Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 07.01.2007, 23:58 
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Hier läuft etwas verkehrt:
Ein Altersheim für Hunde und Katzen, weil sie nicht eingeschläfert werden dürfen (angeblich).
Daneben Kälber, Schweine, Ziegen und Lämmer, die z.B. auch für diese alten Hunde und Katzen ihr Leben lassen müssen.
Die dürfen schon getötet werden?


In Grünburg in Oberösterreich wurde Ende 2006 ein Bauernhof um 770.000,-- EURO gekauft,
der zu einem Gnadenhof umgebaut werden wird.
Darin sollen vor allem Hunde und Katzen, die keine Platz bei Tierfreunden finden,
weil sie zu alt oder verhaltensgestört sind, gepflegt und - womöglich psychologisch - betreut werden.

In den Bauernhöfen daneben werden junge, gesunde Tiere in den Schlachthof gebracht, den sie nicht lebend verlassen.
Warum werden diese armen Tiere nicht am Gnadenhof bis zu ihrem natürlichen Ende gepflegt?
Wenn schon denn schon!

Gleichzeitig wird im Gesundheitswesen gespart, was das Zeug hält
und wird über zu hohe Kosten in der Altenbetreuung geklagt.
In manchen Ländern (z.B. Niederlande) werden sogar schon alte Menschen im Krankenhaus mittels Euthanasie umgebracht.
Bei uns wird bisher nur darüber nachgedacht und werden Umfragen veranstaltet.
Einige sind angeblich schon dafür!

:!: Wenn das nicht verkehrt ist!? :!:

Aktueller Stand vom Oktober 2008:
(Information Gemeindezeitung der Gemeinde Grünburg)

Das Altersheim für Tiere ist nach fast zwei Jahren und einigen Zerstörungen im Haus
(Wasserrohrbruch und Folgen) noch nicht in Betrieb.
Die Baufläche ist eine Sonderwidmung.
Das Ausmaß der Sonderfläche wurde von der Planung nicht eingehalten.
Daher wurde ein neuer Plan erforderlich.
Dieser neue Plan ist bis zum Oktober 2008 noch nicht bei der Gemeinde Grünburg eingetroffen.


Ende 2010:

Das Anwesen wurde an einen Grundnachbarn verkauft.
Die Politiker haben eingesehen, was einfache Leute von Anfang an gesagt hatten:
Das Projekt war ein schwerer Fehlgriff.


Last edited by alwis on 27.01.2007, 19:20, edited 4 times in total.

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PostPosted: 08.01.2007, 21:13 
Solange Frauen aus finanziellen Gründen glauben, ihre Kinder abtreiben zu müssen,
solange sie von ihren Partnern dazu genötigt werden,
solange sollte klar sein:

:!: Kein öffentliches Geld für alte oder verhaltensgestörte Hunde und Katzen! :!:
_____________________________________________________________
Kinder sind wichtiger als Hunde und Katzen!


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PostPosted: 19.01.2007, 22:31 
verschiedenen Äußerungen aus dem Bekanntenkreis:

Es sollen Hunde und Katzen betreut werden, die nicht vermittelbar sind,
weil sie entweder so alt oder schiach oder verhaltensgestört sind.

Wie kommt es überhaupt so weit, daß Hunde und Katzen an ein Tierheim übergeben werden?
Da war doch vorher ein Tierfreund, der sie nicht mehr haben wollte.

Hunde sind Familientiere und werden sich in einer so großen Menge von Hunden mit sicherlich nicht mehr ausreichender persönlicher Betreuung kaum wohlfühlen können.
Alte Hunde wollen ihre Ruhe haben.
Wie soll das möglich sein bei so vielen Hunden auf verhältnismäßig engem Raum.
Hunde bellen, also wird es auch laut sein.

Katzen sind Einzelgänger.
Wie sollen sie sich in einer so großen Menge von anderen Katzen wohlfühlen?

Beides - Hunde und Katzen - sind Fleischfresser.
Welche anderen Tiere werden für die Ernährung dieser alten und/oder kranken Tiere wohl ihr Leben lassen müssen?

Angeblich dürfen Tiere lt. Tierschutzgesetz nicht erschossen werden.
Rehe und Hasen in freier Wildbahn aber schon! Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Wenn die "Resozialisierung" der kranken Tiere am Gnadenhof nicht gelingt, müssen sie schließlich doch eingeschläfert werden.
Warum dann nicht gleich? Würde Kosten und Tierleid (der für die Hunde und Katzen geschlachteten anderen Tiere) sparen.

