Gendern im kirchlichen Umfeld

Muttersprache, Sprachpflege, Stilfragen
Post Reply
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Gendern im kirchlichen Umfeld

Post by alwis »

Im geschriebenen Text wirkt z.B. das Binnen-I oder der Genderstern u.ä.
als Lesehemmung.
Im gesprochenen Wort wirkt es holprig und schwerfällig.
Ca. 80% der Bevölkerung lehnt das Gendern ab.
Sie wollen z.B. hören:
"Christen sind Freunde Gottes."
und nicht
"Christinnen und Christen sind Freundinnen und Freunde Gottes."

Völlig unmöglich sind Auswüchse wie GästInnen, MitgliederInnen,
KinderInnen usw. - habe ich selber schon gesehen!

Und wenn wir konsequent gendern, wird es extrem umständlich:

Bürgermeisterwahl, Bürgerinnenmeisterwahl, Bürgermeisterinnenwahl und
Bürgerinnenmeisterinnenwahl.
anstatt einfach Bürgermeisterwahl.

oder:
Leserbriefschreiber und Leserinnenbriefschreiber und
Leserbriefschreiberinnen und Leserinnenbriefschreiberinnen -
anstatt einfach Leserbriefschreiber!

Und ich warte jetzt noch auf einige weitere Änderungen, zumal die Grünen
demnächst in der Regierung mitreden werden, z.B.

Führerschein geändert auf Führer- und Führerinnenschein.
Und Führerscheinprüfer wird zu ...... - s. oben!

Und alles kommt aus dem grundsätzlichen Irrtum, die Mehrzahl der Wörter
sei nur auf ein Geschlecht allein bezogen.
"Die Bürger" meint natürlich alle Bürger - männliche wie weibliche.

Du gehörst zu meinen Freunden, weil meine Freunde sowohl bei Männern als
auch bei Frauen zu finden sind.
Die Gäste sind sowieso geschlechtsoffen, auch wenn es in der Einzahl
"der" Gast heißt. Die Gästin und die Gästinnen gab es vor dem Gendern
nie!

Übrigens unterstützen wir mit dem überflüssigen Gendern das
Gender-Mainstreaming bzw. die Gender-Ideologie, was von Bischöfen und vom Papst eindeutig abgelehnt wird.


Wer mehr zum Gendern lesen bzw. die Abneigung der überwiegenden
Mehrheit der Österreicher verstehen möchte, kann bei den folgenden Hinweisen nachlesen, diese
paar Beispiele sollten genügen:

Andreas Unterberger zum Gendern
ORF blamiert sich mit Genderunfug "Gästinnen"
Gender-Unfug auf Krone.at
Binnen-I und anderer Genderwahn
Herr Professorin - Genderwahn auf dem Vormarsch
Lassen wir die Sprache menschlich sein!


- aus der Geschäftsordnung des Wiener Magistrats:

Ist der oder die Vorsitzende verhindert,
so wird er oder sie durch von ihm oder ihr bestimmten Stellvertreter
oder durch die von ihm oder ihr bestimmte Stellvertreterin vertreten.
Sie oder er sind verpflichtet,
im Krankheitsfall eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter zu
benennen,
die oder der ihre oder seine Aufgaben so lange übernehmen,
bis sie oder er dies wieder übernehmen kann.
========================================

Die aktion kritischer schülerInnen verteilt zu Schulbeginn Kalender an
alle Schüler,
pardon SchülerInnen, korrekt Schülerinnen und Schüler.

Sehr "brav" bzw. politisch korrekt sind alle Texte "gegendert", d.h.
männlich und weiblich gleichzeitig formuliert.
Weil die aks aber Druckerschwärze sparen will, helfen sie sich mit dem
"Binnen-I".
Das führt zu Wortungetümen wie SchülerInnenzeitung,
LehrerInnen-SchülerInnen-Verhältnis.

Korrekt müsste das wohl heißen:
Schülerinnenzeitung bzw. Schülerzeitung...
Lehrer-Schüler-Verhältnis, Lehrerinnen-Schüler-Verhältnis,
Lehrerinnen-Schülerinnen-Verhältnis, Lehrer-Schülerinnen-Verhältnis.
Schnell legen wir den Kalender wieder aus der Hand.
Beim Lesen wird uns speiübel.

Zuletzt tut die aks noch etwas für die Gesundheitserziehung:

"Raucher stinken!"

