPosted: 01.02.2009, 17:36 
Aus den OÖN vom 21. Jänner 2009

Das Vorhaben „Gnadenhof Grünburg“ empfinden etliche Anrainer nicht als Gnade.
Bei ihnen ist dieses Projekt sogar ziemlich in Ungnade gefallen.
„So eine Pension für alte Tiere passt überhaupt nicht hier her“,
sagt ein Nachbar, der sich vom Land nicht genügend informiert fühlt.
Da ist es auch nicht förderlich, dass in Grünburg überhaupt nicht klar ist, wer jetzt Geschäftsführer des Gnadenhofprojektes ist.
Zwei mögliche Geschäftsführer vom Land sind krank, ein Ersatzmann ist nicht Geschäftsführer,
dürfte sich aber in der Gemeinde als solcher ausgegeben haben.
Bei den Bedenken der Anrainer sind viele ernst zu nehmen, andere sollen wohl Grundbegehrlichkeiten und Eigeninteressen überdecken.
Die Grünburger werden mit dem Gnadenhof leben lernen müssen. Die Gemeinde hat auch schon bewiesen, dass sie das kann:
Umwidmung und Baubewilligung wurden rasch erteilt.
Da sollte es auch nicht so schwierig sein, für Auslaufflächen im Freiem eine Lösung zu finden.
Ein stabiler Zaun ist Grundvoraussetzung und bei einer Informationsveranstaltung mit Landesrätin Stöger an Ort und Stelle
könnten wohl weitere Befürchtungen ausgeräumt werden.
______________________________________________________________________________________________________________
Und ebenfalls:
aus den OÖN vom 21. Jänner 2009

Schafzüchter fürchtet um seine Existenz

GRÜNBURG. Vom Endzweck, den geplanten Gnadenhof zu einer Art Mini-Gut-Aiderbichl zu machen, ist die Tierheimstiftung noch weit entfernt. Zuerst müssen noch viele Bedenken in der Gemeinde ausgeräumt werden.

„Am Verzögern des Baubeginns für die Umbauarbeit am Gnadenhof Grünburg sind keinesfalls die Anrainer schuld“, teilt Bürgermeister Gerald Augustin (VP) in einer Aussendung mit. Wie berichtet hat den „Hiasnhof“ in Grünburg eine Stiftung erworben, um ungefähr 50 alten Hunden und 150 Katzen ein Ausgedinge einzurichten.

Bei den Nachbarn herrscht laut Augustin großer Unmut darüber, dass beim Betreiberverein, der in das Ressort von Landesrätin Silvia Stöger (SP) fällt, schon zum dritten Mal der Geschäftsführer gewechselt wurde. „Viel wurde versprochen, nichts gehalten“, sagt der Ortschef.

Die Baubewilligung für das geplante Gebäude wurde von der Gemeinde laut Bürgermeister erteilt. Was noch fehlt, ist ein großzügiger Auslaufbereich für die künftigen Bewohner des Gnadenhofes. „Dazu bedarf es aber einer Umwidmung, um die von den Gnadenhofbetreibern noch nicht angesucht worden ist.“ Voraussetzung dafür ist laut Augustin, dass die Freilauffläche hoch genug umzäunt ist und Rinder und Schafe im Umfeld nicht gefährdet werden.

Genau diese Befürchtung hegt Nachbar Markus Resch. Er züchtet Shropshireschafe, die in Christbaumkulturen als Rasenmäher eingesetzt werden, weil die Tiere die Nadelbäume nicht anknabbern. „Ich habe mehr als 100 Schafe, die sich dem Gnadenhof auf bis zu siebzig Meter nähern“, sagt Resch. Er könne mit Gutachten belegen, dass sich beispielsweise bedrohliches Hundegebell negativ auf die Zucht seiner vierbeinigen Rasenmäher auswirkt. „Die Informationen zum Gnadenhof sind äußerst dürftig. Ich werde mit den übrigen Anrainern gegen die Inbetriebnahme ankämpfen – hier geht es um meine Existenz.“

