Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 21.09.2008, 22:33 
Von: Schallhas, f.m.schallhas@utanet.at
Gesendet: Sonntag, 21. September 2008 12:00
An: Arbeitsgemeinschaft Gerecht Wirtschaften
Betreff: Zur Bankenkrise als Krise der Geldordnung

Unter folgendem Link kann ein Vortrag gesehen und gehört werden, der einen Einblick in die Zusammenhänge zwischen derzeitiger Geldschöpfungsordnung und Finanzkrise(n) gibt. Über dieses grundsätzliche Problem hören und lesen wir ja im ORF etc leider so gut wie nichts, obwohl höchster Forschungsbedarf besteht, mindestens so wichtig wie CERN…

http://www.videogold.de/warum-die-banke ... rdnung-ist

Warum die Bankenkrise eine Krise der Geldordnung ist. Kompletter Vortrag im Anschluss an den Film Zeitgeist am Z-Tag in Mannheim von Nicolas Hofer. “Warum die Bankenkrise eigentlich eine Krise der Geldordnung ist”

Erfahren sie das ungeschönte Urteil der Experten über die systemisch bedingte, astronomische Staatsverschuldung, das faktisch wertlose virtuelle Zahlungsmittel welches in unserem Kreditgeldsystem völlig legal von den Zentral- und Geschäftsbanken aus dem nichts erschaffen wird, das “Tarnen und Täuschen” als essentielles Element des Bankensystems, die brauchbaren und unbrauchbaren Lösungsansätze und vieles mehr.

Inhalt:

* Grundlagen des Wirtschaftssystems: Ein in sich geschlossenes Konstrukt auf tönernen Füßen
* Das in Europa verwendete Kreditgeldsystem: Virtuelles Zahlungsmittel und somit illusorische Sicherheit des Wohlstandes
* Systemisch bedingte Staatsverschuldung: Täuschen und Tarnen für Fortgeschrittene
* Perspektiven

Nicolas Hofer & Alexander Benesch - 10.04.08

LG
Marianne Schallhas


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 Post subject: Höhere Finanzmathematik
PostPosted: 25.09.2008, 06:13 
Höhere Finanzmathematik


Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muß eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bißchen Krieg gemacht.

Pannonicus
27. September 2008 – Folge 39/pgfinan4.doc

[Dr. Richard G. Kerschhofer]


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 Post subject: Unmoralischer Staatsakt
PostPosted: 25.09.2008, 06:30 
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Site Admin

Joined: 28.08.2006, 08:49
Posts: 1246
Location: Österreich/Austria
Unmoralischer Staatsakt
gefunden in: http://www.nachrichten.at/meinung/leserbriefe/736489


Allein der Beitrag des Chefs der OÖN-Wirtschaftsredaktion „Kapituliert der Kapitalismus?“ vom 19. und sein Leitartikel vom 20. September zeigen überdeutlich, wie verrottet und moralisch verkommen der (Finanz-)Kapitalismus ist.

Ohne die gigantischen staatlichen Rettungsaktionen (der USA) wäre dieses Wirtschafts- „System“ jetzt wohl ebenso in sich zusammengekracht, wie es vor nicht einmal zwanzig Jahren dem (europäischen) Kommunismus verdientermaßen passiert ist.

Jahrelang haben die Spitzenvertreter des (Finanz-)Kapitalismus den Staat verhöhnt und düpiert und ihm jede wirtschaftliche Kompetenz abgesprochen, vor allem, wenn es um etwaige staatliche „Einmischungen“ in die sogenannte freie Marktwirtschaft gegangen ist.

Für den Handel mit selbst erfundenen und für niemand sonst durchschaubaren Fantasieprodukten und für ähnliche kriminelle Machinationen à la „Pyramidenspiele“ haben sie jahrelang Unsummen eingestreift. Und diese Gauner (bzw. ihre „Institute“) sollen nun mit staatlichen Mitteln – also letztlich wieder mit dem (Steuer-)Geld jener, die sie zuvor so „elegant“ geprellt haben – gerettet werden?

Ein unmoralischerer „Staatsakt“ lässt sich wohl kaum denken!

Um wie viel vertretbarer schiene es da doch, mit den zur Debatte stehenden öffentlichen Mitteln von unglaublichen 800 Milliarden Dollar (oder mehr!) jenen „kleinen“ Leuten aus der Bredouille zu helfen, die der maß- und verantwortungslosen Gier jener kapitalistischen Spitzengauner zum Opfer gefallen sind.

Dr. Johann Hahn, Perg


Siehe auch:

Umfrage Kommunismus/Kapitalismus/gibt es einen dritten Weg?