Wie das?
Raucherinnen stinken nicht?

Die aks muß sich vorwerfen lassen, daß sie am zunehmenden
Zigarettenkonsum der Schülerinnen mitschuldig ist.
Sie hat die jungen Damen nicht aufgeklärt, daß sie stinken.
========================================

Das Binnen-I verträgt sich offenbar nicht mit jedem x-beliebigen Wort.
Man findet ExpertInnen, AktivistInnen, ÄrztInnen, KünstlerInnen - aber
wer hat jemals von DilettantInnen, BetrügerInnen, FalottInnen oder
HandtaschlräuberInnen gelesen? Das weniger Positive kann also ruhig rein
männlich bleiben.
========================================
Frage an die Genderfraktion:

Wie gendert man Sündenbock?

Ist das die Sündenböckin?
Oder gar die Sündenziege?
Letzteres weckt bei mir ganz andere Assoziationen.
========================================




MEHR

Muttersprache

Genderwahn

BfDS - Petition Schluss mit Gender-Unfug

Dortmund, 6. März 2019

Aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache wenden sich Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit:

Ein Aufruf zum Widerstand

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger­meister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grund­gesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl.

Also appellieren wir an Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten: Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!

Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer, Josef Kraus
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Beispiel einer Auseinandersetzung

Post by alwis »

Zwischen einem Mitarbeiter der Pfarre und einer Pastoralassistentin!

Mitarbeiter an Pastoralassistentin
1. Was passiert, wenn Du nicht mit Binnen-I, :, /,* etc. genderst?
2. Bist du persönlich überzeugt, dass das sprachliche Gendern Zukunft hat?
3. Nicht alles, was von Linz kommt, müssen wir 1:1 übernehmen. Wir dürfen auch selber denken.
4. Nicht alles, was Intellektuelle von sich geben, ist auch intelligent.

Schlussfrage:
Wollen wir uns wirklich durch das Gendern mit Binnen-I, :, /,* etc. lächerlich machen?


Pastoralassistentin an Mitarbeiter
Ich mag Deine Hartnäckigkeit. Und ich finde es total super, dass Du zu Deiner Überzeugung stehst. Du bist Du - ich aber bin jemand anderer. Du hast Deine Gründe, und die sind in Ordnung! Ich habe meine Gründe, die sind anders. Weder schlechter, noch besser. Ich bin eine Frau und ich verstehe nicht, warum ich andere Frauen nicht als solche ansprechen soll? Den Elternbrief werden zu 80 % die Mütter vorgelegt bekommen.... soll ich da wirklich die männliche Anrede schreiben? Welches Kirchenbild vermittle ich da? Noch dazu als hauptamtliche Mitarbeiterin? Es wird kaum einfacher lesbar, wenn man jedesmal die weibliche UND die männliche Form anführt, geschlechtsneutral zu formulieren ist auch oft mühsam. Ich kenne einige der Stilblüten, die durch zu wenig Nachdenken beim Gendern zustandekamen. Pech beim Denken hat jeder auch Mal.... aber deswegen die Absicht dahinter für unsinnig zu erklären, finde ich falsch. Sprache verändert sich - jeden Tag. (Wer kannte vor 40 Jahren schon das Wort “googeln“?) Und nur, weil manche Wörter in der weiblichen Pluralform nicht tradiert sind, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt bzw geben kann. GlG


Mitarbeiter an Pastoralassistentin
Die Hochzeit ist geschafft, jetzt habe ich wieder Zeit für unseren Dialog zum Sprachfeminismus. Es ist zwar schade, dass ich in dieser Sache kämpfen muss, aber du zwingst mich dazu. Mir ist eine schöne, saubere und angenehm zu lesende bzw. zu hörende Sprache sehr wichtig. Mit dem Gendern wird sie umständlich, verkrampft, schwierig zu lesen und insgesamt hässlich.
Bisher war ich sehr froh, dass wir in unserer Pfarre friedlich miteinander umgehen. Ich habe auch dich bisher als kompromissbereite Mitarbeiterin erlebt, die auf das Wohl der Pfarre bedacht war. Mit dem radikalen Gendern per Binnen-I, /, *, _, : und was weiß ich, was euch noch alles einfällt, bringst du leider einen nicht zu unterschätzenden Konflikt in unsere Pfarre.