Kälber, Lämmer, junge Ziegen und Schweinchen sind doch auch so lieb.
Warum haben die "Tierfreunde" mit diesen Tieren kein Mitleid?

Ungeborene Kinder werden mittels Zerstückeln, Absaugen, Verätzen mit Salzsäure usw. ermordet.
Sie spüren das schon, nur schreien können Sie nicht.
Das finden viele Menschen in Ordnung.
Aber bei Tieren soll nicht einmal schmerzloses Einschläfern erlaubt sein?

:( Alles in allem finden wir den "Gnadenhof für Tiere" eine durch und durch kranke Idee. :(


Last edited by Gast on 27.01.2007, 16:22, edited 4 times in total.

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 Post subject: Gnadenhof ist unsozial
PostPosted: 20.01.2007, 12:07 
Leserbrief Alfons Brandstätter sen. in der Steyrer Rundschau v. 11.1.07:

Zum Bericht "Eine Herberge für Tiere, die keiner haben will"

Vom Land OÖ bzw. von einem Verein (Stiftung) wurde in Grünburg ein Bauernhaus um 770.000,-- Euro (= 10,5 Mio Schilling) gekauft, um nach entsprechenden Umbauten ein Asyl für Tiere einzurichten. Verhaltensgestörte und nicht mehr vermittelbare Tiere sollen hier eine "Gnadenfrist" vor ihrem unausweichlichen Lebensende erhalten.

Fast 60 Jahre bin ich in der Betreuung von Tieren tätig und habe in dieser langen Zeit sehr viel mit Tieren erlebt. In der Landwirtschaft lebt man täglich mit den Tieren, unmittelbar und ganz nah. Immer war es mir ein großes Anliegen, die bestmöglichen Bedingungen für die Tiere zu schaffen, ihnen jedes vermeidbare Leid zu ersparen und ihre Lebenszeit angenehm zu gestalten.
Eine sehr schmerzliche Erfahrung war es jedesmal, wenn eines der Tiere erkrankte und notgeschlachtet werden mußte. Gleichzeitig war aber die Tatsache zu akzeptieren, dass auch Tiere nur eine sehr begrenzte Lebenszeit haben. Mit oder ohne Einflußnahme von uns Menschen gehen die Tiere auf ihr Ende zu.
Wenn ich nun höre, dass Tiere, die alt, krank, verhaltensgestört sind, die – aus welchen Gründen auch immer - niemand mehr will, mit hohem Aufwand an Geld und Zeit auf einem „Gnadenhof“ eine „Gnadenfrist“ bekommen sollen, finde ich das, gelinde gesagt, nicht mehr normal.
Solche Tiere gehören, weil sie in freier Wildbahn nicht überlebensfähig sind, auf schmerzlose Weise getötet. Das ist nicht brutale Gefühllosigkeit, sondern verantwortliches Handeln.

Es ist hingegen verantwortungslos, in einer Zeit, in der es laute Diskussionen über den Pflegenotstand für alte Menschen gibt, wo eine Gesellschaft Frauen dazu bringt, ihre Kinder im Mutterleib zu töten, wo Menschen in unwürdigsten Verhältnissen leben müssen, wo Kinder mißbraucht und mißhandelt werden, solche Projekte überhaupt in Erwägung zu ziehen, sie von der Regierung zu fördern und zu finanzieren.


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 Post subject: Echte Tierliebe ist ....
PostPosted: 20.01.2007, 12:09 
Margarete schreibt zu den Artikeln in der Rundschau über den geplanten Gnadenhof in Grünburg:

Echte Tierliebe bedeutet für mich:

Einem Tier, das ich als Jungtier in die Familie aufnehme, auch einen Platz zu geben und es liebevoll und artgerecht zu versorgen. Alte und kranke Tiere im Gnadenhof abzugeben hat mit Tierliebe nichts zu tun. Diese Tiere brauchen meiner Erfahrung nach viel Ruhe. Wie sollen sie diese bei dem Gekläff und Gejaule von über 100 Artgenossen bekommen?

Die Dame, die meinem Mann den Tod wünscht und sich über unseren Kinderreichtum aufregt, wird hoffentlich bald ihre Tierliebe unter Beweis stellen und wenigstens einige dieser bedauernswerten Geschöpfe zu sich nehmen. Und alle ihre Gesinnungsgenossen tun es ihr hoffentlich gleich. Dann wird der Gnadenhof zum Glück für die Tiere bald überflüssig, und dieser wunderschön gelegene, nahezu neu erbaute Bauernhof kann doch noch für vom Schicksal benachteiligte Kinder und Erwachsene genützt werden.


