Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 01.03.2009, 22:32 
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Ein besorgter Bürger an einen Nationalrat in Österreich

....
Dass die Finanzkrise nun eingetreten ist, ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr.
Und dass sie noch lange nicht vorbei ist, das hat wahrscheinlich auch jeder Politiker schon erkannt.
Leider sind die warnenden Stimmen aufgrund unseren eingefahrenen Strukturen und während der Hochkonjunktur untergegangen.
Im Gegenteil, man hat die Schleusen für die Finanzwirtschaft im letzten Jahrzehnt komplett geöffnet.
Und jetzt, wo alles den Bach runtergeht, schreien alle auf einmal wieder nach dem Staat.


Willi Molterer hat als Finanzminister schnell und richtig gehandelt, als er die Haftung des Staates für die Einlagensicherung vorantrieb.
Das hat vorerst einmal den Supergau abgewendet.
Die darauffolgenden Maßnahmen schätze ich allerdings für völlig ungeeignet und kontraproduktiv ein.
Mittlerweile versuchen Österreich und fast alle Staaten rund um den Globus die Finanzwirtschaft durch Haftungsübernahmen und milliardenschweren Finanzspritzen aus dem Sumpf zu ziehen.
Ob es was hilft, wird sich erst zeigen.
Ich glaube aber, dass diese astronomische Aufblähung der Geldmenge der Methode gleicht,
ein Feuer zu löschen, indem man Berge von Holz darauf wirft.
Die Flammen sind vorerst nicht mehr sichtbar und die Maßnahme wird als Erfolg gewertet.
Die Ursachen des Problems (die exponentiell wachsenden Vermögen und damit auch exponentiell wachsenden Schulden) werden dadurch jedoch nur verstärkt,
und letzlich werden die Währungen kollabieren.
Ich rechne fest mit einer Hyperinflation, durch die der Staat zwar elegant entschuldet wird,
aber viele Menschen ihr hart Erspartes verlieren werden.

Der Berg an Schulden und Derivaten hat mittlerweile ein derartiges Ausmaß angenommen,
dass kein Staat dieser Welt diese übernehmen kann, ohne sich zu "übernehmen".
Wir werden in den nächsten Jahren, wenn nicht heuer schon, mit einigen Staatsbankrotten konfrontiert werden.

Auch die Konjunkturpakete werden nicht wirksam sein,
da sie im Verhältnis zur Krise nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind und die Grundprobleme nicht lösen.

Erforderlich sind radikale Reformen, die an der Basis unseres Wirtschafts-, Geld- und Finanzsystems ansetzen.
Davon kann ich aber weit und breit nichts erkennen.
Durch die Finanzkrise hat eine Umverteilung von Arm zu Reich stattgefunden, wie es sie in den letzten 80 Jahren nicht mehr gegeben hat.
Ein Ausweg wäre eine radikale Besteuerung der Vermögen der Reichen und Superreichen,
damit die Gewinner der Krise ihren Beitrag zur Sanierung der Finanzwirtschaft und Wirtschaft leisten.
So wie es jetzt aussieht, werden die Schäden der Finanzkrise auf den Staat (die Bürger) abgewälzt.
Problem ist nur, dass der Staat angesichts dieser Dimensionen selbst in die Knie gehen wird.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du nicht auch schon erkannt hast,
dass wir erst am Anfang der Krise stehen und dass unser Geld- und Währungssystem nur mehr auf sehr wackeligen Beinen steht.
Wir werden noch heuer eine dramatische Entwicklung erleben,
die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen wird.
Und da werden Konjunkturpakete, Verschrottungsprämien (welch Schwachsinn)
und Finanzspritzen an Banken nichts mehr helfen.
(Wir tun ja so, als würde der Staat das Geld irgendwo in seinen Schatzkammern liegen haben,
was natürlich blanker Unsinn ist, denn wir wissen doch alle, dass unsere Staatskassen schon seit Jahrzehnten komplett ausgeräumt sind).
Und weil eben kein Geld da ist, muss sich der Staat weiter verschulden.
Für den Staat wird es aber immer schwieriger werden, seine Staatsanleihen an den Mann/die Frau zu bringen,
wie es in einigen Staaten Europas ja schon der Fall ist.
Und wenn sich der Staat nicht mehr verschulden kann, weil keiner mehr die Staatsanleihen kaufen will,
dann ist er bankrott.
Und die unglaublichen Beträge, die jeden Tag durch die Medien ziehen, kann kein Staat verdauen.

Ich bitte Dich, nimm Einfluss auf Deine Kollegen und versucht gemeinsam, andere Lösungswege einzuschreiten.
Hört nicht mehr auf die Banker, die den Karren in den Dreck gefahren haben.
Wenn sie nämlich wüssten, wie es funktioniert, dann wäre es gar nie so weit gekommen.
Trennt Euch von den Beratern, auf die Ihr bisher gehört habt.
Denn die Lösung dieser Krise braucht außergewöhnliche Maßnahmen,
die in den Hirnen des Großteils der Volkswirtschafter bislang nicht einmal ansatzweise Eingang gefunden haben.
Zieht Leute zu Rate, die schon seit Jahrzehnten vor den Auswirkungen der ständig steigenden Geldvermögen
und damit zwangsläufig verbundener Verschuldung auf der anderen Seite gewarnt haben.

Mag sein, dass meine mahnende Stimme verhallen wird,
aber ich glaube, dass die Menschen in diesem Land spüren,
dass wir schlimmen Zeiten entgegensteuern.
Und diese Menschen haben sich Politiker verdient, die das erkennen und entsprechend gegensteuern.

Siehe auch:
Global Europe Anticipation Bulletin


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