Zitat: „soll ich da wirklich die männliche Anrede schreiben?“
Bezeichnungen wie Bürger, Bauer, Arzt, Apotheker etc. sind allgemeine Bezeichnungen Der Sprachfeminismus baut auf einem Generalirrtum auf:
Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet. Die Sprachfeministen verneinen diese Tatsachen und behaupten, die Frauen seien mit allgemeinen Bezeichnungen nicht gemeint. Bei jeder Aussage müsse man männlich und weiblich extra anführen. Daraus leitet ihr dann die Forderung ab, die Sprache müsste geändert werden. Und das wird per Gesetz und Verordnungen von oben herab versucht.

Zitat: „ Sprache verändert sich - jeden Tag.“
Die Sprache verändert sich laufend von selbst auf natürliche Weise, stimmt. Das Gendern in der Sprache wird aber von oben verordnet, und dagegen wehre ich mich. Es ist undemokratisch. Umfragen zeigen: Das sprachliche Gendern wird von ca. zwei Dritteln der Bürger abgelehnt.

Meine Fragen hast du leider nicht beantwortet:
1. Was passiert, wenn Du nicht mit Binnen-I, :, /,* etc. genderst?
2. Bist du persönlich überzeugt, dass das sprachliche Gendern Zukunft hat?

Die erste Frage musst du nicht unbedingt beantworten. Die zweite habe ich, wie du oben sehen kannst, bereits beantwortet. Ich nehme an, dass dir der Sprachfeminismus ein persönliches Anliegen ist.
Aber:
Hilft eine derart verunstaltete Sprache den Frauen?


Ich denke, dass wir bei der nächsten SST-Sitzung darüber nochmals reden müssen. Meine Entscheidung „wenn, dann“ wird dementsprechend fallen.

P.S.
Ein Beispiel, wie sich der Sprachfeminismus auswirkt – der Unterschied hilft vielleicht bei der Entscheidung zwischen normaler (schöner) Sprache und gegenderter Sprache.

Oberösterreich wählte am vergangenen Sonntag die Bürgermeister, die Gemeinderäte, den Landtag und den Landeshauptmann. In unserer Gemeinde stellten sich drei Bürgermeisterkandidaten der Wahl – zwei männliche und ein weiblicher. Das Ergebnis beim Bürgermeister war vorhersehbar. Die Aufteilung der Gemeinderäte wird sich nach Auszählung der Kartenwähler herausstellen.

Gegenderte Schreibweise:
Oberösterreich wählte am vergangenen Sonntag die Bürger/innenmeister*innen, die Gemeinderät/e*innen, den Landtag und den Landeshauptmann bzw. die Landeshauptfrau. In unserer Gemeinde stellten sich drei Bürger_innenmeister:innenkandidat/en*innen der Wahl – zwei Bürger_innenmeister:innenkandidaten und eine Bürger:innenmeister*innenkandidatin. Das Ergebnis beim Bürger*innenmeister/in war vorhersehbar. Die Aufteilung der Gemeinderät*e*innen wird sich nach Auszählung der Kartenwähler:innen herausstellen.

Ich verzichte auf eine weitere Version ohne Binnen-I, :, /,* etc. Alleine die Bürgermeisterkandidaten hätten in einer Zeile nicht mehr Platz:
Bürgermeisterkandidat bzw. Bürgerinnenmeisterkandidat, bzw. Bürgermeisterinnenkandidat bzw. Bürgerinnenmeisterinnenkandidatin bzw. …....

Mit sprachfreundlichem Gruß


Pastoralassistentin an Mitarbeiter
Zu unserem Disput und Deinen Fragen:
Die Leitlinie wird vom Ordinariat gerade überarbeitet - so die Information unserer Gleichstellungsbeauftragten Petra Gstöttner-Hofer.

Weißt Du, wofür ich wäre?
Für einen vernünftigen Einsatz einer gerecht-werdenden Sprache. Ich verstehe Dich. Wenn es den Lesefluss stört, suche ich auch nach alternativen Wegen, z.B. einer geschlechtsneutralen Formulierung.
Weils dann leichter geht.

Aber manchmal kommt man nicht dran vorbei, darauf zu achten, an wen man gerade schreibt... Und da stehe ich - als hauptamtliche Mitarbeiterin einer oft als frauenfeindlich wahrgenommenen Kirche - in einem anderen Rampenlicht als Du z.B. Auch das ist eine Tatsache.