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PostPosted: 20.01.2007, 12:43 
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Location: Österreich/Austria
Gnadenhof für Tier – öffentliche Gelder für wahnwitziges Projekt

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Vom Land OÖ bzw. von einem Verein (Stiftung) wurde in Grünburg ein Bauernhaus um 770.000,-- Euro (= 10,5 Mio Schilling) gekauft, um nach entsprechenden Umbauten, die noch weitere hohe Summen verschlingen werden ein Asyl für Tiere einzurichten. Verhaltensgestörte und nicht mehr vermittelbare Tiere sollen hier eine "Gnadenfrist" vor ihrem unausweichlichen Lebensende erhalten. Damit wird nur ihr Siechtum verlängert!

Fast alle meiner Freunde und Bekannten finden dieses Projekt einfach wahnwitzig, unverantwortlich und die Steuergelder am völlig falschen Ort eingesetzt.

Während hier hohe Summen von unseren Steuergeldern für Tiere verschleudert werden, die keiner mehr haben will, werden Mittel für Mütter in Not, für zu pflegende Angehörige ob Kleinkinder oder alte Menschen usw., knapp gehalten.

Hier steht die Wertepyramide auf dem Kopf.

Nähere Informationen und Meinungen zum Thema finden Sie auf meinem Forum:
http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?t=88

Unser dringender Appell:

Bitte lassen Sie dieses in der Bevölkerung der Umgebung unbeliebte Projekt prüfen.

Wenn man schon glaubt, daß für diese unerwünschten Tiere ein Platz zu schaffen ist, kommt es sicher wesentlich billiger, wenn überhaupt etwas Neues aufgezogen wird, das von vornherein für diesen Zweck geplant wird.

Es kann doch auch für die ca. 170 alte und ruhebedürftige Hunde und Katzen nicht gut sein, wenn sie auf engem Raum unter Dauerstreß stehen müssen. Besser und billiger wäre da sicher die Verteilung an tierliebende Menschen, die gegen Pflegegeld kleinere Tiergruppen betreuen.

Dieser fast neugebaute Bauernhof (derzeit fünf Wohnungen) in wunderschöner, ruhiger Lage könnte z.B. für vom Schicksal benachteiligte Menschen sinnvoller genützt werden.
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Überhaupt finden wir, daß für die öffentliche Hand nicht dafür verantwortlich sein kann, ein Altersheim für Tiere zu betreiben, wo doch schon die Altersheime für Menschen nur mehr mühsam finanzierbar sind.
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Last edited by alwis on 25.01.2007, 18:00, edited 2 times in total.

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PostPosted: 21.01.2007, 08:46 
alwis wrote:
Hier kann jeder seine Meinung zu verschiedenen Perversitäten (= Verkehrtheiten) niederschreiben.

In Grünburg in Oberösterreich wurde ein Bauernhof um 770.000,-- EURO gekauft, der zu einem Gnadenhof umgebaut werden wird. Darin sollen vor allem Hunde und Katzen, die keine Platz bei Tierfreunden finden, weil sie zu alt oder verhaltensgestört sind, gepflegt und - womöglich psychologisch - betreut werden.

:!: Wenn das nicht pervers ist!? :!:


Herr W.K. aus Wien schreibt:

Bisher war ich der Meinung, daß Schilda mit seinen Schnapsideen irgendwo in Deutschland und nicht in Oberösterreich liegt.

Die Nachricht, daß man bei Ihnen in Grünburg einen "Gnadenhof" errichten will, belehrt mich eines besseren. Es handelt sich, wenn ich richtig gelesen habe, nicht um ein Altersheim für alte und kranke Menschen, sondern um - Tiere. Wenn dafür auch noch Steuergelder verwendet werden, gehören die dafür Verantwortlichen in die Wüste geschickt, weil sie in abartiger Verdrehung sozialen Bewußtseins ihr Augenmerk statt auf Mitmenschen - auf Tiere richten.


