Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 12.11.2009, 07:15 
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Es menschenrechtelt wieder

Was Menschenrecht ist und was nicht,
beurteilt und bescheinigt
Europas Menschenrechtsgericht -
nur ist’s damit bereinigt?

Ob Menschen recht ist, was dabei
für richtig man erklärte,
ist nämlich oft recht einerlei
den Dienern höh’rer Werte!

Da hat für jederlei Geschlecht
man beispielsweis’ entschieden:
Der Fötus hat kein Menschenrecht
und gebe endlich Frieden.

Beim Kopftuch lief’s nicht ganz so glatt,
doch hat man’s dann gedrechselt
und gab dem Klagbegehr nicht statt -
denn Leyla hat’s verwechselt:

An Türken-Unis das Verbot
ist keine Volksverhetzung,
drum zählt’s auch nicht, wenn dort es droht,
als Menschenrechtsverletzung!

Vom Kreuz hingegen hört man jetzt,
daß es im Klassenzimmer
sehr wohl ein Menschenrecht verletzt,
und das ist sicher schlimmer.

Das Urteil war, wie jeder sieht,
recht simpel zu begründen -
nur bloß nicht schon vorm Plebiszit
in Irland zu verkünden!

Das Kreuz ist halt ein alter Zopf -
wohl besser gleich um Längen
wär’s, einen hohlen Kürbiskopf
im Schulraum aufzuhängen.

Wer weiter denkt, der kann bereits
die nächsten Klagen ahnen,
denn Kreuze gibt’s auch anderweits,
so etwa auf den Fahnen!

Der Richterspruch wird radikal:
Dann heißt’s in vielen Ländern
und in Gemeinden sonder Zahl,
die Wappen abzuändern.

Und bei der Rede, welch Malör,
verbietet man Vokabel,
denn Kreuzung, Kreuzstich, Kreuzverhör
sind nimmer akzeptabel.

Ja, Kreuzworträtsel macht man gar
zu Menschenrechtsproblemen -
doch kreuzweis, nein, das laß fürwahr
ich mir von keinem nehmen!

Pannonicus
14. November 2009 – Folge 46/pgkreuz3.doc
(Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gibt einer in Italien lebenden Finnin recht, die in Italien durch alle Instanzen vergeblich prozessiert hatte, weil sie das Kreuz in den Klassenräumen ihrer Kinder als Verletzung des Menschenrechts auf freie Erziehung betrachtete. Der Gerichtshof hatte bereits früher entschieden, daß Föten nicht unter die Menschenrechtskonvention fallen, und hatte auch die Klage einer Türkin gegen die Türkei wegen des Koftuchverbots an türkischen Unis abgewiesen – die Maid hat dann in Österreich promoviert.)


Ende gut, alles gut

Man fragte sich, um was es geht -
ums Paragraphen-Reiten,
um Ehre, Souveränität,
um bloße Eitelkeiten?

Ein jeder konnte nach Geschmack
den eignen Reim sich machen -
doch ist die Katz’ jetzt aus dem Sack,
und da vergeht das Lachen:

Die alte Tschechoslowakei,
zerfallen und von hinnen,
ist sichtlich noch posthum dabei,
den Weltkrieg zu gewinnen!

Den Eurokraten, die sonst gern
Moral-Apostel spielen,
liegt diesmal die Empörung fern -
man dient ja höhern Zielen.

Der Grundrechts-Charta, die gewiß
einst gut gemeint gewesen,
empfiehlt man schlicht, weil Hindernis,
bleib’ in der Ecke Besen.

Und im Vertrag, dem Mogel-Werk,
auf das sie alle schwören,
darf hinterdrein ein Randvermerk
doch wohl erst recht nicht stören.

So läuft letztendlich alles glatt,
vergeben werden Sünden,
und wie man’s vorgesehen hat,
sind sicher nun die Pfründen.

Der Weg wird frei für die Türkei
- man hätt’s zwar gern verschwiegen -
und Václav Klaus als Beneš Zwei
wird auch sein Denkmal kriegen...

Pannonicus
31. Oktober 2009 – Folge 44/pgklaus2.doc


Macht und Ohnmacht

Zu oft wird die Phrase gedroschen
vom „mächtigsten Mann dieser Welt“,
drum fällt nicht und fällt nicht der Groschen:
Um Macht ist’s nicht ganz so bestellt!

Der Bibi – grad wieder erwiesen -
macht nämlich nur das, was ihm paßt,
und weil von den Seinen gepriesen,
ist’s schnuppe, daß sonst man ihn haßt.

Er kann ohne Müh’ was versprechen,
denn halten dran muß er sich nicht -
die andern bezahlen die Zechen,
und keiner nimmt ihn in die Pflicht.

Man kann halt den Bibi nicht zwingen,
- versucht man es, beißt man auf Holz -
doch ihm heiße Luft abzuringen,
macht trotzdem die Mächtigsten stolz!

Ja, Hillary nennt’s Konzessionen,
die beispiellos seien sogar!
Ein Hohn dort für viele Millionen -
nur seht, es ist logisch und klar:

Auch sie möchte eben mal werden
zur „mächtigsten Frau dieser Welt“ -
sie wird doch ihr Ziel nicht gefährden
und weiß, wie man da sich verhält...

Pannonicus
7.November 2009 – Folge 45/pghillar.doc

(Die USA sind mit ihrem Drängen auf einen israelischen Siedlungsstop abgeblitzt und sehen diesen jetzt nicht mehr als Voraussetzung für „Friedensgespräche“ mit den Palästinensern. Trotzdem lobte Hillary Clinton in Jerusalem Benjamin Netanyahu und bezeichnete dessen vage und völlig unverbindliche Versprechungen als „unprecedented concessions“.)


Gedichte und Artikel von Pannonicus alias Richard G. Kerschhofer

November 2009:

Rätselhafte Raterei
und
Das Patentrezept
http://www.genius.co.at/index.php?id=280

Das BIP – eine fragwürdige Größe
http://www.genius.co.at/index.php?id=279

Oktober 2009:

Bonus und Malus
und
Absatzförderung
http://www.genius.co.at/index.php?id=273

September 2009:

Telematik
und
Naturgesetz
http://www.genius.co.at/index.php?id=265


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