Ich habe gerade den Elternbrief noch einmal durchgelesen, weil ich mich gefragt habe, wo er so unleserlich für Dich geworden ist... Ich hab genau DREI Worte in beiden Formen hingeschrieben.... Das Firmteam - (weil es vielleicht für eine ängstliche Mutter einer Tochter eine wichtige Information ist, dass es nicht nur Burschen oder Männer sind) und bei der Bitte um Mithilfe als Fahrdienst oder wenn wir was brauchen... - und da ist z.B eine alleinerziehende Mutter eine Fahrerin oder Lieferantin eines Kuchens...

Ist das wirklich so extrem schlimm?

Oder - in Deiner Anregung weitergedacht: Sollen wir dann in den Pfarrbrief schreiben: "... wir danken dem Fahrer Maria Muster für..."?

Ich möchte auch Dein Anliegen ernst nehmen und ich verspreche Dir, mich zu bemühen, dass die Texte lesbar bleiben. Das ist auch mir wichtig, denn sonst versteht ja keiner was und dann kann man sich den Text ja gleich sparen.
Mit Sprache - egal ob verschriftlicht oder gesprochen - kannst du Welten gestalten, Realität schaffen. Du kannst aufbauen und verletzen, sogar zerstören. Du kannst willkommen heißen und auch ausgrenzen und ziemlich scharfe Grenzen ziehen.
Ich bin fürs willkommen heißen und genau hinschauen, mit wem ich denn da gerade in Kontakt stehe. Dieses Wahrnehmen des Gegenübers öffnet Türen, da bin ich mir ganz sicher. Beim Elternbrief, der sicher von ganz vielen Frauen gelesen wird - wäre Dir das da nicht wichtig?


Mitarbeiter an Pastoralassistentin
Zitat: "... wir danken dem Fahrer Maria Muster für..."
Da hast du nicht weitergedacht sondern absichtlich missverstanden.
Eine einzelne Person ist natürlich entweder Mann oder Frau oder neuerdings divers.

Zitat: ".... der sicher von ganz vielen Frauen gelesen wird - wäre Dir das da nicht wichtig?"
Ich merke, du kannst meine Argumente nicht verstehen, oder vielleicht willst du sie nicht verstehen.
Die Frauen fühlen sich mit der Normalsprache angesprochen, da gibt es keine Ausgrenzung.
Wenn ich sage: "Alle Christen sind Freunde Gottes" , dann sind alle Christen gemeint, gleich ob männlich, weiblich oder divers oder was immer. Und viele Frauen haben mir versichert, dass sie sich angesprochen fühlen.
Nicht alle, denn wenn ein Unsinn oft wiederholt wird, werden einige ihn glauben. Das ist ja wie eine Gehirnwäsche.

Und noch einmal. Das Gendern konsequent zu Ende gedacht führt schnurstracks in eine Sackgasse.

Zitat: "Zu unserem Disput und Deinen Fragen:
Die Leitlinie wird vom Ordinariat gerade überarbeitet - so die Information unserer Gleichstellungsbeauftragten"

Da hoffe ich auf Besserung, bin aber ehrlich gesagt nicht sehr zuversichtlich.
Denn: Wie kann man Gehirnwäsche rückgängig machen?
Wir können aber in unserem Team hoffentlich vernünftig darüber reden und zumindest einen Kompromiss erreichen.


Pastoralassistentin an Mitarbeiter
Kann es Deiner Meinung nach hier kein "sowohl - als auch" geben?
Alles mit Maß und Ziel?

"Die Frauen fühlen sich mit der Normalsprache angesprochen, da gibt es keine Ausgrenzung."
Ich kenne mehrere Frauen, die Dir da widersprechen würden.... Ja, es gibt welche, die sich mit eingeschlossen fühlen... und andere - und das ist keine kleine Gruppe! - die das nicht kann und will. Und ziemlich verletzt und verärgert reagiert. Bei der Geschichte, die da manche mit sich herumtragen, auch verständlich.

Weißt Du, bis vor Kurzem hab ich auch so reagiert: Ist für mich kein Thema, denn ich fühle mich mit eingeschlossen. Bis mir Frauen untergekommen sind, die sich da ziemlich aufgeregt haben... alle waren etwa 15 bis 20 Jahre älter als ich.
Meine Sichtweise mit "da fühle ich mich mit-eingeschlossen" bedeutet für diese Frauen einen Rückschritt in der gesamten Gleichstellungs-Debatte. Weil sie sich in der "normalen" Sprache nicht mehr "abgebildet" und angesprochen fühlen.