Beschwichtigende Töne kommen aus dem Büro von Landesrätin Silvia Stöger: „Wir haben dem Bürgermeister nie den Vorwurf gemacht, er würde irgendetwas verzögern“, sagt ein Sprecher. Der Zeitplan sei so gewählt, dass nach erfolgreicher Baubewilligung nun die Ausschreibungen vorgenommen würden. „In Absprache mit Bauherr LAWOG würde danach das Thema Freilauffläche angegangen. „Auch da ist die Landesrätin an einem Konsens mit den Nachbarn interessiert und will niemandem schaden.“


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PostPosted: 21.03.2009, 21:28 
Leserbrief in den OÖN vom 21. März 2009

Es grenzt an Frevel, heutzutage um drei Millionen Euro einen Gnadenhof für verhaltensgestörte Tiere im Land einzurichten,
wo doch dieses Geld dringender in den Sozialhilfeverbänden der Bezirke
für gestrandete Jugendliche und in Not geratene Familien benötigt wird.

In Zeiten finanzieller Schwierigkeiten in den Gemeinden
sollte Gesundheits- und Tierschutzlandesrätin Stöger derartige Projekte besser hintanstellen oder überhaupt fallen lassen.

Bei steigender Arbeitslosigkeit und Verunsicherung der Bevölkerung
gibt es wohl dringendere Aufgaben zu erledigen.
Man fragt sich: Wohin steuert denn die SPÖ ideologisch in Oberösterreich?


Dr. Josef Gruber,

Aschach an der Donau


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PostPosted: 31.03.2009, 22:26 
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Neues Volksblatt
vom 31. März 2009:

Stöger (SP-Landesrat) wollte vier Millionen (!) für Tierasyl:
ÖVP zog Notbremse

Wir sagen ja zum Tierschutz, betont Stockinger
Aber:
Solch eine Riesensumme für 54 Hunde und 150 Katzen ist inaktzeptabel!


SP_-Landesrätin Silvia Stöger hat den Antrag gestellt,
einen auf ihr Betreiben vom Land um 770.000 Euro erworbenen Bauernhof in Grünburg (Bez. Kirchdorf, OÖ)
zu einem Gnadenhof für 54 Hunde und 150 Katzen umzubauen - um satte vier Millionen Euro!
"Wir sagen ja zum Tierschutz, aber das hat absolut keine Verhältnismäßigkeit",
betont Stockinger:
"Diese Kosten sind schlicht inakzeptabel.
Um dieses Geld könnte man einen neue Schule oder mehrere Kindergärten bauen!"

Stögers Antrag wurde die Zustimmung verweigert, das Projekt nun zurückgestellt.
"Nun ist Stöger aufgefordert, einmal alle Pläne auf den Tisch zu legen
und auch über die geplanten Betriebskosten zu informieren", stellt Stockinger klar.


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PostPosted: 21.09.2010, 16:51 
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1,2 Millionen Euro Fördergelder versandeten in Tierheimstiftung

OÖN vom 18. Sept. 2010


LINZ/GRÜNBURG. In der Tierheimstiftung
Oberösterreich wurde grob mit 1,2 Millionen
Euro Fördergeldern und Spenden gefuhrwerkt.
Ein Gnadenhof in Grünburg beherbergte nie
Tiere, weil das Vorhaben versandet ist.
Der Rechnungshof nimmt die Verantwortlichen
hart ins Gericht.


Das „Hiasngut“ in Grünburg (Bezirk Kirchdorf) hätte zu einem Gnadenhof für Tiere umgebaut werden sollen. Für den Kauf des Vierkanters gewährte das Land der Tierheimstiftung 877.000 Euro Förderung. Weitere 130.000 Euro flossen in Umbauten, für die ohne schriftliche Verträge ein Architekt und die Wohnbaugesellschaft LAWOG betraut wurden. Zu Ende geführt wurde die Baustelle nicht. Die damals zuständige Tierschutz-Landesrätin Silvia Stöger (SP) blies das Projekt ab, nachdem sich Widerstände gegen den Gnadenhof mehrten.


