Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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Weihnachten in der Waldheimat Peter Roseggers

Weihnachten – DAS Fest des Jahres – können wir uns ohne Christbaum nicht gut vorstellen.
Peter Rosegger beschreibt, wie er vor etwas mehr als 100 Jahren in der Waldheimat den ersten Christbaum aufgestellt hat:
…. Ich hatte viel sprechen gehört davon, wie man in den Städten Weihnacht feiert. Da sollen sie ein Fichtenbäumchen, ein wirklich kleines Bäumlein aus dem Wald auf den Tisch stellen, an seinen Zweigen Kerzlein befestigen, sie anzünden, darunter sogar Geschenke für die Kinder hinlegen und sagen, das Christkind hätte es gebracht.
Dann war es Abend. Die Gesindeleute waren noch in den Ställen beschäftigt oder in den Kammern, wo sie sich nach der Sitte des Heiligen Abends die Köpfe wuschen und ihr Festgewand herrichteten. Die Mutter in der Küche buk die Christtagskrapfen und der Vater mit dem kleinen Nickerl besegnete den Hof. Da hatte nämlich der Vater in einem Gefäß glühende Kohlen, hatte auf dieselben Weihrauch gestreut und ging damit durch alle Räume des Hofes, durch die Stallungen, Scheunen und Vorratskammern, in alle Stuben und Kammern des Hauses endlich, um sie zu beräuchern und dabei schweigend zu beten. Es sollten böse Geister vertrieben und gute ins Haus gesegnet werden.
Dieweilen also die Leute draußen zu tun hatten, bereitete ich in der großen Stube den Christbaum. Das Bäumchen, das im Scheite stak, stellte ich auf den Tisch. Dann schnitt ich vom Wachsstock zehn oder zwölf Kerzchen und klebte sie an die Ästlein. Unterhalb, am Fuße des Bäumchens, legte ich den Wecken hin.
Endlich hörte ich an der Schwelle des Vaters Schuhklöckeln. Die Tür ging auf, sie traten herein mit ihren Weihgefäßen und standen still.
"Was ist denn das?" sagte der Vater mit leiser langgezogener Stimme. Der Kleine starrte sprachlos drein. In seinen großen, runden Augen spiegelten sich wie Sternlein die Christbaumlichter. - Der Vater schritt langsam zur Küchentür und flüsterte hinaus: "Mutter! - Mutter! Komm ein wenig herein" Und als sie da war: "Mutter, hast du das gemacht?" - "Maria und Josef!" hauchte die Mutter. "Was lauter habens denn da auf den Tisch getan?" Bald kamen auch die Knechte und Mägde herbei, hell erschrocken über die seltsame Erscheinung. Da vermutet einer, ein Junge, der aus dem Tal war: Es könnt ein Christbaum sein . . .


Wie feiern wir heute Weihnachten?

Mit dem Räuchern im ganzen Haus beginnt der Heilige Abend – wie zur Zeit Peter Roseggers. Die Kerze der Heiligen Nacht wird angezündet. Wir versammeln uns zum Abendessen. Dann beten wir und lesen das Weihnachtsevangelium. Anschließend – die Kinder können es schon gar nicht mehr „derwarten“ – zündet einer der Großen in der Familie die Kerzen am Christbaum an. Und jetzt ist der große Augenblick gekommen:
Die Kinder sammeln sich um den Christbaum, staunen, schauen, es werden einige Weihnachtslieder gesungen und anschließend die Geschenke ausgepackt.
Beschlossen wird der Heilige Abend sehr oft mit der Christmette.

Was feiern wir zu Weihnachten?

„Die Geburt Jesu“, werden wohl die meisten antworten.
Und das ist auch richtig so. Allerdings wissen wir nicht, wann Jesus genau geboren ist. Die ersten Christen haben uns zwar den Todestag Jesu Christi überliefert und den Tag der Auferstehung, nicht aber den Tag seiner Geburt. Um 200 nach Christi Geburt vermutete man den 25. März als Tag der Empfängnis, daher den 25. Dezember als Tag der Geburt. Um die gleiche Zeit vermuteten andere aber den Geburtstag Jesu in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten.
Andere Überlieferungen nehmen an, dass Jesus am 29. September geboren ist.
Die Armenische Kirche dagegen feiert bis heute den 6. Jänner als Geburtstag Jesu.
Wir können also nicht feststellen, wann Jesus genau geboren ist.
Die Kirche hat aber mit gutem Grund sein Geburtsfest auf den 25. Dezember gelegt:

Das Fest des „sol invictus“, des römischen Sonnengottes, wurde zur Wintersonnenwende gefeiert. Die Kirche taufte gewissermaßen dieses heidnische Fest, indem sie zur selben Zeit das Fest der Geburt Jesu ansetzte. Auch das germanische Fest der Wintersonnenwende wurde durch das christliche Weihnachtsfest ersetzt. Die Natur unterstützt also das Verstehen der Heilsgeschichte:

In der längsten Nacht des Jahres, da die Dunkelheit übermächtig scheint, feiern wir die Ankunft Gottes in dieser Welt. Mit Jesus nimmt die Heilsgeschichte eine entscheidende Wende:
Wie die Tage länger werden und die Nächte kürzer,
so kommt auch das endgültige Heil immer näher.


Bedenken wir also bei aller Freude über den Lichterbaum und die Geschenke, welch großes Geschenk uns Gott in Jesus gemacht hat.
Nehmen wir uns auch etwas Zeit füreinander, Zeit für Besinnung, Zeit für Gott!


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