Das Argument, dass geschlechtergerechte Ansprache in eine Sackgasse führen soll, stimmt für mich nur soweit es diese massenhafte Ansammlung an gegenderten Begriffen in einem Absatz gibt. Da will jemand dann nicht denken oder er macht es genau darum: Dass das Anliegen dahinter an vorgegebener Unmöglichkeit scheitert. - Was wieder zeigt: Man kann jede gute Absicht durch sprachliche Verballhornung zerlegen und ad absurdum führen!

Du kannst für Dich gerne in Deiner Sprachwelt bleiben, ich verlange nicht von Dir, dass Du meine betrittst. Ich versuche, Deine zu respektieren und ich möchte mit Dir gerne gemeinsam lachen über solche "Fallbeispiele" wie den "Füllspachtel / innen"

Bitte verstehe aber, dass es ein sehr sensibles Thema ist, gerade in der Kirche, besonders bei öffentlichen Aussendungen wie einem Brief. Ich habe diese Worte für V. verfasst und die einzige, für die ich das abändern würde, wäre sie.

Ansonsten komme ich - wenn ich als "Offizielle" der Kirche schreibe - der Aufforderung und Bitte meiner Diözesanleitung nach, die uns eine geschlechtergerechte Sprache nahelegt. Ich fühle mich dieser Aufforderung verpflichtet.


Mitarbeiter an Pastoralassistentin
Wir haben jetzt wohl ausreichend Argumente ausgetauscht.
Ich warte ab, was bei meiner Umfrage herauskommt.

Die Umfrageergebnisse sind übrigens am Ende dieses Beitrags zu sehen.


Zusammenfassung:

Befürworter des Genderns:
* Gendern ist wichtig, damit sich auch Frauen angesprochen fühlen.
* Das generische Maskulinum ist tot. Mit Christen, Freunden,
Bürgern, Lehrern, Ärzten usw. sind nur männliche Personen gemeint.
* Das Ziel der Gleichstellung aller Geschlechter (männlich, weiblich, divers) erfordert eine andere Sprache.
* Sprache entwickelt und verändert sich immer, jetzt eben kommt das Gendern dazu.

Gegner des Genderns:
* Das generische Maskulinum ist nicht tot. Die Allgemeinbegriffe wie Bürger, Lehrer, Ärzte meint alle, unabhängig vom Geschlecht.
* Durch das Gendern mittels Binnen-I, :, /,* etc. wird es unmöglich, das geschriebene Wort zu sprechen.
* Eine Kunstpause beim Gender-* führt zu einer Art Stottersprache.
* Die doppelte Nennung aller Wörter, also Bürgerinnen und Bürger, Ärztinnen und Ärzte usw. bläht die Sprache unnötig auf und stößt bei zusammengesetzten Begriffen an ihre Grenzen (s. Beispiel Bürger/innenmeister*innenkandidat:en_innen).
* Die Gleichstellung aller Geschlechter wird durch das aufwendige und die Sprache hässlich machende Gendern nicht erreicht. Sonst wären türkische Frauen schon immer vollständig gleichgestellt.
* Das sprachliche Gendern ist keine Entwicklung. Es wurde von einer Minderheit ausgedacht und wird per Gesetz der übergroßen Mehrheit aufgezwungen.
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Anfrage an das Pastoralamt in Linz

Post by alwis »

Anfrage:

Ich schreibe manchmal Beiträge im Pfarrblatt.
Nun sollten wir angeblich im geschriebenen Wort gendern, damit Frauen besser sichtbar werden.
Ich habe nun eine Frage, wie das gehen soll:

Wie soll dieser Text richtig gegendert lauten?

Im Christentum wie auch im Judentum und im Islam geht es um den Glauben an den einen Gott in der Gemeinschaft und um Nächstenliebe.
Nach dem Grundsatz: "Ein Christ ist kein Christ."
Im Hinduismus dagegen sind Gemeinschaft und Nächstenliebe nicht so wichtig. Jeder einzelne ist alleine für sein Karma verantwortlich. Einer kann dem anderen nicht helfen.

Sollen wir so schreiben?
Im Christentum bzw. Christinnentum wie auch im Judentum bzw. Jüdinnentum....
Ein Christ bzw. eine Christin ist kein Christ bzw. keine Christin.

Oder so?
Im Christ*en*innentum wie auch im Juden*Jüdinnen*tum .....
Ein*e Christ*in ist kein*e Christ*in.

