Buhfrauen und Schürzenjägerinnen

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alwis
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Buhfrauen und Schürzenjägerinnen

Post by alwis »

In der Welt bespricht der Sprachwissenschaftler Horst Haider Munske das neue Buch seines Kollegen Hans Jürgen Heringer, einer der Wegbereiter der Linguistik in Deutschland. Dieser bestätigt, dass sprachwissenschaftliche Argumente an genderideologischen Einwänden abprallen. Da helfe eigentlich nur noch Ironie und Sarkasmus, um sich gegen die Indoktrination zu wehren. In seinem Buch „Richtig gegendert? Ironischer Sprachtrainer" nimmt er die Probleme ins Visier, die beim Gendern entstehen. „Ideologie, Borniertheit und Kampfgetöse" würden die Befürworter antreiben. Die Erklärung des Duden, ein „Mieter" könne nur ein Mann sein, sei absurd: „Generischer Gebrauch ist ökonomischer Sprachgebrauch." Man sage soviel wie nötig sei. Besonders aberwitzig seien verlängerte Konstruktionen, die entstehen, wenn man auf Teufel komm raus politisch korrekt sein will: „Bekannte Beispiele sind Ein/e echt/e/er Deutsch/e/er oder die Binnenversternung in bürger*innennah." Vielleicht, so Heringer, sollte man auch Schürzenjäger gendern in Schürzenjäger*in oder eine „Buhfrau" einführen. Er lehnt jede Form von Gender-Sprachpflicht ab. Die Welt zitiert ihn: „‚Die Freiheit der Rede ist das demokratische Grundprinzip', hält er einem Genderer aus dem IDS entgegen. Heringer plädiert: ‚Verwerflich wird Gendern in öffentlichen Medien und Texten, Gesetzestexte, die ich als Bürger lesen muss." Munske empfiehlt das Buch Lesern, die einen humorvollen, aber sprachwissenschaftlich fundierten Umgang mit dem Gendern schätzen. (welt.de)


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Sprachfeminismus in der Sackgasse
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