Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 01.11.2009, 23:37 
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9,5 Thesen gegen Wachstumszwang und für ein christliches Finanzsystem

Aus Liebe zur Wahrheit und zur Gerechtigkeit und im Bestreben, sie an den Tag zu bringen,
und angesichts der inzwischen offenbar gewordenen Krise unseres globalen Finanz- und Wirtschaftssystems
soll unter Christenmenschen über folgende Sätze diskutiert werden:


I. Da unser Herr und Freund Jesus Christus spricht: „Ihr sollt leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein etc.“ (Lukas 6,35), wollte er, dass Christen keine Zinsen nehmen.


II. Dieses Wort steht im Einklang mit Gottes Gebot an Israel: „Du sollst von deinem Bruder und deiner Schwester nicht Zinsen nehmen, weder für Geld noch für Speise noch für alles, wofür man Zinsen nehmen kann“ (Deuteronomium 23,20). Das Gebot des Zinsverzichts ist gemeinsam mit dem Erlassjahrgebot das Grundgebot der biblischen Ökonomie, die eine solidarische ist. Gott setzt unserer Gier eine heilsame Grenze.

III. Zins und Zinseszins lassen Geldvermögen wachsen und setzen die Wirtschaft unter permanenten Wachstumszwang. Die Vermögenszuwächse der einen müssen von den anderen erwirtschaftet werden. Armut und Reichtum nehmen durch den Zins gleichermaßen zu. Zinswachstum ist exponentielles Wachstum, das zwangsläufig zur Entstehung und zum Platzen von spekulativen Blasen führt.

IV. Das zinsgestützte Geldsystem wirkt wie ein unentrinnbarer Zwang, wie eine dämonische Macht. Es heißt aber: „Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst.“ (Deuteronomium 4,39) Und Jesus Christus sagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthäus 6,24).

V. Epochen einer zinsfreien Wirtschaft waren Zeiten gelungener gesellschaftlicher Reichtumsverteilung und kultureller Blüte. Zeiten unter dem Zinssystem führten zur wirtschaftlichen Dynamik, zugleich aber zur Auseinanderentwicklung von arm und reich und zur strukturellen Sünde gegen Mensch und Natur.

VI. Es ist folglich nicht recht, dass Christen und Kirchen Zinsen nehmen oder zahlen.

VII. Es ist an der Zeit, dass Christen Alternativen zum gegenwärtigen zinsgestützten Geldsystem entwickeln. Dabei sehen wir sachlich begründete Kooperationsmöglichkeiten mit kritischen Wirtschaftswissenschaftlern sowie mit dem Judentum, dem Islam und anderen Religionen.

VIII. Konzepte für Geldsysteme ohne Vermögenszins liegen vor. Bereits heute können Christen Alternativen praktizieren – von der Vergabe zinsfreier Darlehen im persönlichen Umfeld und innerhalb von Kirchengemeinden, über zinsfreie Geldanlagen christlicher Banken, der Beteiligung an zinsüberwindenden Regionalwährungen bis hin zur Schaffung einer eigenen zinsfreien Währung im kirchlichen Raum.

IX. Geld ohne Vermögenszins löst nicht alle Probleme der Menschheit, aber ohne Überwindung des Wachstumszwangs kann keines der großen Probleme auf unserer begrenzten Erde gelöst werden.

Weiter im Original auf 9,5 Thesen


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