Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 13.11.2008, 14:46 
Wie es mir mit der Finanzkrise geht
von Franz Schallhas
http://die-finanzkrise-und-ich.blog.de/ ... ht-5023535



Schlecht, sehr schlecht.
Einen Menschen, der sich ein Leben lang bemühte, beizutragen, die Welt ein bisschen humaner zu machen,
sei es als einfacher Arbeiter, als Forscher, Entwicklungshelfer und Lehrer,
den kann es nicht unberührt lassen, wenn in der Folge einer solchen Katastrophe die Kredite teurer werden
(Chef der Raiffeisenzentralbank im Club 2) und damit auch Preise aller Dinge des täglichen Bedarfs
und die Zahl der Arbeitslosen steigen,
wobei es am härtesten jene treffen wird,
die schon bisher in Armut und Elend leben mussten (in der 3. Welt Hunderte von Millionen, bei uns einige Hunderttausend)
und die Zahl wird steigen.
Kann gar nicht anders sein, weil jeder Unternehmer die Finanzierungskosten auf die Preise aufschlagen muss,
wenn er nicht pleite gehen will.

Wenn eine solche Tragödie einen Sinn haben kann, dann wohl den,
dass man über die unmittelbare Schadensbegrenzung hinaus daraus Lehren für die Zukunft zieht.
Wenn man sich aber den täglichen Sagern unserer Gurus in den Schaltzentralen aussetzt, dann gewinnt man den Eindruck,
dass außer der Schaffung von ein paar nationalen und internationalen Aufsichtsorganen, einiger Beruhigungsspritzen und Konjunkturbelebungspaketen nicht viel passieren wird.
Von einer grundsätzlichen Analyse unseres ganzen Geld- und Finanzwesens sind wir meilenweit entfernt.
Das Spiel mit der frivolen Umverteilung von Arm zu Reich wird mit der weltweit etablierten Geldordnung frisch fröhlich weiter gehen, Wurscht wie viele dabei verrecken.
Es scheint zumindest so zu sein.

Was mich aber noch trauriger macht, mich fast in die Resignation treibt, ist die Tatsache,
dass die Geldreformer nicht nur eine hoffnungslose Minderheit sind,
sondern auch untereinander bei den Lösungsansätzen wenig dialogfähig.
Jedes noch so kleine Grüppchen glaubt den Stein der Weisen gefunden oder konstruiert zu haben
und erhebt den Anspruch für den Nobelpreis oder zumindest für den Alternativen Nobelpreis.
Einig sind sie sich nur in der Ablehnung des herrschenden Systems.

Aus meiner Sicht hat jede dieser Denkschulen einige mehr oder weniger richtige Erkenntnisse,
die man zusammen schneiden und in ein Gesamtkunstwerk einfügen könnte.
Ich bin fest davon überzeugt, und da bin ich nicht der einzige,
dass es DAS Modell noch nicht gibt,
das man schon als DIE Lösung ohne Wenn und Aber ohne Bauchweh national oder gar international propagieren könnte.
Daher ist die zentrale Forderung der Arbeitsgemeinschaft Gerecht Wirtschaften seit langem die nach einer Akademie oder universitären Einrichtung,
die alle diese Lösungsansätze mit aller wissenschaftlicher Akribie nach brauchbaren Bausteinen abklopft,
bestehende Projekte wissenschaftlich begleitet und neue initiiert.

Die Forderung ist leicht erhoben, die Frage ist nur,
wie man zu einer solchen Akademie kommt, die ja auch einiges kostet.
Zu erwarten, dass so etwas von der öffentlichen Hand, die fest in den Händen des Mainstreams ist, in absehbarer Zeit installiert wird, ist fast naiv.

Wenn sich heute schon Vertreter der Hochreligionen, die sich vor nicht allzu langer Zeit noch heftig bekriegt haben,
zu einem interreligiösen Dialog zusammen setzen und sich streckenweise sogar verstehen können,
dann sollte es auch möglich sein,
dass sich die Vor- und Nachdenker der verschiedenen alternativen ökonomischen Denkschulen vorurteilsfrei begegnen
und ihre Ideen austauschen, wie es einer Akademie geziemt.
Vielleicht gelingt die Erstellung eines Modells, um das auch die Herrschenden nicht mehr herum können.
Für die Teilnahme an einer solchen Akademie sollte kein akademisches Diplom Voraussetzung sein.
Es gibt in der Geschichte ausreichend Beispiele dafür, dass auch Nichtakademiker großartige Ideen haben können.
Einer meiner besten Freunde war als gelernter Gärtner Mitglied der Akademie der Wissenschaften.

Es wäre schön, wenn ich als 72-jähriger noch
das Entstehen eines solchen alternativökonomischen Think Tanks auf institutionalisierter Basis erleben dürfte.

Franz Schallhas


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