Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 12.12.2008, 22:20 
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Petition "Neues Geld"
an alle politischen Entscheidungsträger Österreichs
in Bund, Ländern und Gemeinden


Neues Geld für eine gesunde Welt
Geld spielt eine Schlüsselrolle in allen Lebensbereichen - von der Wirtschaft bis hinein in persönliche Beziehungen. Die aktuelle Finanzmarktkrise zeigt, dass politischer Handlungsbedarf besteht. Dieser sollte sich aber nicht auf das Finanzieren der Verluste privater Verursacher aus Steuergeld beschränken und damit nur bei der Symptombekämpfung bleiben, sondern bei der Ursache ansetzen.

Geld entscheidet, in welcher Welt wir leben: ein auf Zinseszins und Spekulation aufgebauter Kapitalismus führt zur harten Konkurrenzgesellschaft, stellt die Wirtschaft unter unendlichen Wachstumszwang und mündet in Ausbeutung von Mensch und Natur mit sozialen Spannungen und Kriegen, astronomischen Vermögen und Schuldenbergen, riesigen Spekulationsblasen und etwa alle 60 Jahre zu massiven Krisen bzw. zum völligen Zusammenbruch der Börsen, Finanzmärkte und Währungen.

Das Geld, das jetzt über die internationalen Finanzmärkte die Welt regiert, ist ein Relikt aus einem feudalen Zeitalter - die Macht ist bei wenigen Menschen konzentriert, was dem Grundgedanken einer demokratischen Verfassung widerspricht. Das systembedingte exponentielle Wachstum des Geldvermögens durch Zinseszins steht im Gegensatz zur Natur - die Erde ist begrenzt und wir alle tragen Verantwortung dafür, dass auch die nächsten Generationen noch auf ihr leben können.

Geld ist gestaltbar
Unser heutiges Geld gilt als Rechtsanspruch auf Leistung, dessen Wert auf Vertrauen gründet. Die Regeln des bestehenden Geldsystems dienen aber nicht allen Menschen gleich und stärken einseitig das Konkurrenzdenken, das in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen wie dem technischen Fortschritt auch seine Berechtigung hat, in anderen Lebensbereichen jedoch hinderlich ist.

Geld kann auch so gestaltet werden, dass es die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt einer Gesellschaft unterstützt. Neue Geldformen zielen darauf ab, wertstabil, demokratisch gelenkt und gemeinschaftsbildend zu sein, sie unterstützen eine nachhaltige, ressourcen¬schonende und naturnahe Wirtschaftsweise mit dem Ziel, gerecht verteilten Wohlstand für alle zu ermöglichen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Geld auch nach anderen Regeln als denen des heutigen Finanz¬systems funktionieren kann. Als demokratisch gewählte Volksvertreter können Sie zum Gemeinwohl hier Änderungen veranlassen und den Ordnungsrahmen für die Geldwirtschaft des Staates gestalten, indem nicht nur ein Geldsystem als rechtlich zugelassenes Zahlungsmittel Gültigkeit hat, sondern unterschiedliche Zahlungs- und Verrechnungssysteme ebenfalls gesetzlich anerkannt und durch die öffentliche Hand gefördert werden.

In Österreich, aber auch in anderen Ländern, bestehen und entstehen Initiativen, welche aufzeigen, dass ergänzende Währungssysteme wichtige Aufgaben in der Förderung des Sozialkapitals und der Nahversorgung übernehmen.

Neue Geldsysteme als ergänzende Währungen
Neue Geldsysteme werden ergänzend zum Euro bereits erprobt: Tauschsysteme, Barterringe, Regio¬geld und Zeitbanken benützen eigene Verrechnungs- und Zahlungssysteme und verzichten auf Zins. Zukunftsweisende Modelle verbinden regionale Zahlungsmittel mit der autarken Energieversorgung aus erneuerbaren Rohstoffen. Beispiele dazu sind:

• Zeitvorsorge wie das Modell des Talente-Tauschkreises Vorarlberg stellt eine wertvolle, nicht der Inflation und dem Kapitalmarkt ausgelieferte Ergänzung des Sozialsystems dar (4. Säule der Altersvorsorge nach dem japanischen Erfolgsmodell: Ansparen von Zeitgut¬haben durch freiwilliges, soziales Engagement mit Anspruch auf Gegenleistung). http://www.talentiert.at