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 Post subject: Lieber Tierfreund,
PostPosted: 21.01.2007, 08:59 
Prof. J.G. Simmerstätter schreibt:

Liebe Tierfreunde,
ich meine zwar auch, dass einer, der ein guter Mensch sein will, auch zu den Tieren gut sein muss, aber irgendwo ist die Grenze dessen, was noch Sinn hat, überschritten.
Da wird schon über Euthanasie nachgedacht, weil man angeblich leidende Menschen "erlösen" will und wenn es um Tiere geht, dann soll man für Steuergeld leidende Tiere am Leben erhalten? Das hielte ich nicht einmal dann für vertretbar, wenn sich Tierfreunde zusammentäten, um so etwas zu finanzieren.
Da ist es doch wirklich bei Weitem sinnvoller, hilfsbedürftigen Menschen in verschiedensten Notlagen finanziell zu helfen, oder wenn jemand schon wirklich nur für Tiere etwas tun will und nicht für Menschen, dann doch lieber Tieren, die noch ihr Leben "genießen" können.

Außerdem möchte ich meine Forderung, die ich eingangs gestellt habe, auch umdrehen können. Ein guter Mensch muss auch zu den Menschen gut sein! Wenn jemand Tieren den Vorzug vor Menschen gibt, kann das seinen Grund darin haben, dass er von Menschen schwer enttäuscht wurde und insofern verständlich sein, aber warum kann er nicht doch Menschen helfen, die in Not sind, ihn aber nicht enttäuscht haben und ihm bestimmt dankbar sind?
Ich fürchte, dass durch solche Maßnahmen Tierschutz lächerlich gemacht wird, denn sehr viele Menschen werden das für eine Verrücktheit halten und womöglich für Tierschutz nichts mehr geben, weil sie sich sagen:
"Die spinnen ja!" Ich persönlich kann da nicht mehr mitmachen!

Bitte überlegt das nochmals gut!


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PostPosted: 23.01.2007, 19:10 
Herr Thomas F. aus Wien schreibt:

In Grünburg soll also ein Bauernhof zu einem Gnadenhof für alte, kranke und/oder verhaltensgestörte Tiere umgebaut werden. Als Wiener bin ich zwar weit weg vom Schauplatz dieses Vorhabens. Es geht aber um etwas Grundsätzliches, und nicht bloß um ein regionales Problem. Dazu fällt mir eine Episode ein, die ich vor etwa zwei Jahren erlebt habe.

Kurz vor Weihnachten stand ein sogenannter Keiler auf einer Wiener Einkaufsstraße, um Spender für eine Tierschutzorganisation anzuwerben. Er sprach auch mich sehr höflich an und bat um meinen Beitrag. Ich sah mich jedoch auf Grund meiner familiären Situation nicht in der Lage, seine Bitte zu erfüllen, und erklärte ihm, dass ich als Vater von (damals) neun Kindern ihm leider nichts geben könne. Er reagierte sehr freundlich und verständnisvoll und antwortete: "Na, da sollen lieber die Kinder ein Weihnachtsgeschenk bekommen."

So weit, so schön!

Sicherlich geht es nicht darum, Tiere gegen Menschen auszuspielen. Wenn aber zur selben Zeit, da in Oberösterreich ein solches Projekt für Tiere geplant wird, in einem großen und bekannten Wiener Einkaufszentrum, wo man Sportgeräte kauft, ins Kino geht oder einen schnellen Imbiß einnimt, ein Ambulatorium für Schwangerschaftsabbrüche eröffnet wird, dann muss man sich fragen, ob die Menschheit noch ganz bei Trost ist!


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 Post subject: An den "tierfreund" -
PostPosted: 25.01.2007, 21:56 
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Es sollte klar sein: wenn bei pflegebedürftigen Kindern und alten Menschen auf Teufel komm raus gespart wird, z.B.
-- Abbau von notwendigen Krankenbetten
-- Schulbusse total überfüllt sind, sodaß Kinder während der Fahrt ohnmächtig werden und jedesmal um einen Platz gerauft wird,
-- die GKK für notwendige Brillen fast nichts mehr zahlt,
-- Frauen zur Abtreibung gedrängt werden anstatt sie finanziell zu unterstützen,
-- hilfreiche aber teure Medikamente immer sparsamer verordnet werden, weil angeblich kein Geld mehr da ist -
so lange haben wir kein Verständnis für die Verschleuderung von Steuermitteln für alte, kranke Tiere.

Und mit welchem Recht verurteilen wir die lieben Hühner, Schweinchen und Kälber zum Tod im Schlachthof, damit die Hunde und Katzen im Tierheim und am Gnadenhof etwas zum Fressen haben?

