Nachtwache für junge Mutter

Post Reply
alwis
Site Admin
Posts: 1427
Joined: 28.08.2006, 08:49
Location: Österreich/Austria

Nachtwache für junge Mutter

Post by alwis »

Mutter von drei Kindern im Pflichtschulalter - im 42. Lebensjahr an Krebs gestorben

Musik instrumental

Wir sind zusammengekommen, um an die verstorbene Mutter zu denken, für sie zu beten und um den Angehörigen in ihrem Leid beizustehen. Wir wollen euch als christliche Gemeinde sagen:
„Ihr seid nicht allein mit eurem Schmerz.“

Wir denken in Stille – jeder für sich – an die schönen Dinge, die wir mit ihr erlebt haben.
….................

Christina Stürmer hat ein Lied gesungen: Weißt du, wohin wir geh´n?

Hab´ darüber nachgedacht, hab´die Nacht ohne Schlaf verbracht.
Wie es sein wird nach dem Tod, wenn das große Ende droht.
Ob es einen Himmel gibt? Ob mich dann noch jemand liebt? Wirst du bei mir sein?

Gibt es ein Leben nach dem Leben oder ist es das gewesen?
Auf die größte aller Fragen kann mir keiner die Antwort sagen.

Was wird mit uns gescheh´n, wenn die letzte Nacht anbricht?
Gibt es die and´re Welt, wo Zeit nicht mehr verrinnt?
Sag mir, glaubst du denn daran, dass die Seele leben kann, dass danach noch etwas kommt?

Gibt es ein Leben nach dem Leben, oder ist es das gewesen?
Auf die größte aller Fragen kann mir keiner die Antwort sagen.

Auch wenn keiner die Antwort kennt, die Angst nicht beim Namen nennt:
Ich glaub´ ganz fest daran, dass ich darauf hoffen kann:
Dass die Liebe unendlich ist, dass du wieder bei mir bist, mich in den Armen hältst.
--------------------------------------------------------------------------------------

Unsere liebe Verstorbene war erst 41. Wenn ein so junger Mensch stirbt, dann quält uns die Frage nach dem Warum. Warum sie, warum so früh? Hat es irgendeinen Sinn? Wir werden keine Antwort finden auf dieses Warum. Wir wenden uns in unserer Trauer an Gott. Gerade jetzt kann es uns schwer fallen, an einen liebenden Gott zu glauben. Aber wir dürfen an einen Gott glauben, der uns nahe ist, gerade dann, wenn wir leiden.
Wir dürfen an einen Gott glauben, der jetzt mit uns weint.

Ich glaube an Gott......

Vater unser....
Gegrüßet seist du, Maria.... - Jesus, der uns den Glauben vermehre
- Jesus, der uns die Hoffnung stärke
- Jesus, der uns die Liebe entzünde.

Jesus, der du von den Toten auferstanden bist:
Herr, trostlos war für deine Jünger die Zeit nach deinem Tod. Verzweifelt, hilflos und erschüttert mußten sie nun ohne dich leben. Sie wußten nicht mehr ein noch aus. Erst die Botschaft der Auferstehung hat deinen Tod in ein neues Licht gerückt und ihr Leben erleichtert.

Trostlos ist auch für die Familie der Tod der Frau und Mutter. Hilflos und erschüttert muß sie nun ohne sie leben. Trostlos würde ihr Tod auch bleiben, wenn wir nicht in dir, Herr, Trost hätten. Die Botschaft der Auferstehung schickt einen Lichtstrahl in die Dunkelheit der Trauer, rückt das Leid in ein neues Licht.

Herr Jesus Christus, Deine Auferstehung hat die Welt in ein neues Licht gerückt. Selbst Leid und Tod haben eine neue Dimension erhalten. Im Glauben daran bitten wir dich:
Gib dem frühen Tod von ..... (Vorname) durch deine Auferstehung Sinn und Ziel.
Laß alle Trauernden daran glauben, daß sie ihre Liebsten einmal wiedersehen werden.

Vater unser.... Gegrüßet seist du, Maria.... - Jesus, der von den Toten auferstanden ist.... (nur 1x)


Jesus, der du in den Himmel aufgefahren bist.
„Haltet mich nicht fest, ich bin noch nicht zu meinem Vater heimgegangen!“ So hast du, Jesus, deine Jünger ermahnt. Wir dürfen die Toten nicht festhalten. Wir müssen sie freigeben, damit sei heimgehen können zum Vater.

Wir alle sind versucht, unsere liebe Verstorbene auf dieser Erde, in diesem Leben festhalten zu wollen; sie in Gedanken immer wieder zurückzurufen. Wie schwer ist es doch für ihre Lieben, sie loszulassen und in ein neues Leben hinein freizugeben.

Herr Jesus Christus, du hast dich nicht festhalten lassen, weil du wußtest, daß das letzte Glück dieser Welt nicht auf Erden zu finden ist. Eine neue Heimat, ein größeres Glück erwarten uns. Im Vertrauen darauf bitten wir dich:
Gib uns die Kraft, unsere liebe Verstorbene nicht festhalten zu wollen, sondern sie freizugeben in dein lichtes und heiles Leben hinein.
Hebe sie nun heraus aus den Leiden dieser Welt und hebe sie hinein in den Himmel deiner Liebe.