Original bei den OÖN vom 18. Sept. 2010

Weitere Hinweise:


Tierasyl-Desaster: Ex-Stiftungschef soll Schadenersatz leisten

Erleichterung über Aus für Gnadenhof bei Grünburgern


______________________________________________________
1,2 Millionen Euro Fördergelder versandeten in Tierheimstiftung

OÖN vom 18. Sept. 2010


LINZ/GRÜNBURG. In der Tierheimstiftung
Oberösterreich wurde grob mit 1,2 Millionen
Euro Fördergeldern und Spenden gefuhrwerkt.
Ein Gnadenhof in Grünburg beherbergte nie
Tiere, weil das Vorhaben versandet ist.
Der Rechnungshof nimmt die Verantwortlichen
hart ins Gericht.


Das „Hiasngut“ in Grünburg (Bezirk Kirchdorf) hätte zu einem Gnadenhof für Tiere umgebaut werden sollen. Für den Kauf des Vierkanters gewährte das Land der Tierheimstiftung 877.000 Euro Förderung. Weitere 130.000 Euro flossen in Umbauten, für die ohne schriftliche Verträge ein Architekt und die Wohnbaugesellschaft LAWOG betraut wurden. Zu Ende geführt wurde die Baustelle nicht. Die damals zuständige Tierschutz-Landesrätin Silvia Stöger (SP) blies das Projekt ab, nachdem sich Widerstände gegen den Gnadenhof mehrten.


Original bei den OÖN vom 18. Sept. 2010

Weitere Hinweise:


Tierasyl-Desaster: Ex-Stiftungschef soll Schadenersatz leisten

Erleichterung über Aus für Gnadenhof bei Grünburgern


______________________________________________________
Unser Kommentar im Schreiben an den Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer:


An: 'LH.Puehringer@ooe.gv.at'
Cc: 'buergerservice@ooe.gv.at'
Betreff: Gnadenhof in Grünburg_Rechnungshof gibt uns Recht




Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!


Spät aber doch -
wird ausgesprochen und geschrieben, was die einfachen Leute mit Hausverstand schon längst wussten und sagten.
Es war von Anfang an verkehrt, einen prächtigen Vierkanter mit 5 (!) schönen Wohnungen überteuert zu kaufen und mit wahnsinnig hohem Aufwand in ein Altersheim für Hunde und Katzen umzubauen.

Die damals zuständige Landesrätin Dr. Silvia Stöger schrieb uns damals:
"... Das Akzeptieren von Tiertötungen aus ökonomischen Gründen ist für mich als Tierschutz-Landesrätin absolut inakzeptabel..."

Sie schrieben uns unter LH.Tgb.-953422/44-07Mh/Pil:
"...nach Expertenmeinungen ideal geeignet für die Adaptierung zu einem Gnadenhof..."

Völlig zu Recht waren wir skeptisch gegen sogenannte Experten und Akademiker, die Tiertötungen aus ökonomischen Gründen für inakzeptabel halten. Was geschieht in den Schlachthöfen Tag für Tag? Tötung von Tieren aus ökonomischen Gründen, damit alle ihr Schnitzel und ihren Schweinsbraten bekommen.

Ähnlich daneben sind Politiker auch heute, wenn sie sich von Experten den Bedarf an Einwanderern ausrechnen lassen,
während gleichzeitig Mehr dazu im Artikel unsere eigenen Kinder zu Tausenden in den Abtreibungskliniken ermordet werden.

Wir einfachen Leute sind zu Recht mißtrauisch gegen Experten und Akademker, die ihren Hausverstand im Studium an den Hochschulen oder spätestens bei den Meinungsforschungsinstituten und aus Angst vor den Medien (betrifft die Politiker) abgegeben haben.

Wir hoffen, daß Sie in Zukunft – zum Vorteil unseres Landes - weniger auf Experten,
dafür mehr auf die Meinung einfacher Leute hören.

Übrigens sind wir der Meinung:
Das Tierschutzgesetz sollte geändert werden.
Für ausgesetzte Tiere sollten die Tierhalter in die Pflicht genommen werden.
Herrenlose Tiere können in Tierheimen leben, soweit Spender das finanzieren,
aber nicht auf Kosten von uns Steuerzahlern.
Es gibt wirklich Wichtigeres!



Freundliche Grüße


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