Familienpolitik

Diskussionen über Familienpolitik in Österreich und Europa
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PostPosted: 21.11.2018, 23:18 
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Entnommen aus dem Blog Andreas Unterberger


Die Natur ist da völlig mitleidlos und kalt: Völker, Kulturen, Nationen können aus der Geschichte verschwinden. Nach wenigen Generationen sind sie nur noch vage Erinnerungen. Neue Völker, Kulturen, Nationen nehmen ihren Platz ein. Das war‘s dann.

Solches ist oft als Folge von Vernichtungskriegen passiert. Genau deswegen wurde die gemeinsame Verteidigung zum ersten Grund, weshalb sich größere Gruppen zusammenschließen. Jene Gemeinschaft, die Schutz nach außen bietet, ist immer auch jene Gruppe, der sich die Menschen am stärksten emotional verbunden fühlen. Das nennt man heute Patriotismus oder Nationalismus. Es ist ein gutes und für das Überleben von Kulturen, für das Funktionieren eines Rechtssystems notwendiges Gefühl. Es schenkt den Menschen Heimat, Identität und Vertrautheit. Es ist der Motor für viele tolle Leistungen. Daher ist es immer wieder erstaunlich, wie oft EU-Bürokraten und Linke diese grundlegenden Fakten der menschlichen Existenz ignorieren.

Der Untergang von Völkern kann freilich nicht nur wegen Vernachlässigung der gemeinsamen Verteidigung passieren, sondern auch als Folge von Massenepidemien, Hungersnöten oder Naturkatastrophen.

Kriege, Hungersnöte und Epidemien gehen jedoch seit der Mitte des 20. Jahrhunderts global massiv zurück. Wissenschaft, Agrarrevolution, Medizin, aber auch das Klügerwerden der internationalen Politik können dafür nicht hoch genug gepriesen werden. Ja, auch der Politik. Im Gegensatz zu allen früheren Jahrtausenden verfolgen global heute nur noch drei Länder eine militärisch territorial-expansive Politik (China, Russland und Türkei), und auch die tun das vergleichsweise vorsichtig.

Die gleiche Untergangswirkung hat es aber auch, wenn eine Kultur sich nicht mehr vermehrt. In aller Regel ist das freilich kein Gemeinschaftsbeschluss, leben doch fast alle Völker im automatischen Konsens eines kollektiven "Egoismus der Gene" und wollen gemeinsam überleben. Aber auch große Kulturen gehen dann unter, wenn ihre Angehörigen individuell zunehmend aufs Kinderkriegen verzichten. Viele individuelle Entschlüsse wirken dann wie ein kollektiver Gemeinschaftsbeschluss zum gemeinsamen Selbstmord – obwohl es nie einen solchen Beschluss gegeben hat.

Während die historischen Gründe des Untergangs von Kulturen selten geworden sind, sind gleichzeitig individuelle Fortpflanzungs-Verweigerungen umso folgenreicher geworden - vor allem in Europa.

Was sind da die Ursachen? Und: Ist es möglich, ihnen gesellschaftlich entgegenzuwirken?

An erster Stelle steht zweifellos die Anti-Baby-Pille, die in dieser Periode entwickelt worden ist und die zur Selbstverständlichkeit geworden ist.
- Hier sind politische Gegenmaßnahmen absolut undenkbar.
Trotzdem gibt es noch immer sehr viele Abtreibungen. Permissiv gewordene Gesellschaften haben diese unter dem Einfluss eines dominant gewordenen Feminismus teilweise (wie in Österreich durch die Fristenlösung) oder ganz erlaubt.

- Eine Reduktion der Abtreibungszahlen wäre erreichbar: durch die Pflicht, vor jeder Abtreibung eine unabhängige(!) Beratung der jungen Frauen durchzuführen, die oft eine Schwangerschaft im ersten Moment als Schock erleben. Durch Schaffung einer verpflichtenden Nachdenkphase. Durch Hilfsangebote für abtreibungswillige Frauen. Ein komplettes Verbot aus ethischen Gründen – immerhin ist Abtreibung ja eine Form des Mordes – wird hingegen nur von einer christlichen Minderheit gefordert. Jedoch gibt es einige Indizien, dass eine konservativer und älter werdende Gesellschaft wieder mehr über ein solches Verbot nachdenkt.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich ein komplett neues Rollenbild für Frauen entwickelt. Während Jahrtausende lang das Kinder-Bekommen absolute Selbstverständlichkeit Nummer eins in weiblichen Lebensentwürfen gewesen ist, ist es heute oft an die dritte Stelle abgesunken. Europäische Frauen haben sich den Männern angeglichen, und geben nun in viel höherem Ausmaß beruflicher Selbstverwirklichung und hedonistischem Spaß Vorrang.