Vater unser.... Gegrüßet seist du, Maria.... - Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.... (nur 1x)

Musik instrumental

Psalm 139 – von allen Seiten umgibst du mich

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Gott, du kennst mich, du achtest auf mich. Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe, du hältst deine Hand über mir.
Alle meine Wege sind dir bekannt. Alles, was ich denke und sage: Du kennst es.
Mein ganzes Leben liegt offen vor dir.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten verstecken möchte,
so bleibt dir meine Not nicht verborgen.
Du achtest auf mich. Nie gibst du mich verloren.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Jesus, der du uns den Hl. Geist gesendet hast
Herr, wenn alles tot erscheint, wenn das Leben erstarrt und die Hoffnung verdorrt ist, dann brauchen wir einen, der uns wieder neu mit Leben und Hoffnung erfüllt. Darum hast du uns den Hl. Geist gesandt als die Kraft und den Beistand, die mit uns sind.

Herr, es ist nicht leicht, in diesen schweren Stunden von der Hoffnung zu sprechen. Vielmehr sind es Angst, Trauer und inneres Aufbegehren, die uns erfüllen. Wie soll ein Ehemann daran glauben, daß da ein Beistand mit ihm ist, wenn ihm gerade sein menschlicher Beistand, seine Ehefrau und Partnerin, entrissen wurde? Wie sollen wir an die Kraft des Geistes glauben, wenn wir doch im Innersten so hilflos und kraftlos sind?

Trotz all´ dieser Fragen wollen wir an deiner Verheißung festhalten und bitten dich:
Sende den Angehörigen deinen Geist, deinen Beistand, den Tröster, damit sie wieder Hoffnung schöpfen.
Sende deinen Geist auf uns alle herab, damit wir in dieser schweren Situation aus seiner Kraft heraus in rechter Weise helfen und trösten können.

Vater unser.... Gegrüßet seist du, Maria.... - Jesus, der uns den Hl. Geist gesendet hat.

Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
Herr, du hast gesagt: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren, glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe, um euch einen Platz zu bereiten.“
Und mit diesen Worten hast du, Jesus, deine Jünger getröstet. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren!“

Der Tod unserer lieben Verstorbenen hat uns aber verwirrt. Eine Ehefrau und Mutter muß so jung sterben, eine schwere Krankheit kann einen Menschen so zerstören. Und die Familie muß hilflos zusehen. Das alles verwirrt uns, erschüttert uns und läßt uns unsere Ohnmacht spüren.

Herr, du weißt, wie sehr uns dieser Tod durcheinanderbringt, darum bitten wir dich:
Bewahre die Angehörigen und uns alle vor Verwirrung und Verzweiflung und erfülle uns immer wieder neu mit der Kraft deiner Hoffnung.
Führe unsere liebe Verstorbene heim in deine himmlischen Wohnungen und vollende ihr ganzes Leben.

Vater unser.... Gegrüßet seist du, Maria.... - Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.

Wir schlagen das Gotteslob auf und singen Nr. 897, von guten Mächten treu und still umgeben.
Dietrich Bonhoeffer hat den Text kurz vor seinem sicheren Tod 1944 geschrieben.
Wir wollen uns daran aufrichten.
Wir singen die 1., 2. und 6. Strofe.

Wir beten den Psalm 139 - Leben in Gottes Allgegenwart:
Schon viele Jahrhunderte vor Jesus hat jemand sich Gedanken über den Menschen vor dem allwissenden Gott gemacht. Wir wollen diese Gedanken gemeinsam lesen und nachempfinden, und zwar liest abwechselnd einen Vers die rechte Seite und den nächsten Vers die linke Seite, dann wieder die rechte und so fort.....

HERR, du hast mich erforscht und kennst mich.

2 Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. / Du durchschaust meine Gedanken von fern.
3 Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen. / Du bist vertraut mit all meinen Wegen.
4 Ja, noch nicht ist das Wort auf meiner Zunge, / siehe, HERR, da hast du es schon völlig erkannt.
5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, / hast auf mich deine Hand gelegt.
6 Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, / zu hoch, ich kann es nicht begreifen.
7 Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, / wohin vor deinem Angesicht fliehen?
8 Wenn ich hinaufstiege zum Himmel - dort bist du; / wenn ich mich lagerte in der Unterwelt - siehe, da bist du.
9 Nähme ich die Flügel des Morgenrots, / ließe ich mich nieder am Ende des Meeres,
10 auch dort würde deine Hand mich leiten / und deine Rechte mich ergreifen.
11 Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen / und das Licht um mich soll Nacht sein!
12 Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, / die Nacht leuchtet wie der Tag, wie das Licht wird die Finsternis.
13 Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, / hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
14 Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. / Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke.
15 Dir waren meine Glieder nicht verborgen, / als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewirkt in den Tiefen der Erde.
16 Als ich noch gestaltlos war, / sahen mich bereits deine Augen.
In deinem Buch sind sie alle verzeichnet: / die Tage, die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war.
17 Wie kostbar sind mir deine Gedanken, Gott! / Wie gewaltig ist ihre Summe!
18 Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand. / Ich erwache und noch immer bin ich bei dir.
19 Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten! / Ihr blutgierigen Menschen, weicht von mir!
20 Sie nennen dich in böser Absicht, / deine Feinde missbrauchen deinen Namen.
21 Sollen mir nicht verhasst sein, HERR, die dich hassen, soll ich die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
22 Ganz und gar sind sie mir verhasst, / auch mir wurden sie zu Feinden.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, / prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
24 Sieh doch, ob ich auf dem Weg der Götzen bin, / leite mich auf dem Weg der Ewigkeit!

Die verstorbene junge Mutter hat die Natur geliebt. Wir hören einen Text des Apostels Paulus aus dem Brief an die Römer, in dem er über die Schöpfung schreibt:

Die Hoffnung auf die Erlösung der Welt

Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes.
Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:
Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Kinder Gottes offenbar werden.
Denn wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?
Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.

Musik instrumental


HINWEIS:

Christus – auf ihn bauen und hoffen wir
Post Reply