Die Verantwortung des Tierhalters:
Wenn sich einer ein Tier anschafft, sollte er dieses Tier nicht in ein Tierheim abschieben, nur weil es krank oder alt ist. Könnte der Hund reden, würde er wohl sagen:
"Bitte liebes Herrl, laß mich bei dir bleiben. Schiebe mich nicht in ein Tierheim ab - dort werde ich seelisch krank!"
Tiere können nicht reden, deswegen können sie auch nicht um Erlösung von ihrem jahrelangen Siechtum bitten.

Wäre der Mensch nicht da, dann lebte keines der alten und kranken Tiere mehr. Denn in der Natur gilt das unerbittliche Recht des Stärkeren.


Last edited by alwis on 01.02.2007, 23:07, edited 1 time in total.

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PostPosted: 31.01.2007, 00:25 
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Aufgrund der sehr knappen Angabe des Grundes (in der Rundschau), warum ich gegen den Gnadenhof bin (--- für Soziales verwenden …) entstand der Eindruck, ich sei ein Tierhasser. Dem ist nicht so – wir haben selber Tiere, weil wir und unsere Kinder sie mögen.

Es sollte heißen:
„Ich finde es pervers, dass die eigenen Kinder oft aus finanzieller Not abgetrieben werden, aber für alte, kranke Tiere jede Menge Steuergeld zur Verfügung gestellt wird.“

Täglich werden in Österreich Kinder abgetrieben. Mit Einführung der Fristenlösung wurden flankierende Maßnahmen für betroffene Frauen versprochen. Bis heute stellt der Staat für verzweifelte schwangere Frauen fast keine Mittel zur Verfügung. Als Mitglied einer privaten Initiative weiß ich, dass mit Geld sehr wohl geholfen werden kann.

In Europa ist Euthanasie beim Menschen bereits Realität (z.B. Niederlande). In Österreich wird der sogenannte Gnadentod von vielen befürwortet. Doch den alten, kranken Tieren – und nur um diese ging es im Bericht - wird diese Erlösung verweigert. Statt dessen schiebt man sie in Massenhaltung ab!

Ich finde es auch zumutbar, dass Tierbesitzer auf eigene Kosten einen Pflegeplatz für ihr Tier besorgen, wenn sie sich selbst nicht mehr um sie kümmern können.

Auch auf diesem Gnadenhof werden Hunde und Katzen mit Fleisch gefüttert. Dieses und Hundefutter aus der Dose stammt von getöteten Tieren, zumeist von jungen, gesunden, die nicht bis zu ihrem natürlichen Ende leben durften.


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PostPosted: 01.02.2007, 23:12 
.... Ich habe mich aufgrund Ihrer Ausführungen und Ihrer Bedenken unverzüglich an die dafür Zuständigen beim Amt der Oö. Landesregeriung gewandt und dazu soeben folgende Auskunft erhalten:

Die Liegenschaft "Hiasn Gut" in Grünburg ist nach Expertenmeinungen ideal geeignet für die Adaptierung zu einem Gnadenhof für herrenlose, ausgesetzte, beschlagnahmte, zurückgelassene bzw. auch aus diversen Gründen nicht mehr weitervermittelbare Tiere. Das Einvernehmen mit den unmittelbaren Grundstücksnachbarn und der Gemeinde wurde bereits im Vorfeld weitestgehend vom Geschäftsführer der Stiftung hergestellt.

Ihr
............ (Unterschrift LH Pühringer)


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PostPosted: 01.02.2007, 23:36 
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Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!


Danke für die Stellungnahme vom 24. Jänner 07.

Wir können mit Ihrer Antwort nicht zufrieden sein.
Insbesondere müssen wir zum angeblich im Vorfeld hergestellten Einvernehmen mit den Grundstücksnachbarn Stellung nehmen:

Keiner der mir bekannten Nachbarn wurde vorher informiert geschweige denn gefragt. Sie erfuhren erst aus der Zeitung vom bereits erfolgten Kauf durch die Tierheimstiftung.
Bei einer Besprechung der Nachbarn mit dem Obmann der Stiftung wunderte sich dieser, daß niemand davon gewußt hatte.

Wir finden, daß für die öffentliche Hand nicht dafür verantwortlich sein kann, ein Altersheim für Tiere zu betreiben, wo doch schon die Altersheime für Menschen nur mehr mühsam finanzierbar sind.
Das Tierschutzgesetz, auf das sich die Befürworter berufen, verbietet Tötung ohne vernünftigen Grund.
Wenn Tiere keinen Platz bei einem Tierfreund finden, weil sie alt, krank und/oder verhaltensgestört sind, ist ein vernünftiger Grund vorhanden, sie einzuschläfern.
Gerade auf diesem Bauernhof werden Rinder gehalten. Die lieben Kälber müssen sterben, weil die Menschen ihr Fleisch essen wollen und wahrscheinlich auch die in Zukunft dort lebenden Hunde und Katzen.