- Ganz besonders wichtig wäre es etwa, in Schulbüchern wieder mehr den positiven Wert von Kindern und den Sinngewinn durch Familien zu vermitteln, ist doch die reale Unterrichtswelt der letzten Jahre immer stärker auf die Behandlung von Sexual- und Genusstechniken, nicht zuletzt homosexueller Natur, umorientiert worden.
Das Kinderkriegen wird subjektiv immer mehr als Last und Zwang zur Einschränkung empfunden.

- Hier ist der neue österreichische Steuerbonus von 1500 Euro pro Kind zweifellos ein richtiger Schritt zum teilweisen Lastenausgleich. Die demographischen Auswirkungen wird man aber erst in ein paar Jahren prüfen können.
Viele Kinderlose entdecken die großen und vor allem lebenslangen Freuden eines geglückten Familienlebens nur noch dann, wenn sie selber eventuell doch Kinder bekommen. Sonst empfinden sie erst im Alter die Leere eines Lebens ohne Kinder.

- Daher sollten auch die Familienverbände nicht immer nur die finanziellen Belastungen durch Kinder betonen. Das ist zwar eine legitime Botschaft an die Politik. Das kommt aber primär als negative Botschaft bei allen potenziellen Eltern an.
Der historisch wichtigste ökonomische Grund, warum Menschen einst Kinder in die Welt gesetzt haben, war der Bedarf an mittätigen Arbeitskräften in der Landwirtschaft.

- Das ist heute quantitativ völlig unbedeutend – wenngleich Bauern noch immer die kinderfreudigste Berufsgruppe sind.

Der in vielen Kulturen auch heute noch wichtigste rationale Grund, eigene Kinder zu haben, ist die Vorsorge fürs eigene Alter. Dieser Generationenvertrag ist durch den sozialistischen Wohlfahrtsstaat jedoch gebrochen worden: Erstens ist die Betreuung der Alten vielfach auf den Staat abgewälzt worden. Zweitens ist in den letzten Jahren sogar die Verpflichtung von Kindern abgeschafft worden, zu den Betreuungskosten der eigenen Eltern etwas beizutragen (umso lobenswerter sind jene vielen Frauen und wenigen Männer, die trotzdem weiterhin die eigenen Alten selber pflegen und sie nicht abschieben). Und drittens haben Kinderlose in der Berufszeit mehr Versicherungs-Ansprüche ansammeln können als jene, die Kinder betreut haben. Sie profitieren also dann von der Leistung der Kinder der Anderen. Das ist zutiefst ungerecht.

- Die Altersversorgung ist daher der weitaus wichtigste Ansatzpunkt für politische Reformen zur Verhinderung des Aussterbens. Seit der ersten schwarz-blauen Periode wirken sich immerhin erstmals Kinderbetreuungsjahre von Müttern ein wenig pensionsverbessernd aus. Das kann aber nur ein erster Schritt gewesen sein. Denn das Ziel muss sein, es ins Bewusstsein aller potenziellen Eltern zu bringen: Das Großziehen von eigenen Kindern wirkt sich signifikant und vor allem im Vergleich zu Kinderlosen (die ja privat viel mehr ansparen können!) positiv auf die eigene Pension aus.
Viele Kulturen – insbesondere die islamisch geprägten – haben den Menschen eingeimpft, dass intensive Fortpflanzung oberste religiös-kulturelle Pflicht ist, um die eigene Kultur/Religion/Nation zum Sieg zu führen.

- Solange bei den autochthonen Europäern hingegen jeder Wunsch nach mehr Kindern als Beitrag zum Überleben der eigenen Kultur sofort von linken Stänkerern als "Mutterkreuz-Denken" verhöhnt wird, werden die Europäer jedenfalls aussterben.


HINWEISE:

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