• Tauschsysteme und Zeitbanken erweitern den wirtschaftlichen Handlungsspielraum aller Beteiligten, stär¬ken soziale Kompetenzen und Strukturen und tragen in Form organisierter Nachbar¬schafts¬hilfe dazu bei, Sozialkosten aus öffentlichen Kassen einzusparen. http://www.talentiert.at oder http://www.timesozial.org

• Regiogeld belebt die Wirtschaft durch Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe im Besonderen in der Versorgung der Grundbedürfnisse nach Energie, Lebensmitteln und Betreuung, sichert Arbeitsplätze, erhöht die regionale Wertschöpfung, schont durch gesparte Transporte die Umwelt und bringt Lebensqualität in die Regionen. http://www.regiogeld.de

• Barterringe unterstützen unkompliziert klein- und mittelständige Wirtschaftsbetriebe, wie das Beispiel des Schweizer WIR zeigt. Das 1934 gegründete Verrechnungssystem wirkt bei schwacher Konjunktur wirtschaftsbelebend und wesentlich krisenresistenter. http://www.wir.ch

• Gemeinwesen können statt der Aufnahme von teuren, verzinslichen Darlehen durch die Ausgabe von Steuergutschriften Finanzierungskosten sparen wie das Taxos-Modell vorschlägt. http://www.taxos.info

Im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung können Regionalisierungsprozesse die einzelnen Regionen der Welt neu beleben und stärken und so den aktuellen, neoliberalen Globalisierungsprozess ausgleichen. Eine gesunde und starke Weltwirtschaft kann nur auf Basis gesunder und starker Regionen begründet sein.

Die Zukunft unserer Wirtschaft sollte nicht auf Gedeih und Verderb dem globalen Spielcasino der Spekulanten an den Börsen ausgeliefert sein. Die Politik kann durch eine Demokratisierung des Geldsystems, die Zulassung und Unterstützung neuer Zahlungs- und Verrechnungssysteme wesentlich zur Stabilität der Wirtschaft und damit zum Gemeinwohl beitragen.

Petition an Österreichs Gesetzgeber:
Wir treten mit der Bitte an Sie als Gesetz gebendes Organ dieses Staates bzw. dessen Bundesländer heran, die Rahmenbedingungen für Bürger-Selbsthilfe durch Komplementärwährungen zu verbessern, Anreize dafür zu schaffen und deren Entwicklung aktiv voranzutreiben.

Insbesondere gilt es, Forschungsprojekte zu Komplementärwährungen, aber auch in Richtung eines nachhaltigen, gerechteren Geldwesens generell und die Etablierung von wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekten zu unterstützen. Ein Vorschlag dazu ist die Einrichtung eines eigenen Universitätslehrstuhles für diese Themenbereiche.

Die kritische Situation auf den internationalen Finanzmärkten wird in absehbarer Zeit eine große internationale Währungskonferenz zur Neuordnung des internationalen Finanzsystems erforderlich machen. Treten Sie bitte dafür ein, dass bei einer solchen Konferenz nicht nur die Vertreter traditioneller Geldtheorien, sondern auch Experten für komplementäre Geldsysteme und Wissenschafter anderer Geldtheorien für Änderungen auf nationaler und internationaler Ebene gehört werden. Damit kann ein Dialog über die Wirkung unterschiedlicher Geldsysteme auf wissenschaftlicher und auf höchster politischer Ebene mit dem Ziel, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, begonnen werden.

Als Ansprechpartner stehen Ihnen die Mitglieder der Initiative Neues Geld gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Thema Neues Geld finden Sie Als Ansprechpartner stehen Ihnen die Mitglieder der Initiative Neues Geld gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Neues Geld finden Sie hier!

Erstellt von der Initiative Neues Geld im Oktober 2008

Anschrift:
Unterguggenberger Institut Wörgl, Unterguggenberger Straße 3, 6300 Wörgl, ZVR 261104351


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