Falsche Geldordnung - Ausbeutung und Wirtschaftsstörungen

Die Finanzkrise aus der Sicht eines Technikers


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PostPosted: 18.10.2008, 15:26 
Handlanger eines Abzockertums
Leserbrief aus den OÖN, Oberösterreichische Nachrichten vom 14.10.2008


Kritiker dieser fatalen Fehlentwicklung in internationalen Finanz- und Konzernbereichen wurden bisher verhöhnt und ausgelacht. Finanzspekulanten und skrupellose Manager können dank der Politik legal Billionen Dollar verzocken und Firmen ruinieren.

Die unfähige gesetzgebende Politik ist offenkundig nur mehr Handlanger eines weltweiten Abzockertums. Manager von Multikonzernen können in Europa (auch in Österreich) die Arbeitnehmer erpressen und ihre besten Verbündeten sind die gewählten Volksvertreter und Gewerkschaften.

Anstatt direkt den betrogenen Menschen zu helfen, werden wieder Billionen Steuergelder in kriminelle Finanzsysteme gestopft. Diese internationalen Finanzsyndikate haben zuerst Millionen Menschen um ihre Ersparnisse und private Pensionsgelder betrogen, und dieselben werden nun wieder mit Steuergeldern dafür fürstlich belohnt. Anstatt die Menschen von diesen Syndikaten zu befreien, macht die Politik weiter gemeinsame Sache mit den Bankern und Managern.

Anstatt hinter Gitter zu gehen, versorgen sich unsere gierigen Politiker und Manager weiterhin mit Millionen-Abfertigungen und unglaublichen Pensionszahlungen.

Der soziale Frieden wird schon wieder am „Altar des Profits“ geopfert, was die Folge ist, haben die Menschen schon oft bitter miterleben müssen.

Elisabeth Fuchs, Linz

Leserbrief aus den OÖN, Oberösterreichische Nachrichten vom 14.10.2008


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 Post subject: Eine Handvoll Dollar
PostPosted: 18.10.2008, 15:39 
Eine Handvoll Dollar
Leserbrief in den OÖN, Oberösterreichische Nachrichten vom 16.10.2008


Diesen elenden Börse-Spekulanten wird nun mit Bankenverstaatlichung die Suppe versalzen. Na, das ist gut. Unsere p.t. Alpenpolitiker haben die von uns bereits zwei Mal (ein Mal mit Steuergeld und ein weiteres Mal durch Tarif-Finanzierung unfassbarer Gehalts-/Pensions-Pfründe) bezahlten Kraftwerke plus sonstige Infrastruktur in windigen Cross-Border-Geschäften an die Amerikaner verhökert, um so ohne Not dem US-Fiskus am äußeren Rand der Legalität ein paar Steuer-Dollar zu entreißen. Nun sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur die (durch überhöhte Stromtarife) bezahlten Leasing-Raten verloren, sondern womöglich stellt sich nun auch die Eigentumsfrage (!) für die verleasten Kraftwerke, Kanalnetze, ÖBB-Loks und was sonst noch für eine Hand voll Dollar verkauft und vermeintlich sicher zurückgeleast wurde. Selbst jene Landeshauptleute, die jeden Sonntag zur Kirche gehen, haben da an vorderster Stelle mitgemacht. Die US-Politik wird nun den Teufel tun, um jenen ihr vermeintliches Eigentum zu erhalten, welche dem amerikanischen Staat ein paar Steuer-Dollars herausgerissen haben. Mitten in der Finanzkrise kann das Österreich, kann das uns Energiekunden zusätzliche Milliarden kosten. Spekulanten sind Spekulanten sind Spekulanten. Aber diese Politiker sind ...

Karl Turecek, Linz
Leserbrief in den OÖN, Oberösterreichische Nachrichten vom 16.10.2008
____________________________________________________________________________________
Es reicht!
Leserbrief in den OÖN, Oberösterreichische Nachrichten vom 22.11.2008


:?: Wo bleibt die Tobin-Steuer?
:?: Wo bleibt die Austrocknung der Steueroasen?
:?: Wo bleibt das Verbot von Hochrenditenfonds?
:?: Wo bleibt der Stopp für den Standortwettbewerb?
:?: Wo bleibt die Weltsteuerbehörde?
:?: Wo bleibt die Demokratisierung und Größenschranke für Unternehmen?
Um nur einige zu nennen!