Aus welchem Grund soll das Töten dieser Hunde und Katzen verboten sein, wenn es bei den Kälbern erlaubt ist?


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 Post subject: Steuergeld verschleudert
PostPosted: 09.02.2007, 22:06 
Leserbrief aus der Steyrer Rundschau vom 8. 2. 07:
Betrifft: Gnadenhof:

Der vermutlich verschuldete Bauernhof wurde einige Jahre zum Kauf angeboten. Auf der Suche nach Käufern fand man die Landespolitiker. In Landesrätin Stöger fand man ein williges Opfer. Ich werfe Stöger (SP) einen leichtfertigen Umgang mit Steuergeldern vor; eine Verhöhnung für jeden Steuerzahler.
Wenn ich meine Steuern nicht termingerecht zahle, werde ich rücksichtslos exekutiert. Der Normalfall ist doch so, dass sich jeder Verein selber erhalten muss. Das sollte auch für die Tierschützer gelten.

Wir haben zuwenig Geld für Lehrlingsausbildung, Altenbetreuung, Senkung der Schülerzahlen usw. Bei der Betreuung überalterter Tiere spielt Geld anscheinend keine Rolle. Die Menschen in der Region mit durchwegs bescheidenem Einkommen verstehen die Welt nicht mehr. Man braucht sich nicht zu wundern über Politikverdrossenheit. Diese wird sich bei den nächsten Landtags- bzw. Gemeinderatswahlen durch Zunahme ungültiger Stimmen oder Fernbleiben schmerzlich für die Parteien auswirken.
Name der Redaktion bekannt.


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PostPosted: 09.02.2007, 23:55 
Dr. Silvia Stöger, Landesrätin
A-4021 Linz, Altstadt 30
Tel. 0732 7720 11120, Fax 0732 7720 11149, lr.stoeger@ooe.gv.at


Schreiben vom 31. Jänner 2007-Pf/Pr

Die derzeit bestehenden Tierheime sind voll ausgelastet, obwohl heuer von OÖ. Tierheimen insgesamt für rund 4000 Tiere neue Besitzer gefunden werden konnten. Leider gibt es immer mehr misshandelte, verhaltensgestörte und alte Tiere, die nicht mehr vermittelt werden können.

Ihre Ansicht..... kann ich nicht teilen.
Denn daran, wie eine Gesellschaft mit Tieren umgeht, zeigt sich auch ihr Wesen im Umgang mit Menschen. .....
Das Akzeptieren von Tiertötungen aus ökonomischen Gründen ist für mich als Tierschutz-Landesrätin absolut inakzeptabel und auch durch das Bundestierschutzgesetz nicht gedeckt.

Sosehr Seniorenheime oberste Priorität haben, sowenig berechtigt diese Tatsache, alte Tiere ihrem Schicksal zu überlassen. Tiere sind Lebewesen, die nicht nur Leid und Angst, sondern auch Zufriedenheit empfinden können. Wir Menschen haben die Verantwortung für Tiere und können uns dieser Verantwortung nicht dadurch entledigen, indem wir ihnen diese Eigenschaften absprechen.
Humanität muss dort einsetzen, wo Menschlichkeit gefragt ist und Tiere kann man bei der Humanität nicht aussparen.
Wer zu dieser Erkenntnis gelangt ist, setzt sich gleichermaßen für Menschen und Tiere ein - eine Trennung ist nicht möglich.
Erst dann finanzielle Mittel für den Tierschutz bereitzustellen, wenn es allen Menschen gut geht, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Als politisch für den Tierschutz verantwortliches Mitglied der OÖ. Landesregierung habe ich mich für den Umbau des Hiasngutes in einen Gnadenhof eingesetzt,
und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die öffentliche Hand sehr wohl auch dafür verantwortlich ist,
sogenannte Altenheime für Tiere zu betreiben (in Grünburg wurde nahezu die Hälfte der Kaufsumme aus Spenden finanziert).

Auch wenn - wie Sie in Ihrem Schreiben anführen - doch schon Altersheime für Menschen nur mehr sehr mühsam finanzierbar sind.


Last edited by Gast on 17.02.2007, 21:04, edited 1 time in total.

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