Anstatt * wären wohl auch /, _, : verwendbar.

Oder wie würden Sie vorschlagen?

MfG
A.W., Grünburg

P.S.
Unsere Frauen bevorzugen übrigens durchwegs die gewohnte Normalsprache und empfinden Gender-*, Binnen-I usw. als komisch und hinderlich beim Lesen.

===================================================
Antwort aus dem Pastoralamt (Vorgesetzter des zuständigen Mitarbeiters):

Ich habe nach Lesen deines Mails meinen Mitarbeiter gebeten, nicht zu antworten.
Ich unterstelle dir (höflich), dass du es nicht so gemeint hast, aber
wenn man dein Mail liest, dann liest es sich wie eine bewusste
Provokation meines Mitarbeiters, den ich hiermit schützen will.

===================================================
Nächstes Schreiben an das Pastoramt in Linz:

Ich wollte nicht provozieren, sehe auch keine Unhöflichkeit in meiner Anfrage.
Allerdings kommt natürlich heraus, dass das Gendern - konsequent
durchgezogen - zu einer hässlichen Sprache führt.
Wie Wilhelm Busch schrieb: "Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe....."

Ein Gespräch mit deinem Mitarbeiter hat keinen Sinn.
Er ist dein Mitarbeiter, traut sich nicht zu, meine Anfrage zu beantworten,
was wird er mir im Gespräch zu sagen wagen?
Und du fühlst dich ja auch nicht ganz wohl mit dem Gendern.
Du spürst, das Anliegen ist gut, aber die Methode hat Fehler.
Ich wollte dir zeigen, dass die Fehler sehr schlimme Auswirkungen haben.
Und hier ist eine der schlimmen Auswirkungen:

Die KjG in Deutschland schlägt allen Ernstes vor, Gott* zu schreiben.

Und glaub´ mir, es wird noch schlimmer kommen.
Unser Glaubensbekenntnis wird umgeschrieben werden müssen:

Ich glaube an Gott*, den/die Vater/Mutter den/die Allmächtige/n.....

Ja, und darum ging es mir:
Zu zeigen, dass Gendern in der Sprache am Ende absurd wird.

Und das ist der Hinweis zum Vorschlag der KjG, der Katholischen jungen Gemeinde:
https://kjg.de/blog/2021/10/23/kjg-herbstbundesrat/

Und dazu der Beitrag aus kath.net: https://www.kath.net/news/76677
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Ich glaube an Gott*, den/die Vater/Mutter.....

Post by alwis »

Der Genderstern ist wirklich ein Problem
entnommen aus kath.net


Der Jugendbischof der DBK, Johannes Wübbe, freut sich über eine von der KJG losgetretene Diskussion - Der Montagskick von Peter Winnemöller

Der Jugendbischof der DBK, Johannes Wübbe, freut sich über eine von der KJG losgetretene Diskussion. Das wäre tatsächlich mal eine Nachricht, denn im Grunde machen einst katholische Jugendverbände dem Episkopat mehr Sorgen als Freude. Der Grund der bischöflichen Freude sorgt allerdings für schnelle Ernüchterung. Man möge, so der Vorschlag der Jugendfunktionäre, Gott einen Genderstern spendieren. Schnell winkte der Pressesprecher der DBK ab, man habe in der Kirche in Deutschland andere Probleme. Ist das so? Die Frage ist ernst gemeint.

Ist es nicht vielmehr so, dass die Funktionärinnen (mwd) der KJG exakt den Finger in die Wunde der Probleme der Kirche in Deutschland gelegt haben? Das mag unfreiwillig geschehen sein. Natürlich braucht der Allmächtige keinen Genderstern. Andernfalls hätte er sich uns mit selbigem geoffenbart. Tatsächlich ist solch eine Frage, die man einem Katholiken gerne mal als Blasphemie auslegen könnte, eine geradezu bedauernswert naive Offenlegung des Zustandes innerhalb des einst katholischen Jugendverbandes KJG. Schon öfter machte dieser Verband von sich reden. Man erinnert sich an die Provokationen beim Papstbesuch in Freiburg. Der lange verwendete Slogan des Vereins „Demokratisch.Amen.“ zeigt den bedauernswerten ekklesiologischen Irrtum der Funktionäre auf. Das war nicht immer so.