Ewald Mayrbäurl, Neuzeug


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PostPosted: 24.10.2008, 20:23 
Diskreditierte "Verstaatlichungs"-Idee

Betrifft: OÖN-Leitartikel vom 24. Oktober


Man kann sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, daß hier die "Verstaatlichungs"-Idee des konservativen[!] Präsidenten Sarkozy - mit oder ohne Absicht - durch Vermengung mit anderen Themenbereichen diskreditiert werden soll. So hat sie z.B. überhaupt nichts mit der Sanierung maroder und z.T. ohnedies noch verstaatlichter Betriebe à la AUA zu tun, die man ja gerade privatisieren will, um sich die Sanierungskosten zu ersparen (und die eigentlich genauso gut liquidiert werden könnten, weil sie in Wahrheit ohnehin niemand braucht).
Vielmehr geht es um den (einzig wirksamen) Schutz kerngesunder "Schlüsselindustrien" à la voestalpine, deren Aktien nicht etwa durch "wild gewordene Staatschefs wie Hugo Chavez", sondern allein durch das verantwortungslos-geldgierige Agieren völlig durchgeknallter Finanzmarkt-"Subjekte" quasi zu Schnäppchen für "unfreundliche" oder sonst unerwünschte Übernehmer geworden sind.
Angesichts der unvorstellbaren Milliarden- und Billionen-Beträge, die viele europäische Staaten und die USA für die Rettung des Finanzsektors soeben aufgebracht (oder zumindest garantiert) haben, klingt schließlich auch die Frage etwas befremdlich, "wo der Staat das Geld für groß angelegte Re-Verstaatlichungsprojekte ... hernehmen soll", wenn es jetzt zusätzlich um den Schutz strategisch wichtiger Unternehmensanteile der Realwirtschaft geht.
Und zu guter - eigentlich schlechter - Letzt noch: Fällt denn niemandem auf, daß das - für die Realwirtschaft zerstörerische - Treiben obgenannter Finanzmarkt-"Subjekte" ungestört weitergeht? Dabei gäbe es (wenigstens) zwei ganz einfache "Regulierungen", die dem wirksam gegensteuern könnten: Die Besteuerung sogenannter Gewinnmitnahmen und das Verbot, gekaufte Aktien vor Ablauf einer gewissen Mindestfrist (von z.B. drei Monaten) wieder zu verkaufen.

Dr. Johann Hahn, Perg


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PostPosted: 10.11.2008, 20:14 
Unter dem berüchtigten BRD-Finanzminister Hans Eichel (SPD) bekamen die Nachfolger der Herren Milken, Boesky und Levine sogar Büros im Ministerium zur Verfügung gestellt, wo sie die neuen Gesetze für den Weltbetrug in Ruhe ausformulieren konnten: "Ende 2003 verabschiedete die rot-grüne Regierung ein Gesetzt zur Modernisierung des Investmentwesens, das Hedgefonds zuließ und ihnen die umstrittenen Leerverkäufe erlaubte. Das Regelwerk wurde in der Branche begeistert aufgenommen, schließlich hatte sie sich mit der Regierung eng abgestimmt – so eng sogar, dass der damalige Finanzminister Hans Eichel über Monate eine Lobbyistin des Bundesverbands der Investmentgesellschaften daran mitarbeiten ließ. Mit eigenem Büro im Ministerium. 'Die haben sich Gesetze schreiben lassen, die sie selbst nicht machen konnten und nicht durchschaut haben', sagte der frühere schleswig-holsteinische CDU-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann." (Spiegel, 44/2008, S. 26)

Eichels Nachfolger, der grandiose Peer Steinbrück, bezeichnete noch vor nicht all zu langer Zeit die "finanziellen Massenvernichtungswaffen" der Wall-Street-Verbrecher, die Hedgefonds, als "ein Segen für die Volkswirtschaft eines Landes" (Spiegel, 39/2006, S. 92). Steinbrück verfeinerte auch noch die kriminellen Gesetze seines Vorgängers zugunsten von Hedgefonds-Leerverkäufen zur Vernichtung unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen. Jetzt, wo alles kaputt ist, soll der von ihm gepriesene "Segen" urplötzlich nichts als "Spekulation, ohne wirtschaftlichen Sinn" sein: "Finanzminister Peer Steinbrück dringt auf ein Verbot von Leerverkäufen. Für ihn sind sie eine reine Spekulation ohne wirtschaftlichen Sinn." (Welt, 30.10.2008, S. 15)

Ist Steinbrück nur ein Vollidiot, ein Krimineller oder gar beides?

Und diese "Demokraten" versprechen, uns retten zu können.

Dr. Wolfgang Caspart


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