Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 07.09.2006, 21:09 
Professor Dr. Theodor Hellbrügge ist Gründer des “Kinderzentrums München":
Mutter zu sein lernen Frauen von ihrem Baby


Wir haben herausgefunden, daß jede Kollektiverziehung die Sozial- und Sprachentwicklung negativ beeinflußt.


Je häufiger der Wechsel einer mütterlichen Bezugsperson,
je häufiger der Wechsel des Milieus ohne Rückhalt einer Hauptbezugsperson,
umso schlechter die Sprachentwicklung.
Noch nachteiliger sind solche Konstellationen für die Sozialentwicklung,
also die Entwicklung zur Selbständigkeit und zur Kontaktfähigkeit.
Wir haben 1.500 Neugeborene bis zum vierten Lebensjahr untersucht und auf folgende Merkmale geachtet:
Krabbeln, Sitzen, Laufen, Greifen, Perzeption, Spielen, Sprechen, Sprache verstehen.

Die entscheidende Größe ist die konstante, mütterliche Hauptbezugsperson.
Keine Mutter wird schon bei der Geburt zur Mutter.
Die Mütterlichkeit entwickelt sich erst in der Kommunikation mit dem Säugling.
Und sie steigert sich auch in dieser Beziehung.
Die maßgeblichen Reize für die Mütterlichkeit gehen vom Kind aus.

Man muß die Mutter in Ruhe lassen, damit sie intuitiv auf die vom Kind ausgesandten Zeichen eingeht.
“Nimm dieses Kind, so wie es ist, und hab' es lieb!"
Wenn sie so an ihre Aufgabe herangeht, wächst alles andere von selbst.

Ohne Sprache gibt es kein Denken.
Meist meint man: Erst denken wir und dann erst sprechen wir.
Aber es ist umgekehrt.
Nur beachten wir das in unserer Kulturförderung leider nicht ausreichend.
Wir geben für Universitäten und Schulen Unsummen aus,
aber die eigentlichen Kulturträger, die Mütter, denen lassen wir nicht genügend Zeit,
daß sie sich mit ihren Kindern beschäftigen.

Wenn wir wissen, daß an diesen 0,2 Sekunden,
in der das Baby sein Signal beantwortet haben muß,
letztlich die gesamte Sprachförderung hängt,
dann kann ich das nicht unbeachtet lassen.

Dann ist das Konzept der außerhäuslichen Berufstätigkeit eben falsch.
Zwei Stunden am Abend und in der Früh reichen nun einmal nicht.

Das Sprachvermögen der Kinder in kollektiver Erziehung hängt deutlich nach,
gegenüber Kindern, die mit der Mutter zu Hause aufwachsen.
Das zeigen alle Untersuchungen, auch international.


Wenn wir das Geld, das wir derzeit für Krippen und sonstige Tagesbetreuungsstätten investieren, den Müttern gäben,
wären die gleichen Kinder nicht nur besser aufgehoben, sondern sie würden Kulturträger statt Sozialhilfeempfänger werden.
Die Sozialentwicklung prägt eben das spätere Leben.


Daher zwei Forderungen:

:arrow: Es geht darum, die häusliche Arbeit aufzuwerten.
___Ein Großteil unseres Volksvermögens wird in unseren Haushalten erarbeitet -
___und wir mißachten die Arbeit, die in unseren Wohnungen und Häusern passiert.

:arrow: Und zweitens ist die kulturell außergewöhnlich wichtige Leistung der Mütter ebenso zu honorieren
___wie die außerhäusliche Tätigkeit der Kindergärtnerinnen oder Lehrerinnen.


Last edited by Gast on 22.11.2006, 18:00, edited 1 time in total.

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PostPosted: 13.09.2006, 23:38 
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Quote:
Wenn wir das Geld, das wir derzeit für Krippen und sonstige Tagesbetreuungsstätten investieren, den Müttern gäben


Genau das sollte die nächste Regierung angehen:
Die Mütter und Väter wie erwachsene, mündige selbst entscheidungsfähige Bürger behandeln!
Jetzt wird tatsächlich finanzieller Druck ausgeübt:

* Wenn z.B. der Vater die Kinderbetreuung übernimmt, bekommen die Eltern sechs Monate länger Kinderbetreuungsgeld.

* Wenn Kinder in fremde Hände zur Betreuung gegeben werden, wird der Geldhahn aufgedreht (für Krabbelstube, Kindergarten und alle damit zusammenhängenden Kostenfaktoren). Wenn die Kinder von der eigenen Mutter betreut werden, gibt es wenig bis nichts davon.

Eltern, wie lange wollt Ihr Euch das noch gefallen lassen?


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