Der Tag, an dem diese Zeilen geschrieben werden, ist im neuen liturgischen Kalender der 31. Sonntag im Jahreskreis. Im alten Kalender, der aus wohl erwogenem Grund parallel mit läuft, ist der heutige Tag das Fest Christkönig. Dieser Tag war über viele Jahrzehnte das große Fest der katholischen Jugend. Dieser Tag war, außer einem Tag der Selbstvergewisserung katholischer Jugendlicher ein durch und durch politischer Tag. Den Mächten der Welt sagten katholische Jugendliche mit feierlichen Gottesdiensten, mit Fahnen, Gesängen und Brauchtum sehr deutlich, wer der einzige ist, den sie als Herrn anerkennen: Christus den König.

Schnell erkennt man den Unterschied. Der heutige König der Welt heißt Gender und Diversität, er ist woke und vor lauter Toleranz cancelt er alle unliebsamen Meinungen. Statt diesem falschen König die Fahne des wahren Königs entgegen zu halten, wie es sich für Katholiken geziemt, machen die heutigen Funktionäre einst katholischer Verbände Kotau vor dem Kaiser der Welt. Selbst Gott wollen sie in ihren schmutzigen Deal mit der Welt hineinziehen. Statt das Evangelium zu verkünden, predigen sie den Geist der Zeit. Statt Jugendliche zum Glauben zu führen oder im Glauben zu stärken, wird der Unglaube gepflegt und der Irrtum verbreitet. Weit davon entfernt, die Zustände innerhalb der Kirche in der Zeit vom Kulturkampf bis in die NS-Zeit irgendwie glorifizieren zu wollen, muss man dem Bemühen Respekt zollen, der Welt ein authentisches Glaubenszeugnis zu geben.

Ein katholischer Jugendverband, den man heute ernst nehmen könnte, würde sich darum bemühen jugendgerechte Katechese zu etablieren. Es gilt, junge Menschen, die nicht getauft sind, mit dem Glauben in Kontakt zu bringen, also Jugendmission ins Leben zu rufen. Es gilt den getauften Ungläubigen einen Weg zum Glauben zu öffnen. Es gilt Zeugnis zu geben vom Glauben an den lebendigen Gott. Fängt man damit einmal an, wird einem sehr schnell bewusst, wie lächerlich das Ansinnen ist, Gott einen Genderstern zu verpassen.

In der Tat muss man leider sagen, dass die Kirche in Deutschland eine ganze Menge anderer Probleme hat. Müßig, sie hier aufzuzählen. Trotzdem zeigt der KJG- Vorschlag auf den Kernpunkt aller Probleme der Kirche in Deutschland. Der Vorschlag zeigt in dramatischer Deutlichkeit den Unglauben, den Irrtum, die wild wuchernden Häresien und die weit verbreitete innerkirchliche Apostasie auf, an dem die Kirche hierzulande von der Basis bis an die Spitze leidet. Und dann fällt einem vermutlich wirklich nichts besseres ein, als die Dreifaltigkeit zu gendern. Tatsächlich wird das dann ein Kernproblem, mit dem sich Sitzungsstunde um Sitzungsstunde füllen lässt. Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben.


HINWEISE:

Sprachfeminismus in der Sackgasse
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Gott* oder göttliche Kraft

Post by alwis »

Aus dem Linzer Pastoralamt kommen - man glaubt es kaum - inzwischen diese Vorschläge,
gendergerecht aber ohne Genderstern:

Der eine Gott_____________die eine göttliche Kraft
Der Heilige Geist__________die heilige Geistkraft
Im Judentum, im Christentum und im Islam_____________in den drei monotheistischen Religionen
(Das ist ja nicht falsch, aber weiß jeder, wie die drei monotheistischen Religionen heißen?
Und wenn man explizit vom Christentum reden will, wird man vielleicht sagen "die Organisation aller Menschen, die an Christus glauben o.ä.?)

Naja, wenn wir noch ein wenig warten, wird wohl das Glaubensbekenntnis gründlich gegendert.
"Ich glaube an die göttliche Kraft, den Vater bzw. die Mutter, den Allmächtigen bzw. die Allmächtige......"

Und aus dem "Vater unser" wird das "Vater und Mutter unser".
Und aus dem Kreuzzeichen wird "Im Namen des Vaters bzw. der Mutter, des Sohnes und der Hl. Geistkraft....

Werden dann die treuen Christen noch eine Heimat in ihrer Kirche finden?


HINWEIS

Sprachfeminismus in der Sackgasse
Post Reply